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Testtheorie und Testpraxis (Subject) / Testtheorie Standardisierte Verfahren (Lesson)
TU Chemnitz, SoSe2014, Dozentin: Dr. rer. nat. Röhner
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- Beschreiben Sie kurz den Aufbau inklusive Skalen und Itembeispielen des BIP-6F. Aufbau 6 Faktoren (mit je drei Facetten), je 8 Items pro Faktor = 48 Items Selbsteinschätzung - Fremdeinschätzung - Anforderungsbeschreibung (Soll-Ist-Profil) Skala: Engagement Karriereorientierung, Leistungsanspruch, Wettbewerbsorientierung Beispiel: "Meinem beruflichen Erfolg ordne ich alles unter" Skala: Disziplin Planungs-/Strukturierungsorientierung, Sorgfalt Beispiel: "Bei meinen Planungen überlasse ich nichts dem Zufall" Skala: Dominanz Durchsetzungsfähigkeit, Unabhängigkeit, Konfliktbereitschaft Beispiel: "Mir ist es wichtig, die Richtung vorzugeben" Skala: Stabilität Gelassenheit, Selbstbewusstsein, Stress-/Frustrationstoleranz Beispiel: "Vergangene Misserfolge belasten mich nicht mehr" Skala: Kooperation Teamorientierung, Kompromissbereitschaft, Integrationsfähigkeit Beispiel: "Ich erziele die besten Arbeitsergebnisse, wenn ich alleine arbeite" (negativ gepolt) Skala: Sozialkompetenz Kontaktstärke, Einfühlungsvermögen, Begeisterungsfähigkeit Beispiel: "Ich finde auch zu schwierigen Personen einen guten Draht"
- Welche Anwendungsgebiete für den BIP-6F gibt es? Eignungsdiagnostik Personalentwicklung, Coaching, Berufs- und Karriereberatung Teambildung, -entwicklung Forschung
- Beschreiben Sie kurz die Durchführung, Auswertung und Interpretation des BIP-6F. Durchführung Papierversion & computergestützt möglich Gruppen- sowie Einzeltestung Dauer: 30 Minuten (inkl. Instruktion und Auswertung) Instruktion auf Fragebogen Testperson muss berufliche Erfahrung vorweisen (mindestens Nebenjob oder Praktikum) Auswertung Ermittlung der Itemrohwerte mit Hilfe einer Auswertungsschablone Berechnung der Faktorenrohwerte Normierung: Vergleich mit relevanter Referenzgruppe Erstellung des Profils Interpretation Vergleiche ziehen zwischen den ermittelten Werten und denen der Normgruppe Vorbereitung der Rückmeldung durch Hypothesenbildung auf Basis des Profilbogens Rückmeldung: Dialog mit dem Teilnehmer
- Wie schätzen Sie die Objektivität des BIP-6F ein? Durchführungsobjektivität √ detaillierte Instruktionen Möglichkeit des computergestützten Verfahrens Auswertungsobjektivität √ Auswertungsfolien, Summenblatt, Umrechnungstabellen Bei Computer automatisch Interpretationsobjektivität √ Normtabellen mit verschiedenen Gruppierungen ausführliche Instruktionen ⇒ Objektivität gegeben
- Wie schätzen Sie die Reliabilität des BIP-6F ein? Interne Konsistenz √ α zwischen .74 und .85 → akzeptabel Retest-Reliabilität √ Zeitintervall 6 Wochen r zwischen .80 und .89 → ausreichend ⇒ Reliabilität gegeben
- Was ist bezüglich der Validität des BIP-6F zu sagen? Konstruktvalidität √ faktorielle: durch Fakotrenanalysen bestätigt konvergente: Zusammenhänge zwischen NEO-FFI & Skalen des BIP-6F Kriteriumsvalidität √ Übereinstimmung von Selbst- und Fremdeinschätzung ⇒ valide
- Was ist zur Normierung des BIP-6F und weiteren Gütekriterien zu sagen? Normierung 17 - 72 Jahre Normdifferenzierung für:Geschlecht (m/w)Berufsstatus und hierarchische Position (Fachkraft, höhere Führungskraft, ...)Unternehmensbereich (Vertrieb, andere)Bearbeitungskontext (individuell, unternehmensbezogen) Weitere Gütekriterien Ökonomie √ Akzeptanz √ Unverfälschbarkeit x (durch hohe Itemtranzparenz leicht möglich)
- Welche Anwendungsbereiche gibt es für den EXPLORIX? Berufs- und Laufbahnberatungsstellen Mittelschule Hochschulen Arbeitsämter etc. als Selbsterkennungsverfahren als Beratungsinstrument
