23
IGMO (Subject) / Standardsofttware (Lesson)
Advertisement
- Definition Standardsoftware Programmsystem, die nicht für eine einzelne Anwenderorganisation, sondern für eine Vielzahl von Kunden produziert werden. Ziel ▪ Kontext Wiederverwendbarkeit ▪ Forschungsgebiet Domänenanalyse Voraussetzungen / Annahmen ▪ Wiederverwendbarkeit nicht „an sich“, sondern domänen-spezifisch, abhängig von spezifischen Problemstellungen und zugehörigem Problemlösungskontext ▪ Domänen besitzen einen logischen Zusammenhang und sind trotz Veränderungen relativ stabil -> Gemeinsamkeiten und Variabilität
- Welche Arten von Standardsoftware kennen Sie? Ergänzen Sie ihre Antwort mit Beispielen für jede Art. (4 Punkte) Funktionsbezogen kann man Standardsoftware in 4 Arten unterteilen o System- / Entwicklungssoftware -> Betriebssysteme, Programmiersprachen, Entwicklungsumgebung, Frameworks, DB o Branchenneutrale Software -> Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Personalabrechnung o Branchenspezifische Software -> Banken, Versicherungen, Bauwesen o Funktionsübergreifende Software -> Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafikbearbeitung, Datenbanken
- Beispiel für branchenneutrale Standardsysteme Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (wie z.B. Kapital, Betriebsmittel oder Personal…) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzuplanen.
- Nennen Sie verschiedene Typen von Domänen (Domäne = Einsatzbereich) - Vertikale Domänen (Anwendungsdomänen) -> Anwendungsbereiche, für die eine Reihe von ähnlicher Softwaresysteme entwickelt werden -> Beispiele: Anwendungsbereiche Banken, Versicherungen, Krankenhäuser… ▪ Horizontale Domänen (Implementierungsdomänen) -> Gleiche Bereiche, die in unterschiedlichen Softwaresystemen vorkommen -> Beispiele: Textverarbeitung, Arithmetische Operationen, Datenbanken
- Erläutern Sie die Vor- und Nachteile aus Kundensicht. Vorteile: • Günstiger• Schneller Verfügbar• Zukunftssicherer• Ausgereift• Umfangreiche Funktionen• Organisations-Know-how• Standards• Unabhängigkeit von eigenen IT-Ressourcen• Zusatzleistungen Nachteile: • Abhängigkeit• Schnittstellenprobleme• Aufwändiger Auswahlprozess• Mismatch Anforderungen• Aufwendige Anpassung• Wenig Aufbau von eigenen IT-Know-how• Falsche Erwartungen
- Erläutern Sie die Vor- und Nachteile aus Herstellersicht. Vorteile • Amortisierung von Entwicklungskosten • Höhere Softwarequalität • Verkürzte Auslieferzeiten Nachteile • Hohe Investitionskosten • Erhöhter Aufwand • Domänenwissen • Zusatzleistungen • Zusätzliches Know-How
- Vor- und Nachteil: Vergleich Referenzmodelle und Standardsoftware Gemeinsame Vorteile: Kostenminimierung Geringes Risiko durch Orientierung an Standards schnellere Verfügbarkeit bzw. beschleunigung der Modellerstellung Gemeinsame Nachteile: Hohe Komplexität des Erstellungs- und Auswahlprozesses Domänenwissen erforderlich Aufwändige Anpassung Möglicher Verlust strategischer Wettbewerbsvorteile und Kernkompetenzen
- Welche Aufgaben fallen bei der Auswahl einer Standardsoftware an? 1. Kriterienfestlegung: Ist-Analyse -> Soll-Konzept -> Auskunft über gewünschte Standardsoftware -> Technische Anforderungen, Kosten 2. Marktanalyse: (beginnt schon während des Soll-Konzeptes der Krieterienfestlegung) Entwicklung des Marktes -> Zielerfüllung durch Standardsoftware? -> Kompatibel mit Hersteller und Lieferanten 3. Entscheidung: Mehrere Angeboten einholen -> Bewerten -> Lösung im Sinne von Preis- Leistung -> Nicht immer rational zu1) Fachliche Angemessenheit: • Fachliche Anforderungen -> Funktionalität des Kernsystems • Handhabbarkeit -> Fund. Kenntnis branchenspezifischer Einsatzkontext|benutzerfreundlich • Spezial Anforderungen -> Handhabung für Arbeitsplatztypen/Kooperationsformen |Detaillierte Funktionalität