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4 Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Subject) / 4.1.2. Entwicklungspsychopathologie (Lesson)

Frühindikatoren, Entwicklungsrisiken, Schutz- und Risikofaktoren

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  • Frühindikatoren für psychische Störungen nach Rutter, 1988- starke Meinungsverschiedenheiten der Eltern- niedriger sozialer Status- psychische Störung der Mutter- sehr viele Familienmitglieder- psychische, speziell aggressive Auffälligkeit beim Vater und- Fremdplazierung von Kindern Rutter-Index hat sich als guter Indikator für das Entstehen von Störungen wie hyperkinetische Störung, Depression, Angst und Lernstörungen bei Kindern bewährt. Ein einzelner Faktor wirkt sich nicht negativ aus, zwei Faktoren erhöhen das Risiko um das 4fache, vier Faktoren um das 10fache.
  • körperliche chronische Erkrankung (Entwicklungsrisiko) Eine chronische Erkrankung liegt dann vor, wenn die Erkrankung seit mind. einem Jahr besteht und in der Folge funktionelle, körperliche und/ oder psychosoziale Einschränkungen eintreten. Die chronische körperliche Erkrankung kann sekundär Anlass zur Psychopathologie (z.B. Anpassungsstörung, Angsterkrankungen, Depression) sein.
  • Hirnfunktionsstörung (Def., Entwicklungsrisiko) Symptome ohne eine mit bisher einsetzbaren Methoden nachweisbare Schädigung des Gehirns aber mit beeinträchtigter Hirnfunktion nennt man Hirnfunktionsstörung. Sie kann durch Frühgeburt, Kaiserschnitt, fehlenden Sauerstoff bei der Geburt usw. bedingt sein. Der Intelligenzquotient der Betroffenen ist meist normal.
  • Risiko- und Schutzfaktoren bei Jungen Jungen sind körperlich und psychisch vulnerabler als Mädchen. Für Jungen ist die Unterstützung durch andere ein sehr wichtiger Schutzfaktor. Sie profitieren von klaren Regeln in der Familie, die Übernahme von Verantwortung und dem Vorhandensein einer männlichen Identifikationsfigur.
  • Risiko- und Schutzfaktoren bei Mädchen Für Mädchen sind die eigenen Fähigkeiten von größerer Bedeutung. Sie profitieren vom Kontakt mit einer weiblichen Führungsperson und von relativ großer Unabhängigkeit.
  • Hinweise auf Resilienz trotz Belastungen (u.a. günstige Temperamentseigenschaften) Bei vergleichbaren Belastungen können sich Kinder ganz unterschiedlich entwickeln, abhängig davon wie sie diese verarbeiten. Kinder, die sich trotz miserabler Bedingungen zu stabilen Persönlichkeiten entwickeln, haben meist Temperamenteigenschaften, die bei den Bezugspersonen positive Reaktionen auslösen. Sie haben ein hohes Antriebsniveau, eine hohe Intelligenz sowie gut Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten.
  • familiäre Risikofaktoren Allgemein gelten Bedingungen wie niedriger sozioökonomischer Statur, große Familie mit wenig Wohnraum, Kriminalität oder Dissozialiät eines Elternteils, Beziehungspathologie in der Familie, unsichere Bindung, psychische Störungen bei Familienmitgliedern, Missbrauch, geringer Altersabstand zwischen den Geschwistern, Komplikationen vor, während oder nach der Geburt und unerwünschter Schwangerschaft als einflussreiche familiäre Risikofaktoren.
  • genetische Beeinträchtigungen Erbliche Faktoren:Das Bindungsbedürfnis von Neugeborenen ist weitgehend genetisch determiniert. Erblich beeinflusst sind ausserdem die Intelligenz, die Stressverarbeitungsfähigkeit und das Temperament. Bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. Trisomie 21, Schizophrenie, manisch-depressiver Erkrankung, hyperkinetisches Syndrom, Tic-Störung, Einnässen, Lese-Rechtschreib-Störung, Stottern oder Anorexie geht man von Veränderungen im Erbgut aus.
  • Erkrankungen mit Veränderungen im Erbgut Bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. Trisomie 21, Schizophrenie, manisch-depressiver Erkrankung, hyperkinetisches Syndrom, Tic-Störung, Einnässen, Lese-Rechtschreib-Störung, Stottern oder Anorexie geht man von Veränderungen im Erbgut aus.
