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EL - Modul 1 (Subject) / ET-03 / a / wa (Lesson)

Grundlagen und Aufgaben

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  • Anhand welcher Parameter kann der Ernährungszustand ermittelt werden? biometrische Größen (Körpergewicht, Körperzusammensetzung usw.) chemisch-klinische Parameter (Nährstoffstatus im Blut)
  • Was ist der BMI und wie wird er berechnet? Der BMI ist das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße im Quadrat BMI = Körpergewicht [kg] / (Körpergröße [m])²
  • Klassifizierung des BMI nach DGE ntergewicht                         < 18,5 Normalgewicht                     18,5 - 24,9 Übergewicht                         25,0 - 29,9 Adipositas Grad I                 30,0 - 34,9 Adipositas Grad II                35,0 - 39,9 Adipositas Grad III                 > 40    (Klassifizierung des DGE stammt aus dem Jahr 1992 und berücksichtigt weder Alter noch Geschlecht. Besser ist die Klassifizierung, die u.a. von der Uni Hohenheim im Web zu finden ist.)
  • Schwächen und Grenzen des BMI Anhand des BMI kann zwar eine erste Risikoeinschätzung hinsichtlich der Gefahr von Folgeerkrankungen durch Übergewicht erfolgen, der BMI berücksichtigt aber nicht die Körperzusammensetzung, insbesondere den Fettanteil. Für einen Kraftsportler mit der entsprechenden Muskelmasse kann der gemessene BMI durchaus in einem erhöhten Bereich liegen, ohne dass für den Sportler daraus gesundheitliche Risiken ablesbar wären.
  • Warum sind Körperfettmessungen zu Beginn einer Ernährungsberatung wichtig? Anhand der Körperfettmessung lässt sich der Gesundheitszustand bzw. das Risiko von Erkrankungen aufgrund eines zu hohen Körperfettanteils abschätzen und so der Handlungsbedarf ermittelt werden. Zu beachten gilt, dass es bei den unterschiedlichen Messverfahren Abweichungen bzw. Fehlerspannbreiten von bis zu 15% kommen kann.
  • Welche Verfahren zur Ermittlung des Körperfettanteils gibt es und wie sind sie zu bewerten? Unterwasserwiegen (Archimedisches Prinzip, daraus Rückschlüsse auf den Körperfettanteil - sehr aufwändig und in der Beratungspraxis i.R. nicht durchführbar, dafür aber recht genaues Verfahren) Hautfaltenmessung (an festgelegten Stellen des Körpers werden Hautfalten gegriffen und mittels einer Messzange (Kaliper) in ihrer Dicke gemessen. Umrechnungsformeln erlauben einen Rückschluss auf den Körperfettanteil - abhängig von der exakten und immer gleichen Durchführung, sollte daher immer von derselben Person gemessen werden, mit etwas Übung in der Praxis leicht und gut durchführbar) Bio-Impedanzanalyse (über Elektroden werden schwache Stromstöße durch den Körper geleitet und der elektrische Widerstand ermittelt, Fett hat einen höheren Widerstand als Wasser oder Muskeln - recht genaues Verfahren das aber ebenfalls Übung und Erfahrung verlangt, gute Geräte sind in der Anschaffung recht teuer)
  • Klassifikation des Körperfettanteils (KFA) normal:                          20 - 29,9 % [w]                 10 - 19,9 % [m]grenzwertig:                  30 - 34,9 % [w]                 20 - 24,9 % [m]Adipositas:                   35 - 44,9 % [w]                 25 - 34,9 % [m]extreme Adipositas:       ≥ 45 % [w]                         ≥ 35 % [m]
  • Warum sind die Körperfettanteile bei Frauen generell höher als bei Männern und liegen selbst bei sehr gutem Trainingszustand selten bei unter 10 - 12%? Der weibliche Organismus ist von Natur aus darauf programmiert, einen gewissen Körperfettanteil nicht zu unterschreiten, um die Fortpflanzung nicht zu gefährden. Bei Unterschreiten der Grenze von 10 - 12 % KFA kommt es bei Frauen häufig zu Störungen in der Östrogenproduktion und daraus resultierend Ausbleiben der Regelblutungen, Knochenschwund, psychische Veränderungen sowie vegetative Symptome (Hitzewallungen). Vom Gesamtbild der Symptomatik her wie klassische Wechseljahresbeschwerden.
