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TF 06 - Beobachten, Planen, Interpretieren, Handeln (Subject) / Grundlagen der Entwicklung (Lesson)

Gehirn und Neurodidaktik

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  • Nenne 3 der 12 Lehr-Lern-Prinzipien der Neurodidktik nach Ulrich Herrmann. Schüler müssen die Möglichkeit haben, konkrete Erfahrungen zu machen. Wenn Lernprozesse in soziale Situationen eingebunden sind, sind sie effektiver. Lernprozesse sind effektiver, wenn die Interessen und Ideen der Lernenden berücksichtigt werden. Lernen ist effektiver, wenn das vorhandene Vorwissen mobilisiert wird. Werden positive Emotionen in das Lernen eingebunden, ist es effektiver. Verstehen Schüler, wie die erlernten Details mit einem Ganzen zusammenhängen, können sie sich die Details besser einprägen. Mit der entsprechenden Lernumgebung wird das Lernen intensiver. Lernen wird verbessert, wenn Zeit zum Refelktieren bleibt. Es wird besser gelernt, wenn Schüler Informationen und Erfahrungen miteinander verbinden können. Lernprozesse sind effektiver, wenn auf individuelle Unterschiede der Lernenden eingegangen wird. Schüler lernen besser, wenn sie eine unterstützende, motivierende und herausfordernde Umgebung haben. Es wird effektiver gelernt, wenn Talente und individuelle Kompetenzen berücksichtigt werden.
  • Was bedeutet Assoziationen bilden? Man verknüpft neue Begriffe mit Bildern und vertrauten Worten.
  • Wie nennt man das Modell, das die Funktionsweise des Gedächtnisses beschreibt? Drei-Speicher-Modell
  • Kann ein gutes Gedächtnis gelernt werden oder ist es angeboren? Ein gutes Gedächtnis ist trainierbar. Es ist eine Fähigkeit.
  • Wie nennt man die zweite Station im gedächtnis, in der Informationen sich nur kurze Zeit aufhalten und noch verloren gehen können? Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsspeicher)
  • Wie nennt man den Speicher, aus dem die Informationen auch nach langer Zeit noch abgerufen werden können? Langzeitgedächtnis
  • Nenne 3 Beispiele für Merktechniken. Loci-Technik Bilder zu Geschichten verknüpfen Merksätze mit Anfangsbuchstaben
  • Wie heißt die erste Station im Gedächtnis, bei der die Information in Form von Sinneseindrücken eintreffen? Ultrakurzzeitgedächntnis (sensorischer Speicher)
  • Was bedeutet Visualisieren? Man macht sich mit Hilfe der Vorstellungskraft ein Bild vor dem "inneren Auge".
  • Wie sollen Bilder beim Visualisieren beschaffen sein, damit sie besonders einprägsam sind? Die Bilder sollten möglichst bunt übertrieben lustig absurd bewegt sein.
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  • Nennen Sie die 6 Prozesse, welche die Entwicklung bewirken! Reifung Sensible Phasen oder neuronale Fenster (Zeitfenster) Erfahrungsabhängige Prozesse Entwicklungsaufgaben Entwicklung durch Erziehung und Sozialisation Kritische Lebensereignisse
  • Nennen Sie die 6 Stufen der sensumotorischen Intelligenz! 1. Stufe: Reflexe (erste Differenzierung von Reizen) 2. Stufe: primäre Kreisreaktionen (einfache Reiz-Reaktionsmuster) 3. Stufe: sekundäre Kreisreaktionen (Mittel zum Zweck) 4. Stufe: intensionales und zielgerichtetes Verhalten (Versuch-Irrtum), Objektpermanenz 5. Stufe: tertiäre Kreisreaktionen (es muß auch anders gehen / nicht mehr zufällig)               erkunden systematisch die Eigenschaften von Objekten 6. Stufe: Entwicklung einer Vorstellungsfähigkeit (was wäre wenn?)
