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03607 KE1 ss '14 (Subject) / 3 Die empirische "Übersetzung" des Forschungproblems (Lesson)
- 3.1. Problempräzisierung und Strukturierung des Untersuchungsgegenstandes: dimensionale und semantische Analyse nach Abgrenzung des Forschungproblems + nach dem Bewusst machen über die Relevanz des Problems sowie über damit verbundene Interessen → Problemformulierung in aller Regel noch recht grob → Überlegungen in die Präzisierung der Aufgabenstellung zu investieren ( auch genannt!) → Exploration der Vorstellungsfelds über den Untersuchungsgegenstand (!! mitentscheidend für die Art und Quali der Ergebnisse!!) → Ergebnis soll in einer modellhaften Strukturierung des Objektbereichs bestehen: In gedanklichen Vorleistungen ist der Gegenstand so zu durchleuchten + zu zerlegen + zu ordnen, dass daraus ein Forschungsdesign entwickelt und begründet werden kann. Je nach typ der Untersuchung stehen zu Beginn unterschiedliche Einzelaufgaben im Vordergrund. → Das Vorgehen lässt sich in dieser Phase danach unterscheiden, ob die Aufgabenstellung auf die... Überprüfung einer Theorie/Hypothese gerichtet ist (theorie- /hypothesentestende Forschung), oder... ob es sich um die Beschreibung eines sozialen Sachverhalts oder Zusammenhangs handelt (deskriptive Untersuchung) zu 2.) Ziel ist also die beschreibende Diagnose eines Sachverhalts (deskriptive Untersuchung): Blick richtet sich zunächst auf die empirische Struktur des Realitätsausschnitts, über den Daten erhoben werden sollen. → bereits existierende Information wird zusammengetragen → dimensionale Analyse des Untersuchungsgegenstandes/ kurz: Dimensionsanalyse: aus der Informationssammlung filtert man die Aspekte ("Dimensionen") des emp. Untersuchungsgegenstands heraus, die für Fragestellung relevant erscheinen. → geeignete objektsprachliche Begriffe werden gewählt → diese sollen den Untersuchungsgegenstand -kontrolliert selektiv- abbilden. Begriffe sollten theiretisch relevant sein (Datenfriedhof nicht vergrößern!) zu1.) Ziel ist also die empirische Überprüfung einer Theorie oder von Theorieteilen (Hypothesen): die zu testenden Hypothesen enthalten bereits explizite Behauptungen über die Struktur des empirischen Untersuchungsgegenstands. Das heisst: Überlegungen darüber wie der Gegenstand beschaffen ist, über den Daten erhoben werden sollen + welche seiner Aspekte untersuchungsrelevant sind/ welche nicht. die Art und Richtung der Selektion wird durch die Hypothese Vorgegeben Verwendeten Begriffe sind in den Formulierungen der Hypo. festgelegt da Begriffe nicht immer und von jedem eindeutig und einheitlich verwendet → erster Arbeitschritt bei hypothesentestender Forschung: Klärung der Bedeutung der in der Hypo. verwendeten Begriffe. → zu prüfen was der Autor der Theorie/Hypo über die emp. Realität behauptet. ; zu erschließen was mit den Begriffen im Detail gemeint ist. Im Falle sog. theoretischer Begriffe (Begriffe die so allgemein und abstrahiert gehalten sind, dass sie üblicherweise mehr als eine eng abgrenzbare Menge konkreter Ereignisse umgreifen) → siehe 2.4.2. → es muss in diesem Falle festgelegt werden, welches die konkreten empirischen Beziehungen und Sachverhalte sein sollen, auf die die theoretische Aussage anzuwenden sei. Mit anderen Worten: aus der (allgemeinen) Theorie sind unter Einhaltung logischer Regeln (durch Deduktion) spezifische Hypothesen für spezifische Sachverhalte abzuleiten. hierzu notwendig, die in der Theorie verwendeten "theoretischen Begriffe" oder Konstrukte zu spezifizieren und "empirisch zu interpretieren", d.h. ihren Bedeutungsgehalt für die konkrete Untersuchungssituation festlegen. → für die dann angesprochenen spezifischen Sachverhalte soll sich die allgemeine Theorie bewähren → jede denkmögliche Situation , die von der Theorie ausgeschlossen wird, ist ein "potentieller Falsifikator" dieser Theorie. → Aufgabe der Festlegung der zu untersuchenden Beziehungen und Sachverhalte bedeutet also = aus der Gesamtheit der potentiellen Falsifikatoren einer Hypothese (bzw. Theorie) eine Auswahl treffen. Arbeitsschritt "Erschließung der Bedeutung von Begriffen" = semantische Analyse (Rekonstruktion ihrer "semantischen Regeln", aber auch der "empirischen Interpretation" theoretischer Begriffe) → danach kann entscheiden werden, über welche empirischen Gegebenheiten Daten zu sammeln sind. Gemeinsam ist beiden Ausgangssituationen (beschreibende Diagnose, Theorietest) die Notwendigkeit, die empirische Wirklichkeit mit Begriffen zu verknüpfen: → relevante Dimensionen der zu untersuchenden Realität mit Begriffen zu bezeichnen oder umgekehrt. → von theoretischen Begriffen ausgehend die BEgriffe mit konkreten Aspekten der Wirklichkeit in Beziehung zu setzen → d.h. angeben, welche Aspekte der Realität im konkreten Untersuchungsfall unter den Begriff subsumiert/zugeordnet werden sollen. die Begriffe sind so zu wählen und ggf zu definieren, dass eine Korrespondenz zwischen empirischen Sachverhalten und sprachlichen Zeichen hergestellt ist. Häufig haben Begriffe in der alltäglichen und/oder wissenschaftlichen Sprache nicht genau den Bedeutungsgehalt, der für den konkreten Untersuchungsfall zweckmäßig ist. In diesem Fall → präzisierende und/oder einschränkende Definitionen notwendig, in denen nach Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten die sprachlichen Zeichen auf damit gemeinte Aspekte der Realität ("Referenzobjekte") bezogen werden. Der Definition hat also entweder eine dimensionale Analyse des Gegenstandsbereichs voranzugehen (be deskriptiven Untersuchungen), oder der für die Untersuchung geltenden Definition hat eine semantische Analyse der in den Hypothesen vorkommenden Begriffe voranzugehen. Dadurch wird nicht nur sichergestellt, dass intersubjektive Klarheit über die Bedeutung der verwendetetn Begriffe besteht, sondern auch, dass die Begriffe empirischen Bezug haben. + Begriffe haben empirischen Bezug In der Erfahrungswissenschaft folgt auf diese semantische Klärung noch als weiterer Schritt die Verknüpfung von Begriffen mit empirischen Sachverhalten, und zwar in einer Weise, dass durch Forschungsoperationen (Beobachtung, Befragung, Inhaltsanalyse usw.) entscheidbar, ob der gemeinte Sachverhalt in der Realität vorliegt oder nicht. = Operationalisierung nennt man dies. (manchmal auch operationale Definition, Referition) vorerst seien zwei Worte herausgegriffen: "Begriffe" und "Dimensionen" beide beziehen sich aufeinander; und zwar soll unter Dimension (der Realität) eine "Eigenschaft der Wirklichkeit" (also des zu untersuchenden Gegenstandsbereichs) verstanden werden. Begriffe sind dagegen Bestandteil der Sprache, mit denen der Gegenstandsbereich "besprochen", bezeichnet wird. Man kann für die gleiche Dimension der Realität verschiedene Begriffe prägen (Synonyme wie Automobil oder Kraftfahrzeig oder Auto oder Kfz) Homohyme, Homogramme, z. B. "Hahn", wobei sich erst aus dem Kontext ergibt, ob der Hahn auf dem Hühnerhof oder der an der Wasserleitung gemeint ist) Man kann für unterschiedliche Gegenstände der Realität den gleichen Begriff benutzen Zusammengefasst: bei deskriptiver Aufgabenstellung die erste Aufgabe des Forschers: die nach der Fragestellung zu erfassenden Dimensionen der Wirklichkeit festlegen und abgrenzen. (auf der gedanklichen Ebene, eine Abstraktion) geeigneten deskriptiven Kategorien definieren. = dimensionale Analyse nach Zetterberg. Als Resultat der Verknüpfung mit geeigneten Begriffen erhalten wir das deskriptive Schema des Untersuchungsgegenstands Ziel der Dimensionalen Analyse = Aufstellung eines Modells der für die empirische Studie relevanten Dimensionen des Untersuchungsgegenstands und die Zuordnung geeigneter Begriffe Dieses Dimensions- und Begriffssystem ist der Orientierungsrahmen bei deskriptiver Forschung. das (den Untersuchungsdimensionene zugeordnete) Begriffssystem soll aber zugleich "theoretisch relevant" sein, damit die Ergebnisse zur Theoriebildung und -fortentwicklung verwendet werden können. Dieses zusammenbringen von Objektbereich und Sprache ist jedoch nicht lediglich bei deskriptiver Forschung ein zentraler Arbeitsschritt; er ist ebenso unabdingbar bei hypothesentestenden Untersuchungen. Der Unterschied = ist lediglich der entgegengesetzte Startpunkt diese Bemühens: Hypothesentestende Forschung hat von Begriffen auszugehen, die bereits in ihrem jeweils theoretischen Zusammenhang festgelegt worden sind und deren spezifische Bedeutung im gegebenen (Hypothesen-) Kontext zunächst zu klären ist. D.h. am Anfang steht die Notwendigkeit einer präzisen semantischen analyse .→ Die Begriffe werden in ihre Bedeutungskomponenten zerlegt;→ es wird festgestellt, welche Bedeutungsdimensionen der theoretische Begriff anspricht. → dieser semantischen Klärung hat sodann die "empirische Interpretation" zu folgen, anders formuliert: Es ist zu explizieren auf welche Dimensionen des Objektbereichs sich die Bedeutungsdimensionen des Begriffs konkret beziehen (sollen) was ist mit dem Begriff "Dimension" praktisch gemeint? (gleichgültig, ob "Bedeutungsdimension oder Dimension der Wirklichkeit) Bespiel "individuelle Lebensqualität": Mit ihm wird ein empirischer Sachverhalt bezeichnet. der ist dadurch charakterisiert, dass er nicht nur einen einzigen Aspekt hat, → nicht eindimensional, → sondern mehrdimensional. der realen Sachverhalt setzt sich aus einer Vielzahl von Teilaspekten zusammen, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können: Umweltqualität insgesamt, Wohnumwelt, Wohnung, Konsummöglichkeiten, Freizeit, Berufs- und Arbeitssituation, Familiensituation und noch manches mehr. → alles dies sind "Dimensionen der Lebensqualität", Aspekte er Realität, an denen wir unterscheiden können ob die Lebensqualität "hoch" oder "niedrig" ist → Die Denkarbeit sollte sich im Moment aud die Ebene der empirischen Sachverhalte ( nicht der Begriffe) richten. Dimension "Familiensituation" herausgenommen: Auch hier ist eine empirischer Sachverhalt gemeint, der nicht eindimensional ist. → man kann verschiedene Aspekte unterscheiden: Grad der Emotionalen Sicherheit (z.B. Konfliktfreiheit, Familiengebundenheit der Kinder usw.) materielle Sicherheit, Familienzyklus und einiges mehr. Auch von diesen "Unterdimensionen" sie eine herausgegriffen: "Familien- oder Lebenszyklus" erneut bezeichnet dies einen empirischen Sachverhalt, der offensichtlich nicht eindimensional ist; denn darunter wird eine Kombination der Merkmale Alter, Familienstand, Kinder im Haushalt verstanden. Bespiel: die Merkmalskombination: jung/verheiratet/kinderlos → "Familie im Gründungsstadium"; alt/verheiratet/Kinder nicht mehr im Haushalt der Eltern → "reduzierte Familie" Erst die Teilaspekte aus denen sich entsprechend diesem Konzept der "Familienzyklus" zusammensetzt - alter, Familienstand, Kinder im Haushalt -, ... sind eindimensional: jeder dieser Teilaspekte kann auf einer einfachen Skala abgebildet werden: Altersangabe in Jahren, Familienstand auf einer Nominalskala (ledig, verheiratet, geschieden etc.) und Kinder im Haushalt in natürlichen Zahlen. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Dimensionen = diejenigen Merkmale, nach denen empirische Sachverhalte unterschieden werden können. je nach Fragestellung kann diese dimensionale unterscheidung weit vorangetrieben werden (B: bis hin zu Individualmerkmalen wie Alter, Familienstand, Kinderzahl) oder man bewegt sich auf einer höheren Abstraktionsstufe (B: Dimensionen der Lebensqualität sind in verschiedenen Regionen zu untersuchen) Zu beachten: "Mit Dimensionene sind nicht die Merkmalsausprägungen gemeint wie 67Jahre alt", "verheiratet" ,..., mit denen man eine einzelne Person charakterisiert, sondern gemeint ist immer das ganze Spektrum möglicher Ausprägungen eines Merkmals (hier eben: Alter und Familienstand) Auf derjenigen Ebene, bis zu der die dimensionale Unterscheidung "gedanklich" vorangetrieben wird, setzt der Forscher für die zu unterscheidenden Dimensionen Begriffe ein, die zu definieren und für die gegebenenfalls Indikatoren festzulegen sind. Richten wir den Blick auf den empirischen Gegenstand, dessen Details wir ergründen une einordnen wollen, dann → dimensionale Analyse des Gegenstandbereichs. Setzen wir uns mit der Frage auseinander, welche Bedeutungen sprachlichen -zeichen zugeschrieben werden (sollen), dann → semantische Analyse von Begriffen (oder: eine Analyse der Bedeutungsdimensionen von Begriffen). Um auf unser Beispiel zurückzukommen: Bei einer semantischen Analyse des Begriffs "Lebensqualität" würde unsere Frage nicht lauten, aus welchen Aspekten sich der "Sachverhalt Lebensqualtität" zusammensetzt, sondern was Personen meinen wenn sie von "Lebensqualität" reden. Unterscheidung nach der Art der Sprache: Begriffe mit denen wir Sachverhalte, Ereignisse (allgemeiner: Objekte) bezeichnen, → gehören zur Objektsprache Aussagen die wir über die sprachlichen Zeichen treffen,→ gehört zur Metasprache. das bedeutet dann : Als Resultat einer dimensionalen Analyse erhalten wir → objektsprachliche Aussagen, das Resultat einer semantischen Analyse formulieren wir mit einer → Metasprache. "Das Bild eines Hundes bellt nicht"
- 3.2 Beispiel einer dimensionalen Analyse: Berufserfolg und soziale Herkunft Aufgabenstellung für eine deskriptive Untersuchung: Es sollen Daten zur Beschreibung der Bildungs- und Berufssituation von Kindern aus Elternhäusern unterschiedlicher Sozialschichten erhoben und ausgewertet werden. EMPIRISCHER GEGENSTANDSBEREICH → IDEENSAMMLUNG Frage: wie steht es um den "Entdeckungszusammenhang"? Welche Vermutungen/Kenntnisse über die Zusammenhänge der angesprochenen Aspekte der Wirklichket bestehen?B: Erfahrung, dass Arbeiterkinder es sowohl in der Schule als auch später im Beruf schwerer haben, "nach oben" zu kommen. / Kinder aus Mittelschicht- oder Oberschichtmilieu haben es in beiden Bereichen leichter. Ausgangspunkt könnte auch sein, nach Schelsky: Wir leben in einer hochmobilen Gesellschaft, in der jeder im Prinzip die Chance hat, bei entsprechender Leistung "aufzusteigen" und in der die Schule die eigentliche Zuweisungsinstanz für soziale Chancen sei.→ Studie von Blau und DuncanStudie von Blau und Duncan → Hypothese: " Die soziale Herkunft beeinflusst sowohl direkt als auch indirekt (über die ermöglichte Bildung) den beruflichen Erfolg der Kinder." → Formalisiert lässt sich diese theoretische Annahme (Vermutung über Chancengleichheiten in der Gesellschaft) so darstellen: Soziale Herkunft → Bildung → Berufserfolg . ↓_____________________↑ → SYSTEMATISIERUNG 2. Verwertungszusammenhang Sollen die Ergebnisse auch praktisch und politische Relevanz haben → Informationen über dieses Problemfeld müssen relativ präzise als auch begründet sein. → Notwendigkeit einer gedanklichen Durchstrukturierung des Sachverhalts. → Präzisierung der Problemformulierung.: Was ist der gesellschaftliche Sachverhalt "soziale Herkunft"? Welchen Einfluss könnte die soziale Herkunft auf Schulerfolg und späteren Berufserfolg der Kinder ausüben? Was ist "Bildung" und -schließlich- was ist "beruflicher Erfolg" der Kinder?Welche Aspekte sind besonders relevant?....→ --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- SELEKTION DER RELEVANTEN ASPEKTE Man benötigt Selektionskriterien → verweis auf den... 3. Verwendungszusammenhang Für welche Zwecke sollen die Resultate der Forschung verwendet werden? Ergebnis der dimensionalen analyse und der Problempräzisierung wird z.B bei Auftragsforschung entscheidend vom Auftraggeber und dessen Interessen abhängen → in dieser Phase strukturieren die Erkenntnisziele und Werte bis zu einem gewissen Grad das potentielle Ergebnis der Forschung, indem sie den Kreis möglicher Erkenntnisse eingrenzen: was jetzt ausgeblendet wird, darüber werden keine Forschungsresultate gewonnen!--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- zurück zur ersten Frage: Was könnte " soziale Herkunft" in der realen Situation einer Gesellschaft wie den USA in den 1960er Jahren sein? Welche Merkmale könnten relevant sein? → brain-storming (Ideensammlung):Engere soziale Umwelt des Individuums (Familie): Sozialer Status der Familie, soziales Netzwerk der Familie, Verhaltensstile in der Familie, demographische Merkmale der Familie Weitere soziale Umwelt: Wohngebiet, Stadt/Land, homogene/heterogene soziale UmweltZugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen: ethische Gruppen, Randgruppen → Liste unvollstäng, aber schon zu lang → Forschergruppe reduziert "soziale Herkunft" auf "sozialer Status des Elternhauses" → Entscheidung ist zu Begründen → der Nachwei müsste möglich sein , dass außer den Merkmalen des sozialen Status des Elternhauses alle übrigen aufgelisteten Aspekte (Dimensionen) der sozialen Herkunft keinen nennenswerten Einfluss auf die Bildung und auf den Bildungserfolg der Kinder ausüben. → wären also im gegebenen Zusammenhang unerheblich. → Reduzierung genügt dem Anspruch der Wertneutralität. Teildimensionen bestimmenBeruf: Berufsbezeichnung, Berufsprestige, mit der Berufsposition verbundener Einfluss (Macht), Selbstständigkeit/Abhängigkeit, berufliche Sicherheit, berufliche BelastungVermögenEinkommen: durcherwerbstätigkeit erzielt, durch Vermögen erzieltBildung: schulbildung, Erwachsenenbildung, 2. Bildungsweg, allgemeine Weiterbildung, berufliche Ausbildung, berufliche Weiterbildung, "Geistesbildung", Persönlichkeitsbildung, außerhalb des Schulsystems (z.B. durch selbststudium) erlangtes Wissen.Liste zu umfangreich → Selektion, nicht nur im Hinblick auf die Merkmale sondern auch sondern auch im Hinblcik auf die Personen → sollen die Merkmale für alle Mitglieder der Familie erhoben werden? oder nur für das Elternpaar oder nur für eine Person (Vater oder Mutter?) → oder Gesamtwert für die ganze Familie? (Gesamteinkommen oder Durchschnittseinkommen pro Kopf oder Einkommen des Hauptverdieners)? → Auswahlentscheidung ist nachprüfbar zu begründen, Selektionskriterien sind offen zu legen. Was hier für die Dimension "soziale Herkunft" bzw. die Teildimension "sozialer Status des Elternhauses" vorgeführt wurde, → in ähnlicher Weise für "Bildung der Kinder" und "beruflicher Erfolg der Kinder" zu gesehen. In Anlehnung an das Basismodell von Blau/Duncan → Fragestellung eingeschränkt und die Ermittlung des Zusammenhangs der Merkmale...: "sozialer Status des Elternhauses" (gemessen an den beiden Merkmalen: Berufsprestige und Bildung) ↔ Bildung des Befragten (gemessen am Merkmal: Berugsprestige) Merkmalsträger begrenzt auf: Vater (als Repräsentanten für das Elternhaus) + Söhne (als die künftigen Statusträger) Explikation der Beziehungen zw. den relevanten Beziehungen Wie kann eine solche Selektion der Merkmale und der Merkmalsträger aus der Vielzahl der aufgelisteten möglichen Merkmale und der Zahl möglicher Merkmalsträger begründet werden? → zurückgreifen auf Theorien Mögliche Begründung hier: In der USA um 1960 ist die Stellung der Familie in der gesellschaftlichen Hierarchie definiert: Ehefrau und Kinder besitzen demgegenüber ledigliche einen davon abgeleiteten Status. Ganz analoge Gründe könnten für die Beschränkung der Untersuchung auf die Söhne geführt werden . Zur Auswahl der Statusmerkmale: sie sind als besonders relevant für die Charakterisierung des Herkunftskontextes angesehen: a) Das Berufsprestige des Vaters, denn die gesellschaftliche Stellung drückt sich vor . allem im Prestige der Berufsposition aus ( vor allem diese ist nach außen sichtbar); b) die erreichte formale Bildung des Vaters; denn: Je höher die Bildung des . Elternhauses, umso höher das Anspruchsniveau für die an die Kinder weiter zu . vermittelnde Bildung; und: Je höher die Bildung des Elternhauses, desto günstiger die . Vorraussetzung, die in der vorschulischen Sozialisation an die Kinder weitergegeben . werden (z.B. Sprache) Als nicht relevant unberücksichtigt: Höhe und Art des Einkommens ( mögliche Begründung: enger statistischer Zusammenhang mit Berufsprestige);andere als formale Bildung ("soziale" Relevanz erhalten vor allem die offiziell dokumentierten Beildungsabschlüsse);soziale und räumliche Umwelt (diese bestimmt nur indirekt den Status des Elternhauses; die Segration verläuft umgekehrt: sozialer Status → Umwelt).Problemrelevant: formale schulische Bildung sowie das Prestige der Berufsposition. die zu Beginn forschungsleitende Hypothese → durch folgende Einzelhypothesen (die nur noch einen Ausschnitt aus der Anfangsfragestellung abdecken) spezifiziert: a) Der Berufserfolg (Berufsprestige) der Söhne wird positiv beeinflusst durch deren . eigenen Bildungsabschluss (Zuteilung gesellschaftlicher Chancen durch die Schule: . Bildung des Sohnes ----------------- + ----------------→ beruflicher Erfolg des Sohnes b) die Höhe des Bildungsabschlusses wird positiv beeinflusst sowohl von der . Berufsposition des Vaters als auch von dem Bildungsniveau des Vaters (höheres . Anspruchsniveau und besondere Vorraussetzungen aus dem Elternhaus): . berufliche Position des Vaters ------------------- + -----------------→ Bildung des Sohnes . Bildung des Vaters ------------------- + ------------------→ Bildung des Sohnes c) der berufliche Erfolg positiv beeinflusst durch die Berufsposition des Vaters (delayed . effect: bei gleicher bildungsmäßiger Vorraussetzung hat die höhere Berufsposition des . Vaters einen fördernden Einfluss, z.B. über Einfluss, Beziehungen, Vorurteile der . Personalchefs) Die Bildung des Vaters hat keinen delayed effect und wirkt sich . ausschließlich indirekt auf dem Weg über die Bildung des Sohnes aus.: . . berufliche Position des Vaters ------- + ----------→ beruflicher Erfolg des Sohnes Vorraussetzung für die Berechtigung der Reduziereun des Beziehungsfeldes auf die genannten Einflussgrößen ist: Alle anderen Einflussgrößen sind im Vergleich zu diesen drei in ihrer Wirkung gering und können daher hier vernachlässigt werden → kann empirisch richtig oder falsch sein. Andere Einflussgrößen mögen zwar auch sehr bedeutsam sein; sie interessieren aber nicht. → diese Begründung kann man lediglich akzeptieren oder nicht akzeptieren. Wenn andere als die drei Einflussgrößen auf Berufserfolg nicht erhoben werden, → kann man sie im Rahmen dieser Untersuchung auch nicht empirisch überprüfen. Die Annahme könnte falsch sein → die gesamten Ergebnisse der Analyse wären möflicherweise auch falsch, wenn anderer nicht berücksichtigte Einflussgrößen nicht nur auf die abhängige Variable sondern auch auf die explikative Variable Einfluss üben. Explikative Variable = Unabhängige