  • Welche Körperfettarten werden unterschieden? Unterhautfettgewebe (klassisches Speicherfett, quasi unbegrenzter Speicher) Bauchraumfettgewebe (viszerales Fett, sehr stoffwechselaktiv und häufig im Zusammenhang mit Insulinresistenzen) essentielles Fettgewebe (Gehirn, Rückenmark, um innere Organe, bei allen Menschen ungefähr gleich mit 2 - 4 kg) Intramuskuläres Fett (nur ein Anteil von ca. 200 - 600g, außer bei Extremsportlern und Menschen mit massiver Adipositas, bei diesen liegt der Anteil von IM-Fett im oberen Bereich oder etwas darüber)
  • Welche unterschiedlichen Verfahren werden bei der Hautfaltenmessung Mithilfe eines Kalipers angewandt? 3-Punkt-Messung 4-Punkt-Messung 7-Punkt-Messung 10-Punkt-Messung
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  • Welches sind die typischen Körperstellen, die für eine Hautfaltenmessung mit Kaliper i.R. vermessen werden? 4-Punkt-Messung: hinterer Oberarm (vertikale Hautfalte Mitte des Trizeps) Beckenkamm (diag. Falte vor/über Hüftknochen, 45% dem Knochen folgend ) Bauch (vertikale Falte 2-3 cm neben dem Nabel ) Schulterblatt/Rücken (diagonale Hautfalte 1-2 cm unterhalb des Schulterblattes) weitere: Brust (Hautfalte diagonal zwischen Brustwarze und Unterarmbeuge) Achsel (horizontale Hautfalte unter der Achsel auf Höhe des Brustbeins) vorderer Oberarm (vertikale Hautfalte am Bzwps, mittlere Stelle zwischen Schulter und Ellenbogengelenk) unterhalb des Kinns Oberschenkel (über dem Knie ODER vertikale Hautfalte an der mittleren Stelle zwischen Hüfte und Knie) vordere Falte der Achselhöhle Beinbizeps (im Bereich der unteren Gesäßfalte) Wade (unterhalb der Kniekehle)
  • Vor- und Nachteile der Hautfaltenmessung mit Kaliper Vorteile: einfach und zuverlässig Abgreifen der Hautfalten kann schnell erlernt werden geringer technischer Aufwand und geringe Kosten (Anschaffungspreis Kaliper) die ermittelten Körperfettwerte sind recht verlässlich Nachteile: bei extrem adipösen Personen technisch nicht oder nur schlecht machbar unterschiedliche Personen ermitteln unterschiedliche Werte, da jeder die Hautfalten etwas unterschiedlich abgreift manchen Kunden ist das Berühren an bestimmten Körperstellen unangenehm
  • Welche Fehlerquellen können sich bei der Bio-Impedanzanalyse Mithilfe von Körperfettwaagen ergeben? Das Messprinzip funktioniert über die unterschiedlichen Leitfähigkeiten von Wasser und Fett. Fettgewebe besteht nur aus ca. 25% aus Wasser, die Muskulatur jedoch zu 75-80%, womit Fettgewebe einen deutlich höheren elektrischen Widerstand liefert als die Muskulatur. Der Wasserhaushalt des Körpers ist sehr variabel (Schwankungen von 0,5 - 1,0 kg von Tag zu Tag sind normal, je nach Salz- bzw. KH-Zufuhr, Schwitzen, Kaffee-/Alkoholgenuss, Zyklus der Frau, etc.), was sich in der Bio-Impedanz-Messung mit sehr hohen Abweichungen (2-3%) bemerkbar macht. So führen z.B. alle Situationen, die einen Wasserverlust verursachen,  zu scheinbar erhöhten Körperfettwerten Der Hautwiderstand ist ebenfalls ein wichtiger Störfaktor (schweißnasse Haut oder sehr trockene Haut können die Messergebnisse stark verfälschen) Da der Strom im Körper immer den direktesten Weg nimmt, wird in der Hauptsache der Widerstand der unteren Extremitäten ermittelt. Für Menschen mit "birnenförmiger" Figur werden zu hohe und für "Menschen mit "apfelförmiger" Figur werden zu niedrige Werte ermittelt.
