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Veterinärmedizin (Subject) / Infektionskrankheiten Hund (Lesson)
Infektionskrankheiten Hund
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- Welche Hunde sind vor allem von Parvovirose betroffen? meist Welpen mit noch ungenügend ausgebildetem Immunsystem einmal damit in Kontakt gekommen, hat der Körper dann AK ausgebildet und ist immun dagegen
- Wie heißt der Erreger der Parvovirose des Hundes? Wie wird er übertragen? Canines Parvovirus (CPV) aus der Familie der Parvoviren (kleinstes DNA-Virus; DNA-Virus nistet sich in die wirtseigene DNA ein und kann sich so im Wirt fortpflanzen) Übertragung erfolgt oronasal über ausgeschiedenen, infizierten Kot, Tröpfcheninfektion; ca. 2-10 Tage Inkubationszeit
- Welche Symptome erscheinen bei Parvovirose? Durchfall, meist blutig durch die untergegangenen Darmschleimhaut Vomitus, Übelkeit Fieber (seltene Sonderform: Myocarditis-Parvovirose)
- Was macht das Parvovirus im Hundekörper? oronasaler Aufnahme in den Körper sehr starke Vermehrung in den Tonsillen (Waldeyer Rachenring) innerhalb von wenigen Stunden es kommt zu einer Viraemie im Blut mit Blutkreislauf gelangt es in die Zellen des Darmepithels, speziell der Lieberkühn-Krypten, welche sehr regenerationsfreudig sind mit Vermehrung dieser Zellen, wird aber nun das Parvovirus vermehrt und nicht mehr die Darmepithel-Zelle, womit auch die Funktion des Epithels zerstört wird Darmschleimhaut / Darmzotten stirbt ab
- Wie wird Parvovirose diagnostiziert und was ist die Therapie? Diagnostik über Klinik und Virusnachweis in Kotprobe Prophylaxe: (aktive) Impfung Therapie schulmedizinisch: passive Impfung Therapie der Diarrhoe: - adstringierende bzw. styptische Phytotherapeutika (z. B. Tormentilla)- Uncaria zur Steigerung der Immunabwehr + Interferon-Produktion- ABM + Shiitake als Immunmodulans + Antibiotikum- Eleutherococcus oder Ginseng
- Nenne ein Synonym zu Canine Distemper. Staupe des Hundes
- Welcher Erreger löst die Staupe aus? Wie wird er übertragen? Canine Distemper Virus (CDV) aus der Gattung der Morbilliviren aus der Gruppe der Paramyxoviren Übertragung durch oronasale Infektion (Tröpfchen-/Kontaktinfektion)
- Was macht das CDV-Virus im Hundekörper? oronasale Aufnahme, bereits bei kleinsten Mengen befallen lokale Makrophagen und vermehren sich in diesen befällt dann das lymphäre System (Tonsillen, Lymphknoten etc.) → Lymphozytopenie → massive Immunsuppression Zielzellen sind unterschiedlich: Haut, Schleimhäute von Atmungs- und Verdauungsapparats, ZNS (tritt durch Blut-Hirn-Schranke) wird dann entweder eliminiert bei gutem Immunstatus oder persisitiert im Zielgewebe → chronisch
