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Kuwi Hagen Literatur (Subject) / L1 Dramenanalyse (Lesson)

Glossar zur Dramenanalyse

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  • Akt Dominierende Gliederungseinehit im Drama, welche räumliche und inhaltliche Strukturierung gewährleisten.  Der Akt lässt sich weiter untergliedern in Szene und Auftritte.
  • Analytisches Drama Das entscheidende Ereignis, die Katastrophe ist bereits eingetreten. Im Verlauf der Bühnenhandlung werden die in der Vergangenheit liegenden Hintergründe enthüllt.
  • Anagnorisis Wiedererkennen - Bezeichnet den Umschlag von Unwissenheit in Erkenntnis.  Neben Peripetie und Pathos das dritte entscheidende dramatische Bauelement eines Dramas mit geschlossener Form
  • Anagnorisis Wiedererkennen - Bezeichnet den Umschlag von Unwissenheit in Erkenntnis.  Neben Peripetie und Pathos das dritte entscheidende dramatische Bauelement eines Dramas mit geschlossener Form
  • Peripetie Höhe- /Wendepunkt - Punkt der Handlung, an dem sich ein Umkehr der Handlung ergibt, der auf das Ende hinführen muss. Nach der klassizistischen Forderung vollzieht sich dieser Umschwung am Ende des 3. Akt Dramatisches Handlungselement, das den Höhepunkt der Spannungskurve markiert. Der dramatische Konflikt wird im Prinzip schon hier entschieden, da die Handlung ihre entscheidende Wendung erfährt. vgl Fünfaktschema nach Gustav Freytag
  • Pathos In der Tragödientheorie die Abschnitte des Dramas, die durch die Darstellung von Tod und schwerem Leid im Zuschauer die Affekte von Jammer und Schauer nach Aristoteles oder Furcht und Mitleid nach Lessing (siehe auch Katharsis)  auslösen.
  • Antagonist Gegenspieler des Protagonisten, als Kontrast gegen diesen konzipiert und ihm in der Figurenkonstellation gegenübergestellt  Beispiel Mephisto gegen Faust
  • Aristotelisches Drama Bezeichnung für eine streng gebaute Dramenform, die auf die von Aristoteles (Poetik 8. Kapitel) entworfene Dramentheorie zurückgeht. Das aristotelische Drama fordert zum einen die Einhaltung der drei Einheiten (Handlung, Ort und Zeit) und ist zum anderen der Katharsis verspflichtet.
  • Auftritt/ Szene Kleinstes Gliederungsegment des Dramas bezeichnet das Geschen zwischen zwei Personenwechseln
  • Aufzug Seit dem 18. Jh. gebräuchliche Bezeichnung für den Akt im Drama.
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  • Beiseitesprechen Monolog einer Figur, der von anderen anwesenden Figuren nicht gehört wird bzw. nicht gehört werden soll. Das Publikum hört es. Dem gleichzeitigen „für sich“ und „für alle“ des Beiseitesprechens entspricht in der Literatur der Innere Monolog.
  • Boten Funktionsfiguren, die Nachrichten von weiter entfernt gedachten Orten zum Bühnengeschehen bringen.
  • Botenbericht Dramaturgisches Hilfsmittel, um in der Vergangenheit liegende Geschehnisse in die Handlung einzubauen, die auf der Bühne so nicht dargestellbar sind.  Beispiel Schlachten, Hinrichtungen 
  • Botenbericht Dramaturgisches Hilfsmittel, um in der Vergangenheit liegende Geschehnisse in die Handlung einzubauen, die auf der Bühne so nicht dargestellbar sind.  Beispiel Schlachten, Hinrichtungen 
  • Bürgerliches Trauerspiel Nach der Emanzipation des Bürgertums im 18. Jh. stehen nun auch Themen und Probleme aus der bürgerlich-privaten Wertewelt und damit auch bürgerliche Personen im Vordergrund (vgl. Fallhöhe, Ständeklausel). Die sonst für eine Tragödie üblichen Merkmale wie Versmaß und Regelpoetik (drei Einheiten) werden aufgebrochen.
  • Chor Eine Gruppe von Sprechern im Drama, die nur als Kollektiv spricht.
  • Deus ex Machina Begriff für eine ganz und gar unerwartete und unmotivierte Lösung eines Konfliktes in einem Theaterstück. In der Regel geschieht diese Lösung in Form eines unvorbereiteten Auftritts eines Gottes, der oft mit Hilfe von speziellen Maschinen der Bühnentechnik inszeniert wurde und der eine Aporie (Ausweglosigkeit) der dramatischen Handlung lösen kann.
