Entwicklungspsychologie 1 (Subject) / Methodische Grundlagen der Entwicklungspsychologie (Lesson)

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Wie können altersbezogene Veränderungen untersucht werden? Wie äußern sich Stabilität und Kontinuität? Welche Möglichkeiten der Datengewinnung gibt es? Welche methodischen Herausforderungen stellt die Berücksichtigung sder Kultur?

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  • Anforderungen an Methoden Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von interindividuellen Gemeinsamkeiten in intraindividuellen Veränderungen interindividuellen Unterschieden in intraindividuellen Veränderungen interindividuelle Modifizierbarkeit intraindividueller Veränderungen
  • Querschnittliche Verfahren Untersuchung verschiedener Stichproben, jeweils aus Personen eines Alters bestehend, zu einem Messzeitpunkt (z.B. Vergleich der Sprachfähigkeit 2-und 4-jähriger Kinder) Mehrzahl der entwicklungspsychologischen Studien geringer Zeitaufwand keine Aussagen über intraindividuelle Veränderungen Konfundierung von Alter und Kohorte
  • Längsschnittliche Verfahren Untersuchung einer Stichprobe gleichen Alters (einer Kohorte) zu mehreren (mind. 2) Messzeitpunkten (mit gleichen Messintrumenten) intraindividuelle Stabilitäten und differentielle Verläufe analysierbar Zeitaufwand Selektionseffekte (bei Rekrutierung, Dropout) Testungseffekte (Übungseffekte) Konfundierung von Alter und Testzeitpunkt
  • Kohorten-Sequenz-Design best mögl. Design zur Zeit:Kombiniert Quer- und Längsschnitt: Mehrere Kohorten mehrfach über die Zeit. 1. Messzeitpunkt: querschnittl. Daten über einen best. Altersbereich. 2. 1. Wiederholungsmessung = für alle Altersgruppen längsschnittliche Daten + eine neue querschnittliche Stichprobe derselben Altersgruppe wie zum 1. Messzeitpunkt. 3.1. eine neue querschnittliche in demjenigen Alter, das die älteste Kohorte der 1. erreicht hat. → Vgl und Abschätzung der Messzeitpunktseffekte.
  • Verkürztes (/beschleunigtes) Längsschnittdesign -erlaubt Schätzung von Veränderungen über einen Altersbereich von 20 bis 70 Jahren, bei einer Zeitdauer derStudie von nur 5 Jahren. dies ist möglich, indem längsschnittliche Veränderungen "aneinandergehängt" werden -Kohortenunterschiede im Level können dabei berücksichtigt werden, da die beiden querschnittlichen Stichproben einen Vergleich von gleich alten Personen aus unterschiedlichen Geburtskohorten und damit eine Schätzung und Kontrolle von Levelunterschieden erlauben
  • Die Rolle des Alters keine unabhängige Variable (nicht frei manipulierbar) kein erklärender Faktor vielmehr Annäherung an eigentliche, zeitliche geordnete Ursachen der Entwicklung Träger- oder Stellvertretervariable (für zahlreiche, miteinander interagierende Einflussgrößen) ggf. durch andere Zeitachsen (z.B. aufgewendete Lernzeit, Zeit seit bestimmtem Lebensereignis oder Zeit bis zum Tod) ergänzt oder ersetzt werden
  • Stabilität(en) -Niveaustabilität Stabilität des Mittelwertes -Korrelative Stabilität (relative Stabilität) Positionsstabiliät -Absolute Stabilität sowohl Niveau- als auch korrelative Stabilität -Ipsative Stabilität Stabilität der Rangreihe von Merkmalen -Strukturale Stabilität Stabilität im Zusammenhangmuster der Testitems und der dahinterliegenden faktorstruktur
  • Kontinuität -homotypische Kontinuität Kontinuität direkt erfasster (manifester) Merkmale -heterotypische Kontinuität Kontinuität eines direkt erschlossenen (latenten) Merkmals von großer Bedeutung in Kindheit und Jugendalter, weil Verhaltenrepertoire sich stark verändert und dasselbe theoretische Konstrukt mit unterschiedlichen Messinstrumenten erfasst werden muss (Validitätsprüfungen nötig)
  • Kultur in der Psychologie -Kultur als unabhängige Variable bestimmte faktoren variieren mit Kultur und haben Einfluss auf psychische Phänomene Bsp.: optische Täuschungen -Kultur als Störvariable psychische Phänomene werden als universell angenommen Bsp.: Piaget'sche Stufenfolge; Bindung -Kultur als psychisches Phänomen jedes Phänomen findet im kulturellen Kontext statt, Kultur ist in den Köpfen der Menschen Bsp.: Bronfenbrenner
  • Erforschung von Kultur -Ethisches Vorgehen: Annäherung an eine Kultur von außen Anknüpfung an Wissen, Vokabular und Methoden des Beobachters zielt darauf ab, möglichst neutral zu sein -Emische Perspektive: "mit den Augen eines Insiders" einer Kultur oder eines Systems Argumentation aus dem Inneren der Kultur kann nicht neutral sein und soll es auch nicht
  • Fehlerquellen (Verzerrungen) im Kulturvergleich - Construct bias existiert untersuchtes Konstrunkt in allen Kulturen? - Item bias Vertrautheit des Stimulusmaterials - Method bias Vertrautheit der Prozedur: Administration bias (Vertrautheit mit Setting, Situation, Erheber) Instrument bias (Darbietung des Materials)
  • Methoden der Dtengewinnung Beobachtung Experimente Fragebögen Interviews standardisierte (Entwicklungs-)Tests psychophysiologische Maße
  • Beobachtung direkter Zugang zu relevanten Verhaltenweisen Methode der Wahl im frühkindlichen Bereich (Sprachfreiheit) Subjektivität (Beobachtung als Wahrnehmungsleistung) Beobachtungstraining (Reliabilitäts-Checks) Verhaltensveränderung durch Beobachtung?
