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Kriminalpsychologie (Subject) / Fragenkatalog (Lesson)

Klausurfragen und andere

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  • Erklären Sie die proximalen und distalen Maße der Evaluation und nennen Sie jeweils ein Maß. Bei den bisher Verwendung findenden Paradigmen der Evaluation, lassen sich grundsätzliche proximale und distale Erfolgsmaße unterscheiden. 1. Proximale Erfolgsmaße sind Variablen, die zeitlich und inhaltlich dicht bei den trainierten Inhalten liegen. Dazu gehört beispielsweise die Erfassung der Verantwortungsübernahme, der Opferempathie, der selbst berichteten Aggressionsbereitschaft oder Einstellungsänderung im direkten Anschluss an ein Training.  2.Distale Erfolgsmaße sind hingegen zeitlich und inhaltlich von den trainierten Inhalten abgegrenzt, zu ihnen gehören der Rückfall bzw. die Legalbewährung, aber auch Maße der Sozialbewährung oder Indikatoren der sozialen Integration in Haft bzw. in Freiheit. Erwartbar lassen sich bei den proximalen Variablen höhere Erfolge erzielen, da sie zeitlich näher am Programm erhoben werden und weniger durch Faktoren und Prozesse mitbestimmt sind, die mit dem Training nicht im Zusammenhang stehen (z.B. dem Einfluss der Peergruppe außerhalb des Trainings). Umgekehrt besteht bei den proximalen Maßen die Gefahr, dass hier nur reaktive Selbstbekundungen der Änderung eigener Kognitionsmuster oder Verhaltensweisen ohne externe Validierung betrachtet werden, wohingegen distale Erfolgsmaße in der Regel nicht nur durch einen evtl. Trainingserfolg sondern durch eine Vielzahl anderer Merkmale und Prozesse beeinflusst werden.
  • Nenne einige Probleme der Evaluation von behandlungsprogrammen 1. Wahl des Erfolgskriteriums: Proximale Maße zeigen höhere Effekte, da sie dichter an der Maßnahme liegen aber lassen keinen Rückschluss zu auf distale Maße wie Legalbewährung, soziale Integration. (Einstellungen sagen noch kein Verhalten vorher, zudem gibtes  bei den distalen Maßen  weitere Einflussfaktoren) 2. Effekte der natürlichen Erholung (Alterskriminalitätskurve), bzw der Regression zur Mitte (auswahl besonders gravierender Fälle) müssen kontrolliert werden ->  äquivalenter oder sogar randomisierter Kontrollgruppen (evtl. auch unterbrochene Zeitreihen) 3. Die Fokussierung allein auf die Teilnehmer, die durchhalten, verstellt evtl. den Blick auf die nachteiligen Auswirkungen (im Sinne einer weiteren Misserfolgserfahrung) auf die Abbrecher des Trainings.-> Abbrecher beobachten und untersuchen ob Abbruch ein eigener Risikofaktor ist. 4.  Beim empirischen Vergleich von Fremdund Eigenevaluation zeigen sich regelmäßig günstigere Effekte und höhere Wirkungsnachweise bei Eigenevaluationen (Beelmann & Raabe, 2007) -> muss nicht an unlauterer Vorgehensweise liegen. Möglicherweise bei Eigenevaluation höheres Engagement, höhere Integrität des Programms
  • Definieren Sie die Begriffe „strafrechtlicher Verbrechensbegriff“ und „Delinquenz“. Grenzen Sie diese Begriffe voneinander ab! Strafrechtlicher Verbrechensbegriff: Als Verbrechen werden hier alle Handlungen bezeichnet, die von Kriminalgesetzen unter Strafe gestellt sind. Delinquenz: Delinquenz bezeichnet Verhalten, das von den Normen und sozialenRegeln/Erwartungen einer Gesellschaft abweicht. Es schließt somit auch Verhaltensweisen ein, die nicht strafrechtlich sanktioniert sind.  Gemeinsam: Grenzen werden überschritten.  Unterschied: Im Strafrecht sind Rechtliche/Gesetzliche Grenzen gemeint. Delinquenz beinhaltet auch das übertreten von  Normen und Regeln der Gesellschaft. Delinquenz ist somit umfassender.