Variablen. B= Einkommen des Vaters ------ + ----→ erreichbare Bildung + späteren Berufserfolg. (der "Geldadel hilft sich gegenseitig / "Kauf" einer hoch angesehenen Position). → Hineinnahme des Merkmals "Einkommen des Vaters" würde die Restbeziehung zwischen Bildung und Berufserfolg vermindern → andere Interpretation der empirischen Resultate. ob diese ergänzende Annahme in der empirischen Realität Bestand hat = nicht im Voraus entscheidbar → erst entscheidbar, wenn die nötigen Daten erhoben und statistisch ausgewertet worden sind. Erinnerung: bei der dimensionalen Analyse (= bei der gedanklichen Strukturierung) des Untersuchungsgegenstandes geht es darum: a) Herausfinden, welche Aspekte an dem Untersuchungsgegenstand festgestellt werden können. b) zu entscheiden, welche Aspekte für die konkrete Untersuchung so bedeutsam sind, dass dazu Daten erhoben werden sollen. → → → auf bewährte Theorien zurückgreifen = hilfreich. Bei b) müssen wir uns über den "Entdeckungs- und Verwertungszusammenhang" klar werden. Die strategische Bedeutung der dimensionalen Analyse bei der Konzipierung eines Untersuchungsmodells. dazu ein vergleich der empirischen Ergebnisse von Blau und Duncan mit denen einer Nachfolgeuntersuchung in der BRD durch W. Müller. Müllers Modell würde geringfüfig ergänzt durch: Variable Berufsprestige des Sohnes wird zu zwei Zeitpunkten gemessen: 1. Berufseintritt (1. Beruf), zum Zeitpunkt der Untersuchung (derzeitiger Beruf) zum erweiterten Modell berichten Blau und Duncan für die USA anhand ihrer Daten von folgenden Befunden: Bildungsabschluss des Sohnes hängt bis zu einem gewissen Grad von dessen sozialer Herkunft ab Die Merkmale Bildung und Beruf des Vaters zusammen "erklären statistisch" zusammen 26% der Unterschiede in der Schulbildung der befragten Söhne. → Interpretation: der Einfluss des Elternhauses auf den gezielten Schulabschluss (d.h. die Chancenungleichheit im Bildungssystem) = gar nicht so groß wie behauptet. Schulbildung wirkt sich auf die erste Berufsposition + auf den Beruf zum Zeitpunkt der Untersuchung aus. Aber hier sind die statistisch ermittelten Beziehungen bei weitem nicht so stark, wie die Thesen von der "Status-Vererbung" und von der Funktion der Schule als Zuweisungsinstanz für soziale Chancen vermuten lassen. Gleiches gilt für den unabhängig von der vermittelten Bildung erkennbaren Effekt des Vaterstatus auf den Berufserfolg des Sohnes. Fazit: die gängige These vom Aufstieg durch Leistung in einer "offenen Gesellschaft" wird durch die empirischen Befunde gewonnen auf der Basis des skizzierten Untersuchungsmodells, für die USA nicht eindeutig widerlegt . Insgesamt lassen sich in den Daten von Blau und Duncan zwar 42% der festgestellten Unterschiede im Berufsprestige der BEfragten auf die VAriablen des .......... Fassen wir zusammen: Ausgangspunkt der dimensionalen Analyse ist eine auf die BEschreibung eines empirischen Sachverhalts bezogene, relativ grob abgegrenzte Fragestellung. die methodische Aufgabe besteht in der Präzisierung der Fragestellung (gegebenenfalls in ihrer Einschränkung) sowie in der gedanklichen und begrifflichen Strukturierung des Untersuchungsgegenstandes. Dabei ergibt sich als idealtypische Abfolge von Arbeitsschriten: 1. Ideen und Materialsammlung: Welche SAchverhalte sind von der Fragestellung direkt angesprochen? was hängt (indirekt) mit ihr zusammen? Wie sind die angesprochenen Sachverhalte gegliedert? → Haben sie eine angebbare Struktur : Welche empirischen Zusammenhänge gibt es zwischen den Teilelementen des Untersuchungsgegenstands? Methodische Vorgehensweisen: "brain storming"; Rückgriff auf vorhandene Kenntnisse; Literaturstudium, Expertenbefragung, explorative Vorstudie. 2. Systematisierung: Ideen- und Materialiensammlung in eine realitäts- und themenadäquate Ordnung bringen. → somit wird erkennbar, ob und wo noch Lücken bestehen → gegebenenfalls eine Ergänzung der Ideen- und Materialsammlung erforderlich. Strategien der Systematisierung können sein: theoretische Ordnung (B= unter Rückgriff auf URsache-, Wirkungs- oder Systemzusammenhangs-Hypothesen) Ordnung in Form eines Ablaufschemas (B= Entscheidungs- oder Ereignisabfolge), formale Ordnung (B= vom Allgemeinen zum Spezifischen, von Oberzielen über Zwischen- und Unterziele zu konkreten Maßnahmen) 3. Auswahl der untersuchungsrelevanten Aspekte: Aus der Ideen- und Materialsammlung und ihrer systematisierten Zusammenfassung sind diejenigen Aspekte ("Dimensionen") auszuwählen, die für die Fragestellung der Untersuchung bedeutsam scheinen und über die Daten erhoben werden sollen Selektion ist anhand begründeter und untersubjektiv nachprüfbarer Kriterien vorzunehmen; die Begründungen sind zu dokumentieren. Auswahlkriterien lassen sich z.B. aus empirisch bewährten theoretischen Kenntnissen ableiten, oder sie können sich aus Erkenntnisinteresse des Forschers oder dem Verwertungsinteresse des Auftraggebers einer Studie ergeben. 4. Entwicklung eines untersuchungsleitenden Modells sowie des deskriptiven Begriffsschemas: Die als untersuchungsrelevant ausgewählten Dimensionen des Gegenstands sind zueinander in Beziehung zu setzen: Was hängt in welcher Weise womit zusammen?; Was wirkt sich in welcher Weise worauf aus? → Empfehlung: das Untersuchungsleitende Gegenstandsmodell in Form einer Grafik visualisieren + die im Modell implizierten Zusammenhangshypothesen explizit ausformulieren. Erstellung des deskriptiven Begriffsschemas. Die zur Beschreibung und Analyse des Untersuchungsgegenstandes benutzten Begriffen der Fragestellung müssen angemessen sein → d.h. sie sollen geeignet sein die Struktur des empirischen Sachverhalts in der notwendigen Differenzierung sprachlich abzubilden. Sie müsse -zur Sicherung der intersubjektiven Geltung der Aussagen- entweder bereits eine unmissverständliche Bedeutung haben oder gegebenenfalls vom Forscher präzise definiert werden. Idealfall: die Begriffe des deskriptiven Schemas haben zugleich theoretische Relevanz, so dass die Daten auch zur Weiterentwicklung bereits bestehender oder zur Formulierung neuer Theorien/Hypothesen über den Untersuchungsgegenstand beitragen können.
- 3.3. Beispiel einer semantischen Analyse: der theoretische Begriff "Entfremdung" Forscher hat bei der "semantischen Analyse" mit sprachlichen Zeichen (Begriffen) + ihrer Bedeutung, also mit den Aussagen über einen (vom Sprecher, vom Schreiber) gemeinten Sachverhalt zu tun Forscher muss die Bedeutung der verwendetetn Begriffe in ihrem sprachlichen Kontext rekonstruieren.B: so spricht das gleiche sprachliche Zeichen "Nordrhein-Westfalen" in den folgenden Sätzen unterschiedliche Bedeutungsaspekte an: Nordrhein-Westfalen ist 33958 Quadratkilometer groß → Bezug auf das räumliche Gebiet.in Nordrhein-Westfalen finden demnächst Landtagswahlen statt. → Aussage bezieht sich auf das politische System. → das selbe sprachliche Zeichen bezeichnet in beiden Aussagenkontexten jeweils einen anderen "Gegenstand". Sprachliche Zeichen haben häufig die Eigenschaft "mehrdeutig" zu sein. Unproblematischster Fall : der Begriff fasst mehrere unterschiedliche Aspekte eines komplexen Sachverhalts zusammen, bezeichnet einen mehrdimensionalen Sachverhlat."Mehrdeutig" kann auch bedeuten: der Begriff bringt in der Realität an sich unterscheidbare Sachverhalte dadurch auf einen Nenner, dass er von individuell spezifischen Merkmalen dieser Sachverhalte absieht (abstrahiert) und nur solche Merkmale hervorhebt, die allen gemeinten Sachverhalten gemeinsam sind. →→ Oberbegriffe. B: Kraftfahrzeug = Oberbegriff für: Bus, Lieferwagen, Motorrad, usw., die ihrerseits wieder Oberbegriffe sind für jeweils eine Reihe unterschiedlicher Kraftfahrzeugarten. Von solchen "mehrdimensionalen Begriffen din in einem gegebenen Aussagenzusammenhang - in einem sprachlichen Kontext - üblicherweise nicht alle "Bedeutungsdimensionen" gemeint. → daher......Ziel der semantischen Analyse muss es in einem solchen Fall sein, die tatsächlich gemeinten Bedeutungsdimensionen aus dem sprachlichen Kontext zu erschließen. trotz der Mehrdimensionalität solcher Begriffe wird inden oben genannten Fällen dennoch ein einheitlicher Sprachgebrauch bei unterschiedlichen Sprechern unterstellt, d.h. alle meinen z.B. mit dem Oberbegriff "Kraftfahrzeug" die gleichen Klassen von Gegenständen. Oft geht die "Mehrdeutigkeit" von Begriffen über ihre "Mehrdimensionalität" hinaus:Die gleichen sprachlichen Zeichen werden dann von verschiedenen Personengruppen mit jeweils unterschiedlichen, teilweise sogar gegensätzlichen Bedeutungen belegt. B: Begriffstpaar Freiheit und/oder Sozialismus + Verwendung bei Anhängern konservativer bzw. Anhänger linker Parteien in der politischen Auseinandersetzung der 1970er und 1980er Jahre. Plitisch aktueller: Wende, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Globalisierung oder demographischer Fakor. Bedeutung des Begriffes Kapital in der marxistischen im Vergleich zur bürgerlichen Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie. Bei solcher Art von Begrifflicher Mehrdeutigkeit → Aufgabe der semantischen Analyse: den unterschiedlichen Sprachgebrauch unterschiedlicher Gruppen oder unterschiedlicher theoretischer Ansäntze herauszuarbeiten + die verschiedenen Sprachverwendungen eineander gegenüberstellen. + alternative Bedeutungen eines sprachlichen Zeichens sind gegenüber den Bedeutungen ähnlicher Begriffe abzugrenzen. → es sind hinreichend differenziert die Verwendungsregeln sprachlicher Zeichen (die semantischen REgeln) für die untersuchungsrelevanten Gruppen von Sprechern oder Autoren sowie für die untersuchungsrelevanten sprachlichen Kontexte zu rekonstruieren. Während Begriffe, die im Anschluss an eine dimensionale Analyse den Aspekten der Realität durch Definition zugeordnet werden, immer empirischen Bezug haben, muss dies bei theoretischen Begriffen nicht so sein. Eine semantische Analyse theoretischer Begriffe zum Zwecke der empirischen Überprüfung von Theorien/Hypothesen umfass deshalb zwei Ebenen:Es müssen die Bedeutungskomponenten (Bedeutungsdimensionen) herausgearbeitet werden, die dem Begriff im verwendeten theoretischen Zusammenhang (evtl. in alternativen theoretischen Zusammenhängen) zukommen, und es müssen. die empirischen Sachverhalte bestimmt werden, die diesen Bedeutungsdimensionen entsprechen. Daraus kann sich herausstellen: Begriff wird im theoretischen Zusammenhang zwar von seiner intensionalen Bedeutung her eindeutig verwendet, aaber ihm entsprechen (extensional) überhaupt keine oder doch nur sehr wenige auch empirisch mögliche Sachverhalte. (überhaupt kein bzw. sehr geringer empirischer Bezug)Praktische Vorgehen der semantischen Analyse ist ähnlich dem der dimensionalen Analyse. Beim Verfahren der Dimensionsanalyse des Untersuchungsgegenstandes folgt die Ideen- und Materialsammlung sowie auf die Systematisierung der Befunde die Entscheidung, welche Aspekte des zu untersuchenden Realitätsausschnitts für die Analyse so bedeutsam sind, dass darüber Daten erhoben werden müssen, und welche Aspekte im gegebenen Zusammenhang vernachlässigt werden können. Diese Entscheidung ist zu Begründen.Auch die semantische Analyse läuft schrittweise ab: Ideen- und Materialsammlung (über mögliche Bedeutung und Verwendungskontexte, über