  • Arten der Beobachtung teilnehmende vs. nicht-teilnehmende offene vs. verdeckte Beobachtung Laborbeobachtung vs. Feldbeobachtung technisch-vermittelte vs. unvermittelte qualitative vs. quantitative Analyse time-sampling vs. event-sampling
  • Experimente systematische Präsentation von Reizen und Schaffung von Situationden Beobachtung der resutierenden Verhaltensweisen zufällige Zuweisung von Teilnehmern zu Unteersuchungsbedingungen Schluss auf Wirkunszusammenhänge (im Kontrast zu Korrelationsstudien) standardisierte und stark kontrollierte Situationen Generaliersierbarkeit der Beobachtungen?
  • Kontingenzlernen Verbindung zwischen eigener motorischer Aktivität (Strampeln) und visuell wahrnehmbarer Umweltreaktion (Bewegung des Mobiles)
  • Vorhersage des Lernens spontane Strampelaktivität sagt in logischer Regression das Erreichen des Lernkriteriums vorher
  • Fazit aus experimentellen Beispielen (Mobile-Aufgabe) Bilder haben unterschiedlichen Aufforderungscharakter für Kinder in verschiedenen kulturellen Kontexten. Liegen unter dem Mobile repräsentiert Alltagserfahrungen in unterscheidlichem Ausmaß Notwendigkeit der Anpasung von experimentellen Settings und Stimuli sowie einer ganzheitlichen Verhaltenanalyse (nicht Beschränkung auf Zielverhalten)
  • Interviews Voraussetzung: sprachliche Fähigkeiten offene vs. strukturierte Interviews Interviewsituation als soziale Herausforderung alternative Antwortformate Suggestibilität (passive Suggestion) von Kindern aufwändige Transkription und Auswertung (Auswertertraining)
  • Fragebögen Voraussetzung: Lese- und Schreibfähigkeit Standardisierung Effektivität Selbstauskunft vs. Fremdauskunft soziale erwünschtheit Vertrautheit mit Rating-Skalen Antworttendenzen
  • Intrakultturelle Varianz größere Varianz bei westlichen Mittelschichtmüttern auf Skalen, die Relationalität in Sozialisationszielen und elterlichen Praktiken erfassen größere Varianz unter traditionellen nicht-westlichen Müttern bezüglich der Autonomieskalen
  • Extreme Antworten Nso-Leute haben extreme Antwort Tendenzen ->entweder Ja oder Nein <-> Tendenz zur Mitte in Deutschland
  • Tests standardisierte Verfahren zur Erfassung des allgemeinen Entwicklungsstandes oder verschiedener einzelner Verhaltenbereiche Normierung (Aktualität, Repräsentativität)
  • Beispiel: Bayley Scales of Infant and Toddler Development III (Bayley, 2006) standardisierter Test zur Erfassung des allgemeinen Entwicklungsstandes Altersrange von 1 bis 42 Monate Subskalen basieren auf direkter Interaktion mit dem Kind und einem Elternfragebogen Bereiche: Kognition, Sprache, Motorik, sozial-emotionale Entwicklung und adaptives Verhalten Reihenfolge der Testitems mit wachsender Schwierigkeit
  • Psycholphysiologische Methoden -Herzschlagrate -Blickbewegungen -neuronale Aktivität Erfassung von Hirnströmen (ereigniskorrelierte Potentiale - EKP) mit Hilfe des Elektroenzephalogramms (EEG) Blutflussveränderung im Gehirn mit funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) -Schwierigkeiten: motorische Unruhe Motivation bei vielen nötigen Wiederholungen