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Medizin (Subject) / Ohr (Lesson)
Anatomie, Pathologie
This lesson was created by Rosenkranz.
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- Welche Sinnesorgane gibt es? Ohr - Gehörsinn Zunge - Geschmackssinn Haut - Tastsinn Auge - Gesichtssinn Nase - Geruchssinn
- Welche Sinnesrezeptoren kennst du? Rezeptoren sind Messfühler = spezialisierte Zellen, die von bestimmten Reizen angeregt werden und sie in Form von elektr. Impulsen oder chemischen Reaktionen weiterleiten. Mechanorezeptoren = reagieren auf mechanische Energie: Druck (Haut), Berührung (Fingerspitzen), Dehnung (Muskelspindel), Bewegung (Haare), Schall (Ohren) Thermorezeptoren = Wärmezufuhr und Wärmeentzug (Haut) Chemorezeptoren = Geruch, Geschmack Photorezeptoren = Auge Nozirezeptoren = Schmerz, freie Nervenenden in Epidermis
- Das Ohr AURIS Außenohr dient der Schallaufnahme, besteht aus Ohrmuschel und äußerem Gehörgang Mittelohr dient der Schallverstärkung; besteht aus Trommelfell, Paukenhöhle mit Gehörknöchelchen und Ohrtrompete Innenohr: Hör- und Gleichgewichtsorgan, besteht aus Schnecke, Vorhof, und Bogengängen
- Äußeres Ohr Auris externa Ohrmuschel (Auricula): elastischer Knorpel, Ohrläppchen aus Fettgewebe äußerer Gehörgang (Meatus acusticus externus): 3-4 cm lang, elastischer Knorpel, innere Wand=Schläfenbein, verläuft bis Trommelfell; enthält Ohrenschmalz- und Talgdrüsen, die Ohrenschmalz (Cerumen) bilden. Enthält Substanzen, die vor Austrocknung des Gehörganges schützen, verhindern Ausbreitung von Krankheitserregern im Gehörgang und transportieren Staub nach hausen Aufgabe: Scalltrichter fängt Schallwellen auf und leitet sie zum Trommelfell weiter. Schutzfunktion
- Trommelfell Membrana tympani luftdichte Grenze zwischen äußerem und Mittelohr Aufbau: trichterförmige, bindegewebige Membran, ca 1 cm Durchmesser; außen Haut und innen Schleimhaut, mit Faserband im knöchernen Rahmen eingespannt Aufgabe: Schwingung bei Eintreffen von Schallwellen. Trommelfell übeträgt die Schwingung auf Gehörknöchelchenkette
- Otoskopie Betrachtung des äußeren Gehörgangs und Trommelfells
- Mittelohr Auris Media Besteht aus: - Paukenhöhle (Cavitas tympanica), - pneumatische (belüftete) Räume, - Ohrtrompete /Eustachische Röhre (Tuba auditiva), - Gehörnköchelchen Aufgabe: Schallverstärker; Schallwellen bringen das Trommefell zum Schwingen, diese Schwingun wird auf die Knöchelchen und dann auf die Perilymphe des Innenohrs übetragen. Dabei wird der ankommende Schall durch die Knöchelchen um das 22-fache verstärkt (Impedanzanpassung)
- Was ist die Impedanzanpassung? Der Schall wird durch die Gehörknöchelchen um das 22-fache erhöht, damit es bei der Übertragung von der Luft des Mittelohrs auf Perilymphe des Innenohrs nur wenig Verlust gibt
- Wieviele Fenster von der Paukenhöhle zum Innenohr gibt es? 2 Fenste: Ovale - Schall wird auf die Lymphe des Inneohrs übertragen; Runde - Schwllwelle kann das Innenohr wieder verlassen
- Wie ist die Paukenhöhle eingeteilt und wie nennt man sie noch? Cavitas tympanica in 3 Etagen: - Kuppelraum (Epitympanon) oberhalb des Trommelfells; - Hauptraum (Mesotympanon) auf Höhe des Trommelfells; Paukenkeller (Hypotympanon) unterhalb des Trommelfells
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- Ohrtrompete Eustatisches Röhre (Tuba auditiva) ca 4 cm lang; verbindet Nasen-Rachenraum mit Mittelohr. Dadurch bleibt Luftdruck zu beiden Seiten des Trommelfells immer gleich hoch.
- Gehörknöchelchen Ossicula auditus: gelenking verbunden Kette - Hammer (Malleus) ca 8mm groß, aus Hammergirff und Hammerkopf bestehend - Amboss (Incus) zwei konkave Gelenkspfannen. in der oberen liegt der Hammerkopf und in der unteren das Steigbügelköpfchen - Steigbügel (Stapes) ca 3mm groß, aus Steigbügelköpfchen und der ovalen Fußplatte
- Was bedeutet konkav? Konkav bedeutet, dass die Wölbung nach innen geht. Bei einer konkave Wölbung ist der Körper (die Linse) also außen Breiter als in der Mitte.
