13

Sozialpsychologie (Subject) / Sozialer Einfluss (Lesson)

..

This lesson was created by Lavera.

Learn lesson

Advertisement
  • Norm → expliziter Verhaltenskonsens zwischen Mitgliedern einer Gruppe, auch als Verhaltensregelmäßigkeit→ Ausdruck gemeinsamer Erwartungen von Gruppenmitgliedern zu typischen oder erwünschten Aktivitäten Soziologie: Verhaltenserwartungen, die durch Sanktionen flankiert sind; können institutionalisiert sein (Gesetz)
  • Sozialer Einfluss Veränderung von Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten bzw. Verhaltensweisen infolge der Tatsache, dass man mit den Einstellungen anderer Menschen konfrontiert ist. z.B. durch Normen
  • compliance "Zustimmung" - nach Außen gezeigte Einwilligung 
  • conversion "Umwandlung"- Veränderung der Einstellung
  • Konformität begünstigende Faktoren Motivationale Ursachen: Bedürfnis nach mastery (will richtig liegen- Informationseinfluss) connectedness (will verbunden sein- Normeneinfluss) Vermeidung von Sanktionen sowie: - Gruppendruck (Asch) - Normsalienz (Cialdini) - Gruppenaspekte - Autorität vs. Gehorsam (Milgram)
  • Normsalienz → Zentrale Prämisse: es gibt viele Normen, doch ob man Norm folgt, hängt davon ab, ob sie gerade aktiviert → somit salient ist Verhalten Anderer kann in Abhängigkeit des Kontextes bestimmte Normen zugänglich machen Implikation: gleiches Modellverhalten kann je nach Kontext unterschiedliche deskriptive Normen aktivieren z.B. Einmal schmeißt jemand Müll in ein sauberes, einmal in ein dreckiges Parkhaus →durch abweichendes Verhalten (Müll im ansonsten sauberen Parkhaus) wird salient, was man nicht tun sollte und die dementsprechende Norm wird aktiviert (Müll gehört in den Mülleimer)
  • Funktionen sozialer Normen 1. Routinisierung sozialen Handelns: Reduktion des Entscheidungsaufwandes, mechanism of bounded rationality (Herbert Simon), Ermöglichung schnellerer Reaktion 2. Erleichterung der Anpassung an neue Situationen: Reduktion der Informationssuche, Bereitstellung nützlicher Verhaltensweisen, 3. Sicherheit und Dazugehörigkeitsgefühl: Normlosigkeit ( Anomie) als Stressor, Gruppennormen definieren Gruppen, "Wir"-Gefühl, Rollen und Identität
  • commitment commitment- Verpflichtung:"Stehe zu deinem Wort!" Beispiel für Verpflichtungsnorm: Vertragsrecht wenn wir uns verpflichtet haben, empfinden wir ein stärkeres Verantwortungsgefühl Studie zu Commitment: Moriarty (1975): auf Radio aufpassen; anschließend wird Diebstahl inszeniert nach Verpflichtung: 95 % helfen, ohneVerpflichtung: 20 % helfen
  • Informationaler Einfluss der Gruppe (Majorität auf Minorität) Bedürfnis nach mastery of the situation - > sozialer Vergleich mit der Gruppe - > "Folge der Gruppennorm, denn sie ist wahrscheinlich richtig und nützlich" Andere = Informationsquelle → Konformität kommt zustande, da man persönliche Unsicherheit beseitigen möchte → nimmt Meinung der Mehrheit an
  • Normativer Einfluss der Gruppe (Majorität auf Minorität) Bedürfnis nach connectedness- >sozialer Vergleich mit der Gruppe- >"Folge der Gruppennorm, um Identifikation mit der Gruppe zudemonstrieren und Ablehnung zu vermeiden"
  • Advertisement
  • Spontane Normentstehung Şerif's: Experiment zum autokinetischen Effekt (1936) → klassisches Experiment zum informativen sozialen Einfluss Norm entsteht auch da, wo keine Notwendigkeit für ihr Entstehen besteht Wahrnehmungstäuschung: ein stationärer Lichtpunkt in einem dunklen Raum; scheint sich zu bewegen → autokinetischer Effekt ist nicht messbar, da Täuschung für das gegenseitige Anpassen ist nur der soziale Einfluss der Gruppe auf den Einzelnen verantwortlich: Konformitätsverhalten als Resultat entwickelte Norm ist aber relativ stabil: selbst 1 Jahr später entsprechen Schätzungen in Einzelsitzungen der Gruppennorm
  • Normativer vs. informationaler sozialer Einfluss normativer sozialer Einfluss: gemocht werden wollen ‣ Konformität erhöht, wenn Person Mitglied einer Gruppe ist und nicht auf sich allein gestellt informationaler sozialer Einfluss: richtig sein wollen ‣ Konformität erhöht, wenn Mehrheitsmeinung als valide bestätigt (z. B. keine Abweichler)
  • Gruppenaspekte Deindividuation: dem Individuum ist individuelle Identität entzogen; verhält sich wahrscheinlicher extrem (oftmals normverletzend; anti-sozial) → erhöht Salienz der Gruppennorm (verstärkt durch z.B. Uniform) Kohäsion Mittelwert über die Gruppenmitglieder: Wie gerne gehöre ich zur Gruppe? Gruppenzusammenhalt oder durchschnittliche Attraktivität der Gruppe → erhöht die Wichtigkeit normangepaßten Verhaltens 'Groupthink': kohäsive Gruppe strebt nach Einstimmigkeit Ziel: Kohäsion aufrecht erhalten Kosten: vernachlässigung der realistischen Bewertung alternativer Handlungsmöglichkeiten → normativer Einfluss übertönt jeglichen informationalen Einfluss!