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Biologie Ökologie (Subject) / Vegetations- und Standortskunde 1 (Lesson)
Terminologie
(Übungsfragen für Vegetations- und Standortskunde im Fach Waldwirtschaft und Umwelt 2. Semester Uni Freiburg)
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- Flora Summe der Sippen/Arten in einem Gebiet
- Areal geographischer Wuchsraum eines Taxons
- Taxon systemtische Gruppe von Lebewesen Syn: Sippe
- Kosmopolit Lebewesen mit nahezu weltweiter Verbreitung besiedeln große Anzahl von Standorten nicht spezialisiert leichte Verbreitung der Sporen Bsp.: Adlerfarn
- Endemit nur begrenztes Areal kommen in räumlich klar abgegrenzten Gebieten vor Bsp.: Bayrisches Löffelkraut
- Disjunktiv Areal in dem die Verbreitungslücken zu groß sind um natürlich überbrückt zu werden Bsp.: Eibe (Taxus baccata)
- Neophyt eingeschleppte Arten seit 1492
- Florenreich Gebiet mit eigenständiger Flora große Anzahl an Pflanzensippen die nur dort vorkommen selbstständiger Vegetationscharakter unabhängige Entstehungsgeschichte es gibt 6 Florenreiche: Holarktis, Neotropis, Paläotropis, Australis, Capensis, Antarktis
- Pollenanalyse Untersuchung fossilen Blütenstaubs der unter Luftabschluss konserviert wurde. Rückkonstruktion der Vegetationsgeschichte möglich!
- Späteiszeit Spätglazial Zurüchziehen des Eises aber noch kaltes Klima
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- Nacheiszeit Postglazial endgültige Erwärmung Bildung ausgedehnter Wälder Beginn des Mesolithikums
- Was bezeichnet der Begriff Sukzession? Ursachen, Abläufe? Abfolge von Pflanzen oder Tiergesellschaften an einem Standort Änderung in Ökosystem bis zu neuem Gleichgewicht Ursache: natürlich städig ändernde Gleichgewichtstzustände (extremer Winter/ Sommer) Ablauf: massive Störung → Initialbildung → Entwicklung von Zwischenstadien → Klimaxgesellschaften → neues Gleichgewicht
- Welche Typen von Sukzession gibt es? Beispiele? Primäre Sukzession: völlig freie Standorte werden besiedelt(Gletscherrückzug, Vulkanausbruch) Sekundäre Sukzession: Entwicklung von Pflanzen auf Flächen mit vorhandener Vegetation, Konkurrenzbeziehungen stark durch vohandene Arten geprägt Beispiele: Silberweiden-Auwald, Brachäcker am Rhein, Wiebke-Sturmflächen
- Wie verlief die nacheiszeitliche Waldentwicklung in Mitteleuropa in groben Zügen? Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) eingewandert aus eiszeitlichen Refugien Ost-Alpen, Karpaten, Iberien, Italien und Ost-Balkan Fichte, Eiche, Tanne und Buche hatten sich ebenfalls zurückgezogen und wanderten dann wieder ein Nach dem Eis => Tundrazeit, dann Kiefern-/Birkenzeit (früh und spät), dann Hasel- und Mischwaldzeit, bis heute dann Ta/Bu (Wiederbewaldung dann ab vor 12000 Jahren, in Süddeutschland früher Buche als in Dänemark)
- Hemikryptophyt Überdauerungsknospen dicht über der Erdoberfläche (z.B. Gräser)
- Was sind die Klimazonen in Europa? Boreal, gemäßigt und mediterran/meridional
- Was sind immergrüne Hartlaubgehölze? Wie sind sie an welches Klima angepasst? z.B. Erdbeerbaum und Steineiche => an meridionales Klima angepasst, verlieren ihr Laub über den Winter nicht (sind hartlaubig gegen Verdunstung, lohnt sich nur für mehrere Vegetationsperioden)
- Welche Auswirkungen hat die Meereshöhe/das Relief auf die Vegetation? Je höher, desto kälter => frostempfinde Arten fallen aus Nordhalbkugel Südhang ist günstig, Tallage sind andere Arten im Vorteil
- Warum gibt es die alpine Baumgrenze (Mitteleuropa)? Vegetationsperiode wird auf 3-4 Monate verkürzt Es herrscht Frosttrocknis
- Was sieht man auf einem Klimadiagramm? Jahresverläufe der Monatsmitteltemperatur Monatsmittelwert des Niederschlags → arid oder humid Breiten- und Längengrade über NN Station mit Angabe der Höhe ü.d.M Zahl der Beobachtungsjahre mittleres tägliches Maximum des wärmste Monats mittleres tägliches Minimum des kältesten Monats mittlere Jahrestemperatur mittlere Jährliche Niederschlagsmenge
- Was umfasst der Begriff „Standort“? eine homogene Fläche mit einer mehr oder weniger gleichen Kombination von Umweltbedingungen (Boden, Klima, Vegetation)
