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4 Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Subject) / 4.3.2 Differenzialdiagnosen und Komorbidität (Lesson)

Ausschlusskriterien, Differenzialdiagnostik

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  • Ausschlusskriterien (+ Beispiel) Bei der diagnostichen Klassifikation werden Ein- und Ausschlusskriterien (inklusive der Zeit- und Verlaufskriterien) definiert. Bsw. nennt die ICD-10 bei Lese-Rechtschreib-Störungen als Ausschlusskriterien einen offenkundig unangemessenen Unterricht, Defizite im Sehen und Hören oder das Vorliegen neurologischer, psychiatrischer oder anderer Erkankungen, die die Symptome verursachen können. Der Ausschluss hilft bei differenzial-diagnostischen Überlegungen Symptome möglichst eindeutig zuzuordnen.
  • Differenzialdiagnostische Abgrenzungen: Normalbereich, andere Störungen Nicht jede psychische Auffälligkeit im Ki&Ju-alter muss behandelt werden. Entwicklungstypische Ängste wie bsw. Fremdeln im ersten Lj. oder Trennungsangst im 2ten Lj. ergeben keinen Behandlungsbedarf. Die Frage der Pathologisierung normaler Entwicklung wird heute z.B. bei der hyperkinetischen Störung, bei Auffälligkeiten der Sprachentwicklung, bei der minimalen zerebralen Dysfunktion (MCD), bei Substanzmissbrauch oder bei der Lese-Rechtschreib-Schwäche gestellt. Die Abgrenzung bei Ki&Ju ist erschwert, weil bei ihnen die Komorbidität eher die Regel als die Ausnahme ist. Häufige Kombinatinen sind z.B. hyperkinetische Störungen und dissoziale Störungen, Angst und Depression sowie Substanzmissbrauch und dissoziale Störungen.
  • Somatische Differenzialdiagnose Vor jeder Diagnosestellung muss durch körperliche Untersuchungen festgestellt werden, ob die Symptome auf eine physische Erkrankung zurückgehen oder ob eine Komorbidität zwischen psychischer und körperlicher Störung gegeben ist. Bei der mulitaxialen Diagnsotik (MAS) für Ki&Ju werden alle somatischen Erkrankungen auf der Achse IV notiert. Dabei können bis zu 3 körperliche Erkrankungen aufgeführt werden, wobei eventuelle neurologische Erkrankungen an erster Stelle genannt werden sollen.
  • Dysmorphiezeichen, körperliche Stigmata Bei der Diagnostik soll auch auf Anzeichen für Fehlbildungen (z.B. Kleinwuchs oder Lippenspalte) geachtet werden, die eine hohe psychsiche Belastung für Kinder darstellen können.
  • Treffsicherheit von Diagnosen geringe Spezifität und Stabilität; geringe Treffsicherheit Die interindividuelle Variabilität im Entwicklungsstand ist bei gleichem Alter sehr hoch. Die Stabilität der Symptome ist eher niedrig. Viele Auffälligkeiten sind transitorisch, treten also in best. Altersbereichen auf und gehen ohne Intervention vorbei.
  • Spontanremission (Bei welchen Störungen am höchsten? Bei welcher Pat.gruppe?) Frühe Phobien, Ticstörungen, Ausscheidungsstörungen und Substanzmissbrauch haben eine relativ hohe Spontanremission. Bei weiblichen Pat. scheint es insgesamt etwas seltener zu Spontanremissionen zu kommen als bei männlichen Pat.
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