Begriffe mit ähnlichen Bedeutungen usw.), → Systematisierung (Abgrenzungen und Gegenüberstellungen von Begriffsverwendungen). → Entscheidung, welche der ermittelten BEdeutungsdimensionen für die durchzuführende Untersuchung zentral sind und welche im gegebenen Zusammnenhang außer acht gelassen werden können. Es gilt: Jede Entscheidung ist zu begründen. Falls erforderlich - z.B. wenn ein unterschiedlicher Sprachgebrauch festgestellt wurde-, sind die Begriffe präzise zu definieren; d.h. es ist anzugeben, in welcher Bedeutung sie in der nachfolgenden empirischen Untersuchung verwendet werden.Dimensionale Analyse: Endet damit, dass den interessierenden empirischen Sachverhalten geeignete (objekt-sprachliche) Begriffe zugeordnet werden. Diese Begriffe sollen einerseits den empirischen Gegenstandsbereich beschreiben, andererseits sollen sie zugleich auch theoretische Relevanz besitzen (z.B existierende Theorien über den Untersuchungsgegenstand vorkommen)Analog besti der Schlusspunkt der semantischen Analyse darin: die untersuchungsrelevanten Begriffe mit beobachtbaren Sachverhalten der Realität zu verknüpfen. (Festlegung des empirischen Gehalts, empirische Interpretation der Begriffe) Mit anderen WOrten: Angeben, welche empirichen Bedeutung den Begriffen zukommen soll. welche konkreten empirischen "Gegenstände" mit den sprachlichen Zeichen gemeint sein sollen. Je nach dem Abstraktionsgrad der Begriffe kann deren empirische Interpretation ein mehr oder weniger komplexer vorgang sein. Im folgenden Beispiel: suche nach den Bedeutungen eines theoretischen Begriffs . Zu bedenken, dass die präzise Bedeutungsanalyse theoretischer Begriffe erfordert im Allgemeinen ein intensives Literaturstudium. Beginn mit Sammlung von Defintionen in verschiedenen Nachschlagewerken und fachbezogenen Handbüchern. → so gewinnt man Eindruck, auf welchen Dimensionen dem Begriff Bedeutungen zugeschrieben werden.Zugleich wird man Hinweise auf existierende Standardveröffentlichungen zum Thema findenDanach: Durchsicht der Literatur, die dich mit den in Frage stehenden theoretischen Konzepten befasst. Vorgefundenen Bedeutungskomponenten (Bedeutungsdimensionen) sind der interessierenden Begriffe zu ordnen, zu präzisieren und gegeneinander abzugrenzen.→ kann hier nur exemplarisch dargestellt werden.Illustrationsbeispiel: Begriff "Entfremdung" willkürlich herausgegriffenen Definition: "eine Kategorie der marxistischen Philosophie. Wird auch als Entäußerung, Selbstentfremdung, Versachlichung, Verdinglichung bezeichnet. Beschreibt eine historisch-gesellschaftliche Gesamtsituation, in der die Beziehungen zwischen Menschen als Verhältnisse zwischen Sachen, Dingen erscheinen. Die durch materielle und geistige menschliche Arbeit hervorgebrachten Produkte, gesellschaftlichen Verhältnisse, Institutionen und Ideologien treten den Menschen als fremde, beherrschende Mächte gegenüber.E. MAndel versucht den Begriff direkt aud die Werke von Karl Marx zurückzuführen, der von der "praktischen Feststellung des Elends der Arbeiter" ausgegangen sei. Ihm sei - nachdem er "die Entfremdung nacheinander auf releigiösem..und auf juridischem Gebite (das Privatinteresse entfremdet den Menschen von der Gemeinschaft) entdeckt hatte" -schließlich klar geworden, " dass das Privateigentum eine allgemeinde QUelle der Entfremdung darstellt... Indem er die politische Ökonomie einer systematischen Kritik unterwirft, entdeckt er, dass iese dazu neigt, die gesellschaftlichen Widersprüche, das Elend der Arbeiter, welche in der Erscheinung der entfremdeten Arbeit sozusagen zusammengefasst sind, zu verschleiern"→ Drei Bedeutungsebenen in der Sicht von Marx (Dimensionen, zu denen der Begriff etwas aussagt), nämlich: einige Gebiete, in denen das Phänomen Entfremdung auftaucht (=Religion, Recht, Ökonomie), eine allgemeine Erscheinungsform (=Elend) und eine mögliche Ursache (=Privateigentum) → die Duche nach den Bedeutungsgehalten des Begriffs "Entfremdunf bei Marx müsste natürlich fortgesetzt werden. Das soll hier nicht geschehen; hier soll lediglich der Anfang einer solchen Arbeit aufgezeigt werden. Grobe Zusammenfassung des Ergebnisses: Der NICHT entfremdete Mensch verwirklicht sich in der gesellschaftlichen Arbeit, findet sich im Produkt seiner Arbeit wieder; er äußert einen Teil seiner Persönlichkeit darin, ist sozusagen ein Teil des Produkts. Die moderne Produktionsweise stört diese Beziehung: Der Mensch tritt als verdinglicht, als SAche (nämlich als bezahlte, beliebig austauschbare Arbeitskraft) in ERscheinung; Arbeitskraft, Arbeitswerkzeug und Arbeitsprodukt gehören ihm nicht mehr, sondern dem Besitzer der Produktionsmittel. →Die Arbeit und ihr Ergebnis werden damit dem Arbeiter entfremdet, treten ihm als feindliche Dinge gegenüber. "Mit der Verwertung der Sachwelt nimmt die Entwertung der MEnschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren: sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware..."Damit kein Missverständnis aufkommt; Das geschilderte Zwischenergebnis der semantischen Analyse skizziert, welche Bedeutung in den ausgewerteten Texten mit dem Denkkonzept "Entfremdung" verbunden werden. Ob diese Begriffsbedeutung auch eine Entsprechung in der empirischen Welt hat, ist damit noch nicht entschieden. Der theoretischen Bedeutung von Entfremdung würden nach diesem Denk-Konzept auf der empirischen Ebene gesellschaftliche Verhältnisse (etwa Rechtsordnung, Arbeitsbedingungen, Produktionsorganisation, Vermögensverteilun), also "objektive" Bedungungen entsprechen, die außerhalb des einzelnen Menschen sxistieren. Sartres Sichtweise: " Wir weisen jede irreführende Gleichsetzung des entfremdeten Menschen mit einer Sache, der Entfremdung selbst mit physikalischen, die Bedingungsverhältnisse der äußeren Welt beherrschenden Gesetzlichkeiten strikt ab"Botigellis Sichtweise: Abwandlucn g des Begriffs vom Objektiven ins Subjektive: Der entfremdete "Arbeiter fühlt sich außerhalb der Arbeit frei, und in der Arbeit fühlt er sich unfrei"→Der selbe BEgriff in verschiedenen Kontexten (= von verschiedenen Autoren) in unterschiedlicher Weise benutzt. → Entfremdung= mehrdeutiger Begriff. wollte man durch eine empirischen Untersuchung entscheiden, welcher AUtor denn nun "empirisch recht hat" → ohne semantische Klärung des jewelis verwendeten BEgriffs "Entfremdung" nicht möglich. → dimensionale Auflösung des Bedeutungsspektrums, um einen empirischen Vergleich pro Bedeutungsdimension vorzunehmen. eine alternative semantische Analyse des Begriffs "Entfremdung" von Seeman verdeutlicht, dass aus unterschiedlicher Interpretation theoretischer Begriffe durchaus unterschiedliche empirische Untersuchungsansätze folgen (können), die auch unterschiedliche Resultate erbringen (können). Gedankengang von Seeman zielt darauf ab, einen Begriff "Entfremdung" (alienation) zu erhalten, mit dem empirische Aussagen möglich sind (der also mit empirisch angebbaren Merkmalen korrespondiert). Seine Überlegung: Entfremdung = nicht direkt beobachtbar → Bedeutung des Begriffs für Seeman: Entfremdung = dispositionale Eigenschaft von Personen → d.h. der Autor bezieht den Entfremdungsbegriff nicht auf die Sachverhalte, die MArx als Entfremdung beschrieben hat (also auf Dimensionen objektiver Gegebenheiten) → sondern er bezieht den Begriff auf die individuelle Erfahrungen dieser Gegebenheiten der Umwelt durch die betroffenen Menschen. Wenn Seemann diese "subjektive Erfahrung" für den Forscher erfahrbar machen will, dann muss er → den Begriff auf erfahrbahre Sachverhalte beziehen: Korrespondenzregeln finden, nach denen aus beobachtbaren Sachverhalten auf die nicht direkt erfahrbaren dispositionalen Eigenschaften geschlossen werden kann. → dies geschieht, in dem Seeman von der Existenz der sozialen Wirksamkeit einer Verhaltensform ausgeht, die als entfremdetes Verhalten zu bezeichnen ist. Verhalten aber ist erfragbar, beobachtbar. Durch die Wendung vom Objektiven ins Subjektive wird der Beriff in hohem Maße mehrdimensional: Auf die gleichen Umweltbedingungen können Individuen durchaus in unterschiedlicher Weise reagieren, und sie können unterschiedliche dispositionale Eigenschaften aufbauen. Also kann man sich auch unterschiedliche Typen entfremdeten Verhaltens (unterschiedliche Dimensionen entfremdeten Verhaltens) vorstellen.Die erste Dimension: "powerlessness" (Machtlosigkeit) ; sie drückt sich ausin der der individuellen Wahrnehmung fehlender Möglichkeiten, Einfluss auf Ereignisse im sozialen und politischen Umfeld auszuüben (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) und dementsprechend in dem Verzicht auf Handlungen, die auf Einflussnahmen in solchen Bereichen gerichtet sind (powerlessness= fehlende Kontrolle über Wirkungen, Folgen, Ergebnisse in gesellschaftlichen Handlungsbereichen)Die zweite Dimension: "meaninglessness" Orientierungslosigkeit. Der Autor versteht darunter, dass das Individuum sich nicht klar ist über gesellschaftliche Handlungszusammenhänge; dass für ihn die Minimalforderung an die Transparenz von Entscheidungsprozessen, von denen er betroffen ist, nicht erfüllt sind; dass seine Erwartungen, er könne zufrieden stellende Vorraussagen über die Folgen von Handlungen machen, gering sind (meaninglessness= Unfähigkeit, die Mechanismen von Situationen, denen man selbst zugehört, zu begreifen, zu durchschauen)Die dritte Dimension Entfremdung ist nach Seeman "normlessness" Darunter versteht er die Überzeugung einer Person, unter gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen sei für sie ein gesetztes Ziel nur über sozial nicht akzeptiertes (unapproves) Verhalten erreichbar; die gesellschaftlich erlaubten Mittel und Wege, individuelle Ziele zu erreichen, scheinen ihr verschlossen. vierte Dimension: "value isolation" . Entfremdete PErsonen messen -wie Interlektuelle- solchen Zielen, Werten oder Überzeugungen niedrige individuellen Belohnungswert zu, die üblicherweise in einer gegebenen Gesellschaft hoch bewertet werden und umgekehrt. Diese Form von Entfremdung rückt das Individuum in die Nähe der Verhaltenkategorie des "Innovators"fünfte Dimension: "self-estrangement" (wörtl.: Selbstentfremdung). Damit ist gemeint: der Grad der Abhängigkeit des aktuellen Verhaltens von antizipierten zukünftigen Belohnungen oder Bestrafungen, und zwar Belohnungen/Bestrafungen, die außerhalb der Aktivität selbst und außerhalb des Individuums liegen. Diese Dimension bezieht sich mit anderen Worten auf die Unfähigkeit des Individuums, sich Aktivitäten zuzuwenden, die aus sich selbst heraus belohnenden Charakter haben. Dieser letzere Entfremdungstyp entspricht dem, was in der Sozialpsychologie als der "externalisierte" Persönlichkeitstyp bezeichnet wird: Das Individuum hat normative Regeln nicht internalisiert (verinnerlicht), sondern orientiert sein Verhalten an den zu erwartenden (externen) Belohnungen und Bestrafungen. sechtste Dimenion: "social-isolation" = niedrige individuelle Erwartung, sozial akzeptiert, anerkannt zu werden, gemeint.Zu diesem Verfahren des Inbeziehung-Setzens eines theoretischen Begriffs zu erfahrbaren Sachverhalten, aufgrund derer dann auf das Vorliegen oder Nichtvorliegen des theoretisch gemeinten Sachverhalts geschlossen werden kann, ist zweierlei anzumerken: Die formulierten