  • Dialog Wechselrede der Figuren bzw. das Gespräch im Drama. Das grundlegende sprachliche Wesenselement, da dieser sowohl den Abauf der Handlung bestimmt als auch der Charakterisierung der Figuren sowie der Darstellung ihrer Konflikte dient.
  • Diener/ Vertrauter Eine der Hauptfigur ständisch und dramaturgisch untergeordnete Figur, die für jene nicht nur Aufgaben erfüllt, sondern auch als Gesprächspartner fungiert, dem Gedanken, Gefühle und Motivationen anvertraut werden können.
  • Drei Einheiten Unter Rückgriff auf die Poetik des Aristoteles fordert diese dramentheoretische Norm als zentrales Merkmal des geschlossenen Dramas die Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Einheit der Handlung: Das Drama muss einen Handlungsstrang aufweisen, dem alle Einzelhandlungen zugeordnet sind. Es darf nur bedingt Nebenhandlungen und keine Parallelhandlungen geben. Idelatypischer tektonischer Aufbau des Dramas: Exposition, Peripetie, Katastrophe/ Lösung Einheit des Ortes: Das gesamte Drama soll sich an einem Ort ohne Szenenwechsel abspielen. Weitere Möglichkeiten der Informationsvermittlung: Teichoskopie, Botenbericht, Chor Einheit der Zeit: Aus der tektonischen Form ergibt sich zwangsläufig die Einheit der Zeit, die besagt, dass sich die Handlung in einem zeitlichen Kontinuum über maximal einen Tag (in strenger Form zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang) erstrecken darf.
  • Einheit des Ortes Das gesamte Drama soll sich an einem Ort ohne Szenenwechsel abspielen.  Weitere Möglichkeiten der Informationsvermittlung: Teichoskopie, Botenbericht, Chor
  • Einheit der Handlung Das Drama muss einen Handlungsstrang aufweisen, dem alle Einzelhandlungen zugeordnet sind.  Es darf nur bedingt Nebenhandlungen und keine Parallelhandlungen geben. Idelatypischer tektonischer Aufbau des Dramas: Exposition, Peripetie, Katastrophe/ Lösung
  • Einheit der Zeit Aus der tektonischen Form ergibt sich zwangsläufig, dass sich die Handlung in einem zeitlichen Kontinuum über maximal einen Tag (in strenger Form zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang) erstrecken darf.
  • Epilog Der eigentlichen Dramenhandlung folgendes, deutlich abgegrenztes Nachwort, das eine zwischen Dramentext, Autor und Publikum vermittelnde Position einnehmen kann.
  • Episches Theater Bezeichnung für eine von Bertolt Brecht (1926) entwickelte offene Form des Theaters, die im Gegensatz zum klassischen aristotelischen Drama steht. Hierzu verfremdet Brecht die dramatische Handlung (Verfremdungseffekt). Die übliche Dramenform wird aufgelöst, stattdessen werden Einzelszenen aneinandergereiht. Das unmittelbare Geschehen wird u.a. durch die Einführung eines Erzählers oder durch den Einschub von Liedern verfremdet dargestellt. Der Zuschauer soll dadurch zur Veränderung der Gesellschaft angeregt werden. Ziel war die Darstellung der großen gesellschaftlichen Konflikte wie Krieg, Revolution, Ökonomie und soziale Ungerechtigkeit. Ein Theater, das diese Konflikte durchschaubar macht und die Zuschauer dazu bewegt, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Beispiel Mutter Courage und ihre Kinder
  • Exposition  Ein dramatisches Bauelement, das zu Beginn eines Dramas die Vorgeschichte, Ausgangssituation und Personenkonstellation erläutert. Dadurch wird dem Publikum das Hintergrundwissen vermittelt, auf dem die folgende konflikthafte Handlung beruht.
  • Fallhöhe Diese eng mit der Ständeklausel verknüpfte Kategorie der Dramentheorie besagt, dass der Fall eines Helden umso eindringlicher empfunden wird, je höher sein sozialer und moralischer Rang vorher war.
  • Figurenkonstellation Das Verhältnis und die Stellung aller Figuren in einem Drama zueinander.
  • Figurenrede Die von einer bestimmten Bühnenfigur gesprochenen Worte.