  • Skizzieren Sie, was Sie als Erzieher beobachten könnten, wenn Kinder Störungen in der Entwicklung des vestbulären Wahrnehmungssystems aufweisen! Das vestibuläre System informiert über die Lage des Körpers/Kopfes im Raum, über Rotationsbewegungen und über Beschleunigung. Es ist an der posturalen Kontrolle (Kontrolle über die aufrechte Haltung in Ruhe als auch in Bewegung) als auch an der Entwicklung der Balance beteiligt. Es zeigen sich folgende Symptome: Kinder können nicht ruhig stehen bleiben und verlieren auch in Ruhe die Balance. Säuglinge schreien bei Lageveränderung. Unsicherheiten beim Hochnehmen, Schaukeln und anderen passiven Bewegungen. Unsicherheit bei Bodenunebenheiten. Vermeiden von Hüpfen, Balancieren, Drehen und Schaukeln. Mangelnde Bewegungsfreude, meiden Spielplatzgeräte, lernen schwer Roller- und Fahrrad fahren. Verlust der Orientierung und Übelkeit nach starken Bewegungsreizen (Karussel, etc.)
  • Erklären Sie den Begriff "Animismus" aus der Periode des voroperationalen Denkens nach der Theorie Piagets! Animismus Unbelebte Gegenstände (Puppen, Teddys, Steine, etc.) werden als belebt wahrgenommen. Kinder zwischen 2 - 7 Jahren glauben oft, dass Gegenstände eine Seele haben mit gedanken und Gefühlen. Beispiel: "Mein Teddybär will heute nicht spielen, er hat Bauchweh."
  • Erklären Sie den Begriff "Magisches Denken" aus der Periode des voroperationalen Denkens nach der Theorie Piagets! Magisches Denken Zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr beeinflusst die sogenannte magische Phase das kindliche Denken und Handeln. Hexen, Monster und Geister, aber auch Weihnachtsmann, Christkind und Osterhasen gibt es in der kindlichen Vorstellung wirklich. Und wenn das Kind in der Badewanne sitzt, könnte der Sog des abfließenden Wasser es in seiner "magischen Vorstellung" wirklich mit durch den Abfluss reißen.  Fachleute sprechen von einer in sich stimmigen "magischen Logik": Dinge und Geschehnisse werden von dem Kind weitgehend magisch erlebt und durch "magische Theorien" versucht es, sie zu deuten und zu erklären, z.B.- Wolken regnen, weil sie traurig sind.- Der Ball liegt unter der Kommode, weil er schlafen will. - Mami ist krank, weil ich böse war. Man sollte das Kind ernst nehmen und seine Geschichten nicht als Lügen diffamieren. Bei den meisten Kindern gewinnt etwa ab dem fünften Lebensjahr das "realistische" Denken allmählich die Oberhand.
  • Erklären Sie das 3-Speicher-Modell! Ultrakurzzeitgedächtniss (sensorischer Speicher)Wenn wir einen Reiz verarbeiten, bleiben alle Nervenzellen, die an der Verarbeitung dieses Reizes beteiligt sind, bis zu 20 Sekunden lang elektrisch erregt. In dieser Zeit können wir uns problemlos an diesen Reiz erinnern. Nur wenn wir uns mit ihm weiter auseinander setzen, wird er ans Kurzzeitgedächnis weitergeleitet. Oft reicht aber diese kurze Gedächtnisspanne, um eine einmal begonnene Handlung zu Ende zu führen. Sie hilft uns beispielsweise- beim Lesen: Wenn wir ein neues Wort lesen, haben wir das vorangegangene noch im Gedächtnis.- beim Gehen: Bei jedem Schritt wissen wir, ob das linke oder rechte Bein vorne ist, nach dem Schritt geht diese Info wieder verloren.- beim Hören: Die Umgebungsgeräusche werden ständig wahrgenommen, landen aber nicht im Kurzzeitgedächtnis.- beim Sehen: Die meisten visuellen Reize werden im Ultrakurzzeitgedächtnis gefiltert und erreichen erst gar nicht das Kurzzeitgedächtnis. Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsspeicher)Die vom Ultrakurzzeitgedächntnis angenommenen Reize werden hier verwertet, sortiert, strukturiert kodiert und an die untergeordneten Zentren des Gehirns übermittelt. Diese neuen Eindrücke werden mit bekannten zusammengefügt, verknüpft. Enkodiert! Im Langzeitgedächtnis vorhandene Informationen werden abgeholt, selektiert. Dekodiert! Im Kurzzeitgedächtnis bleibt die Information ca. 20 Minuten. Wenn wir uns mit einem neuen Eindruck intensiver auseinandersetzen, schütten alle Nervenzellen, die an dieser Verarbeitung beteiligt sind, an ihren Synapsen vorübergehend besonders viele Botenstoffe aus. Dieser Vorgang kann bis zu einige Tage lang andauern und erklärt, warum wir uns in dieser Zeitspanne an derartige Eindrücke erinnern.- Wir können einen Text lesen und verstehen, ohne ihn auswendig zu können.- Wir können uns den Namen einer unbekannten Person kurzfristig merken, vergessen ihn aber wieder, wenn wir keinen Bezug zu ihr haben.- Wir können uns kurzfristig eine bis zu siebenstellige Zahlenkombination merken. Langzeitgedächnis (Langzeitspeicher)Damit Informationen ins Langzeitgedächnis gelangen und dort dauerhaft bleiben sind mehrere Wiederholungen und manchmal auch längere Zeiträume notwendig. Erst wenn ein Eindruck unserem Gehirn sehr wichtig erscheint (z. B. weil er starke Gefühle auslöst), gelangt er in unser Langzeitgedächtnis. Hier bilden Nervenzellen, die an der Verarbeitung beteiligt sind, untereinander neue Nervenverbindungen. Diese können Wochen, Monate, Jahre oder ein ganzes Leben lang bestehen – je nachdem wie lange und wie häufig wir neues Wissen und neue Verhaltensweisen gebrauchen. Allerdings können Sie auch diese Lerninhalte wieder vergessen, wenn Sie nicht regelmäßig von ihnen Gebrauch machen. Jedoch können Sie sie auch schnell wieder auffrischen, denn die ungenutzten Nervenverbindungen werden nicht vollständig abgebaut, sondern nur zurückgebildet. Wenn Sie zum Beispiel lange nicht mehr Skifahren waren, brauchen Sie vielleicht ein Paar Anläufe, bis Sie alle Bewegungsabläufe wieder ohne langes Nachdenken beherrschen. Doch Sie müssen nicht bei Null anfangen.
  • Beschreiben Sie den Visuellen Lerntyp! nimmt Informationen und Sachverhalte bevorzugt über die Augen auf "Das sehe ich ein!" Verarbeitungsweise- bildhaft, flexibel, schnell- Lernstoff in Bildern und Zeichnungen darstellen- Viel mit Textmarkern und bunten Stiften arbeiten- Wichtiges unterstreichen- Lernplakate und Mind Maps anfertigen- Lernstoff in Bildern vorstellen- Bilder, Grafiken und Filme zum Thema anschauenPersönlichkeit- zielgerichtet, planvoll
  • Beschreiben Sie den Auditiven Lerntyp! nimmt Informationen und Sachverhalte bevorzugt über die Ohren auf "Das hört sich gut an!" Verarbeitungsweise:- linear, rhythmisch, auswendig- Lernstoff laut lesen- Gelerntes mündlich zusammenfassen- Sich selbst Fragen stellen und diese dann beantworten- Sich von Freunden und Bekannten abfragen lassen, z.B. beiVokabeln- Lernkonzepte machen, evtl. auf Kassette aufnehmen und öfter mal anhören- Beim Lernen leise Entspannungsmusik (z.B. Arnd Stein) oder Barock laufen lassen- Rhythmisches Sprechen beim Auswendiglernen (kombinierbar mit rhythmischem Gehen)- In einer Lerngruppe durch Gespräche und Diskussionen lernenPersönlichkeit:- praktisch, gefühlsabhängig, spontan