Korrespondenregeln sind selbst wieder Hypothesen; sie können falsch sein. Hier wird z.B. postuliert, dass ein Zustand "subjektiver Entfremdung" mit bestimmten Verhaltensstilen einer Person koresspondiert. Es ist aber durchaus denkbar, dass für ein Individuum zwar "eigentlich" ein Zustand subjektiver Entfremdung gegeben ist, dass dieses Individuum aber dennoch (und sei es unter großen psychischen Anstrengungen) in der Lage ist, einen bestimmten Verhaltensstil zu unterdrücken. Dadurch, dass der theoretische Begriff nicht direkt auf Erfahrbares bezogen werden kann, sondern erst "semantisch interpretiert" werden muss, kann er auf geänderte Bedingungen in geänderten historischen Kontexten angewendet werden. (Beispiel; die in sozialpolitischen Diskuren übliche Definition des Begriffs "Armut") Im Extremfall kann auf diese Weise aber auch eine Theorie gegen jede empirische Überprüfung, gegen jede empirische Erfahrung immunisiert werden. Klare Trennung zwischen der abstrakten Ebene der Sprache und der konkreten Ebene der Realitätsphänomene und Sachverhalte zu trennen ist schwer →Beim Versuch des Herausarbeitens der Bedeutung eines Begriffs zu Überlegungen über Eigenschaften eines realen Sachverhalts "umgeschaltet", oder umgekehrt: An die Stelle der Begründung relevanter Eigenschaften eines Gegenstandes wird die Definition eines Begriffs gesetzt. Dies ist nicht verwunderlich → wird doch diese Unterscheidung in der Alltagssprache oft verwischt. Für die klare gedankliche Strukturierung des Vorgehens bei der semantischen analyse ist diese Unterscheidung aber von großer Wichtigkeit. Drittes Beispiel: Um die generelle Notwendigkeit von Bedeutungsanalysen zu illustrieren, soll er nicht einer sozialwissenschaftlichen Theorie, sondern eher alltäglichem Sprachgebrauch entnommen werden: "Führungskräfte" In welchem Kontext könnte uns dieser Begriff begegnen? B: Anzeige in der Zeitung sucht "Führungskräfte / Bericht in der Zeitung über einen Verwaltungsgerichtsprozess, in dem es darum geht, ob ein Beklagter aus der öffentlichen Verwaltung Ihre Gemeinde "Führungsaufgaben" wahrgenommen hat und daher in besonderer Weise für seine Entscheidungen zur Verantwortung gezogen werden kann. / könnte auch sein, dass Sie das Angebot erhalten, in einem Forschungsprojekt mit dem Titel "Der Wandel in der Aufgabenstruktur und in der sozialen Herkunft von Führungskräften in Großunternehmen" mitzuwirken. In keinem der Drei Beispieltexten geht es um eine theoretische Argumentiation, sondern um Alltagssituationen, Im ersten Fall -Anzeige in der Zeitung- könnte es für mich persönlich interressant sein zu wissen, was wohl mit "Führungskräfte" gemeint ist, falls Sie sich nach Abschluss Ihres Studiums um eine "gute" Anstellung bemühen und daher entscheiden wollen, ob sich eine Bewerbung um die ausgeschriebene Position für sie lohnen könnte. Im zweiten Fall ist die Klärung des Begriffs "Führungskraft" für die beteiligten Juristen ausschlaggebend für die Entscheidung darüber, nach welchen Kriterien das zu Verhandlung stehende Verhalten des Beklagten beurteilt wird. Und im Falle eines (deskriptiven) empirischen Forschungsprojets über den Wandel der Herkunft und der Aufgabenstruktur von Führungskräften gibt erst die semantische Analyse des Begriffs Auskunft darüber , welche Position in verschiedenen Epochen des Untersuchungszeitraums überhaupt in die Analyse einzubeziehen sind.mit demselben sprachlichen Zeichen "Führungskräfte" bunt durcheinander zwei grundlegend unterschiedliche Gruppen von Sachverhalten bezeichnet worden: a) Positionen, b) Personen die diese Positionen ausfüllen. B: die Aufgabenstruktur von Führungskräften bezieht sich offensichtlich auf die Position in der Unternehmensorganisation, die "soziale Herkunft von Führungskräften" ebenso offensichtlich auf die Personen in Führungspositionen. Desgleichen geht es bei der juristischen auseinandersetzung um die Konfrontation der (im strittigen Fall geltenden) Aufgabenbeschreibung für Führungspositionen mit den von der beklagten Person faktisch wahrgenommenen Aufgaben. Sie sind damit auf eine semantische Dimension des Begriffs "Führngskräfte" gestoßen, die man den "Objektbereich" (oder Referenzobjekte") nennen könnte, Anders ausgedrückt: Der Begriff bezeichnet in der einen Ausprägung dieser Dimension bestimmte Schnittpunkte in der Struktur sozialer Organisationen, die die Soziologen "Positionen" nennen. In der anderen Ausprägung dieser Dimension dagenen bezieht sich der Begriff auf Personenen , die in solchen Positionen tätig sind. im Alltäglichen Sprachgebrauch wird häufig nicht danach unterschieden, ob die Aussage sich auf das Referenzobjekt "Person" oder auf das Referenzobjekt "Position" bezieht. Wollen wir dagegen in einem Forschungsprojekt empirische Daten sammeln, muss dies eindeutig geklärt sein:Geht es m die erforderlichen Qualifikationen für Führüngsaufgaben → Blick auf Position gerichtet.→ der Gegenstand der Untersuchung ist in diesem Fall die Organisationsstruktur von Unternehmen; empirische Indormationen über den Aufgabenbereich von und die Qualifikationsanforderungen an bestimmte Positionen können vielleicht in Satzungen, schriftlichen anweisungen, arbeitsrechtlichen vorschriften, Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen oder Aufgabenbeschreibungen in Arbeitsverträgen nachgelesen werden. Geht es um die "Weiterbildung von Führungspersonal", oder um "Führungskräftetrainins" können dagegen nur die Personen in Führungspositionen gemeint sein: Nur die Person kann weitergebildet werden, eine Position kann man nicht zum Fortbildungskurs schicken. → gegenstand der untersuchung = Das Führungspersonal.NNach Durchsicht des Literatur- und Forschungsstandes könnte sich vielleicht ergeben, dass vier Bedeutungsdimensionen zu berücksichtigen sind: Verhaltensdimension: Wodurch unterscheidet sich ein Führungsverhalten von anderen Tätigkeiten? (Leitung von Projekten, Abteilungen, Gruppen; Planung und Entscheidung; Beaufsichtigung der Tätigkeit nachgeordneter Personen usw.) Kompetenzdimension: Welche Rechte und Pflichten bestehen im Unterschied zu anderen Positionen? (Übernahme von Personal- und Sachverantworung; Recht zur Einstellung und Entlassung von Personal; Vertretung der Organisation nach außen, Generalvollmacht oder Prokura usw.) Zuordnungsdimenison: wie ist die Zuordnung zur Organisationshierarchie? (höhere Stellung in der hierarchischen Linienorganisation; Selbstständigkeit in der Staborganisation; Träger spezieller Aufgaben von besonderer Wichtigkeit; Zugehörigkeit zu Kotrollgremien usw.) Qualifikationsdimension: Welche Qualifikationen unterscheiden Führungskräfte von Inhabern anderer Positionen? (höherer Bildungsabschluss, B: Universität, Durchsetzungsfähigkeit und Entschlusskraft; besondere Fchqualifikationen, umfassende Berufserfahrungen usw.)
- 3.4. Zusammenfassung: Semantische Analyse und dimensionale Analyse im Vergleich Beide Aufgaben Dimensionale Analyse ( der Struktur eines Gegenstandsbereichs) und...... Semantische Analyse (der Bedeutung eines Begriffs) haben gemeinsam, dass ein zunächst noch unterbestimmter Sachverhalt gedanklich strukturiert und begrifflich präzisiert werden soll. richtet sich der Blick auf einen empirisch existierenden oder gedanklich vorgestellten Gegenstandsbereich, dann sind die Eigenschaftsdimensionen dieses "Gegenstands" von Interesse: Bei einem physikalischen Gegenstand könnte das sein; das Material, Form, Festigkeit, Größe.... bei Personen: alter, Geschlecht, Bildung, Beruf, Familienstand... bei Organisationen: Ziele, Struktur, Zahl der Mitgleider usw. Ausgangspunkt = sprachliches Zeichen (ein Begriff) Intresse = Erkundung was dieser Begriff "bedeutet", d.h. wen oder was er "bezeichnet" und nach welchen (semantischen) Regeln beid er anwendung diese Begriffs auf die "Realität" entschieden werden kann, ob ein Sachverhalt unter das mit dem Begriff "Gemeinte" fällt. Ein Gegenstand: ist etwas real oder ideell Existierendes hat individuelle Ausprägungen auf bestimmten Eigenschaftsdimensionen B: bestimmtes real existierendes Auto weist etwa die Ausprägung "rot" bei der Eigenschaftsdimension "Farbe" ; Ausprägung "150 km/h) beider Eigenschaftsdimension "Höchstgeschwindigkeit".... Ein Begriff: ein sprachliches Zeichen für eine gedankliche Vorstellung von einer Klassse von "gleichartigen" Sachverhalten oder Gegenständen. irrelevant, ob es sich bei den vorgestellten Sachverhalten bzw. Gegenständen üm reale oder fiktive Sachverhalte/Gegenstände handelt. gedankliche Vorstellung "Auto" meint also kein bestimmtes Automobil, sondern eine Klasse von Gegenständen mit gleichartiger Funktion des Gegenstands" weist hier die Ausprägung "Fortbewegungsmittel auf dem Lande" auf Begriff "Auto hatn auch eine Bedeutung auf der Dimension, die wir Vielleicht mit "Art des Gegenstandes" bezeichnen könnten und wo die Ausprägung "Technisches Artefakt" lauten könnte B: " Art des Antriebs" → Ausprägung "Motor" Er hat dagegen keinerlei Bedeutung auf den oben für den Gegenstand Auto genannten Dimensionen Farbe, Höchstgeschwindigkeit, Preis. Ob ein Gegenstand gelb, schwart, oder blauweiß-karriert ist, ob er schnell oder nur relativ langsam fahren kann, ob der Preis niedrig oder hoch ist - wir werden diesem Gegenstand die Bezeichnung "Auto" nicht verwehren., wenn er die richtigen Ausprägungen auf denjenigen Dimensionen aufweist, die für unsere Vorstellun von der Gegenstandsklasse "Automobil" relevant sind. Nach diesen Vorübelegungen → nicht schwer die folgenden Eckpunkte einer semantischen Analyse nachzuvollziehen semantische Strukturierungsarbeit geht aus vom sprachlichem Zeichen und seiner Verwendung in verschiedenen sprachlichen Kontexten. Sie findet ihren Abschluss in der systematisierten semantischen Interpretation des interessierenden sprachlichen Zeichens sowie ggf. seiner Abgrenzung gegenüber bedeutungsähnlichen Begriffen. Daran schließt sich im Falle eines empirischen Forschungsprojetks die Festlegung der präzisen Bedeutung des Begriffs für den Zweck dieses Projekts + Verknüpfung des sprachlichen Zeichens mit denjenigen Realtitätsaspekten über die in diesem Projekt Daten erhoben werdne sollen (Operationalisierung) Bei der dimensionalen Analyse: Abfolge der Arbeitsschritte = entgegengesetzt Anfang : gedankliche Strukturierung des Gegenstandbereichs → Entscheidung, welche Gegenstandsdimenionen untersuchungsrelevant sein sollen, → in einem Denkmodell werden die möglichen Zusammenhänge zwischen diesen "relevanten" Dimensionen dargestellt. die Überlegungne über den Gegenstandbereich ohne das Instrument Sprache nicht kommunikationsfähig. → untersuchungsrelevanten Gegenstandsdimensionen müssen mit Begriffen bezeichnet werden. → Denkmodell über Zusammenhänge zwischen den Dimensionen in die Form forschungsleitender Hypothesen zu gießen. Wo wir nicht auf allgemein eingeführte Begriffe zurückgreigen können → müssen wir ggf. die für die Untersuchung geeigneten Begriffe explizit durch Definitionen neu einführen In der Phase der Ausformulierung des deskriptiven Schemas geht die dimensionale Analyse in die semantische Analyse über; denn nur mit ihrer Hilfe ist entscheidbar, ob Begriffe existieren, die für unsere Gegenstandsübelegungen passen und zugleich hinreichend eindeutig verwendet werden.
