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Logopädie Spracherwerb (Subject) / Gemischt SE (Lesson)
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- Nennen und Beschreiben Sie die Lernmechanismen des Spracherwerbs. ImitationKinder imitieren wörtliche Äußerungen, diese können modifiziert und erweitert werden AnalogienbildungErkennung von Regelmäßigkeiten im Sprachgebrauch, Verallgemeinerung von Regelmäßigkeiten auf neue Fälle Häufigkeit im InputBezugspersonen wiederholen und Erweitern Äußerungen der Kinder, durch häufige Wiederholungen derselben Erfahrung werden assoziative Verknüpfungen zwischen Wort und Bedeutung hergestellt
- Was ist die Funktion der Eltern im Spracherwerb? • standardisierte Interaktionsmuster – von großer Bedeutung (stabiles Gerüst für Wortschatzerwerb)• Aufmerksamkeit des Kindes sichern• Frage nach bestimmtem Objekt – Elternteil benennt• Sprachliche Reaktion des Kindes wird bestätigt, das Objekt noch mal benannt • Unterstützung des Grammatikerwerbs – greifen produzierte Äußerungen der Kinder auf und stellen Satzelemente um, fügen hinzu oder verbessern Fehler• Wichtig – Verbesserung erfolgt implizit! (corrective Feedback)
- Gudula List stellt den Spracherwerb in einen Zusammenhang mit anderen Bereichen der kindlichen Entwicklung. Welche sind das? • kognitive Entwicklung am Beispiel des Gedächtnisses- insbesondere Prozedurales Gedächtnis, das über implizites Lernen (unbewusstes Lernen im Handeln) erworben wird • soziale Entwicklung- Selbstkonzepte / „ICH“ in der Interaktion mit anderen- soziales Verstehen (Intentionalität, theory of mind)- soziales Handlungswissen
- Welche Gedächtnisleistungen sind ihres Erachtens im frühen Spracherwerb von besonderer Bedeutung? Das implizite Lernen – prozedurales Gedächtnis z.B. für Erwerb auditiv-perzeptiver und artikulatorischer Muster der Zielsprache unabdingbar!!
- Die sozialen Faktoren des SE: Interaktion „Sozialisation“ als erlernen der Interaktion miteinander (also Lernschritte von Geburt an). Welche Fähigkeiten sind für die soziale Interaktion grundlegend (schon im 1 Lj.)? Grundlegende Voraussetzungen für soziale Interaktion (mittels Sprache) ermöglichen Kooperativität im Handeln und sind: • Fokussierung auf das Gegenüber (GP)• Gerichtetheit/Adressiertheit von Äußerungen• die Annahme, dass gerichtete Äußerungen intentional sind (Intentionalität) und etwas „bedeuten“ (d.h. Folgen haben, wirksam sind)• die Sequenzialität (schrittweise Vorgehen) der Interaktion, die im Wechsel (turn-taking) mit dem GP vollzogen wird (Frage und Antwort)
- Die sozialen Faktoren des SE 2: Elternsprache / KGS / Inputsprache a)Merkmale KGS? Interaktionsstile der Eltern (in unserem Kulturkreis)? a) Merkmale BGS/KGS: Prosodische Merkmale, z.B.• langsames und deutliches Sprechen• starke Betonung• kontrastreiche Lautstärke• Viele und lange Pausen Pragmatische Merkmale, z.B.• Kommunikative Mitteilung per Intonationsmuster z.B. ansteigend, dann abfallend für positive Rückmeldung• Ritualisierte, verbal begleitete Interaktionsmuster z.B. einen Gegenstand nehmen und geben, Gesicht verstecken und wiederkommen• Beantwortung von Vokalisationen des Kindes, lautmalerisch oder inhaltliche Interpretation Semantische Merkmale• Verwendung eines eingeschränkten Wortschatzes • Bezug auf Hier und Jetzt • häufige Wiederholung von Schlüsselwörtern Grammatikalische Merkmale, z.B.• Verwendung kurzer und wenig komplexer Sätze• hoher Anteil an Aufforderungen und Fragen Interaktionsstile in unserem Kulturkreis: akzeptierender Stil der kindgerichteten Interaktion (KgI und KgS)• Frage-Antwort Sequenzen • Themen: Objekte, Ereignisse, Sachverhalte, Gefühle ⇒inhaltlicher Austausch zwischen Erwachsenem und Kind⇒Kind wird als Gesprächpartner akzeptiert sonstige Stile:Direktiver Stil• viele Anweisungen, Befehle, Aufforderungen • viele Kommentare zum kindlichen Verhalten• wenig Aufgreifen der vom Kind beachteten Themen• Häufige Durchsetzung eigener Themen des Erwachsenen • wenige Fragen⇒bei diesem Stil waren quantitativ und qualitativ expressive Sprachleistungen eingeschränkt!