- Wodurch wird ganz grundsätzlich der Nährstoffhaushalt eines Bodens geprägt? Wirkungen auf die Vegetation? Der Nährstoffhaushalt eines Bodens ist abhängig von der Geologie, dem Bodentyp und der Ausstattung mit Nährstoffen. Bei der Geologie kann zwischen kalkreichen (gute Versorgung mit Ca, Mg, K; schlechte Versorgung mit Fe, Mn, P), mittleren(gute Nährstoffversorgung) und basenarmen (Mg- und Ca-Mangel, nährstoffarm) unterschieden werden. Die Nährstoffe sind für die Vegetation lebensnotwendig, wenn gewisse Mängel auftreten kann dies pflanzenwachstumsbegrenzend wirken. Wenn von einem Nährstoff besonders viel vorhanden ist, kann das unter Umständen einen Mangel eines anderen Nährstoffes hervorrufen. (Bsp: viel Stickstoff führt zu einer steigenden Nachfrage nach Mg, da das Pflanzenwachstum angeregt ist. Ist Mg im Boden aber nicht vorhanden, kommt es zu Mangelerscheinungen)
- Wodurch wird ganz grundsätzlich der Wasserhaushalt eines Bodens geprägt? Wirkungen auf die Vegetation? Der Wasserhaushalt eines Bodens ist grundsätzlich von extremer Nässe, Wasserspeicherkapazität oder Trockenheit geprägt. Abhängig sind diese Eigenschaften von der Bodenart, also seiner Textur, und von der Bodentiefe. Für die Vegetation sind extreme Nässe und Trockenheit limitierende Faktoren und können eine azonale Waldgrenze bedeuten. Oft ist die Vegetation auf die extreme Nässe, welche v.a. Sauerstoffmangel hervorruft, mit morphologisch-anatomischen Eigenschaften angepasst oder betreiben dann Gärung, Alkoholbildung und Abtransport des Alkohols.
- Was ist Trockenheit? Welche Komponenten wirken wie zusammen? Trockenheit ist Wassermangel. Dabei wirken die Eigenschaften des Bodens und des Klimas zusammen und können selbst in unsrem humiden Klima Trockenheit hervorrufen, wichtig sind dabei die Wechselbeziehung zwischen den Einzelfaktoren. Trockenheit kann z.B. die Folge von zu geringen Niederschlägen und/oder hoher Verdunstung oder von flachgründigen Böden sein.
- Was zeichnet das Bestandesklima aus? Unterschied Freifläche/Bestand? Laub-, Nadelwald? Klima innerhalb oder unmittelbar oberhalb eines Pflanzenbestandes abhängig von der Art, Höhe und Dichte des Bewuchses Tagesgänge meist ausgeglichener Wind abgeschwächter als auf der Freifläche Geringere Lichteinstrahlung Höhere Verdunstung durch die hohe Blattfläche
- Was bezeichnen die Begriffe Schlagvegetation, Vorwald? Nennen Sie Beispiele für wichtige jeweils typische Arten! Schlagvegetation: Vegetation unmittelbar nach einem Sturmwurf oder Kahlschlag Bsp: Hohlzahn, Disteln, Wald-Greiskraut Vorwald: erstes Stadium der Sukzession (nach Schlagvegetation); Wald der sich auf unbewachsener fläche bildet Bsp: Himbeere, Brombeere, Holunder, Sal-Weide, Zitterpappel, Birke
- Was versteht man unter dem Begriff „relative Standortskonstanz“? bei Änderung des Großklimas ist ein Biotopwechsel der Pflanzengesellschaft möglich Buche im Mittelmeerraum auf Schattenhängen: Frischeanzeiger Buche in Südskandinavien auf Sonnenhängen: Wärmeanzeiger
- Was sind Zeigerpflanzen? Zeigerwerte? Wozu können Zeigerwerte angewendet werden? Zeigerpflanzen: Pflanzen sind an bestimmte Umweltbedingungen gebunden und zeigen diese durch ihr Vorkommen an. Daher geht mit dem Vorkommen einer Art eine gewisse standörtliche Kennzeichnung einher Zeigerwerte; sind Indikatorwerte für bestimmte Umweltbedingungen und Ausdruck für das ökologische Verhalten unter Konkurrenzbedingungen Werden genutzt um Standorte zu klassifizieren; man kann ablesen, ob Arten dort gedeihen würden. Lichtwert, Klimawert, Kontinentalitätswert, Bodenreaktorwert, Stickstoffwert und Feuchtigkeitswert werden bestimmt durch Zuordnung der Zahlen 1-9
- Was versteht man unter dem Begriff „ökologische Artengruppe“? Gruppe von Arten, die ähnliche Anpassungen an ihre Umwelt zeigen
- Auf welchen Standorten sind welche Baumarten konkurrenzfähig? (bei welcher Wasser-, Nährstoffversorgung, Klima?) Kiefer: tiefe Temperaturen und Trockenstreß Fichte: tiefe Temperaturen und ausreichend Wasser Buchen: unter ozeanischen Bedingungen Eiche: trocken-flachgründigen Bedingungen (allerdings nicht zu hoch)
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- Klimax relativ stabiler Endzustand der Vegetation; Schlussgesellschaft
- PNV =potenzielle natürliche Vegetation: Zustand der Vegetation der sich unter heutigen Umweltbedingungen einstellen würde, wenn der Mensch nicht eingreifen würde.