- 3.5. Begriffe und Definitionen Sozialforscher müssen das Instrument Sprache in präziser und systematischer Weise handhaben: Ihre Vermutungen über die real existierende Welt haben sie unter Einhaltung spezifischer Regeln zu formulieren: empirischer Bezug der verwendeten Begriffe wie der gesamten Aussagen prinzipielle empirische Widerlegbarkeit der Aussagen, logisch widerspruchsfreie Systematisierung von Hypothesen zu einer Theorie). Ber der empirischen Prüfung können die Hypothesen nicht unmittelbar mit der Realität konfrontiert werden, sondern lediglich mit empirisch gewonnenen Aussagen über beobachtbare Ereignisse oder Sachverhalte in der Realität Beobachtungsaussagen bzw. Protokollsätze; vgl. "Basissatzproblem" Innerhalb der Hypothese → vorrangig verallgemeinernde, abstrahierende Begriffe verwendet, denen meist nicht unmittelbar beobachtbare Sachverhalte oder Ereignisse in der Realität entsprechen (theoretische Sprache) In den Beobachtungssätzen → Protokollsätzen) werden dagegen Begriffe verwendet, denen immer unmittelbar beobachtbare Sachverhalte oder Ereignisse in der Realität entsprechen die beiden Sprachebenen: theoretische und Beobachtungs-Sprache- müssen für die Zwecke der Datenerhebung ebenso wie für die Rückinterpretation der in den empirischen Daten enthaltenen Information auf regelgeleitete und kontrollierbare Weise miteinander in Beziehung gesetzt werden . Dieses In-BEziehung-Setzen wird unter dem Stichwort "Operationalisierung " noch im Einzelnen behandelt. Semiotik Auch empirische Sozialforscher müssen über eineige der in den Sprachwissenschaften entwickelten Techniken und Konzepten verfügen. Die Wissen schaft von der Sprache, von der Funktion sprachlicher Zeichen, wird Semiotik genannt, Ihr Arbeits feld unterteilt in: Syntaktik Semantik Pragmatik Die Syntaktik = Beziehung der Zeichen untereinander (z.B. Grammatik, Zeichensetzung) Die Semantil = Beziehung zw. den sprachlichen Zeichen und ihrer Bedeutung → Relation zw. sprachlichen Zeichen und den damit bezeichneten Sachverhalten (den "Referenzobjekten") Die Pragmatik schließlich handelt von den Beziehungen zw. Zeichen und Menschen; sie untersucht z.B. den unterschiedlichen Sprachgebrauch bei verschiedenen Personen oder Gruppen (vgl.: mehrdeutige Begriffe) Wissenschaftliche Erkenntnisse werden unter Verwendung von Systemsymbolik weitergegen und diskursiv (in argumentativer Auseinandersetzung im Kreis der Wissenschaftler oder zw. Wissenschaftler und Anwendern) auf ihre Haltbarkeit geprüft, "kritisiert". Sollen wissenschaftliche Erkenntnisse "kritisierbar", "intersubjektiv nachprüfbar" sein, muss die verwendete Sprache zwei Funktionen in möglichst optimaler Weise erfüllen: die Repräsentanz- und die Kommunikationsfunktion Repräsentanzfunktion der Sprache: Begriffe repräsentieren in eindeutiger Weise die gemeinten Sachverhalte. → Sprache muss differenziert genug sein, um die Struktur des Untersuchungsgegenstandes - wie sie von der Wissenschaftlerin oder dem Wissenschaftler gesehen wird - exakt abzubilden. → Jede Wissenschaft schafft sich ihren Satz von ganz spezifischen Fachausdrücken (fachspezische wissenschaftliche Terminologie). Aus der Forderung nach optimaler Erfüllung der Repräsentanzfunktion → den Begriffen ist durch präzise Definitionen eindeutige Bedeutungen zuzuweisen. Kommunikationsfunktion: steht teilweise im Widerspruch zur Repräsentationsfunktion. Wissenschaft ist nicht Sache eines Einzelnen → ist auf Kommunikation zw. den am Wissenschaftsprozess beteiligten Personen sowie zwischen Wissenschaft und anderen Adressaten (z.B. interessierten Laien, Anwendern) angewiesen. → die von den Wissenschaftlern gewählte Sprache muss von möglichst vielen Personen "richtig " verstanden werden. Kommunikationspartner = Angehörige der gleichen wissenschaftlichen Fachrichtung → kommunikationsfunktion = erfüllt, Repräsentationsfunktion = erfüllt. Kommunikationspartner= Angehöroge anderer wissenschaftlicher Fachrichtungen / interessierte Laien → Fachtermini = kaum verstehbare Fremdsprache → Wissenschaftler müssen auf Zielgruppen achten/ alltagsnähere Sprache = inkaufnahme von Ungenauigkeit. /Fachtermini erläutern. Definition: Begriffe Begriffe sind sprachliche Zeichen, die nach bestimmten Regeln (semantische Regeln, Bedeutungszuweisungen) mit Phänomenen der Realität oder gedanklichen Vorstellungen verbunden sind diese Verbindung zw. sprachlichem Zeichen und dem damit Gemeinten kann man extensional und intensional vornehmen, Extension = Begriffumfang: Menge aller Objekte, die mit dem Begriff bezeichnet werden sollen. B: Extension des Begriffs "Haus" = Menge aller Häuser, die es irgendwo und irgendwann gibt, gegeben hat oder geben wird. ) Intension = Begriffsinhalt: Menge aller Merkmale, die den mit einem Begriff bezeichneten Objekten gemeinsam sind B: Intension des Begriffs "Haus" = die Menge aller Merkmale, die ein Objekt besitzen muss, damit wir es als Haus akzeptieren. Begriffe, dere Extension empirische Objekte umfasst (die sich also nicht nur auf gedanklich vorgestellte Sachverhalte beziehen), haben empirischen Bezug. Der empirische Bezug kann direkt sein; dann sind die mit einem Begriff bezeichneten Objekte/Merkmale unmittelbar oder unter Zuhilfenahme von Instrumenten beobachtbar. B: Eiweiß-Moleküle durch ein Mikroskop beobachtbar Der empirische Bezug kann aber auch indirekt sein; dann sind die bezeichneten Objekte/Merkmale nicht unmittelbar feststellbar, auch nicht mit Hilfe von Instrumenten. → Auf ihr Vorhandensein muss aus der Beobachtung anderer, direkt feststellbarer Objekte/Merkmale ("indikatoren") geschlossen werden. B: "Geiz": das Vorliegen oder Nichtvorliegen dieses- als solches nicht beobachtbaren - Merkmals wird durch das faktische Verhalten dieser Person in bestimmten Situationen angezeigt, "indiziert". trotzdem: mit dem Begriff "Geiz" meinen wir eben nicht das beobachtbare Verhalten, sondern eine Charaktereigenschaft, die sich lediglich in einem spezifischen Verhalten äußert. Definition: Definition Definitionen sind Verknüpfungen zwischen sprachlichen Zeichen nach bestimmten Regeln. Definitionen sind keine Verknüpfungen zwischen Zeichen und "Sachverhalt" nach Korrespondenzregeln. "Definitorische Aussagen werden dazu verwendet, den wissenschaftlichen Sprachgebrauch festzulegen. Sie sind Mittel der Festsetzung von Verwendungsregeln für Ausdrücke der Wissenschaftssprache Die Gesamtheit der Ausdrücke der Wissenschaftssprache (Termini) stellt die spezifische Terminologie einer wissenschaftlichen Disziplin dar, sie ist - vor allen Methoden wie Befragung, Test, Beobachtung usw. - deren "Grundwerkzeug" Definition ist die Beschreibung (oder Auflistung) der "semantischen Regeln" für die Verwendung des Begriffs sowie die Zuordnung eines sprachlichen Symbols (Wort), mit dem dieser Begriff "bezeichnet" werden soll.
- 3.5.1. Nominaldefinition 1: Voraussetzungen Nominaldefinition = Übliche Form des Definierens in den Erfahrungswissenschaften. Eine Definition ist danach: die Festlegung der Bedeutung eines Begriffs (des Definiendums) durch einen bereits bekannten Begriff oder durch mehrere bereits bekannte andere Begriffe (Definiens). Definitionenen sind konventionelle - d.h. per Vereinbarung getroffene - Festlegungen der Bedeutung sprachlicher Zeichen (Giesen/Schmid) Eine Nimonaldefinition ist also formal nichts weiter als eine tautologische Umformung → das Definiendum ist bedeutungsleich/identisch mit dem Definiens. Mit anderen Worten: Bei der Nominaldefinition geht man davon aus, dass zwei Zeichen oder Ausdrücke (Definiendum und Definiens) dieselbe Bedeutung haben → lassen sich auf dieselben gegenstände der Realität (REferenzpbjekte) beziehen. → eine solche definitorische Beziehung zwischen zwei Ausdrücken stellt keinen empirischen Bedingungszusammenhang zw. verschiedenen Gegenständen dar, sondern eine logische Relation zw. Ausdrücken und Zeichen unserer Sprache. Schreibweise: Definiendum: = df.: Definiens A = df.: B,C,D Damit Definitionen in dieser Form möglich → müssen bereits einige Begriffe existieren, die undefiniert eine präzise Bedeutung haben (Vorraussetzung also: gemeinsame Sprache, gemeinsamer kultureller Hintergrund) In jede Def. gehen notwendigerweise undefinierte Begriffe ein, die in ihrer Bedeutung als bekannt vorausgesetzt werden: das Definiendum = Unbekanntes → wird durch Bekanntes im Definiens erläutert. Für die Theoriebildung auf der Grundlage nominaldefinierter Begriffe heißt dies → Idealfall: möglichst kleine Gruppe außerlogischer Termini zu finden (= ursprüngliche oder einfache Begriffe) → mit Hilfe von Kombinationen untereinander + Verknüpfung mittels logischer Temini → definition aller anderen außerlogischen Begrife der Theorie. (=abgeleitete Begriffe) Zusammengefasst: Nominaldefinitionen haben keinen empirischen Informationsgehalt Sie sollen die Mitteilung und die Diskussion in der Wissenschaft erleichtern sollen die intersubjektive Kontrolle des Forschungsprozesses ermöglichen was nicht präzise definiert ist, kann auch nicht eindeutig nachvollzogen werden und nachgeprüft werden → Nominaldefinition = geeignetes Instrument, Begriffe exakt und unmissverständlich auf die Bedürfnisse eines Forschungsprojektes zuzuschneiden.