  • Was ist das Hellfeld und das relative Dunkelfeld? Hellfeld: angezeigte und registrierte Kriminalität (->in PKS zu finden) Relatives Dunkelfeld: Das in crime survey/Dunkelfeldforschung aufgehellte Dunkelfeld Info: unterhalb der Linie: Ereignisse die nicht als Kriminalität zu bewerten sind
  • Erklären Sie das Stadt-Land-Gefälle anhand von zwei der bekannten Theorien (NICHT: Anonymität, Gelegenheitsstruktur, Anzeigebereitschaft) Aggression-Frustrationshypothese: Das "Klima" einer Stadt bietet mehr aversive Ereignisse, die zu negativem Affekt führen der die Wkeit von kriminellem Verhalten erhöht. Bsp: Häufige Frustrationen im Straßenverkehr:rote Ampeln,Stau,Parkplatzmangel; höherer Lärmpegel beispw. abends in Diskotheken, ... Modell der Risikokumulation: 1. mehr Aufenthaltsorte/Orte zum Untertauchen, mehr Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln -> fehlende Beaufsichtigung 2. Mehr Jugendliche und somit auch mehr Subgruppen, denen man sich anschließen kann -> Modelllernen 3.  Arbeitslosigkeit ist höher, damit einher gehen finanzielle Probleme -> Multi-Problem-Milieus -> Probleme Arbeit/Beruf zu finden Anomietheorie nach Merton -> mehr soziale Brennpunkte/höhere Arbeitslosigkeit in Städten führt zu Diskrepanz zwischen kulturellen Zielen und institutionalisierten Mitteln. Werden die Ziele hoch bewertet, die Mittel(die auch nicht zur verfügung stehen) jedoch abgelehnt, kommt es zu "innovation", die sich zB in Kriminalität äußern kann
  • Was versteht Jessor unter „jugendlichem Problemverhalten“? Cluster von normabweichendem Verhalten das hohe Korr. mit Aggression im KiJu-Alter zeigt: -Konsum illegaler Drogen -früher Sexualkontakt -Streunen Schuleschwänzen -Verstöße gegen altersbezogene Normen (Jugendschutzbestimmungen) und allg. Delinquenz (Schwarzfahren, Vandalismus)
  • Nennen und erklären Sie die zwei Typen von Tätern nach Moffit! 1. Life-Course-Persistent offenders: kleinere Gruppe mit früherem Beginn und dauerhafter Form antisozialen Verhaltens 2.Adolescence -limited offenders: häufigste Variante, jugendtypisches Problemverhalten tritt vorrübergehend im Jugendalter auf
  • Nennen und erklären Sie die zwei Typen von Tätern nach Moffit! 1. Life-Course-Persistent offenders: kleinere Gruppe mit früherem Beginn und dauerhafter Form antisozialen Verhaltens.  2.Adolescence -limited offenders: häufigste Variante, jugendtypisches Problemverhalten tritt vorrübergehend im Jugendalter auf
  • Grundgedanken von Kulturphilosphie, Anthropologie und Kriminalsoziologie ? 1. Kriminalität ist eine freue Entscheidung (rational choice, Neutralisieung) 2. Perskeit ist Ursache für Kriminalität (psychoanalyse, Psychopathy) 3.Kriminalsoziologie: Umwelt ist Grund für Kriminalität (Anomie, Ettikettierung)
  • Nennen Sie die Neuralisierungstechniken und erklären Sie die höhere Deliktbelastung von Männern anhand der Neutralisierungstheorie. 1. Verantwortung Ablehnen 2.Verteidigen der Notwendigkeit 3. Verdammende Verdammen 4. Tat ist eine Ausnahme in einer Reihe normgerechter Taten   5. Verneinen des Unrechts 6. Schönreden(Euphemismen)  7. Opfer Abwerten (Dehumanisierung)  8.Berufung auf höhere Instanz/höhere Ziele Die Theorie besagt, dass auch Delinquente die Normen internalisiert haben und daher auf antizipierte oder vollendete Normübertretungen mit negativem Affekt reagieren. Dieser negative  Affekt kann mit Neutralisierungstechniken reguliert werden und schütz so vor schlechtem Gewissen/Selbstvorwürfen und kann die tatbegehung erleichtern Eine höhere deliktbelastung könnte sich daraus ergeben, dass  1. Männer zT abweichende/konträre Normen internalisiert haben, die mit aggressivem Verhalten in Einklang stehen und so kompensierend wirken können. 2. Männer effektivere Neutralisierungstechniken haben ?