- Naturnähe hohe Ähnlichkeit zum Naturzustand
- Hemerobie gibt Grad des menschlichen Einflusses auf außermenschliche Natur an
- Extrazonaler Waldtyp Beispiel Buchenwald am Nordhang in Frankreich auf 1800m Höhe
- Arid potenzielle Verdunstung übersteigt Niederschlag (deutlich) => trockene Luft
- Humid jährliche Niederschläge größer als Verdunstungskapazität => feuchte Luft
- Lebensform Nach Raunkiaer Anpassungen an spezifische Umweltbedingungen => unterscheiden sich nach der Lage der Überdauerungsknospen
- Phanerophyt Überdauerungsknospen mehr als 50cm über der Oberfläche (Bäume, Sträucher)
- Lebensformstrategie Überlebensstrategie einer Art es Gibt r-Strategen (ruderal Arten => typisch für störungsreiche Lebensräume), K-Strategen (nah an der Lebensraumkapazität K => typisch für konstante Lebensräume) und S-Strategen (konkurrenzstark bei Stress => typisch für Extremstandorte)
- Vegetation Summe der Pflanzengesellschaften eines Gebiets
- Zonaler Waldtyp Beispiel Tanne-Buche in montaner Stufe in den Alpen
- Azonaler Waldtyp Beispiel Auenwälder oder Wälder auf Sanddünen
- Extrazonale Vegetation Vegetation (=Pflanzengesellschaften) „außerhalb ihrer Zone“, also außerhalb ihres Hauptverbreitungsgebietes, durch Exposition und Geländeform
- Azonale Vegetation stellt sich überall dort ein, wo sich die zonale Vegetation aufgrund von (oftbodenbedingten) Extremen nicht einstellen kann Azonale Pflanzengesellschaften sind vor allem vom Boden geprägt, sie kommen in verschiedenen Klimagebieten mit ähnlicher floristischer Zusammensetzung vor
- Frostresistenz Mehrere Mechanismen verhindern die intrazelluläre Eisbildung:(Extrazelluläre Eisbildung, Osmotische Effekte, Gefrierpunktdepression, Persistente Unterkühlung, Gefrierbeständigkeit → Angepasste Art hat Konkurrenzvorteil gegenüber nicht-angepassten Arten
- Winterhärtung Gefrierbeständigkeit der Zelle durch „Abhärtung“ bei allmählich fallenden Temperaturen
- Frosttrocknis Bei hoher Saugspannung der Luft erleiden die Pflanzen hohe Wasserverluste, die sie aus dem gefrorenen Boden und bei gefrorenem Stamm nicht ersetzen können → Bei abnehmender Länge der Vegetationsperiode nach Norden und im Gebirge werden kälte- undfrostresistente Nadelbäume konkurrenzüberlegen!
- Spätfrost Einsetzen von Frost, nach Beginn der Vegetationsperiode, führt, wenn es häufiger auftritt, zum Ausfallen von frostempfindlichen Arten wie Buche
- Kontinentalität mit der Entfernung zum Meer entwickelt sich ein Gradient verschiedener klimatischer Eigenschaften, die einen deutlichen Effekt auf die Artenzusammensetzung haben z.B. …