- 3.5.2 Begriffe und Begriffsarten: Funktionen, theoretischer und empirischer Bezug von Begriffen Auch für den Fall deskriptiver Untersuchungen sollten die Begriffe, mit denen die Realität strukturiert wird, "theoretisch relevant" sein. Warum? für den Fortschritt einer Wissenschaft nutzlos nicht weiter verwertbare Datenfriedhöfe mit "rein" deskriptiven Untersuchungen zu produzieren durch Begriffe wird erst der Gegenstandsbereich der Forschung strukturiert → Selektivität von Begriffen: Begriffe haben insofern die Funktion, aus der Fülle von Merkmalen eines Gegenstandsbereichs diejenigen Aspekte herauszufiltern, die im gegebenen Zusammenhang als relevant angesehen werden + die übrigen Aspekte als für den gegebenen Zusammenhang irrelevant außer Acht zu lassen Mit anderen Worten: Ein Begriff erfasst niemals alle Merkmale eines Gegenstands oder Sachverhalts. → es treten bestimmte Eigenschaften und Beziehungen ins Blickfeld, andere bleiben unberücksichtigt. → Ein Begriff + die jeweilige Gesamtheit der Begriffe, die Terminologie legt bestimmte Fragestellungen nahe und blendet andere aus. Diese Selektivität kann nicht willkürlich geschehen, sie muss von einem Vorverständnis, von -zumindest- Alltagstheorien über die Struktur des mit dem Begriff zu bezeichnenden Gegenstandsbreichs ausgehen. Nocheinmal: Wir bilden durch Begriffe die jeweil relevanten Einzelerscheinungen übergreifenden, allgemeinen Eigenschaften eines Gegenstandbereichs ab. Dazu benötigen wir eine Theorie über den Realitätsausschnitt, den wir mit solchen notwendigerweise verallgemeinernden Bgriffen auf gedanklicher Ebene strukturieren wollen. Je besser/ verlässlicher die Theorie → desto präziser werden die Beschreibungen; und umgekehrt: Jepräziser die Beschreibungen → desto besser werden wir unsere Theorie über den Gegenstandsbereich formulieren können. Deshalb ist die Begriffsbildung nicht nur auf eine vorab vorhandene Theorie angewiesen + sondern formulieren zusätzlich die Forderung: → Auch die für deskriptive Zwecke verwendeten Begriffe sollen so definiert werden, dass sie theoretisch verwertbar sind; nur dann sind die Ergebnisse der Beobachtungen auf die "Vorab-Theorie" beziehbar. wenn Begriff vorhanden +seine Bedeutung = klar → Begriff erlaubt uns aus der Vielfalt von Gegenständen Klassen identischer Fälle zu bilden Die Elemente dieser Klassen erweisen sich asl nciht identisch → vielmehr identisch im Hinblick auf eine begrenzte Zahl von Mekrmalen + können unterschiedlich sein hinsitlicher sämtlicher anderer möglicher Merkmale. Man nennt dies die Klassifikationsfunktion von Begriffen. Auswahl + Definition von Begriffen → Entscheidung, welche unserer verschiedenen Beobachtungen zusammengehören, welche Daten und welche Sinneseindrücke nicht als Informationen über isolierte Phänomene, sondern als "ganzheitlicher Komplex" behandelt werden sollen. B: Begriff Wettbewerb: dieser fasst die Aktivitäten mind. zweier Personen zusammen, falls zusätzlich Bedingungen erfüllt sind, nämlich:die Aktivitäten der Personen sind auf das gleiche Ziel gerichtet + Ziel = knappes Gut +Jeder der Wettbewerber weiss, dass mind. eine andere Person das gleiche Ziel verfolgt → könnte ihr das knappe Gut also streitig machen → Aktivität zweier Personen werden nicht als getrennte Ereignisse gesehen → sondern: sie werden als eine Einheit aufgefasst und unter einem einzigen Begriff subsumiert. Formuliert man weniger einschränkende Bedingungen, welche Aktivitäten zu einem zusammenhängenden Komplex zusammengefasst werden sollen → kommt man zum soziologischen Begriff der "Interaktion". Interaktion= gegenseitiges, aneinander orientiertes Handeln mindestens zweier Personen. In beiden Fällen ("Wettbewerb und "Interaktion") werden Ereignisse , die auch isoliert betrachtet werden können, zu einer Einheit zusammengefasst und mit einem speziellen Begriff bezeichnet. → Synthesefunktion von Begriffen Zusammengefasst: Begriffe = Kategorien (oder Abstraktionsklassen) von Sachverhalten, Ereignissen, Ideen etc. die unter einem bestimmten Gesichtspunkt als identisch betrachtet und behandelt werden, Begriffe kkonstutuieren die Wirklichkeit aus der Sicht des Sprechers Begriffsbildung + Begriffsdefinition sind ein wichtiger Abschnitt von zentraler Bedeutung in jeder Untersuchung. Werden Definitionsmerkmale unzweckmäßig gewählt, können wesentliche Beziehungen in der Realität verschleiert, "wegdefiniert" werden. B: "soziale Schicht": definiert durch eine Kombination von Merkmalen der sozialen Herkunft, der eigenen Bildung, des Berufsprestiges und es Einkommens → alle Beziehungen werden so wegdefiniert, die sich in Hypothesen ausdrücken könnten wie; JE höher der Status des Elternhauses → desto höher die Bildung + Berufsprestige + Einkommen der Kinder. Setzt sich ein bestimmter Sprachgebrauch auf der Grundlage begrifflicher Strukturierung der sozialen Realität durch, dann können auch bestimmte Fragestellungen nicht merh aufgeworfen werden, weil sin in der Sprache nicht vorgesehen sind. Nochmals zum Theoriegehalt und zum empirischen Bezug von Begriffe: Die unterschiedlichen Grade an Theoriegehalt + Art des emp. Bezugs werden in einer Unterscheidung deutlich, die A. Kaplan vorgenommen hat. Er klassifiziert Begriffe in direkte und indirekte Beobachtungstermini, Konstrukte und theoretische Begriffe. Nach Kaplan bietet sich folgende Einteilung an: Beobachtungstermini (observational terms): Lassen sich aufgrund relativ einfacher und direkter Beobachtungen anwenden (B: Einkauf, Spaziergang, Familie, Arbeitsgruppe,Alter, Geschlecht, Klausurteilnehmer, Papagei) . Man nennt solche Begriffe mit direktem empirischen Bezug auch empirische oder deskriptive Begriffe. Indirekte Beobachtungstermini (indirect observables) Können nur mit Hilfe einer Kombination von Beobachtungen + Schlussfolgerung angewendet werden. Bezeichneten Tatbestände sind nicht direkt beobachtbar. Begriffe haben einen indirekten empirischen Bezug → man benötigt dirket erfahrbare Indikatoren, die auf das Vorliegen oder Nichtvorliegen des durch den Begriff gemeinten Sachverhalts hindeuten. B: "Norm": Indikator= Belohnung/Bestrafung bestimmter Verhaltensweisen; "Erreichbarkeit": Indikator = Fußweg in Minuten oder Entfernung in km;...) Konstrukte (constructs): Sie werden weder aufgrund direkter noch aufgrund indirekter Beobachtungen angewendet, sind aber aufgrund von Beobachtungen definiert; sie "konstruieren" eine bestimmte Sicht auf die Realität (B: soziale Mobilität = df. Ergebnis des Vergleichs des sozialen Status der gleichen Person zu verschiedenen Zeitpunkten) Theoretische Begriffe (theoretical terms): Haben theoretischen Gehalt, beziehen sich u.a. auf Zusammenhänge zw Variablen (B: "Urbanismus": Es wird das gleichzeitige Vorhandensein einer ganzen Reihe von Eigenschaften und Erscheinungen unterstellt, z.B: städtischer Lebensstil mit Merkmalen wie Anonymität, geringe soziale Kontrolle, Beschränkung enger sozialer Beziehungen auf einen Kern von Verwandten und Freunden, besondere Kommunikationsformen etc.; weiteres Beispiel: soziales System) Mit Ausnahme von 1) sind für die Entscheidung über das Vorliegen der mit den Begriffen bezeichneten Tatbeständen Indikatoren erforderlich.
- 3.5.3. Nominaldefinition 2: Eigenschaften Auffassung des Begriffsnominalismus: Begriffe = etwas dem bezeichneten Phänomen gegenüber Äußeres; Zusammenhang von Begriff und Gegenstand ist rein konventionell (=vereinbarungsgemäßer Art) Begriffe sind lediglich ein prinzipiell auswechselbares Etikett. Auch der Zusammenhang von Definiens und Definiendum ist veränderbar. Die nominalistische Maxime für Begriffsbestimmungen, für Definitionen lautet: Jedes Wort kann verschiedene Bedeutungen tragen (Homogramme, Homonyme) und Jede Bedeutung kann durch verschiedene Wörter repräsentiert werden (Synonyme) Begriffe = "Wegweiser" zur Wirklichkeit, sie leuchten denjenigen Teil der Wirklichkeit aus, auf den sie gerichtet sind. Diese Funktion wir umso besser erfüllt, je stärker zwei Bedingungen beachtet werden: Präzision und empirischer Bezug. B: Nominaldefinition von "politische Partei" (lies: Definition der Zeichenfolge "politische Partei", die jetzt noch bedeutungslees ist): Eine politische Partei (P) soll sein: (=df.) eine Organisation (O) mit eingeschriebenen Mitgliedern (M) und demokratischer Binnenstruktur (dB), die an Wahlkämpfen teilnimmt (W) und sich um Regierungsbeteiligung bewirbt (R). Oder . P1= df. O, M, dB, W, R → präzise bestimmt, was als politische Partei gelten soll. → man kann höchstens einwenden, dass sie zu viele Vereinigungen ausschließt, die aus bestimmten Gründen auch ineine Untersuchung über politische Parteine einbezogen werden sollten andere Forscher könnten deshalb definieren : P2 = df. O, M, dB P3 = df. O, M, W, R P4 = df. O, M, R, V (V= verfolgt keine verfassungsfeindlichen Ziele) Jeder dieser definiersten Begriffe verbindet mit der gleichen Zeichenkombination "politische Partei" eine andere Gesamtheit von empirischen Phänomenen →strutkturiert Gegenstandsbereich in anderer Weise + zieht andere Grenzen → Klassifikationsfunktion von Begriffen wird deutlich. → Jeder der definierten Begriffe P1-P5 klassifiziert die Gesamtheit der "Organisationen" in anderer Weise als Partei oder Nicht-Partei Mit der gleichen Wortkombination "politische Partei" werden andere Bedeutungen verbunden. → Nominaldefinitionen genauer bestimmt: Aussagen über die Gleichheit der extensionalen und intensionalen Bedeutung zweier oder mehrerer Begriffe. "Ein zu definierendes sprachliches Zeichen (Definiendum) wird mit einem definierenden Zeichen (Definiens) gleichgesetzt. Knüpft diese Gleichsetzung an einen vorhandenen Sprachgebrauch an, spricht man von einer deskriptiven, schafft sie erst einen neuen Sprachgebrauch, von einer stipulativen Nominalfunktion" Intension (intensionale Bedeutung) ...des nominalistisch definierten Begriffs heißt also im gegebenen Fall: die Menge der Eigenschaften, die herangezogen worden sind, um "politische Partei" von anderen Organisationen abzugrenzen (im Falle der Definition P5: O, M, R, V; dagegen werden zur Entscheidung, ob ein Objekt eine "politische Partei" im Sinne von P1 ist, die Eigenschaft O,M, dB, W, R -aber nur diese- berücksichtigt). Extension (extensionale Bedeutung) eine Liste erforderlich auf der die Menge aller Objekte verzeichnet ist, die als "politische Partei" gelten soll.- Die Extension von P1 ist vermutlich geringer als die von P2 / P3 Vorzug nominalistischer Definitionen ist deren Präzision das Definiendum = genau das was im Definiens steht → nicht mehr nicht weniger Nachteil dieser Begriffsbildung = Mangelnde Möglichkeit des Vergleichens von Forschungsergebnissen, die aufgrund unterschiedlicher Definitionen gewonnen wurden. Aussagen die für P1 gelten beziehen sich auf einen anderen Gegenstandsbereich als Aussagen über Politische Parteien = df. P2 und zwar wegen der unterschiedlichen Extension von P1 und P2. Identisch sind die verwendeten Worte. → Empirische regelmäßigkeiten, die für den Gegenstandsbereich P1 zutreffen, müssen deshalb nicht in gleicher Weise auch für die Gegenstandsbereiche P2,P3,P4 oder P5 zutreffen. Einen Nominaldefinition kann niemals falsch sein. → denn sie macht keien aussagen über die Eigenschaften der Realtät → legt fest, welche Eigenschaften ein emp. Gegenstand oder Sachverhalt aufweisen muss, um unter die Menge der Gegenstände oder Sachverhalte zu fallen, die mit der Definition begrifflich abgegrenzt worden sind. Eine Nominaldefinition kann aus dem gleich Grund auch niemals "richtig" sein. → Das Beurteilungkriterium Falschheit/Richtigkeit trifft auf Nominaldefinitionen nicht zu; stattdessen ist nach ihrer Zweckmäßigkeit zu fragen. → Nominaldefinitionen sind Klassifikationsvorschriften sie sind Anweisungen an die Beobachter Extremfall: emp. überhaupt kein Tatbestand die im Definiens aufgeführte Eigenschaftskombination besitzt → der definierte Begriff hat keine Entsprechung in der Realität. (Extension = null: alle Objekte fallen in die Kategorie Nicht-P) Auch damit wäre die Definition nicht falsch, sie wäre nur unbrauchbar: die Klassifikationsvorschrift wäre derart, dass sich überhaupt nichts in unterschiedliche Klassen einteilen ließe.
