gerontologie (Subject) / 007 Geriatrie: Bewegungsstörungen (Lesson)

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Was ist normal? Was Störungen? Von Bewegung hängt alles ab! Alltagskompetenzen / Lebensqualität. Welches sind körperliche Voraussetzungen für Beweglichkeit? Beweglichkeitsstörungen / Erkrankungen, im Alter? Spezielle Untersuchung /Assessment: Wo können wir den Patienten abholen?

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  • Sensorischen Regelungs-Mechanismen: Welche beiden müssen vorliegen, damit der Mensch sich bewegen kann? - Sensorische Regelungs-Mechanismen (nehmen Dinge auf) - Neurosensorische Regelungs-Mechanismen (Weiterverarbeitung und Steuerung des Systems)
  • Bewegungsapparat: wie wird er zweigeteilt? - Aktiver Bewegungsapparat Skelettmuskulatur und deren Hilfsorgane Sehnen Sehnenscheiden Schleimbeutel - Passiver Bewegungsapparat (Stützapparat) KnochenKnorpelGelenkeBandscheibenBänder 
  • Muskeln: Wieviel Prozent beträgt die Abnahme der Muskelkraft pro Jahr?  Sarkopenie Ab einem Alter von etwa 50 Jahren  jährlich um etwa 1-2 % Zwischen dem 50. und 60. Jahren etwa 1,5 % pro Jahr, danach sogar etwa 3 % pro Jahr.
  • Muskeln, Steuerung, wieviele müssen gesteuert werden? ca. 650 Muskeln
  • Muskeln sind in jedem Alter trainierbar! Wie hoch ist die mögliche prozentuale Steigerung pro Jahr? 100 Prozent!
  • Prophylaxe durch Bewegung: Wie kann sie auf den passiven Bewegungsapparat wirken? (4) Knorpelernährung Osteoporose Prophylaxe Erhalt kapsulärer Beweglichkeit Sturzprophylaxe= Frakturprävention
  • Sensorisches System: Nenne alle seine anatomischen Bausteine! Alle nervalen Strukturen für Aufnahme, Weiterleitung u. Verarbeitung von Informationen. Hilft uns, uns im Raum zu orientieren. Anatomische Bausteine: Sinnesorgane (Augen, Gehör, Tastsinn), Nervenfasern Nervenzellen Rückenmark Gehirn
  • Vestibularorgan. Was ist das? Das Vestibularorgan ist Teil des Innenohrs. Es gehört zu den Sinnesorganen und dient der Steuerung des Gleichgewichts. Der Vestibularapparat besteht aus: Otolithenorganen + Bogengängen
  • Neurosensorische Regelungsmechanismen: Was gehört dazu? ZNS Vestibularapparat
  • Afferenz bedeutet? von lateinisch: afferre - hintragen Als Afferenzen bezeichnet man alle Zuflüsse von Information.
  • Afferenzsysteme: Nenne alle 5! Welche davon sind eher untergeordnet? Was ist wesentlich für die Wahrnehmung u. Kontrolle im Raum? Wichtig! 5 Afferenzsysteme: (liefern Infos an das ZNS)) 1. Das propriozeptive A. Tiefensensibilität (von lateinisch proprius „eigen“ und recipere „aufnehmen“) Körper informiert Gehirn über  Stellung im Raum (Stellungssinn) Stehen/Liegen, Bewegungssinn: Kontinuierliche Rückmeldung über das Bewegungsausmass und die Lage des Körpers bei Bewegung, Kraft- und Widerstandssinn: Vermittlung und Dosierung zwischen Druck und Zug... 2. Das vestibuläre A. ("Ohrgleichgewicht" Bewegung im Raum beschleunigen, weitergeben) 3. Das visuelle A. (kleines Experiment; Augen zu und wir wanken) 4. Das taktile A. (Oberfläche des Körpers, ich spüre etwas) (eher untergeordnet) 5. Das akustische A. (eher untergeordnet)
  • Propriozeptive Wahrnehmung: Was ist das Besondere bei der Propriozeption? Propriozeption: von lateinisch proprius „eigen“ und recipere „aufnehmen“ Wahrnehmung von Körperbewegung und Lage im Raum, Lage/Stellung einzelner Körperteile zueinander. Somit eine Eigenempfindung. Anders als bei anderen Sinneswahrnehmung gibt es hier kein eindeutig lokalisiertes Sinnesorgan. Die Propriozeptoren liegen im ganzen Körper verteilt; Sehnen Muskeln und Gelenke. Gibt Auskunft über: Wahrnehmung von Körperbewegung und -Lage im Raum, Lage/Stellung einzelner Körperteile zueinander. Wichtig für das Stehen: Propriozeptoren in den Füßen. Signalisieren dem Körper: Wo stehe ich im Raum. / Tiefensensibilität
  • Propriozeptive Rezeptoren des Afferenzsystems, wo befinden sie sich ? Rezeptoren in Sehnen, Muskeln u. Gelenken. (Eigentlich überall, in unterschiedlicher Menge) Viele in den Füßen.