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  • Wie lässt sich nach der Kontrolltheorie nach Gottfredson die age-crime-curve erklären? Die Grundannahmen der Theorie sind: Jeder Handlung geht eine Kosten-Nutzen-Kalkulation voraus, wobei die Tendenz besteht, kurzfristigen Nutzen höher zu bewerten als langfrsitige Kosten. Kriminelle Handlungen haben generell eine günstige Struktur, der man nur mit Selbstkontrolle widerstehen kann: Verzicht auf kurzfristigen Bedürfnusbefriedigung, wenn sie langfristig Kosten bringt. Selbstkontrolle sind zwar zum Teil Veranlagung, können und sollten aber durch die Erziehung/sozialisation gestärkt werden. (Auch Nutzen und Kosten verschiedener handlungsoptionen müssen erlernt werden) Die age-crime-curve ließe sich also mit mangelnder Selbstkontrolle von Jugendlichen erklären -> noch nicht ganz entwickelt -> oder vorübergehende Abnahme durch geringere Beaufsichtigung, Zunahme durch Sozialisation außerhalb des Elternhauses (Sanktionen von anderer Seite als den Eltern)
  • Nennen Sie Stabilisierungsmaßnahmen nach Bandura. Positive Verstärkung (Status, materieller Gewinn, Anerkennung) Negative Verstärkung (Wegfall von wahrgenommener Bedrohung) Stellvertretende Verstärkung/Modelllernen Selbstregulation/Neutralisierung
  • Nennen Sie die vier auslösenden Prozesse und jeweils ein Beispiel nach Bandura. Modellwirkung: Kann Legitimierend oder Emotionalisierend wirken, zB bei Demonstrationen (einer fängt an auf Auto zu klettern und scheiben einzuschlagen, die anderen machen mit) Alkohol, Drogen -> 30-40% der Gewalttäter sind alkoholisiert: Alkohol wirkt enthemmend, führt zur Selbstüberschätzung, etc... wahrgenommene Schädigung -> zB hostility bias: "Jemandem der mich versehentlich angerempelt hat, unterstelle ich Absicht mich zu provozieren" sozialer Druck -> zB.: Aufforderung durch Peers, es "jemandem zu zeigen"
  • Erklären Sie den Begriff „Verschiebung“ nach Cornish&Clark. -
  • * Modell nach Crick&Dodge: Was kann man gegen die Probleme bei auffälligen Jugendlichen in Stufe 1 und 2 tun? das Problem ist hier die Entschlüssellung der internen und externen Information. Hier ist oft ein "hostility bias" zu beobachten -> dem anderen wird böse Absicht unterstellt. Intervention: Sollte auf dieses kognitive Schema abzielen -> Alternative Erklärungen finden, Strategien erlernen wie Situation/Absicht ohne Gewalt aufgeklärt werden kann....
  • * Erklären Sie den Begriff „Verschiebung“ nach Cornish&Clark. -
  • * Nennen Sie genetische/ biologische Risikofaktoren. -
  • * Erklären Sie das Prinzip der Zwangsinteraktion nach Patterson. -
  • * Nennen Sie zwei kurzfristig motivierende Anreize nach dem integrierten kognitiv-antisozialen Modells nach Farrington. → S.128 Gemeint sind situative Bedingungen, wie: Alkohol, Drogen Langeweile, Reizdeprivation physiol. Erregung wahrgenommene Schädigung/Provokation motivierende Anreize (günstige Gelegenheiten) Modelle Befehle, Anweisungen, Aufforderungen
  • * Erklären Sie die Geschlechtsunterschiede für die Prävalenz einer Psychopathie. -
  • *Nennen und erläutern Sie die Prinzipien effektiver Programme nach Andrews. → S.152 -
  • * Erläutern Sie die Mittelfeld-Problematik bei der statistischen Prognose. -
  • * Sie sind Schulpsychologe an einer Schule mit auffälligen Jugendlichen: Welche konkreten Maßnahmen schlagen sie vor? → S.63, S.141 ff. -
  • * Welche Parallelen sehen Sie zwischen dem Konzept der Selbstkontrolle von Gottfredson&Hirschi und dem Psychopathiekonzept nach Hare? → S.80, S.135 Psychopathen -> geringere Stressreaktion auf Bestrafungsreize & (dadurch) Defizite bei Vermeidungslernen => die biol.-physiol. Besonderheiten erschweren es Psychopathen, die negativen Konsequenzen einer Handlung zu erlernen. Hinzu kommt, dass die Kosten/Bestrafung offenbar auch als weniger aversiv empfunden wird. -> Sowohl die Wkeit als auch das Ausmaß der Kosten wird unterschätzt (bzw subjektiv als weniger gravierend empfunden). Dadurch kommt es eher als bei Nicht-psychopathen zu einer positiven Kosten-Nutzen-Bilanz. => eine niedrigere Selbstkontrolle spiegelt sich bei Psychopathe im Lebensstil wieder !
  • * Welche Parallelen sehen Sie zwischen dem Konzept der Selbstkontrolle von Gottfredson&Hirschi und dem Psychopathiekonzept nach Hare? → S.80, S.135 Psychopathen -> geringere Stressreaktion auf Bestrafungsreize & (dadurch) Defizite bei Vermeidungslernen => die biol.-physiol. Besonderheiten erschweren es Psychopathen, die negativen Konsequenzen einer Handlung zu erlernen. Hinzu kommt, dass die Kosten/Bestrafung offenbar auch als weniger aversiv empfunden wird. -> Sowohl die Wkeit als auch das Ausmaß der Kosten wird unterschätzt (bzw subjektiv als weniger gravierend empfunden). Dadurch kommt es eher als bei Nicht-psychopathen zu einer positiven Kosten-Nutzen-Bilanz. => eine niedrigere Selbstkontrolle spiegelt sich bei Psychopathe im Lebensstil wieder ! Möglicherweise eine Veranlagung die aufgrund der biol.-physiol. Besonderheiten auch schwer zu kompensieren ist
  • * Sie sind Schulpsychologe an einer Schule mit auffälligen Jugendlichen: Welche konkreten Maßnahmen schlagen sie vor? → S.63, S.141 ff. Ein schulzentriertes Präventionsprogramm