  • Beschreiben Sie den Kinäthehetischen Lerntyp! nimmt Informationen und Sachverhalte bevorzugt über das Anfassen, Handeln und Bewegen auf "Das fuhlt sich gut an!" Verarbeitungsweise:- handeln, gründlich, langsam -> langanhaltend, beständig- Merkzettel und Karteikarten selbst anfertigen und verwenden- Beim Lernen Stichwörter und Notizen aufschreiben, wichtiges unterstreichen- Beim Lernen gehen, hüpfen, oder Gesten und Bewgungen mit einbeziehen- Lesen und Arbeiten im Stehen, z.B. am Stehpult oder an einer Pinwand oder Tafel- Zu den Lerninhalten Experimente machen, Modelle anfertigen- Rollenspiele durchführen- Aufgaben an verschiedenen Stationen erledigenPersönlichkeit:- praktisch, gefühlsabhängig, spontan
  • Entwicklung des Gedächtnisses bei Kindern Die Erlebnisse und Erfahrungen der ersten Lebensjahre werden noch nicht direkt ins Langzeitgedächtnis abgespeichert, man spricht von "Infantiler Amnesie".Etwa ab dem 2. Lebensjahr entwickelt das Kleinkind eine eigenständige Persönlichkeit (es erkennt sich selbst im Spiegel). Seine Erfahrungen werden ab diesem Zeitpunkt als persönliche ICH-Erlebnisse abgespeichert (Ich, meine Hand, meine Mama,...). Wenn das Ich-Bewusstsein voll ausgeprägt ist, erinnert man sich nicht mehr bewusst an frühere Erlebnisse, die nicht ICH-kodiert sind (da diese ohne ICH-Code im Gedächtnis abgespeichert sind). (Kinseher, 2008)Frühestens ab dem Alter von 3 Jahren kann ansatzweise auf das Gedächtnis zurückgegriffen werden und können Erinnerungen bewusst abgerufen werden. Vorschulkinder zeigen noch wenig bewusstes Memorienverhalten, d.h. z.B. sie wiederholen etwas noch nicht absichtlich, um es zu behalten. Ab dem Grundschulalter wächst das Arbeitsgedächtnis weiter, die Geschwindigkeit und Wirksamkeit der Informationsverarbeitung im Gedächtnis wird erhöht, die Fähigkeit zur Hemmung von störenden Handlungsimpulsen wächst und es werden Gedächtnisstrategien entwickelt.
  • Was können Erzieher in Kitas beitragen, dass Infos besser behalten werden? - Mehrfach über dasselbe Thema sprechen- Ähnliche Phänomene untersuchen- Aktivitäten anbieten und anregen, die emotional bedeutsam sind- Bei Aktivitäten darauf achten, dass sie ein Lebens- und Alltagsbezug gegeben ist- Informationen so vermitteln, dass sie neuartig, ungewöhnlich und interessant wirken
  • Entwicklung des Gedächtnisses bei Kindern Nennen Sie Aktivitäten, die mit einer Gedächtnisleistung verbunden sind! - Auswendig lernen von Reimen, Liedern, Gedichten, einige Fremdwörter- Fortsetzungsgeschichten ("In meinen Koffer packe ich...")- Lückengeschichten- Memory- Kim-Spiele (an Gegenstände erinnern)- Nach Ausflügen malen oder beschreiben was im Gedächtnis geblieben ist- Tanzschritte (motorische Sequenzen) einstudieren
  • Welche Prozesse bewirken Entwicklung? ReifungUniverseller biologischer Prozess, gengesteuert, Veränderung ohne Lernprozesse Sensible Phasen oder neuronale FensterEntwicklungsabschnitte in denen sie auf Reize ganz besonders empfänglich sind Erfahrungsabhängige ProzesseLebenlang möglich, Mensch reagiert mit synaptischen Veränderungen EntwicklungsaufgabenFähigkeit, die ein Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt beherrschen sollte, um sich gesund zu entwickeln und zukünftige Lebensaufgaben zu bewältigen, z.B.allein an- und ausziehen,eigenständige Hygiene, soziale Integration, Sprachentwicklung Erziehung und SozialisierungEin lebenslanger Prozess, Werte, Verhaltensregeln, Einstellung der eigenen Kultur werden erlernt. Die Sozialisation bezeichnet die Zusammenfassung aller sozialen Einflüsse, die auf einen Menschen einwirken und zum Erwerb von kulturspezifischen Werten und Verhaltensnormen führen. Kritische LebensereignisseAußergewöhnliche Belastungen, wie Krieg, Unfälle, Verlust, Trennung der Eltern. Sie erfordern eine Umstellung an die neue Situation. Wird dies nicht bewältigt, entsteht eine Krise.