- Auf welcher theoretischen Grundlage basiert der EXPLORIX? Berufswahltheorie von John L. Holland Buch: „Making Vocational Choices“ (1959)→ Testinstrument: Self-directed Search SDS (Holland, 1971) Explorix ist die deutsche Anpassung Grundannahmen der Kongruenztheorie von Holland Zuordnung der Menschen zu einem / mehreren Persönlichkeitstypen (Typen RIASEC) berufliche Umwelten kann man auch zuordnen (Umwelt RIASEC) Personen suchen gezielt berufliche Umwelten Bestimmung des beruflichen Verhaltens durch Interaktion der Persönlichkeitsstruktur und der Struktur der beruflichen Umwelt Typen Realistic - The Do'ers Investigative - The Thinkers Artistic - The Creative Social - The Helpers Enterprising - The Persuaders Conventional - The Organizers Charakterisierung Persönlichkeitsstruktur besteht aus Primär-, Sekundär- und Tertiärtyp (bspw. RAS)= Holland-Code
- Beschreiben Sie kurz den Aufbau des EXPLORIX. Pro Typ je 11 Items zu den Gebieten: Tätigkeiten, Fähigkeiten Pro Typ 14 Items zu dem Gebiet: Berufe Selbsteinschätzung, 7-stufige Skala dazugehöriges Berufsregister, sortiert nach Codes & alphabetisch
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- Beschreiben Sie kurz Durchführung, Auswertung und Interpretation des EXPLORIX. Durchführung Arbeitsheft ausfüllen: Persönliche Angaben, Berufswünsche & Träume, Items bearbeiten Auswertung Punkte werden addiert auf den Skalen (RIASEC) Gesamt-Code ermittelt sich aus den drei höchsten Werten Interpretation Code mit Berufen vergleichen vollständige Suche: 1., 2. und 3. Stelle vertauschen 8-Punkte-Regel als kritische Differenz
- Wie schätzen Sie die Objektivität des EXPLORIX ein? Durchführungsobjektivität √ klare Instruktionen Auswertungsobjektivität √ zielgerichtetes Layout, sorgfältige Instruktionen, etc. bei Computertestung übernimmt PC Auswertung Interpretationsobjektivität √/x Reihenfolge der drei Buchstaben sollte nicht überinterpretiert werden → Widerspruch zu Hollands Theorie Umgang mit Code ohne Berufsberater unvollständig und nicht selbsterklärend ⇒ Objektivität weitesgehend gegeben (Ausnahme: Interpretation bei Selbsteinschätzung)
- Was ist zur Reliabilität des EXPLORIX zu sagen? Interne Konsistenz √ α zwischen .86 bis .91 auf allen Dimensionen → ausgesprochen hohe Messgenauigkeit Retest-Reliabilität √ r = .79 ⇒ reliabel
- Wie schätzen Sie die Validität des EXPLORIX ein? Inhaltsvalidität √ inhaltlich valide Konstruktvalidität √ faktorielle: Hauptladungen zwischen .77 und .88 konvergente: mit AIST, r = .68 divergente: mit AIST, r = .19 Kriteriumsvalidität √ 76 % - Berufsvorschlag passt76 % - Bestätigung für bisherige Pläne68 % - Neue Ideen, mehr Möglichkeiten68% Wahlspektrum konkreter ⇒ Validität gegeben
- Wie wurde der EXPLORIX normiert? keine Gesamtnorm oder geschlechtsspezifische Norm Vergleichsgruppen = Berufsgruppen Funktion von Normen übernehmen die Berufcodes
- Was ist der BDI-II und auf welcher theoretischen Grundlage basiert er? Selbstbeurteilungsinstrumnet im klinischen Bereich zur Einschätzung der Schwere der depressiven Symptomatik Erfassung des Befindens der letzten zwei Wochen Items an DSM-IV orientiert
- Wann wird der BDI-II eingesetzt? Schweregradbeurteilung als Screeningverfahren → liefert keine Diagnose!
- Beschreiben Sie kurz Durchführung, Auswertung und Interpretation des BDI-II. Durchführung Dauer: 5-10 Minuten, ohne Zeitbegrenzung Einzel- oder Gruppentestung Papier-Bleistift oder am PC Instruktionen auf Fragebogen alternativ mündlich ab 13 Jahren Auswertung Summe Seite 1 + Summe Seite 2 = Gesamtsumme Unklar, wie mit fehlenden Werten umgegangen werden soll Interpretation Vergleich mit Grenzwerten / Cut-off-Werten0 - 8 Keine Depression9 - 13 Minimale Depression14-19 Leichte Depression20-28 Mittelschwere Depression29-63 Schwere Depression Sind aber keine Werte für die deutsche Version! Veränderungswert ab 8 ist als signifikant zu werten.