- Was bedeutet konvex? Konvex bedeutet, dass die Wölbung nach außen geht. Eine konvexe Wölbung ist also in der Mitte breiter als an den Außenrändern.
- Innenohr Auris interna Das Innenohr wird auch als das Labyrinth bezeichnet. Aufbau des Innenohrs: In Hohlräumen im Felsenbein des Schädels (knöchernes Labyrinth) die mit Perilymphe gefüllt sind, liegen "Membranschläuche" (häutiges Labyrinth), die mit Endolymphe gefüllt sind. - Hörorgan: Schnecke (Cochlea) enthält Rezeptoren für Hören - Gleichgewichtsorgan (vestibuläres System): 3 Bogengänge und Vorhof (Vestibulum)
- Schnecke Cochlea 2,5 Windungen, Basis der Schnecke grenzt an das Mittelohr. In drei Gängen gegliedert: - Vorhoftreppe (Scala vestibuli) nimmt die Schallwelle über das ovale Fenster und leitet sie bis zur Spitze der Schnecke, dem Helicotrema, wo der Schall in die Paukentreppe übergeht. - Schneckengang (Ductus cochlearis) obere Grenzschicht = Reissner-Membran, untere Abgrenzung = Basilarmembran. Hier liegt der Träger der Hörrezeptoren, das Corti-Organ. - Paukentreppe (Scala tympani) unten, endet am runden Fenster (Druckausgleich)
- Corti-Organ Corti-Organ ist die Bezeichnung für die Schnittstelle zwischen den akustischen mechanischen Schwingungen und den Nervensignalen in der Schnecke des Innenohrs. Das Corti-Organ ist der Träger der Sensorzellen im Innenohr aller Säugetiere. Außerdem enthält es Stützzellen, die die Sinneszellen umgeben. Von der Scala tympani ist es durch die Basilarmembran getrennt. An der anderen Seite hat das Organ beim Menschen drei Reihen äußerer und eine Reihe innerer Haarzellen (Hörsensorzellen). Deren „Zellhärchen“ (Stereovilli) ragen in einen Spalt der mit der Scala media in Verbindung steht und mit Endolymphe gefüllt ist. Eine Zelle kann bis zu hundert Stereovilli haben. Über dem Spalt befindet sich (in der Scala media) die Tektorialmembran, eine gelatinöse Masse. Die längsten Stereovilli der äußeren Haarzellen haben Kontakt zur Tekorialmembran. Die Auslenkung der Stereovilli der inneren Haarzellen löst die Reiztransduktion und somit das Hörempfinden aus. Im Gegensatz zu den Haarzellen des Gleichgewichtsorgans haben die Haarzellen der Cochlea keine Kinozilien.
- Was reagiert auf vertikale und horizontale Bewegungen? die 2 Vorhofsäckchen (Utriculus und Sacculus) Die Sinneshaare sind in Membran, die an Oberfläche mit Kalkkörnchen besetzt ist, eingebetet. Diese biegen die Sinneshaare entsprechend der Schwerkraft ab
- Was reagiert auf Drehbewegungen? die 3 Bogengänge Sie stehen rechtwinkelig aufeinenander; Endolymphe drückt bei Bewegung gegen Gallertkuppel und Bogenganz
- Was ist die Schallleitungsschwerhörigkeit? Schädigung im Gehörgang oder Mittelohr Ursache: Lärm, Alter, Medikamente, Infektionskrankheiten, genetisch Therapie: Hörgeräte, Cochleaimplantate
- Was ist die Schallempfindungsschwerhörigkeit? Schädigung im Innenohr, im Hörnerven oder Gehirn Ursache: Lärm, Alter, Medikamente, Infektionskrankheiten, genetisch Therapie: Hörgeräte, Cochleaimplantate
- Zähle die Grade der Schwerhörigkeit auf! - Geringgradige Schwerhörigkeit: Ticken der Uhr (ca. 20 dB) nicht mehr gehört. - Mittelgradig: Hörverlust > 40 dB (= Grundgeräusche in Wohngebieten am Tag) - Hochgradig: Gesprächspartner wird nicht mehr gehört (ca. 60 dB) - An Taubheit grenzend: Hörverlust > 80 dB (z.B: laute Musik)
- Welche Testmethoden (Hörtest) gibt es? Audiometrie: über Kopfhörer, Knochenleitungshörer oder frei werden Töne zwischen 125 - 12 000 Hz abgespielt, Patient regelt die gerade noch wahrnehmbare Lautstärke. Hinweis auf Stärke des Hörverlustes und Abhängigkeit von der Frequenz Überschwellige Tests: soll Ort der Störung bestimmen. z.B: Dauerton, der zwischendurch verstärkt wird, Störsignal bei Ton,... Impedanzmessung: Funktion des Schallleitungsapparates durch Messung des akkustischen Widerstands im Mittelohr Sprachaudiometrie: Fähigkeit Sprache zu hören und zu verstehen Objektive Tests: Messung der elektrischen Potentiale, Patient passiv