- 3.5.4 Realdefinitionen Begriffsrealismus betrachtet Begriffe als unmittelbare Widerspiegelung der Erscheinung. welchem Gegenstand welches sprachliche Zeichen zugeordnet wird ist gesellschaftliche Konvention Es ist nicht in das Belieben des Definierers gestellt, welche Facetten des Gegenstandes mit einem Begriff hervogehoben und welche außer Acht gelassen werdne. Der Begriff strukturiert nicht den Gegenstandsbereich, sondern er zeichnet die Struktur des Gegenstandbereichs nach. Begriff wird geprägt durch die Eigenschaften des Gegenstandsbereichs selbst; er bildet aud der Ebene der Sprache "das Wesen" (das Wesentliche) des Gegenstand/Objekts ab. Was aber an einem Sachverhalt wesentlich ist, ist nach diesem Verständnis vom bezeichneten Sachverhalt abhängig nicht von der Willkür desjenigen, der einen Begriff definiert. Die Realdefinition = Aussage über Eigenschaften eines Gegenstandes/Sachverhalts, die im Hinblick auf diesen Gegenstand/Sachverhalt für wesentlich gehalten werden. Realdefinitionen = Behauptungen über die Beschaffenheit/ das Wesen eines Phänomens + → haben den gleichen Status wie empirische Hypothesen: sie müssen an der Realität des bezeichneten Phänomens bewähren → sie können richtich / falsch sein Definiendum = Politische Partei → im Definiens stehen jetzt Eigenschaften, die das Wesentliche des Phänomens "politische Partei" (P) zum Ausdruck bringen. Das Phänomen selbst + dessen Eigenschaft sind durch die Definition zu erschließen Es wird vorausgesetzt, dass es den zu definierenden Begriff mit seinem gegenstandsbezogenen Vorstellungsinhalt bereits gibt. Anders ausgedrückt; Die Klassifikation in P und Nicht-P existiert bereits; → in der Definition sind nun diejenigen Eigenschaften aufzulisten, die es erlauben, korrekt zwischen P und Nicht-P zu unterscheiden. Der Unterschied zw. Nominal- und Realdefinition drückt sich bereits in den Formulierungen aus: Bei einer Nominaldefinition wird immer deutlich gemacht, dass "per Definition" einem Definiendum bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Bei einer Realdefinition würder es heißen: "eine politische Partei ist..."..."es sind"... Ohne eine Klare Kennzeichnung des Definitionstyps könnten Unklarheiten darüber entstehen, ob ledigllich ein Vorschlag über die präzise Verwendung eines bestimmten Ausdrucks gemacht wird (Nominaldefinition) oder ob etwas über die Realität ausgesat werden soll. Realdefintionen können nicht nur falsch sein → sie können ach pracktisch niemals vollständig sein. Man kann unmöglich sämtliche Eigenschaften, die ein bereits bekannter Gegenstand hat, in die Definition aufnehmen. → Anspruch und Zeil von Realdefinitionen ist es gerade, nur "das Wesentliche" hervorzuheben, aber das was wirklich wesentlich ist - nicht was vereinbarungsmäßig als wesentlich erachtet werden soll -, knn nicht mit letzter sicherheit bestimmt werden. In unterschiedlichen historischen Epochen können jeweils andere Aspekte eines Phänomens wesentlich sein (man denke etwa an den Wandel der Bedeutung "Familie") wegen der Unklarheit des Begriffs "Wesen" bleibt die Bedeutung der Realdefinition recht vage. → es bleibt unbestimmt , was denn - um die gleiche Terminologie zu verwenden- " des Wesen der Realdefinition" ausmacht. Intersubjektive Überprüfbarkeit des Forschungsprozesses setzt präzise Definitionen voraus. Diese sollten üblicherweise die Form von Nominaldefintionen haben: Wir verstehen unter x einen Gegenstand mit den Eigenschaften E1-En" Die für die Nominaldefintion notwendige gedankliche Ordnung des Gegenstandbereichs enthält man durch die dimensionale Analyse des Gegenstandsbereichs; bei theorietestenden Untersuchungen ähnelt die semantische Analyse der Bedeutungsdimensionen theoretischer Begriffe in ihrem Vorgehen dem Verfahren der Realdefinition. Allerdings wird dabei im Anschluss an die semantische Analyse deren Ergebnis dann in Form einer Nominaldefinition für den Geltungsbereich der Untersuchung festgeschrieben. Notwendig ist, dass am Ende eine präzise Definition der verwendeten Begrife steht, die operationalisierbar ist.
- 3.6 Annotation aus der Perspektive qualitativ-interpretativer Methoden Vorstellung einer "Übersetzung" des Forschungsproblems aus der Theorie in die Empirie ist allen Formen qualitativ-interpretativen Forschens fremd. Typisch: die Idee der Entwicklung + Konkretisierung des Forschungsproblems in einem zyklichschen Prozess zw. Vorwissen ( sei es wissenschaftlich/alltagspraktisch) + dem empirischen Feld, auf das sich das Forschungsinteresse richtet bzw. indem das Forschungsproblem seinen Ausgangspunkt hat. Für den Verlauf qualitativer Studien ist es typisch, dass die Forschungsfrage mehr oder weniger deutlich von der Ausgangsfrage -problemstellung abweicht., weil sich z.B. Teilbereiche der Ausgangsproblematik als eher uninteressant erweisen oder weil im Kontakt mit dem Untersuchungsbereich Phänomene sichtbar und thematisch wurden, die ex ante nicht bekannt sein konnten. theoretisches Vorwissen strukturiert nicht den Gang der empirischen Untersuchung → explizite dimensionale oder semantische Analyse spielen daher keine bedeutende Rolle in der Anlage der Untersuchung. Der empirische Objektbereich von vornherein als immer auch sprachlich konstituiert aufgefasst → Dimensionale Analyse fortwäreden geleistet ( sowohl in der Alltagspraxis als auc hin der qualitativen Analyse) alles Erkennen auch das alltäglich erfordert Unterscheidungen Diese beziehen sich zwar auf unsere Erfahrungen in der Welt, werden aber im Raum des Begrifflichen geleistet. Im qualitativ-empirischen Zugang erfolgt der Prozesses des Dimensionalsierens systematischer als im Alltag, aber - Im Unterschied zur standardisierten Sozialforschung- als fortwährender Prozess. → das Problem der Irreversibilität (nicht umkehrbar) stellt sich hier nich ein . Wichtig für das Theorie-Empirie-Verhältnis qualitativer Studien = Frage der Anschlussfähigkeit theoretischer Ergebnisse der empirischen Studie and den Stand der im Fach etabilierten Theoriebildung. Das Problem hier : qualitativ-interpretative Theoriebildung zielt wesentlich auf eine sytematisiche Theoretisierung der Spezifik der untersuchten Phänomene ab. → Die dabei entwickelte Theoriesprache könnte nun mit vorgängigen Theorien aus den Bereichen der Drogensucht, Millieu- oder Devianzforschung in Konflikt geraten. dies nicht in dem Sinne, dass neue und den alten Theorien widersprechende Befunde formuliert werden - das wäre sinnvoller und wünschenserter wissenschaftlicher Wettbewerb- → sondern indem die gewählten Begriffe zwar von vorangigen Theorien abweichen, im Wesentlichen aber Gleiches bezeichnen könnten, also statt Wissensfotschritt nur Redudanz erzeugt würde. → widerspricht der zentralen Sparsamkeitsregel wissenschaftlicher Theoriebildung +erschwert auf die Dauer eine sinnvolle Kommunikation innerhalb der Scientific Community, aber auch über sie hinaus. Die Befürchtung erweist sich als unbegründet → zwar geht die qualitativ-interpretative Forschung in der Begriffsbildung andere Wege als standardisierte Hypothesentestende Verfahren → sie tut dies , indem sie sowohl in den ersten deskriptiven Zugängen als auch in den Schritten der Theoriebildung zunächst bei der Sprache des Feldes ansetzt - weil davon ausgegangen wird, dass die dort praktizierte Redeweise relevante Binnenperspektiven der Handelnden repräsentieren. qualitative Forschung will Theorie generieren + nicht ausschließlich Beschreibungen der Realität liefern. → Variationen der Sprache in den Fallanalysen wird doch mit zunehmender Abstraktion der Ergebnisse vom Einzelfall, ja oft schon bei der abstrakten Formung einzelner Fälle auch das begriffliche Vokabular der jeweiligen Fachwissenschaft oder eines ihrer Spezialgebiete bemüht. Auch wenn etwa Biographieforscher eine große Offenheit für die jeweilige Gestalt einer einzelnen erzählten Biographie haben: in die analytiche Abstraktion gehen immer wieder zentrale Denkstile und Begriffe ein, die bereits in anderen Studien sukzessiv entwickelt und im Fach etabiliert wurden. → so werden etwa biographise Wendepunkte identifiziert, biographische gesamtformungen entwickelt oder Haupt- und Nebenlinien der jeweiligen Lebensgeschichte herausgearbeitet. Es ist am Ende die Verbindung der Sprache des Feldes und Vokablar der Fachwissenschaft, die sicherstellt. dass die Analyse zugleich spezifisch und vergleichbar werden und dass die Ergebnisse sich im Theorierahmen des Faches systematisch verorten lassen und insofern zu dessen Weiterentwicklung beitragen. Die Begriffswelt des untersuchten Feldes und die der jeweiligen Fachwissenschaft mischen sich auch deshalb, weil in der analytischen Einstellung der Forschenden immer auch Zusammenhänge sichtbar werden, die den Aktueren im Feld nicht zugänglich sind und auch -meist- nicht zugänglich sien können. Durch Mittel wie Distanz, Vergleich und Kontrastierung, aber auch auf Grund technischer Möglichkeiten (Zeitlupe bei Viedeoaufnahmen, Bildvergrößerungen, etc.) stehen den Forschenden in der vom Handlungsdruck der Situation entlasteten Analysephase Erkenntnismittel zu Gebote, die in der Situation nicht verfügbar sein können.
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