  • Nenne die beiden in der Entwicklungspsycholgie betrachteten Unterscheidungen! intraindividuelle Unterschiede (Entwicklungsveränderung eines einzelnen Menschen)z.B. Sprache top, aber Motorik noch flop interindividuelle Unterschiede (Entwicklungsveränderung verschiedener Menschen)z.B. für's Alter zu groß / zu klein, schnell / langsam, ruhig / laut
  • Nenne die vier Entwicklungsmodelle / Entwicklungstheorien der Entwicklungspsychologie! Reifungstheorie oder endogenistische TheorieEntwicklung nach einem genetisch festgelegten Plan."Die genetische Anlage ist das wichtigste Entwicklungsmerkmal." Milieutheorie oder exogenistische TheorieEntwicklung durch äußere (Umwelt-) Einflüsse"Die Entwicklung wird von dem sozialen Umfeld geprägt." Konstruktivistische StadientheorieDer Mensch selbst ist der aktive Gestalter seiner Entwicklung."Das Kind selbst sucht nach seinen Interessen in der Umwelt und den Angeboten.""Es muss selbst etwas aus der Umwelt machen." Interaktionistische EntwicklungstheorieMensch und Umwelt bilden ein gemeinsames System und bedingen sich gegenseitig."Kind prägt Umwelt, Umwelt prägt auch Kind."
  • Beschreiben Sie das Zusammenwirken von Anlage und Umwelt! Anlage- organisch / funktionell (Körperstruktur)- Geschlecht, Größe, Statur, Gehirn, genetische Krankheiten- Stoffwechsel, Herz-Kreislauf, Gehirnfunktionen, Motorik, Seitendomianz (Händigkeit) Umwelt- befriedigt körperliche und psychische Grundbedürfnisse- bietet Erfahrungen, um sich Fähigkeiten und Wissen anzueignen Zusammenwirken von Anlage und Umwelt- Das Kind ist aktiv: Es entwickelt sich aus sich heraus.- Das Kind ist selektiv: Es sucht sich Erfahrungen, die seinem Entwicklungsstand entsprechen.- Das Kind folgt ausserdem seiner eigenen Entwicklungslinie und verfügt über eine Eigenregulation.- Auch die Umwelt (z.B. Eltern) reagieren auf die Vorlieben / Anlagen der Kinder
  • Beschreiben die Funktion des Gehirns im allgemeinen und die des Großhirns im besonderen! Schaltzentrale des Körpers Denk- und Bewusstseinszentrum ca. 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) jede Nervenzelle kann mit 100.000 weiteren in Verbindung treten pro Sekunde ca. 10 Millionen Informationen nur 20 gelangen davon ins Bewusstsein Großhirn- Sitz des Bewusstseins- Ausgangspunkt aller bewussten Handlungen und Bewegungen- Verstand und Logik- Informationsverarbeitung- Gedächtnis- Gefühle Der Frontallappen ist der Chef, hier laufen alle Fäden zusammen, das Zusammenspiel aller Gehirnbereiche wird hier koordiniert. Er hat vor allem exekutive Funktionen, d.h. formulieren von Zielen, Planen, Vorausschauen, Sitz des bewussten Handelns.
  • Beschreiben Sie kurz den "erfahrungsabhängigen Entwicklungsprozess"! Erfahrungsabhängige Prozesse Entwicklungsprozesse, die ein ganzen Leben lang möglich sind. Der Mensch reagiert auf individuelle Ereignisse mit synaptischen Veränderungen.