  • Warum ist neben dem prozentualen Körperfettanteil bzw. dem BMI auch die Verteilung des Körperfetts wichtig? Unterscheidung der Körperformen in androide ("apfelförmige") Körperfettverteilung = Fett hauptsächlich im Bauchbereich, bei Männern häufiger vorkommend gynoide ("birnenförmige") Körperfettverteilung = Fett hauptsächlich im Hüft- und Oberschenkelbereich, bei Frauen häufiger vorkommend Ermittlung der Körperfettverteilung durch den sogenannten weist-to-hip-ratio (Taille-Hüft-Quotient)
  • Wie wird der waist-to-hip-ratio bzw. der Taille-Hüft-Quotient ermittelt und was sagt er aus? Taille-Hüft-Quotient = Taillenumfang [cm] / Hüftumfang [cm] (Der Taillenumfang wird bei normaler Ein- und Ausatmung an der schmalsten Stelle zwischen der zwölften Rippe und dem Beckenkamm mit einem Maßband gemessen. Der Hüftumfang ergibt sich aus der Messung der breitesten Stelle um das Gesäß.) Liegt der Quotient aus beiden Werten über 1,0 bei Männern bzw. über 0,85 bei Frauen = apfelförmige Körperfettverteilung unter 1,0 bei Männern bzw. unter 0,85 bei Frauen = birnenförmige Körperfettverteilung Die Apfelform ist als gesundheitlich deutlich ungünstiger als die Birnenform zu berteilen. Die Apfelform ist häufig mit einer Insulinresistenz verbunden, wodurch eine Körperfetteinlagerung (v.a. viszerales Fett) begünstigt wird. Bei einem Taillenumfang bei Männern von mehr als 102 cm bzw. 88 cm bei Frauen verliert der Quotient seine Bedeutung und es ist in jedem Fall von einem erhöhten Risiko auszugehen, da das Fettgewebe im Bauchraum wesentlich stoffwechselaktiver ist als das Fettgewebe in der Gesäßregion
  • Nennen Sie akzeptable Körperfettwerte für Frauen und Männer normaler KFA [%] : weiblich 20 - 29,9 männlich 10 - 19,9 grenzwertiger KFA [%] weiblich 30 - 34,9 männlich 20 - 24,9
  • Warum ist eine apfelförmige Körperfettverteilung kritischer zu bewerten als die birnenförmige Körperfettverteilung? Bei der apfelförmigen Körperfettverteilung liegt eine Ansammlung des Fettes im Innenbauchbereich vor. Das Bauchfett ist wesentlich stoffwechselaktiver als Fett im Hüft- und Oberschenkelbereich. Insbesondere im Zusammenhang mit Insulinresistenzen werden häufig apfelförmige Körperfettverteilungen beobachtet. Somit ist mit steigendem Fettanteil im Bauchraum ein vermehrtes Risiko verbunden, an Herz-Kreislauf-Störungen oder an Diabetes zu erkranken.
  • Zählen Sie die Vor- und die Nachteile der Hautfaltenmessung sowie der Bio-Impedanzanalyse auf. Vorteile der Hautfaltenmessung: Kostengünstig, geringer Anschaffungspreis für Kaliperzange Einfache Handhabung, mit etwas Übung sind Ergebnisse recht zuverlässig Nachteile der Hautfaltenmessung: Messung sollte immer von der gleichen Person durchgeführt werden bei sehr Adipösen Menschen ist Kalipermessung technisch nicht durchführbar manchen Menschen ist das Berührtwerden an bestimmten Körperregionen unangenehm Vorteile der Bio-Impedanzanalyse: Hochwertige Geräte (z.B. Fitnesstudio) liefern sehr zuverlässige Werte Körperfettwaagen sind für den "Hausgebrauch" relativ günstig zu beschaffen, sehr einfache Handhabung Nachteile der Bio-Impedanzanalyse Profigeräte erfordern gründliche Unterweisung und Einarbeitung (Platzierung der Elektroden und Positionierung des Kunden etc.) Profigeräte sind sehr teuer in der Anschaffung Körperfettwaagen sind wiederum recht ungenau, da z.B. Schwankungen im Wasserhaushalt sowie Hautwiderstand (nass oder sehr trocken), vorausgegangenes Training etc. die Ergebnisse stark verfälschen können Körperfettwaagen messen i.R. den kürzesten Weg, also durch die unteren Extremitäten. Je nach Körperform (android oder gynoid) kann es auch stark verfälschten Ergebnissen kommen.