Genderforschung (Subject) / Einheit 1 (Lesson)

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Karteikarten "Einführung Kultur"

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  • Was ist eine Gesellschaft? - Wortursprung: "räuml. vereint lebende Personen"  - Leben in einer Gesellschaft zur Befriedigung und Sicherstellung von sozialen Bedürfnissen - jede Gesellschaft hat eine bestimmte Kultur (Sprache, Kunst, Religion Wissenschaft, Wert-/ Normvorstellung, ect.)  - bestehen eines beständigen kulturell geprägten Ordnungs-/ Verhaltensmuster und einer soz. Struktur (Staatsform, Recht, Bildungssystem, ect.)
  • Was ist eine Kultur? = Aspekte der gesamten Umwelt des Menschen (materiell & immateriell), die vom Menschen geschaffen wurden (Def. nach Kluckhohn, 1951)  - Ist zu verstehen als ein System von Konzepten, Überzegungen, Einstellungen & Werteorientierungen die sowohl im Verhalten & Handeln als auch in den geistigen & materiellen Produkten der Menschen sichtbar werden -Hofsteede:  Kultur = Software des Geistes; Kollektives System von Bedeutungen -> "Die" Kultur wird durch Äußerungen & Verhalten von Individuen, Gruppen und Gesellschaften sichtbar => Kultur ist immer gelernt (Sozialisation); Von Kindheit an bilden wir Denk-, Fühl- & Handlungsmuster, die durch unsere Umgebung bestimmt werden
  • Bestandteile der Kulturzwiebel nach G. Hofsteede Außen: Symbole: deutlich sichtbare Merkmale einer Kultur (Sprache, Speisen, Architektur, Häuser, Kunst, Mode) Dann: Helden: für die Mitglieder der Kultur Vorbilder/ Leitfiguren die Eigenschaften besitzen, die in der Kultur hohes Ansehen genießen Dann: Rituale(Praktiken): Kollektive Tätigkeiten, die um ihrer selbst willen ausgeführt werden (Begrüßungs-/ Höflichkeitsformen, Körpersprache, Zeiteinteilung, Feste)  Innen: Werte, Normen & Grundannahmen: Ideen, Verhaltensweisen & Annahmen die wichtig und wünschenswert sind; Sie bestimmen wie wir eine Situation erleben, bewerten (was wir als richtig/falsch ect. ansehen) und danach handeln
  • Alltägliches Wissen über Geschlecht (Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit) - Allgemein: Teilweise sind Konzepte der Wissenschaft weit von denen des Alltags entfernt; Es handelt sich oft um präreflexiveÜberzeugungen/ Grundannahmen, die flexibel und oft widersprüchlich sind - Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit: Eindeutigkeit (m/w -> muss in Interaktion erkennbar sein), Naturhaftigkeit (Geschlechtlichkeit muss körperlich/ biologisch begründbar sein) und Unveränderbarkeit (Geschlecht ist angeboren und kann nicht gewechselt werden) -> Wir ordnen, kategorisieren, typisieren und bewerten die soziale Welt und unseren Gegenüber!
  • Wann trifft die Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit nicht zu? - intersexuelle Menschen: können chromosomal, anatomisch und/oder hormonell nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden - Gesellschaften und Kulturen: Alltagsannahmen über Geschlecht stimmen nicht immer überein (z.B. Ladyboys in Thailand)
  • Der Geschlechtsdualismus MÄNNER (Geist, Vernunft): besserer Orientierungssinn, pragmatisches Denken, drücken sich klar und deutlich aus FRAUEN (Gefühl, Gemüt): sind emotiional, reden drumherum  -> Denken und Wahrnehmung ist von Oppositionspaaren durchzogen, wiederholt findet sich eine abendländische Spaltung in Körper und Geist: für Geist-Männlichkeit und Körper-Weiblichkeit gibt es zahlreiche Belege in Alltag und Wissenschaft
  • Wissenschaftliches Nachdenken über Geschlecht & die Geschichte des Begriffs "Geschlechterforschung" - kein neuer gegenstand der Forschung -> seit über den Menschen nachgedacht wird gibt es Reflexionen über die Geschlechter- es gibt nicht eine Genderforschung -> sie zeichnet sich durch ihre Vielfalt und Interdisziplinarität aus - bis Mitte des 20. Jhd.: wissenschaftl. Überlegungen vorwiegend männlich geprägt -> Ausschluss von Frauen an Universitäten -> Beginn: ca. 1970 durch Frauenforschung
  • Geschlecht als fundamentale Kategorie und facettenreiches Gefüge - Geschlecht wurde mit der Zeit zu einer der fundamentalsten Kategorien nach denen das soz. Leben organisiert ist (Bsp: geschl.typische Erziehung, standesamtl. Meldung) - Geschlecht ist ein komplexes, vielfach verwobenes Gefüge: Genderforschung setzt keinen Begriff von Geschlecht voraus, sondern untersucht wie sich ein solcher Begriff herstellt, welche Bedeutung er hat und welchen Einfluss er auf die Lebensverhältnisse & uns Menschen hat
  • Sex / Gender - Konzept: Definition und Sex (biolog. Geschlecht): -Anatomie, Physiologie, Morphologie, Hormone, Chromosomen- Bedeutung hat sich historisch vielfach geändert, heute: nicht eindeutig noch widerspruchsfrei -> höchst komplexes Bild- 5 Möglichkeiten "Sex" festzumachen: Chromosomengeschlecht, Keindrüsengeschlecht, Morphologisches Geschlecht, Hormongeschlecht, geschlechtstyp. Besonderheiten des Gehirns Gender (soziokult. Geschlecht): - von soz. & kulturellen Umständen geprägtes/ abhängiges Geschlecht; Stereotype, soz. Rollen- es geht um das ulturelle Erzeugen von bedeutungen, Klassifikationen und Beziehungen & schließt alle histor., soz. & kultur. enstandenen/entwickleten Formen von Weiblichkeit/ Männlichkeit (Zuschreibungen) ein- es reflektiert alle Determinanten von Geschlechterrollen, -stereotypen, - identität, usw.
  • Das Verhältnis von Sex und Gender - sind eng verbunden aber nicht identisch - keine scharfe Trennung möglich - Vorsicht vor kausalen Zusammenhängen/ Denken! 
  • Was ist die Mehrebenenperspektive und welche Einteilung (nach Modellen) gibt es? - die wissenschaftl. Analyse der Variable Geschlecht erfolt auf versch. Ebenen:  - Analyseebenen nach Bronfenbrenner: Mikroebene, Mesoebene, Exoebene, Makroebene - Mehrebenenmodell nach Doise: Individuelle, interaktionale, soziostrukturelle und soziokulturelle Ebene
  • Psychologie und Geschlecht: Was ist der Leitgedanke der psychologischen Genderforschung? - Wenn wir Erleben, Verhalten und Handeln der Menschen verstehen wpllen, müssen wir ihn in seinem gesamten Lebenskontext berücksichtigen  - kulturell erzeugte Bilder von Frauen und Männer (Zuschreibungen, Erwartungen) und die sozialen Strukturen gehen eine komplexe Verbindung mit "der" Psyche (Erleben, Verhalten, Handeln) ein-> die psycholog. Genderforschung fragt nach der Bedeutung von Gender für das Wahrnehmen, Erleben und Verhalten der Menschen => Das Geschlecht findet sich in allen psychologischen Teildisziplinen wieder