  • Beschreiben Sie kurz den Prozess der "Entwicklúngsaufgaben"! EntwicklungsaufgabenFähigkeiten, die ein Kind zu bestimmten Zeitpunkten haben sollte, um sich gesund zu entwickeln und zukünftige Aufgaben bewältigen zu können. Entwicklungsaufgaben des Kitaalters: verbesserte Selbstregulation (Selbsterkenntnis, Reflextion) verbesserte Frustrationstoleranz (eine frustrierende Situation über längere Zeit aushalten, ohne die objektiven Faktoren der Situation zu verzerren) soziale Integration in die Gruppe Gleichaltriger Sprachentwicklung alleine an- und ausziehen alleine auf Toilette gehen
  • Beschreiben Sie kurz den Entwicklungsprozess durch "Erziehung und Sozialisation"! Entwicklungsprozess durch Erziehung und Sozialisation ein lebenslanger Prozess Werte, Verhaltensregeln und Einstellungen seiner Kultur werden erlernt Sozialisation bezeichnet alle Einflüsse, die zum Erwerb von kulturspezifischen Werten und Verhaltensnormen führen
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  • Beschreiben Sie kurz die Prozessentwicklung durch "kritische Lebensereignisse"! Kritische Lebensereignisse außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krieg, Verlust eines Menschen, Trennung) erfordern Umstellung und Anpassung an die neue Situation wird dies nicht bewältigt, entsteht eine Krise
  • Beschreiben Sie kurz den Aufbau einer Nervenzelle! Soma Zellkörper mit Zellkern. DendritenFortsätze des Zellkörpers mit unzähligen Kontaktpunkten zu anderen Zellen. Axon Lange Nervenfasern, über die Informationen von einer Zelle zur nächsten weitergeleitet werden, durch elektrischeAktionspotentiale. Myelinscheide Isolierende Hüllschicht, dient der schnelleren Weiterleitung des Aktionspotentials. Synapsen Der Reiz wird auf chemischem Weg von einer Zelle zur nächsten Übertragen. NeurotranzmitterWerden aus den Vesikeln der Synapse ausgeschüttet und überqueren den synaptischen Spalt. An der Dendrite der Nachbarzelle wird erneut ein Aktionpotential ausgelöst.
  • Beschreiben Sie die Besonderheit bei der Gehirnentwicklung von Neugeborenen! haben so viele Gehirnzellen wie Erwachsene es fehlen jedoch die synaptischen Verknüpfungen die Anzahl der Synapsen nimmt schnell zu mit 3 Jahren doppelt so viele synaptische Verbindungen wie ein Erwachsener bis zum Jugenalter wird dieser Überschuss wieder abgebaut Lernerfahrungen bestimmen, welche Verbindungen erhalten bleiben
  • Beschreiben Sie die Prozesse, die während der Gehirnentwicklung ablaufen! Synapsenbildung - Myelinisierung - Spezialisierung - Neurogenese Synapsenbildung und -eliminierung erreichen Maximum in unterschiedlichen Hirnregionen zu unterschiedlichen Enwicklungszeiten: - Zeitfenster bei der Sprachentwicklung spätestens nach 13 Jahren geschlossen- Synapsenbildung für visuelle Verarbeitung vorrangig im 1. Lebensjahr- Handlungsplannung und Aufmerksamkeit (Frontalhirn) vorrangig im Vorschulalter- Umstrukturierung während der Pubertät Plastizität des GehirnsAuch im Erwachsenengehirn werden Synapsen in Abhängigkeit von den Erfahrungen der Interaktion mit der Umgebung gebildet Myelinisierung der Nervenbahnen erfolgt im Laufe der Kindheit bei der Bildung der Axone wächst die Myelinscheide zur - Isolierung der Nervenbahn- Verbesserung und Beschleunigung des Informationsflusses Spezialisierung von Gehirnarealen z.B. Wernicke-Areal für das Sprachverständnis Funktionsteilung zwischen linker und rechter Großhirnrinde Neurogenese Neubildung von ca. 60000 Neuronen/Tag als Reserve oder Verstärkung für besonders geforderte Gehirnbereiche
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Informationen ins Langzeitgedächtnis durchdringen? Um ins Langzeitgedächtnis durchzudringen, müssen Informationen besonders interessant sein mehrmals wiederholt werden an Bekanntes anknüpfen bewusst verarbeitet werden besonders auffällig sein