- Welche Formen der Staupe gibt es? Akute Staupe:- Fieber, Entzündungen des Atmungstrakts, Sekretion- gastrointestinale Symptome: Vomitus, Diarrhoe, Dehydratation Chronische Staupe → persistierendes Virus!!- neurologische Symptome: Staupe-Ticks, Stupor- Hautsymptome/Hyperkeratose: Hard pad disease und Cornea-Verhornung Neonatale Staupe:- Ausbildung eines Staupe-Gebisses (durch Hypoplasie des Zahnschmelzes brechen nach und nach die Zähne ab) Transplazentare Staupe: Übertragung des Virus von der trächtigen Hündin auf die ungeborenen Jungen was eine vollständige Zerstörung des Immunsystems bzw. des Knochenmarks bewirkt
- Wie wird Staupe diagnostiziert? Klinik direkter Virus-Nachweis aus Gewebebiopsie (vom toten Tier) bis zum 6. Krankheitstag Virusnachweis aus Leukozyten Staupe-RNS-Nachweis vom Blut
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- Wie kann Staupe therapiert werden? Prophylaxe: Impfung (Grundimmunisierung + Impftiter testen) Therapie: - Immunmodulans (Uncaria, ABM, Shiitake)- Homöopathisch zur Linderung der Symptome Verbesserung der Hard pad disease mit Glycerin aus Apotheke dünn aufgetragen
- Wie heißt der Erreger des Zwingerhustens? Zwingerhusten ist eine multifaktorielle Krankheit: Basisinfektion: Reoviren und Parainfluenzaviren 2 (PIV2) Sekundärinfektion: Adeno- (CAV-1 und 2) und Herpesviren Bakterien: Bordetella bronchiseptica, Strepto- und Staphylococcen
- Wir werden die Zwingerhusten-Erreger übertragen und wie werden sie nachgewiesen? Übertragung durch Tröpfcheninfektion, aber nur bei hohem Infektionsdruck Inkubationszeit ca. 4-10 Tage Nachweis: Antikörper + klinische Symptome
- Welche Symptome zeigt ein Hund mit Zwingerhusten? trockener Husten (Tussis), anfallsweise; evtl. mit Brechreiz später Husten mit mukopurulentem Schleim (weiß-grünlich), auch Nasenausfluss Dyspnoe, angeschwollene Atemwege Fieber Abmagerung, Kachexie Bronchopneumonie/Pneumonie (Lungenentzündung)
- Wie kann Zwingerhusten behandelt werden? Behandlung mit folgendem Therapiekonzept: Thymian + Efeu als Bronchospasmolytika Reishi zur Lungenstärkung Süßholzwurzel zur Sekretolyse Immunstimmulanz evtl. antibiotisch wirkende Phytotherapeutika
- Was heißt HCC? Welche Synonyme gibt es? Hepatitis contagiosa Rubarth-Krankheit
- Wie heißt der Erreger der Rubarth-Krankheit? Rubarth-K. = HCC Canines Adenovirus 1 (CAV-1)
- Wie wird das CAV-1 übertragen? oronasale Übertragung durch Speichel, Kot oder Urin, oder auch durch Futter das Virus ist hoch kontagiös! Inkubationszeit von 4-6 Tage Krankheit: Hepatitis contagiosa
- Wie verläuft eine HCC? Adenoviren werden oronasal (Speichel, Urin) aufgenommen befällt lymphat. und Drüsengewebe und vermehrt sich dort Übergang ins Blut (Viraemie) und besiedelt v. a. die Leber (aber auch Niere und Auge → Hepatitis blue eye) Zellschäden sind die Folge
- Symptome von HCC? Fieber, Apathie Leukozytopenie seröser Augen- und Nasenausfluss Erbrechen, blutige Diarrhoe subkutane Ödeme Ikterus(!) intrahepatisch evtl. Hepatic blue eye (vorübergehend) Verlauf beim erwachsenen Hund meist mild, beim Welpen aber u. U. lebensgefährlich!
