3

klinische (Subject) / Klinische1 (Lesson)

Klinische

This lesson was created by hannahannahannahanna.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

  • Einführung: Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen Die Klinische Psychologie sucht Antworten auf die Fragen, warum Menschen sich auf unerwartete, zuweilen bizarre und selbstzerstörerische Art und Weise verhalten, denken und fühlen. Wir wissen darüber sehr viel weniger, als uns recht ist. Es geht auch darum, wie Klinische Psychologen die Ursachen psychischer Stö- rungen herauszufinden versuchen und wie man diese verhindern oder mildern kann. 
  • Merkmale von Verhaltensstörungen Bei der Beurteilung von gestörtem Verhalten und Erleben werden mehrere Aspekte berücksichtigt: 􏱂 statistische Seltenheit, 􏱂 Verletzung sozialer Normen, 􏱂 persönliches Leid, 􏱂 Beeinträchtigung der Lebensführung, 􏱂 Unangemessenheit des Verhaltens und Erlebens. Jeder dieser Aspekte erfasst zwar einen Teil dessen, was als gestört angesehen werden kann; für sich allein genommen liefert jedoch keiner eine zufriedenstellende Defini- tion. Es ist nicht möglich, eine einheitliche Definition zu finden, die alle Aspekte psychischer Störungen abdeckt. 
  • 1.2 Wissenschaft: Ein menschliches Unterfangen Subjektivität Paradigmen Untersuchungen von Langer Subjektivität Wissenschaftliche Forschung ist ein Mittel, durch das Menschen versuchen, Wissen über die Welt zu erwerben. 􏱂  Ein entscheidender Aspekt dabei ist, dass Menschen nur die Dinge sehen, auf deren Wahrnehmung sie vorbereitet sind. Manche Phänomene bleiben uns ver- mutlich verschlossen, weil auch Wissenschaftler nur entdecken können, wovon sie bereits eine grundlegende Vorstellung haben. 􏱂Der Subjektivität entgehen wir weder in der Wissenschaft noch in der alltäglichen Wahrnehmung der Dinge. Paradigmen Ein Paradigma ist ein System grundlegender Annahmen, die eine bestimmte Ge- samtheit wissenschaftlicher Fragestellungen beschreiben und dabei sowohl die Art der Konzepte festlegen, die als legitim angesehen werden, als auch die Methoden, die zur Erhebung und Interpretation von Daten herangezogen werden können. 􏱂  Ein Paradigma legt also fest, welche Probleme Wissenschaftler untersuchen und wie sie dabei vorgehen. 􏱂  Nicht nur die Definition und die Erhebung von Daten werden beeinflusst, son- dern auch die Art und Weise, wie Fakten interpretiert werden. 􏱂  Wenn man sich das eigene Paradigma bewusst macht, kann man subjektive Ein- flüsse eher berücksichtigen. Untersuchung von Langer und Abelson Beim Vergleich der Beurteilung eines jungen Mannes (in einem Interview) zeigten sich folgende Unterschiede zwischen Verhaltenstherapeuten und Psychoanalytikern: 􏱂  Wenn die Therapeuten dachten, es handle sich um einen Stellenbewerber, unter- schieden sich ihre Beurteilungen nicht voneinander. 􏱂  Hielten sie den jungen Mann dagegen für einen psychiatrischen Patienten, so schätzten ihn die Psychoanalytiker als wesentlich gestörter ein. Langer und Abelson erklären dies dadurch, dass Verhaltenstherapeuten sich auf offenes Verhalten konzentrieren, während die Psychoanalytiker darüber hinausge- hen. 􏱂 Die Untersuchung zeigt deutlich, wie ein Paradigma die Wahrnehmung beeinflussen kann.