  • Fiktionsbrechung Die geschaffene Fiktionsebene bzw. der Illusionsraum der Dramenhandlung wird von den Figuren verlassen, um die Illusion als solche kenntlich zu machen. Damit wird die theatrale Kommunikationssituation selbst thematisiert, und das Publikum wird auf die Präsentationsform des Dramas zurückverwiesen.  Oft wenden sich die Figuren direkt an den Zuschauer. (vgl. Parabase)
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  • Fünfaktschema Idealisiertes Aufbaumodell von Gustav Freytag (1816 - 1895): 1. Akt - Exposition, Einleitung; 2. Akt - Steigerung; 3. Akt - Höhepunkt, Peripetie; 4. Akt - Retardation, retardierendes Moment; 5. Akt - Schluss (Lösung oder Katastrophe)
  • Gemischte Charaktere Figuren, die weder eindeutig gut noch böse sind. Sie befinden sich auf gleicher Höhe mit dem Publikum und sollen das Drama glaubwürdiger und wahrscheinlicher machen.
  • Geschlossene tektonische Form Im idealtypischen Drama der geschlossenen Form sollten die Einheit des Ortes, der Zeit und der Handlung eingehalten werden.  Der funktionale Aufbau sollte dem Schema Exposition, Steigerung, Höhe-/ Wendepunkt, Verzögerung, Katastrophe entsprechen und den strengen Regeln der Personenverteilung sowie der Ständeklausel gehorchen.
  • Hamartia Fehler/ Verfehlung - Der Begriff bezeichnet das Fehlverhalten des Helden, das die tragische Katastrophe herbeiführt. Hiebei handelt es sich nicht um moralische Schuld, sondern um tragisches Versagen des Helden.
  • Hanswurst Figur des Barocktheaters, vor allem bei Wanderbühnen beliebt. Der Hanswurst oder Pickelhering bringt ein komisches Element in die sonst tragische Handlung.
  • Hauptfiguren Die zentralen Figuren des Dramas, um die sich die Haupthandlung dreht bzw. die aktiv und selbständig agieren und die entsprechend die größten Textanteile haben.
  • Haupttext Der von den Schauspielern als Figuren auf der Bühne gesprochene Text des Dramas.
  • Informationsvergabe Terminus der Dramenanalyse zur Beschreibung der Möglichkeit, dem Zuschauer über Haupt- und Nebentext Wissen über den Fort- und Ausgang der Handlung zukommen zu lassen.
  • Intrige Für die dramatische Handlung entscheidendes Komplott.
  • Katastrophe Tragisches Ende des Dramas
  • Katharsis Reinigung. Nach der aristotelischen Poetik soll die Tragödie von bestimmten Affekten reinigen. Sie ruft "Jammer und Schauer" (eleos und phobos) hervor und reguliert so nach der Säftelehre (Säftehaushalt) Erregungszustände des Zuschauers. Rückt als "Furcht und Mitleid" nach Lessing die Empathie (Mitleid) in den Vordergrund. Das Publikum soll sich die Unglücksfälle auf der Bühne als eigene vorstellen.
  • Komödie Lustspiel - Neben der Tragödie die zweite Grundform des klassischen Dramas, in der  meist ein nur scheinbarer Konflikt gestaltet wird. Oft wird dieser durch menschliche Schwächen hervorgerufen. Die Lösung des Konflikts beinhaltet in der Regel etwas Komisches. Dargestellt werden zumeist Personen von niederem Stand.
  • Monolog Einzelrede einer Bühnenfigur, hauptsächlich auf die sprechende Person, ihre Situation und ihren Konflikt abzielend.
  • Nebenfiguren Den Hauptfiguren zur Seite gestellte Figuren, die oft eher einen dramaturgischen Zweck erfüllen als persönlich plastisch zu werden.
  • Nebentext Der Textteil des Dramas, der von den Figuren nicht gesprochen wird und der vor allem der Steuerung der Aufführung dient.  Umfasst z. B. Bühnen- und Regieanweisungen, Titel, Motto, Widmung, Vorwort, Personenverzeichnis, Akt- und Szeneneinteilung
  • Offene/ atektonische Form Gegenmodel zur geschlossenen Form. Lockerung oder Auflösung der drei Einheiten von Ort, Zeit und Handlung.
  • Parabase Direkte Wendung einer Bühnenfigur an das Publikum.
  • Prolog Der eigentlichen Dramenhandlung vorgelagerte, deutlich markierte Vorrede, die der Ankündigung, Erläuterung und Ausdeutung dienen kann.
  • Protagonist Zentrale Figur, Hauptfigur des Dramas (vs. Antagonist)
  • Retardierendes Moment Verzögerung der Katastrophe, da kurzzeitig ein untragischer Lösungsansatz aufscheint, der sich jedoch als nur scheinbar entpuppt.