  • Propriozeptive Rezeptoren geben Auskunft über die Stellung der....? Extremitäten, Gelenke, Rumpf (auch zueinander)
  • Efferent, Was ist das? Efferent (von lat. effere „hinaustragen, hinausführen“) Die Signale vom Zentralnervensystem ausgehend in die Peripherie werden als Efferenzen bezeichnet.
  • Gesund altern setzt voraus/Funktionstüchtigkeit von (4 Systemen): Gesund altern setzt voraus/Funktionstüchtigkeit von: -Bewegungsapparat, (Muskel u. Gelenke) -Nervensystem, (Steuerung u. Bewegung, Gleichgewichtssinn) -Herz-Kreislauf-System u. Lunge (Durchblutung; Sauerstoff- u. Nährstoffversorgung d. Muskelatur) -Psyche (Antrieb u. Zielgerichtheit, Motivation)
  • Welche (3) neurologischen Erkrankungen führen besonders häufig zu Schwierigkeiten beim Gehen? Neurologische Erkrankungen: M. Parkinson, Zerebrale Insulte (Minderdurchblutung des Hirns; Schlaganfall, Apoplex) am häufigsten Polyneuropathie (PNP)
  • Welche (2) orthopädischen Erkrankungen führen besonders häufig zu Schwierigkeiten beim Gehen? Arthrose Frakturen
  • Morbus Parkinson, beschreibe kurz die Erkrankung, was ist die Triade? Langsam fortschreitende degenerative neurologische Erkrankung. Gipfel: Menschen ab 55 Jahre. Äthiologie: Ungeklährt, Gegenwärtige Hypothese= oxidativer Stress (haben viele Ingenieure in Erlangen, nur eine Beobachtung) Triade Rigor: Wechselnde Muskeltonuserhöhung bei passiven Bewegungen Bradikinese: Probleme beim Start, Bewegungsverlangsamung, kleinschrittiger Gang, bis Akinese (Maskengesicht, Nonverbale Kommunikation fehlt manchmal) Tremor: (va. Ruhetremor) Zittern, bevorzugt Extremitäten weiter tritt auf: Störung posturaler Reflexe: (postural=Körperhaltung betreffend)
  • Schlaganfall. Nenne 4 Schweregrade (Unterteilung) TIA: harmloseste Form Störungen bilden sich nach 24 St. Zurück (ca. 33%) RIND: Störungen bilden sich nach 24 St. Bis 7 Tagen zurück PRIND: Störungen bilden sich nach 7 tagen – 4 Wochen (6%) APOPLEX: bildet sich nicht vollständig zurück, Symptome bleiben (60%)
  • Time up and go Test Person soll nach Aufforderung ohne fremde Hilfe von Stuhl aufstehen, Strecke von 3 m gehen, u zurück gehen, sich wieder setzen. Hilfsmittel: Gehstütze, Rollator bei Bedarf. Messung der Zeit unter 10 Sekunden: Alltagsmobilität uneingeschränkt 11 - 19 Sekunden:   geringe Mobilitätseinschränkung, i.d.R. noch ohne Alltagsrelevanz 20 - 29 Sekunden:   abklärungsbedürftige, funktionell relevante Mobilitätseinschränkung über 30 Sekunden:  ausgeprägte Mobilitätseinschränkung
  • Polyneuropathie nenne Symptome! Sensible: Schmerzen, Vibrationsempfinden (Tiefensensibilität) gestört, Burning feetMotorische: Muskelatrophie (Abnahme Skelettmuskel), schlaffe Paresen (Lähmung eines Muskels)                                                                                                                      Trophische Störung (d.h. Störung der Ernährung eines Körperteils, Hautveränderungen)Vegetative:  Durchblutungs- Schweißsekretionsstörung Messung mit Stimmgabel
  • Funktionen: Nenne sieben grundlegende Funktionen die mit Bewegung zusammenhängen und die durch Alterungsprozesse vermindert werden! Muskelkraft, Gelenkbeweglichkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Feinmotorik, Gleichgewichtsreaktion, Funktion der Sinnesorgane, Funktion der Organsysteme
  • Arthrose: Welche Gelenke betrifft sie am häufigsten? Knie, Hüfte, Hand, Schulter, Fuss
  • Arthrose: Nenne Zahlen zur Epidemiologie in verschiedenen Altersgruppen (20 J., 34J., über 65 J.) Sind Männer oder Frauen mehr betroffen? Epidemiologie: 20 J. 9%, 34 J. 17%, über 65 J. 90%, Frauen nach 55 J. mehr betroffen