- Wie wird die Rubarth-Krankheit diagnostiziert? v. a. durch Erstellung eines Leberprofils direkter und/oder indirekter Virusnachweis Klinik
- Therapie der Hepatitis contagiosa? Prophylaktisch: Impfung Leberstütztherapie mit z. B. Mariendistel Immunmodulierende Therapie
- Wie heißt der Erreger von Morbus Aujeszky? Wie wird er übertragen? Suides bzw. Porcines Herpesvirus (SHV bzw. PHV 1) Übertragung oronasal, meist durch Kontakt Hund-Schwein
- Wie ist der offizielle Name der "Pseudowut"? Welche Tiere sind betroffen? Morbus Aujeszky Schweine, aber auch übertragbar auf Hunde und Katzen
- Was sind die Symptome von M. Aujeszky? sehr starker Pruritus (pathognomonisch) durch Nervenreizung plötzlich auftretende Agitiertheit, Salivation, Vomitus später dann Apathie, Paralyse und Tod
- Wie verläuft die SHV-Infektion im Hundekörper? oronasale Aufnahme (Tröpfcheninfektion, über Nahrung..) durch Kontakt mit infizierten Schweinen Virusvermehrung in den lymphatischen Zentren neurotrope Ausbreitung über die Nervenbahnen Entzündung von Gehirn- und Rückenmark
- Therapie der Pseudowut? Prophylaxe? Keine, Anzeigepflichtige Krankheit! Prophylaktisch: kein Kontakt zu Schweinen, kein rohes Schweinefleisch Aber: Infektion in Deutschland sehr unwahrscheinlich, da seit 2000 AK-frei
- Was sind die Erreger der Ehrlichiose? Wie werden sie übertragen? Rickettsiales (ATP-Parasiten): Ehrlichia canis Durch Zecken und hier v. a. die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) Heimisch v. a. im Mittelmeerraum
- Wie wird die früher sog. Granulozytäre Ehrlichiose heute genannt? Canine Anaplasmose (Erreger sind Anaplasma phagocytophilum) hat nichts mit der Caninen (monozytären) Ehrlichiose zu tun, außer dass die beiden Erreger zur selben Ordnung gehören
- Wie vermehrt sich Ehrlichia canis im Wirtskörper? Ehrlichia canis gehört zu den Rickettsien (Bakterienart), die keinen eigenen Stoffwechsel haben und intrazellulär in anderen Zellen (v. a. Monozyten, Thrombozyten, Stammzellen d. Knochenmarks) leben (ATP-Parasit) sie vermehren sich in sog. parasitophoren Vakuolen des Zytoplasmas (Einschlusskörperchen) Durch den Befall verlieren die Monozyten ihre Funktion - keine Abwehr mehr möglich
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- Was sind die Symptome der Ehrlichiose? Fieber (evtl. intermittierend) Abgeschlagenheit, Lethargie, Somnolenz, Stupor Lymphknotenschwellung Nasenbluten (Epistaxis) allg. Blutungsneigung, petechiale Blutungen Thrombozytopenie
- Therapie bei Ehrlichiose? Prophylaxe möglich? Antibiose (Tetracycline) Prophylaxe: Zeckenschutz! Repellentien bzw. absammeln
- Diagnose der Ehrlichiose? bei klin. Verdacht: Blutausstrich unter Mikroskop betrachten (Maulbeeren-Struktur) → schwierig AK-Nachweis im Serum (erst nach ca. 3 Wochen p.i. möglich)
- Was ist der Erreger der Leishmaniose? Ein einzelliger Parasit (Protozoa) der Gattung Leishmania L. donovani (chagasi)L. infantum L. tropicaL. braziliensis
- Wie wird Leishmaniose übertragen? Durch die Phlebotomus-Mücke (Sandmücke, Sandfly) also durch Blut-Blut-Kontakt die Inkubationszeit ist sehr variabel
- Wo kommt die Phlebotomus-Mücke vor allem vor und welche Krankheit kann sie übertragen? Die Phlebotomus, also die Sandmücke kommt vor allem im europäischen Mittelmeerraum, in Südamerika, Afrika und Asien vor. Sie kann die Protozoen Leishmania übertragen, die dann die Leishmaniose verursachen.
- Welche Krankheitsbilder gibt es bei der Leishmaniose? Viscerale Leishmaniose ("Organform") Cutane Leishmaniose ("Hautform") Mucocutane Leishmaniose ("Haut- und Schleimhaut-Form") = meist eine Übergangsform Cutane Form ist meist das Anfangsstadium →Mucocutane ist Übergangsform von der Haut über die Schleimhäute zur →Visceralen Form, die die Organe betrifft und auch am gefährlichsten ist.