  • Neurologische Beeinträchtigungen Neurologische Funktionsstörungen können zu Verhaltens-, Lern- und Konzentrationsstörungen führen. Frühförderung und anregende Erziehung sollen die Auswirkungen der Schädigung mildern. Wenn die Bezugspersonen verunsichert oder hilflos reagieren, können die Auswirkungen der Schädigung verstärkt werden.
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  • Belastenden Lebensbedingungen und Risikokonstellationen Life events: als belastende Lebensereignisse für Kinder gelten z.B. finanzielle Notsituationen, Trennung, schwere Erkrankungen eines Familienmitgliedes, Misshandlung, Vernachlässigung oder Missbrauch.Lang anhaltende belastende Lebensereignisse könne zu Persönlichkeitsveränderungen führen. weitere belastende Ereignisse:Migration, Tod, psychische Störungen der Eltern
  • Belastenden Lebensbedingungen und Risikokonstellationen: Migration Migranten stehen oft zwischen 2 Kulturen, haben Verständigunsprobleme und sind sozial ausgegrenzt. Unter diesen Bedingungen entwickeln sich mehr psychsche Störungen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, je größer der Unterschied zwischen den Kulturen und je geringer die Integration ist.
  • Belastenden Lebensbedingungen und Risikokonstellationen: Tod eine Elternteils Durch den Tod eines Elternteils entwickeln sich beim Kind oft Angst, Schuldgefühle, Wut, Verlassenheitsgefühl und Hilflosigkeit. Die Kinder leben i.d.R. in einer finanziell angespannteren Situation als vorher und sind dadurch gesellschaftlich benachteiligt. Ausserdem fehlt ihnen eine wichtige Vorbildfunktion.
  • Belastenden Lebensbedingungen und Risikokonstellationen: psychische Störung der Eltern Bei depressiver Erkrankung steht der Etlernteil oft lange Zeit nicht zur Verfügung. Bei manischer Erkrankung droht übermäßige Stimulation und bei Psychose können die kindlichen Signale völlig verkannt werden. Die Kinder können die Verhaltensweisen eines psychisch erkrankten Elternteils nicht nachvollziehen.Sie werden unsicher, fühlen sich oft schuldig. Sie ziehen sich zurück und übernehmen alteruntypsiche Verantwortungen. Kinder von psychisch kranken Eltern haben häufiger selbst psychische Probleme. Die Prävalenz für unspezifische behandlungbedürftige Störungen steigt unter diesen Bedinungen auf das 3fache. Je jünger die Kinder bei der Erkrankung der Eltern sind, umso schädlicher wirkt diese sich aus.
  • Trauma Vernachlässigung, Misshandlung, MissbrauchEin Trauma ist eine psychische Erschütterung, die sich negativ auf die weitere Entwicklung auswirken kann.Die Betroffenen erleben eine große Diskrepanz zwischen der Bedrohung und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten. Bei der Misshandlung ist nicht nur die seelische Gesundheit, sondern das Leben des Kindes bedroht.Mädchen sind bis zu 4mal häufiger betroffen. Ca. jeder 3. Pat. in der Ki&Ju-psychiatrie musste Erfahrungen mit Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch sammeln.
  • Wann liegt Missbrauch vor? wenn das Kind durch Ausnutzen eines Macht- oder Autoritätsgefälles zur Befriedigung (meist sexueller) Bedrüfnisse benutzt wird. Die Gefahr von Bindungsstörungen und späteren Persönlichkeitsstörungen ist erhöht. Schwere Misshandlungen oder Missbrauchtraumata gehen häufig mit posttraumatischen Belastungsstörungen einher. Unter misshandelten und missbrauchten Ki&Ju finden sich gehäuft Pat. mit Depressionen, Angsttörungen, Substanzmissbrauch und Suizidalität.
  • Auswirkung psychsicher Störungen auf die weitere Entwicklung Psychische Störungen im Kindesalter erhöhen die Wahrscheinlichkeit für psychische Störungen im Erwachsenenalter erheblich. Deutliche Zusammenhänge ergeben sich zu späteren Angsttörungen, affektiven Störungen und somatoformen Störunen.