- Die sozialen Faktoren des SE 2: Elternsprache / KGS / Inputsprache b)Welchen Stellenwert hat die Adaptation (=Anpassung) der Elternsprache an ihre kindlichen Gesprächspartner für den SE der Kinder? b) Adaptation – Anpassung der Eltersprache Anpassung der Ausdruckweise der Erwachsenen an Möglichkeiten der Kindersoll Verstehen sichern und SE fördernüber Erfolgserlebnisse, das Erleben der Wirksamkeit der sprachlichen Äußerungen
- Die sozialen Faktoren des SE 2: Elternsprache / KGS / Inputsprache c)Welchen Stellenwert hat die sog. „Elternsprache“ für die Methodik der Sprachtherapie mit Kindern? c) Methodik der Sprachtherapie • „intuitive Didaktik“ des Erwachsenen• genutzt in Sprachtherapie (vor allem bei kleinen Kindern)• Methoden des Erwachsenen werden dort bewusst und gezielt eingesetzt• z.B. indirekte Korrektur durch korrigierende Wiederholung oder Erweiterung⇒ correktive Feedback
- Welche organischen (Reifungen), sensorischen, motorischen und kognitiven (Entwicklung) Voraussetzungen werden als relevant für den Spracherwerb betrachtet? Organische Voraussetzungen Gehirn Gehör und Hörbahn Sprechorgane Sensorische Voraussetzungen vestibuläre Wahrnehmung taktile kinästhetische visuelle auditive gustatorische und olfaktorische motorische Voraussetzungen Grob- und Feinmotorik kognitive Voraussetzungen Intersubjektivität (Ich-Du, Austausch von Perspektiven und Gedanken möglich) Abstraktionsvermögen (Begriffe und Konzepte schaffen, indem man von einzelnen und besonderen ausgeht und das Allgemeinte abhebt) Repräsentationsvermögen (mentale Abbildung) Objektpermanenz Triangulierung
- Welches sind die biologischen Grundlagen des SE? Die genetisch kodierten Reifungsprozesse des Gehirns (Entwicklungsplastizität), des Gehörs und Sprechwerkzeuge
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- Warum könn(t)en Babys alle Sprachen erlernen? Weil Babys schon von Geburt an in der Lage sind zwischen allen relevanten phonetischen Merkmalen von Sprachlauten zu unterscheiden (z.B. Stimmhaft oder Stimmlos). Sie können auf dieser Basis die Bestandteile (Phoneme) jedes phonologischen Systems erkennen.