- Wie kann Leishmaniose nachgewiesen werden? Anamnese: Auslandsaufenthalt d. Hundes, Auslandshund Labor: Albumin-Globulin-Verhältnis bestimmen direkter Erregernachweis im Blutausstrich oder in Lymphknoten-Aspirat oder im Knochemarkpunktat (aber schwierig indirekter Nachweis ab 15. Tag p. I. mit ELISA oder IFAT
- Was macht der Einzeller Leishmania im Körper? Pathogenese: Übertragung von Leishmania durch Sandmücke Leishmanien setzen Botenstoffe frei, die Makrophagen (Langerhans-Zellen der Haut) anlocken, welche sie dann "besetzen" Vermehrung der Leishmanien in dier Zelle, bis diese zerplatzt und die Leishmanien ins Gewebe übertreten, wo sie wiederum weitere Zellen befallen Gewebe schmilzt ein (zuerst Haut, dann Schleimhäute bis hin zu Organen)
- Wie äußert sich die Cutane Form der Leishmaniose? Alopezie Pruritus Schuppenbildung an der infizierten Stelle pathognomonisch ist auch die "Brillenbildung" um die Augen (Augenregion = viele Langerhans-Zellen) Ausbreitung der Symptome nach caudal geschwürige Hautveränderungen, -entzündungen und Blutungsneigung vor allem sind auch die Regionen um Ellbogen, Knie und Sprunggelenk betroffen
- Wie äußert sich die viscerale Form der Leishmaniose? betroffene Organe sind v. a. Leber, Darm, Niere, Knochen und Augen unspezifische Schwäche Emesis Anorexie, Kachexie Fieberschübe Muskelschwund, HH-Schwäche, Bewegungsschmerzen; evtl. auch Lahmheiten du Epistaxis Anämie, Hypoxie Abwehrschwäche (durch Befall/Zerstörung der Makrophagen) Lympknotenschwellungen, Hepatomegalie, Splenomegalie Blutbild: Panzytopenie (Erythrozytopenie), Lymphozytose, MonozytopoeseAlbumin-Globulin-Verhältnis umgekehrt proportionalImmunkomplexbildung (Morbus-Herxheimer-Jarisch)
- Welche stationären Makrophagen in den unterschiedlichen Geweben können von Leishmanien befallen werden? Haut: Langerhans- und Granstein-Zellen Leber: von Kupffer-Sternzellen Lunge: Alveolarmakrophagen Darm: M-Zellen (microfoled cells) Niere: Podozyten Gehirn: Hortega-Gliazellen Knochen: Osteoklasten
- Therapie der Leishmaniose? schulmedizinisch: Antimon-Präparate oder Allopurinol bzw. Kombination Antimon: Angriff auf den parasitären Stoffwechsel Präparate: Glucantime oder PentostamAchtung! Antimon hat starke Nebenwirkungen Allopurinol: stört den Purin-Aufbau im Parasiten (Parasitostatikum), hemmt die Nucleinsäuresynthese Symptomatische Behandlung der Symptome (Juckreiz, Hautentzündungen, Fieber etc.)
- Differentialdiagnosen zur Leishmaniose? verschiedene Hautveränderungen - bakterienbedingt wie z. B. Pyodermie, - parasitenbedingt wie z. B. Räude oder Demodikose (auch Brillenbildung!!!)- Allergische Reaktionen Verminderung der Blutzellen- bösartige Tumore (maligne Neoplasien) der blutbildenden Zellen- Leukämie (Tumore der weißen Blutzellen)
- Was ist die Herpes-Rhinotracheitis des Hundes? Wie läuft sie ab? Was kann man dagegen machen? eine Herpes-Viren-Infektion die von der Hündin auf ihre Welpen übertragen wird ("Welpensterben") diaplazentare Übertragung: Geburt lebensschwacher Welpen, Tod Ansteckung der Neugeborenen: Atemnot, Diarrhoe, Apathie, Tod Ansteckung der älteren Welpen (›3 Wochen): respiratorische Symptome, gute Chancen Prophylaxe: Impfung der Hündin Therapie: keine
- Prophylaxe bzw. Therapiemöglichkeiten bei HCC? Impfung als Prophylaxe Kausale Therapie nicht möglich, rein symptomatisch (Kreislaufunterstützung, Leberstützung)