an Arbeitsplatz/ Organisation Einheit Technische Anforderungen: • Technologie -> Top aktuell oder bewährt Konfiguration | Offene Lösung integrierbar in IT-Landschaft | Performanz • Anpassungskonzepte -> Parametrisierung Spezialisierung | Kernkomponenten, anpassbare Komponenten | Dokumentation der Anpassung in Repository • Verschiedenes -> Online-Hilfe, Handbücher, Schulungsmaterial | Datenschutz Sicherungskonzepte, Zugriffskontrolle| Installationskonzepte Anbieter-Merkmale & Kosten: • Allgemein -> Kooperationsbereitschaft, Vertrauenswürdigkeit, Zukunftsfähig, Firmensitz, Service, Konditionen • Prozesse -> Entwicklung, Qualitätssicherung, Anwenderbeteiligung/ Wünsche Produktentwicklung, Versionsauslieferung| Anpassung, Prozessvorgaben • Kosten -> Lizenz, Wartung, Service |Installation, Anpassung, Schulung | Erforderliche Hardware, zusätzliche Software
- Besonderheiten Standardsoftware Anwenderorganisation: Auswahl Anpassung und Einführung Migration Herstellerperspektive: Entwicklung ( Domänenanalyse / Modellierung, Erweitertes Vorgehen) Weiterentwicklung Verzahnte Software und Qualitätsentwicklung
- Markt - Domänenspezifisch - „Junger“ Markt -> Viele Anbieter und Fluktuation - „Reifer“ Markt -> Entwicklung hin zu Marktführern - Aufkauf von Standardsystemherstellern -> Konsequenzen für Käufer -> Konsequenzen für Kunden
- Advertisement
- Entwerfen Sie ein Konzept zur Einführung einer Standardsoftware, welche unterschiedlichen Aufgaben sind auf welchen Ebenen zu planen und durchzuführen? Projektvorbereitung und Planung Technische Rahmbedingungen schaffen Prozessanalyse Costumizing des Systems Schulung der Endanwender Systemtests Produktivstart / Going-Live Einführungsunterstützung / Support Projektabschluss
- Methoden zur Unterstützung der Einführung ▪ Projektmanagement ▪ Qualitätsmanagement ▪ Organisationsentwicklung ▪ Change-Management ▪ Prozessanalyse und -modellierung -> z.B.: Interviews, Beobachtungen, Dokumente ▪ Referenzmodelle / Customizing
- Sollte die Planung und Steuerung einer Einführung Top-Down oder Bottom-Up erfolgen? Top-Down = geplant und gesteuert durch die Geschäftsführung Bottom-Up = Planung und Steuerung durch die einzelnen Abteilungen / Fachbereiche ▪ Berücksichtigung verschiedener Perspektiven in Organisationen ▪ Verbindung von individuellen und kollektiven Perspektiven
- Diskutieren Sie am Beispiel der „Leistungskommunikation, Terminplanung und Befunddokumentation“ im Krankenhaus Alternativen der schrittweisen Einführung einer Standardsystemkomponente. • Komplett bei allen Stationen (Big Bang)→ kann man nicht testen, weil es um die Nachrichten geht • Stationen mit IT-Affinen Mitarbeitern àunkritische Stationen • Eine Station - Eine leistungsstelle
- Gründe für Migration ▪ Unzufriedenheit mit einer vorhandenen Lösung o Funktionalität o Kosten o Unterstützung durch den Hersteller ▪ Fusionen / Unternehmenszusammenschlüsse ▪ Abkündigung eines Produktes durch den Hersteller ▪ Strategische Entscheidungen -> z. B. Wechsel von proprietärer Software zu Open Source Software
- Unterschiede: Migration statt Einführung § IT-Kenntnisse bei den Anwendern vorhanden § Anforderungen können besser formuliert werden § etablierte Arbeitsweisen beruhen auf vorhandenen Systemen § Datenübernahme muss vorbereitet und durchgeführt werden § vorhandene IT-Landschaft muss bei der IST-Analyse aufgenommen und bei der SOLL- Planung berücksichtigt werden § Parallelbetrieb und (schrittweise) Umstellung müssen geplant werden
- Customizing von Standardsoftware (definition) Unter Customizing werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die im Rahmen der Einführung von Anwendungssystemen zur Anpassung einer standardisierten Software an die konkreten Anforderungen des Anwenders durchgeführt werden.