  • Arthrose: Gib Infos zu Definition und Äthiologie Definition: - Degenerative Gelenkerkrankung, Beanspruchung und Beschaffenheit im Ungleichgewicht aber auch durch Fehler in der Haltung Äthiologie: (griech. αἰτία aitía „Ursache“, λόγος lógos „Vernunft, Lehre“) - Abbau des Gelenkknorpels
  • Arthrose: Nenne Symptome der Früh- und der Spätphase! Frühphase: Belastungsabhängige Schmerzen mit folgender Schutzspannung, Gelenkerguss Später: Einlaufschmerzen, Ermüdungs- Ruheschmerzen, Kontrakturen, Fehlstellungen, Osteophyten (Knochenneubildung/ Anbau um Degenerationen an Gelenken zu kompensieren, Bsp. Bei alten Menschen dicke Kniegelenke), Bewegungseinschränkung, Gangstörung
  • Benigner Lagerungsschwindel (mit Nystagmus) Am Ende der Bogengänge im Gleichgewichtsorgan (gefüllt mit mit einer gelartigen Flüssigkeit) gibt es Einbuchtungen mit Kristallkörperchen.Diese verirren sich manchmal. Durch z.B.: Trauma (Sturz) oder zu wenig Flüssigkeit! Wenn die Kristallkörperchen in den Bogengängen irren ist dort keine Gelflüssigkeit, die Folge: Kristalle schrabben an den Flimmerhärchen und gaukeln einem eine Karussellfahrt vor! Sofort zum: Neurologen / H-N-O-Arzt/ geschultem Ergo / Physiotherapeuten D.h. bei schneller Kopfdrehungtritt tritt der Schwindel ggf. leicht verzögert auf. Kristallkörperchen müssen mechanisch wieder in die richtige Lage gebracht werden, medikamenre helfen nicht! Lagerwechsel, die Kristalle rutsche in den Sack wo sie hingehören. 2-3 x Therapie-Anwendungen. Was ist Nystagmus beim benignen (gutartigem) Lagerungsschwindel? Augenflimmern/Augeszittern bei Schräglagenwechsel/Lagerungsschwindel. Weist darauf hin, dass die Kristallkörperchen aus dem Sack gerutscht sind. (Da Gleichgewichtsorgen und Augen eng miteinander verbunden sind.)
  • Polyneuropathie: Definition und Epidemiologie! Polyneuropathie? Definition: Systemische, entzündliche degenerative Erkrankung der peripheren Nerven. Epidemiologie: - Diabetische N.: meistens durch Diabetes mellitus verursacht (30% bis 40% der Fälle)         Trifft va. Frauen zwischen 70 u. 80 J.:                                                                                (Es gibt mehr geriatrische Patienten mit Diabetes als ohne Diabetes) - Alkoholische N.: vermehrt Männer zwischen 50. u. 60. Lebensjahr. Große Relevanz auch für die Gangsicherheit!
  • Mangelnde Bewegung / Benutzung von Gelenken und Muskulatur kann führen zu....? Zu einer Reduktion der Belastbarkeit. Typisch auch: Rotatorenmanschetten Fraktur (Schultergürtel)
  • Muskeln: Alle wieviel Jahre erneuern sie sich komplett? Alle 15 Jahre
  • Das sensorische System ist die Gesamtheit.... aller nervalen Strukturen für Aufnahme, Weiterleitung & Verarbeitung von Information über die Umwelt, d.h. im Dienste der Sensibilität• Sinnesorgan (Sinneszelle)• Nervenfaser• Nervenzellen (Ganglienzellen)• Rückenmark• Gehirn• Anatomische Bausteine
  • Unsere zwei neurosensorischen Regelungsmechanismen sind: Gehirn und Vestibulärapparat
  • Vestibuläres Afferenzsystem: was erfasst es zu jeder Zeit? vestibuläre Afferenzsystem: Vestibularapparat (Otolithenorgane + Bogengänge) Die Rezeptoren des Gleichgewichtsorgans erfassen permanet: Richtungs- und Beschleunigungsänderungen des Kopfes zur Schwerkraft Beispiel:Wir können in völliger Dunkleheit (keine visuelle Informationen) problemlos aufrecht stehen, da das Gleichgewichtssystem permanent die Ausrichtung des Kopfes zur Schwerkraft ermittelt.