  • Erklären Sie kurz die Grundannahmen von Piaget! Vertreter des KonstruktivismusEr geht davon aus, dass Kenntnisse, Werte, Intelligenz, Denken, Autonomie und andere Persönlichkeitscharakteristika nicht von außen vermittelt werden können, sondern vom Kind in seinem Inneren aktiv konstruiert werden müssen.-> Tätigkeit des Denkens ergibt sich aus nicht zufriedenstellenden Begegnungen mit der Umwelt -> Kind strebt danach, Probleme zu lösen-> betrachtet das Kind als sich als sich entwickelndes Individuum, welches aktiv und selbstgesteuert die Umwelt sich denkend einverleibt
  • Nennen Sie die vier Stadien kognitiver Entwicklung nach Piaget! Periode der sensomotorischen Intelligenz                             0-2 Jahre Periode des voroperativen Denkens                                ca. 2-7 Jahre- Stufe des symbolischen oder vorbegrifflichen Denkens     2-4 Jahre- Stufe des anschaulichen Denkens                                        4-7 Jahre Periode der konkreten Operationen                                        7-11 Jahre Periode der formalen Operationen                                  ca. ab 11 Jahre
  • Nennen Sie die 6 Stadien der sensomotorischen Intelligenz nach Piaget! Sensomotorische Intelligenz Reflexe (z.B. Schreien, Saugen, Orientierung auf Geräusche) primäre Kreisreaktion (zufällige angenehme Handlungen werden wiederholt) sekundäre Kreisreaktion (die Auswirkung der eigenen Handlung auf die Umwelt wahrnehmen, z.B. Glöckchen über dem Bett) intentionales und zielgerichtetes Denken (auch Objektpermanenz) mit Ende des 1.Lj (einfache Probleme lösen, z.B. etwas beiseite schieben) tertiäre Kreisreaktion (systematisches Erkunden von Eigenschaften und Objekten)(bestimmte Handlungen werden abgewandelt und die Wirkung beobachtet) Entwicklung einer Vorstellungsfähigkeit (Schritte werden erst durchdacht und dann in die Tat umgesetzt,; inneres Experimentieren)
  • Was versteht man unter Animismus? Animismus -> typisch für die Periode des voroperationalen Denkens Wahrnehmung von unbelebten Gegenständen als belebte Gegenstände haben eine Seele, Gedanken und Gefühle "Der Teddy hat Hunger"
  • Erläutern Sie die Periode des voroperationalen Denkens nach Piaget! Periode des voroperationalen Denkens ca. 2 -7 Jahre, mit den beiden Unterperioden Entwicklung der Symbolfunktion, der Sprache, des vorbegrifflichen und transduktiven Denkens (ca. 2-4 Jahre)- Fähigkeit mit Repräsentationen zu arbeiten; Reversibilität der Anschauung- Unterscheidung von Zeichen und Bezeichnetem- Nachahmungs-und Symbolspiele- VERDOPPLUNG DER KINDLICHEN WELT- Symbolfunktionen eröffnen neuen Kommunikationshorizont- ausgeprägte Konkretheit des voroperationalen Denkens- zunehmend komplexere Sachverhalte, die räumlich/ zeitlich außer "Reichweite" sind, können repräsentiert werden anschauliches irreversibles Denken (noch stark mit der Wahrnehmung verhaftetet, ca. 4- 7 Jahre)- spontane Zuordnung von Gegenständen- optischer Eindruck bestimmt Glauben an Äquivalenz- keine Kompensation von Wahrnehmungsaspekten (Ümschüttversuche; "Mogelpackungseffekt")
  • Erklären Sie die Fachbegriffe zur Theorie der kognitiven Entwicklung von Piaget! SchemaEin Schema kennzeichnet eine typtische Arte und Weise, wie mit bestimmten Gegebenheiten der Umwelt umgegangen wird.- begriffliche Schemata, z.B. Blumen- sensorische Schemeta, z.B. Saugen, Greifen- operatorische Schemata, z.B. Zuordnen Kognitive StrukturDie Schemata sind aufeinander bezogen und untereinander zu einer Struktur verknüpft. AdaptationAnpassung an die Umwelt, als zentrale Voraussetzung für Entwicklung. AssimilationEinordnung (Aneignung) der Umwelt in die eigene vorhandene kognitive Struktur. AkkomodationVeränderung individeller Strukturen und Anpassung an die Umwelt, bis die Strukturen wieder mit den Anforderungen der Realität in Einklang stehen. ÄquilibrationDie Tendenz, ein Ungleichgewicht (einen Wiederspruch) abzubauen und ein dynamisches Gleichgewicht herzustellen.
  • Welche Kritik zu der Entwicklungstheorie von Piaget kennen Sie? Entwicklung läuft nicht nur intrinsisch ab -> Motivation von aussen hilft! Konzept der Stufen und Phasen ist überholt -> Entwicklung ist mehr fließend! Sprache hat Einfluss auf das Denken Umwelt (Eltern und Erzieher) haben Einfluss auf die Entwicklung in Teilbereichen (Domänen) entwickelt sich das Denken unterschiedlich schnell