- Cerumen obturans kompletter Verschluss des Gehörgangs durch einen Pfropf aus Ohrenschmalz. Häufigste Ursache für plötzlich auftretende, einseitige Schwerhörigkeit Ursache: Überproduktion von Cerumen, verminderter Abfluss, Quellung, Wattestäbchen Therapie: Spülung, mechanische Entfernung
- Entzündungen dese Gehörganges (Otitis externa) Ursache: bakterilell, Pilze
- Mechanische Verletzungen des Mittelhors z.B. Frakturen der umliegenden Knochen, Trommelfellriss (häufig durch Wattestäbchen)
- akute/chronische Tubenkatarrh Katarrh der Ohrtrompete. Am häufigsten im Rahmen eines Infektes der oberen Luftwege Therapie: abschwellende Nasentropfen, Wärme, Behandlung der Grunderkrankungen
- akute/chronische Otitis media (Mittelohrentzündung) durch aufsteigende meist bakterielle Entzündung des Nasen-Rachen-Raumes. Am häufigsten im Säuglings- und Kleinkindalter, da noch kurze Ohrtrompete. Chronifiziert häufg Symptome: Ohrenschmerzen, Hörminderung, Fieber Therapie: abschwellende Nasentropfen, Behandlung der Grunderkrankung, ev. Antibiotika
- Serotympanon (Paukenerguss) akuter, wässriger oder chronischer, muköser Erguss im Mittelohr, wenn längere Zeit erhöhter Druck um Mittelohr (z.B. Entzündung, vergrößerte Rachenmandel, Polypen)
- Cholesteatom (Perlgeschwulst) Einwachsen von verhornendem Plattenepithel in das Mittelohr mit nachfolgender chronisch-eitriger Entzündung. Ursachen: Entzündungen, Trommelfellrisse Symptome: Eitriger, übel riechender Ausfluss, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, zunehmende Schwerhörigkeit. Zusätzliche Komplikationen: Eiterung und Entzündung von Trommelfell und Gehörknöchelchen Therapie: Operation
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- Otosklerose Verknöcherung der Gehörknöchelchen, va. Steigbügel Ursachen: Entzündungen, genetisch, virale Infekte, das Alter Symptome: langsam entwickelnde, schubweise auftretende Schwerhörigkeit Therapie: Operation (Ersetzen des fixierten Steigbügel durch Prothese)
- Morbus Meniere Ursachen: vermehrte Flüssigkeitsbildung durch Elektrolytungleichgewicht und dadurch Druckerhöhung Symptome: Drehschwindel mit Erbrechen, einseitiger Hörverlust, Ohrensausen (Tinnitus) Therapie: salzarme Diät, medikamentös (Betahistidin, Antiemetika, Durchblutungsförderung), operativ
- Hörsturz akute, ohne erkennbaren Anlass auftretende, meist einseitige Hörminderung bis hin zur Taubheit Symptome: Vorboten sind häufig einseitiges Druckgefühl und Tinnitus (meist hochfrequent). Keine Schmerzen!!! Ursachen: akuter Defekt im Innenohr eventuell durch verminderte Durchblutung, Virusinfekte, Störungen der Immunabwehr oder Funktionsstörungen der Nervenbahnen, psychische Faktoren, Halswirbelsäulensyndrome Therapie: hohe Spontanheilungsrate, trotzdem sollte unmittelbar therapiert werden. Durchblutung verbessern durch Blutverdünnung mit Plasmaexpander, ev. Glucokortikoide, durchblutungsfördernde Medikamente (z.B: Ginkgo)
- Tinnitus Symptome: störende Ohrengeräusche oder Töne, die ohne akustische Stimulation von Außen nahezu andauernd wahrgenommen werden. Symptom, keine Krankheit Ursachen: Verschluss des Gehörgangs, Trommelfelldefekte, Otitis, Hörsturz, Morbus Meniere, Altersschwerhörigkeit, Minderdurchblutung des Innenohrs, Halswirbelsäulenfehlstellungen, Hirnhautentzündung, Bluthochdruck, emotionale Belastungssituationen Therapie: Heilungschancen umso besser, je früher Therapie begonnen wird.Glucokortikoide, Durchblutungsförderung, Psychotherapie, Tinnitus-Masker (Hörgeräte, die den Tinnitus durch ein "Rauschen" überdecken).
- Vertigo Schwindel neben Kopfschmerzen das häufigste neurologische Symptom Symptome: subjektives Empfinden eines Drehgefühls oder Schwankens Ursachen: Begleitsymptom anderer Erkrankungen, Blutdruckveränderungen, ungenügende Sauerstoffversorgung oder Vergiftungen, Erkrankungen der für den Gleichgewichtssinn zuständigen Systeme Therapie: von der Ursache abhängig, medikamentöse (Antihistaminika vor allem bei Reisekrankheit), physio- und psychotherapeutische Maßnahmen