- Wie schätzen Sie die Objektivität des BDI-II ein? Durchführungsobjektivität √ schriftliche Anweisungen Auswertungsobjektivität √/x einfacher Summenscore Umgang mit fehlenden Werten problematisch Interpretationsobjektivität x Cut-Off-Werte keine deutschen Gefahr der Ergebnisverzerrung durch Testperson ⇒ eingeschränkte Objektivität
- Was ist zur Reliabilität des BDI-II zu sagen? Retest-Reliabilität √ Studenten, nach 3 Wochen: r = .78 Gemeinde, nach 5 Monaten: r = .78 Depressive Pat., nach 5 Monaten (keine hohe Retest-Reliabilität gewollt): r = .49 Interne Konsistenz √ Cronbachs Alpha zwischen .89 und .93 → sehr gut! ⇒ Reliabilität gegeben
- Wie schätzen Sie die Validität des BDI-II ein? Inhaltsvalidität √ Orientierung an DSM-IV Kein Verweis auf Expertenurteile im Manual Konstruktvalidität √/x konvergente: FDD-DSM-IV: r zwischen .72 und .85 WHO-5 (Well-Being): r zwischen -.49 und -.68 divergente: Beck Angstinventar: r = .67 → zu hoch Kriteriumsvalidität √ Stimmen Diagnosen tatsächlich mit ermittelten Kategorien im BDI-II überein? Ja. (Vergleich mit SKID und MADRS) ⇒ Validität weitesgehend gegeben
- Was gibt es zur Normierung des BDI-II zu sagen? Wichtige Angaben fehlen:• Kein Zeitraum der Erhebung• Keine Angaben über Stichprobenmerkmale• Keine alters-, geschlechts- und bildungsdifferenzierten Normen• Keine deutschen Cut-Off Werte für Interpretation
- In welchen Bereichen wird der SELLMO eingesetzt? Pädagogische Psychologie: Anzeigen von Interventionsbedarf, ergänzend zur Intelligenzdiagnostik Forschung
- Welche theoretisch verwandten Konstrukte gibt es zum SELLMO? Konzept der extrinsischen und intrinsischen Motivation Konzept der Bezugsnormen (individuelle und soziale)
- Beschreiben Sie kurz den Aufbau des SELLMO. Nennen Sie zu jeder Skala ein Beispielitem. 4 Skalen Lernziele"In der Schule geht es mir darum, neue Ideen zu bekommen." Annäherungs-Leistungsziele"In der Schule geht es mir darum,dass andere denken, dass ich klug bin." Vermeidungs-Leistungsziele"In der Schule geht es mir darum, dass andere Schülerinnen und Schüler nicht denken, ich sei dumm." Arbeitsvermeidung"In der Schule geht es mir darum, dass die Arbeit leicht ist." insgesamt 31 Items Items der Skalen in alternierender Reihenfolge Antwort auf Skale von 1 - 5 (stimmt gar nicht - stimmt genau)
- Beschreiben Sie kurz Durchführung, Auswertung und Interpretation des SELLMO. Durchführung Gruppen- oder Einzeltestung Dauer: 8-15 Minuten Anwesenheit des Testleiters während Bearbeitung Klassenstufe 4 - 10 Auswertung maximal 3 Fragen unbeantwortet Skala 1 - 5, je nach Kreuz dann zwischen 1 und 5 Punkte auf der jeweiligen Skala, zu der das Item gehört Auswertungsschablone Interpretation Ermittlung der T-Wrte oder Prozentwerte zum Vergleich mit der Eichstichprobe Lernzielorientierung: je höher, desto besser Arbeitsvermeidung: je höher, desto schlechter
- Wie sieht die Normierung des SELLMO aus? 3105 Personen Trennung nach Klassenstufe 4 - 6 und 7 - 10
- Wie schätzen Sie die Objektivität des SELLMO ein? Durchführungsobjektivität √/x Standardisierte Instruktion und Beispiele auf Fragebogen Wörtlich vorgegebene Instruktion an Testleiter →besonders wichtig bei Testung mit Kindern →aber auch problematisch! Instruktionen bei Missverstehens eines Items fehlen Auswertungsobjektivität √ Geschlossenes Antwortformat des Fragebogens Quantitative Auswertung der numerischen Daten Auswertungsschablone Interpretationsobjektivität √ Einordnung der individuellen Testwerte in Vergleichsgruppe Interpretationshilfen und Empfehlungen im Manual ⇒ Objektivität weitesgehend gegeben
- Wie schätzen Sie die Reliabilität des SELLMO ein? Interne Konsistenz √ Alpha zwischen .75 und .82 Split-Half-Reliabilität √ zwischen .73 und .78 Retest-Reliabilität √ nach 2 Wochen zwischen r = .60 und r = .74 nach 6 Monaten zwischen r = .54 und r = .63 ⇒ befriedigende Reliabilität
- Wie schätzen Sie die Validität des SELLMO ein? Konstruktvalidität √ konvergente: mittlere bis hohe Korrelationen mit Zielorientierung divergente: geringe Korrelationen mit schulischen Selbstkonzept oder Prügungsängstlichkeit Kriteriumsvalidität √ Zusammenhänge mit Notenhohe Werte bei Lernziele → bessere Notenhohe Werte bei Arbeitsvermeidung → schlechtere Noten ⇒ gegeben