- Customizing von Standardsoftware (im engeren Sinne) ▪ Konfiguration von Standardsoftware, bei der die Standardsoftware durch die Auswahl benötigter Module und die Definition der Beziehungen dieser Module untereinander gebildet wird. ▪ Parametrisierung von Standardsoftware, bei der eine Standardsoftware mit großem Funktionsumfang durch das Setzen von Parametern auf den vom Anwender benötigten Funktionsumfang reduziert wird. -> In der Praxis sind in der Regel Mischformen notwendig
- Probleme und Wirkungen von Customizing ▪ Customizing bestimmt in starkem Umfang die Dauer und die Kosten der Einführung von Standardsystemen ▪ Bei der oft langen Dauer von Customizing-Projekten können die zu Anfang des Customizing getroffenen Annahmen durch Veränderungen im Unternehmen bereits während des Customizing ihre Gültigkeit verlieren ▪ Wenn betriebliche Prozesse nicht durch das Customizing abgebildet werden können, kann das Unternehmen gezwungen sein, seine betrieblichen Prozesse an die der Standardsoftware anzupassen àMöglicher Verlust der Wettbewerbsvorteile
- Geben Sie anhand der Einführung von Leistungskommunikation, Terminplanung und Befunddokumentation Kriterien und Beispiele an, nach denen ein Projekt ausgewertet werden kann. • Funktionalität o Stabilität, Performance und Bedienbarkeit • Effizienz • Durchlaufzeiten • Kosteneinsparungen • Benutzerzufriedenheit
- Welche Erweiterungen sind bei der Entwicklung eines Standardsystems gegenüber den Aufgaben bei der Entwicklung von Individualsoftware vorzunehmen? • Standardsysteme haben im Unterschied zu Individualsoftware den Anspruch Nutzen für eine ganze Klasse von Unternehmen (wie ein Referenzmodell) zu bieten ->gleiche Software an mehrere Anwenderorganisationen vertrieben werden kann. • Wichtig, dass zuerst der Prozess der Domänenbildung vorangestellt wird, in dem die Grenzen der Domäne abgesteckt werden und Gemeinsamkeiten (Umfang der Abgrenzung für die Klassenbildung) sowie Unterschiede (Grundlage für Anpassbarkeit) innerhalb der Domäne auszuloten. • Gemeinsamkeiten beziehen sich dabei auf die Bedingungen o (Umwelt, Größe, Technologie) -> Gesamtaufgabe des Unternehmens und die Strategie des Unternehmens • Unterschiede hauptsächlich auf o Aufbau-(Organisationsform, Aufgaben, Stellen, Struktur) und Ablauforganisation (Handlungen, Objekte, funktionelle Rollen, Ort und Zeit). • Ein erweitertes Vergehen zur Domänenanalyse besteht darin o zuerst die Domäne abzugrenzen, von einem Beispielunternehmen ausgehend Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und im Vergleich mit anderen in der Domäne enthaltenen Unternehmen diese zu validieren.
- Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Einführung von Standardsystemen und BPR? • BPR beschreibt die Neuorganisation der Unternehmensprozesse am grünen Tisch o Diese Neuorganisation ist häufig verbunden mit der Einführung von Standardsoftware, die die neugestalteten Prozesse besser unterstützen können als die alten. • Zusätzlich ist beides mit einem radikalen Umbau der Organisation verbunden o Erhoffen sich Verbesserungen in den Bereichen Durchlaufzeit, Kosten und Qualität. • IT wird Prozess- und kundenorientiert eingesetzt • Prozesse werden in der Gesamtheit betrachtet • Durchlaufzeiten und Kosten sollen sinken, die Qualität soll steigen • Beide stoßen auf Widerstand bei den Mitarbeitern. • Auch der Aufwand und die Dauer beider Vorhaben sind vergleichbar
- Gründe für das Scheitern des BPR § Prozess- und Workflow-Orientierung (parallel zu Hierarchie, Projekten, Modulen, etc.) § Business Engineering / Business Process Management § Referenzmodelle