- Was versteht man unter auditiver (Signal-)Verarbeitung? Neuronale Weiterleitung, Vorverarbeitung und Filterung von auditiven Signalen bzw. Informationen auf verschiedenen Ebenen des ZNS (Hörnerv, Hirnstamm, Kortex)
- Was versteht man unter auditiver Wahrnehmung? Wahrnehmung = Perzeption als Teil der Kognition im Sinne einer, zu höheren Zentren hin zunehmende, bewusste Analyse von auditiven Informationen verstanden. kommt zu Stande durch bottom-up Prozesse (auditive Verarbeitung) zustande wird beeinflusst durch top-down Prozessse à Vigilanz, Aufmerksamkeit, Gedächtnis
- Was muss ihrer Meinung nach dazu kommen, damit man von Sprachverständnis sprechen kann? - trianglulärer Blickkontakt - Dinge müssen als autonome Objekte begriffen werden (unabhängig von Kind selbst)- kognitive Leistung, ein Objekt als Permanent zu erkennen (Objektpermanenz) Sprachverständnis:- Beziehung zwischen Lautgestalt und Bedeutung- Wörter nicht als Eigennahmen, sondern als Bezeichnung abstrahierendes Verständnis - adäquate Reaktion auf Äußerungen⇒Kommunikative Absicht erkennen⇒Einzelwörter mit Situation/Handlung zu assoziieren Botschaft verstehen Kurz: Das Kind muss ein Wort mit einer Bedeutung verknüpfen (Also eine Assiziation zwischen einem Wort und einem Gegenstand, Ereignis oder Person)
- Welche Äußerungsarten gelten als Sprachlehrstrategien im engeren Sinne? • Wiederholungen eigener Äußerungen• Reformulierungen eigener Äußerungen• Bestätigende Wiederholungen kindlicher Äußerungen in korrigierter Form• Erweiterungen kindlicher Äußerungen• Explizite Korrektur bei falscher Bezeichnung, nicht bei Fehlern in Aussprache oder Grammatik• offene Fragen, sog. W-Fragen
- Welches Verhalten des Erwachsenen GP wirkt sich a)positiv b)negativ auf den SE aus? a) Thema des Kindes aufgreifenakzeptierender Gesprächsstil, der sich auf Objekte und Sachverhalte fokussiertformale Aspekte KGS: Fragen, Erweiterungen, Deixis(Deixis: Bezugnahme auf Personen, Orte und Zeiten im Kontext,[1] die mit Hilfe von deiktischen oder indexikalischen Ausdrücken wie ich, du, dort, hier, morgen, heute ... erfolgt.) b) eigenes Thema verfolgendirektiver Gesprächsstil mit vielen Impertativen (Befehlsform)stark auf Verhalten des Kindes orientiert sein und es kommentierenformale Aspekte KGS: Imperative, wörtliche Wiederholungem
- Welche verschiedenen Formen von Erweiterungen gibt es? • Reformulierungen sind Wiederholungen, die Elemente der kindlichen Äußerungen wiederholen und die korrekte Form hinzufügen• Expansion sind Wiederholungen, die der kindlichen Äußerung zur korrekten Form zusätzlich auch inhaltliche Elemente hinzufügen ⇒Sind fördern, weil sie in den Dialog eingebunden sind und diesen nicht Stören!
- Nennen Sie die Regeln multimodaler Interaktion! • Fokussierung• Kooperation• Kommunikation
- Was ist die Präverbale Phase? • vorsprachliche Phase des SE (0,0 bis 0,6/9)• beginn mit Geburt• interaktionale und perzepteulle Erwerbsprozesse⇒also Basis der Entschlüsselung der Form der Sprache (Wie?) und des Sprachgebrauchs (Warum?)⇒Interaktion als biologisch relevantes System
- Was sind die Voraussetzungen für den SE im Bereich der spezifischen linguistischen Erwerbs- und Repräsentationsfähigkeit erkennen prosodischer und phonologischer Informationen phonologisches Gedächtnis Erwerbsstrategien zur Selektion und Reduzierung des vieldeutigen Inputs Fähigkeit zur Abstraktion impliziten linguistischen Wissens
- Was sind die Voraussetzungen für den SE im Bereich der allgemeinen Kognition? Objektpermanenz Kategorienbildung symbolisches Denken Dezentrierung Intentionales Handeln Erkennen der Mittweilungsabsicht des Gegenübers Gedächtnis
- Was sind die Voraussetzungen für den SE im Bereich der Interaktion? Imitation Triangulärer Blickkontakt, der zwischen Aufmerksamkeitsfokus und Bezugspersonen wechselt Austausch von Objekten Behauptung eigener, auch oppositioneller Standpunkte Präverbale Kommunikation mit Gestik und Mimik Erkennen von Handlunsgmacht durch wirkingsvolle Taten Erkennen von Handlungsmacht durch wirkkungsvolle Äußerungen
- Inwieweit ‚berücksichtigt‘ das Baby-gerichtete-Sprechen (BGS) die auditiv-perzeptiven Fähigkeiten des Babys? Die kindgerichtete Sprache wird in einer höheren Frequenz gesprochen, da das Gehör des Kindes tiefe Frequenzen noch nicht wahrnehmen kann. Auch wird die kindgerichtete Sprache langsamer und sehr deutlich artikuliert und betont, sodass die Kinder die einzelnen Laute wahrnehmen können. Die häufigen Pausen untertützden die Segmentierung und Wort- und Phrasengrenzenerkennung.