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Anästhesie und Notfallmedizin (Subject) / A2 (Lesson)
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- Massenanfall von Verletzten (MANV) - Def. - Abstufungen in HH Massenanfall von Verletzten (MANV) Ein Notfall mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Erkrankten, der mit Rettungsmitteln des Rettungsdienst- bereichs versorgt werden kann. Stufen in Hamburg I 7-20 Patienten oder ab 3 notarztbesetzten Rettungsmitteln oder auf Anforderung im Einzelfall II 20-50 Patienten III 50-200 Patienten IV >200 Patienten
- LNA-Indikationen in Hamburg - Aufgaben - 7 und mehr Verletzte / Erkrankte - mehr als 2 Notärzte an einer Einsatzstelle - vorsorglich in allen Fällen, in denen mit einer gesund- heitlichen Gefährdung vieler Personen zu rechnen ist - auf Anforderung => der LNA trägt die Gesamtverantwortung für die medizinische Gefahrenabwehr=> LNA und OrgL sollten innerhalb von 20-30min eintreffen
- Großschadensereignisse vs. Katastrophen Großschadensereignis Ereignis mit einer so großen Anzahl von Verletzten oder Erkrankten, dass es mit den Vorhaltungen des Rettungsdienstes aus dem betroffenen Rettungsdienstbereich nicht bewältigt werden kann. --> Massenverkehrsunfall vor ATU-Aplerbeck Katastrophe Über das Großschadensereignis hinausgehendes Ereignis mit einer wesentlichen Zerstörung oder Schädigung der örtlichen Infrastruktur, das im Rahmen der medizinischen Versorgung mit den Mitteln und Einsatzstrukturen des Rettungsdienstes alleine nicht bewältigt werden kann. => 09/11-Terror
- Die 10 Gebote des ersteintreffenden Notarztes 1) keine Behandlung einzelner Patienten 2) 1. Meldung: MANV, LNA-Nachforderung 3) Überblick: Patientenzahl, Schweregrad, techn. Rettung 4) 2. Meldung: Zahl der Patienten/Schwerverletzten, benötigte Rettungsmittel, notwendige technische Hilfe 5) sichtbar die Leitung übernehmen 6) unkontrollierten Abtransport verhindern 7) Triage, Vitaltherapie einleiten 8) nachfolgend eintreffende Rettungsmittel einweisen 9) Behandlungsplatz festlegen, evtl. Transport anordnen 10) Übergabe an den LNA
- Präklinische Primärversorgung an einem (PKW-) Unfallort 1. Absicherung der Unfallstelle 2. Schaffung der Erstversorgungsöffnung 3. Schaffung der Versorgungsöffnung 4. BefreiungsöffnungundRettung
- Erstmaßnahmen am Patienten ALPHA/ 1. Minute/ „Lebensrettende Maßnahmen“ - Kontrolle der Vitalparameter: A – Atemwege freimachen B – Beatmung/ Sauerstofftherapie C – Kreislauftherapie Ggf. Reanimation, Intubation, Kompression von Blutungen BRAVO / 5. Minute/ „Dringliche Sofortmaßnahmen“ - Intubations-Indikation erneut prüfen - Sauerstoffapplikation (10 l/min) - Venöser Zugang mit Volumentherapie - HWS-Immobilisation - Monitoring- Entkleidung CHARLIE/ 15. Minute/ „Dringliche obligate Maßnahmen“ - Beurteilung des Verletzungsmusters - Analgesie, Sedierung - Frühintubation und Beatmung - Thoraxdrainage- Lagerung - Immobilisation - Transport
- Strukturierte Entscheidungsfindung in Raumfahrt und Notfallmedizin => FORDEC 1) Facts 2) Options3) Risks&Benefits4) Decision5) Execution6) Check
- Exemplarischer Schockraum-Ablauf 1) Übergabe an das Schockraum-Team 2) Stabilisierung der Vitalfunktionen - Kontrolle Atmung/Beatmung - RR-Kontrolle - Zugänge --> Notfallmedikamente - Blutungskontrolle - Entkleidung + Lagerung 3) Klinische Untersuchung / Sofortmaßnahmen / Diagnostik- Volumensubstitution- Thoraxdrainage- Klinische Untersuchungen- Sonographie (FAST & FATE) 4) Erweiterte Diagnostik: Computertomographie, Konsile 5) Operative Maßnahmen / Intensivmedizin
- FAST & FATE FAST (Focussed Assessment with Sonography for Trauma) - ca. 30 sec. - Freie Flüssigkeit:--- Perikard--- Morrison-Pouch --- Koller-Pouch--- Douglas-Raum FATE (Focussed Assessed Transthoracic Echo)- Fragesstellungen: • Offensicht. Pathologie? • Füllungszustand? • Biventrikuläre Funktion? • Pleuraergüsse?
- Notfallschema: ABCDE - Vorgehen - Maßnahmen 1) Erster Blick/ 5sec-Runde 2) Airway- Atemwegsverlegung (sehen, hören, fühlen --> max. 10sec) - HWS-Instabilität MaßnahmenI) Kopfüberstrecken & Unterkiefer anheben + O2-GabeII) Intubation (GCS <9) III) Stabilisierung der HWSIV) In-Line-Stabilisierung 3) Breathing- Inspektion Hals: Wunden, Stauungen, Trachea-Position - Inspektion Thorax: Atemfrequenz, Symmetrie, Verletzung- Auskultation, Perkussion, Palpation - Spannungspneumothorax? Maßnahmen=> Thoraxdrainage 4) Circulation- HF- Puls (rhythmisch? schnell/ langsam? hart/ weich?)- RR- Rekapilarisierungszeit (>2 sec = Schockzustand; CAVE bei Unterkühlten) Maßnahmen:I) Blutstillung --- Kompression von Blutungen/ Druckverband/ BeckenschlingeII) Volumensubstitution/ Kreislaufstabilisation --- zwei großlumige periphere Zugänge--- ggf. Vasoaktiva (z.B. Noradrenalin, Akrinor) --- Volumentherapie (Isotone Lösungen (Ringer) und Kolloide; ggf. hypertone Lösungen)III) Ruhigstellung von Frakturen--- Vakuummatratze Vakuumschienen 5) Disability - GCS- BZ- Pupillen-Status (isokor, lichtreagibel) Maßnahmen=> Analgetika, Sedativa --- Hypnotikum und Opioid 6) Exploration => Craniokaudaler Check I) Kopf abtasten --- mit Inspektion von Nase, Mundhöhle & OhrenII) Hals abtastenIII) Thorax-Kompression in 2 Ebenen--- mit Palpation von Clavicula & SternumIV) Abdomen palpierenV) Becken in 2 Ebenen komprimierenVI) Extremitäten abtasten (DMS; Gelenke-Check) VII) Anamnese: SAMPLE 7) DD & Therapie (Treat first, what kills first!) - siehe "Maßnahmen" - Schaufeltrage/ Vakuummatratze
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- Notfallschema: ABCDE - Diagnostik - Inspektion - Auskultation - Perkussion - Palpation - Notfall-Monitoring: --- EKG--- SpO2 (Pulsoxymeter) --- SpCO2 (Kapnometrie) --- NIBP (non-invasive blood pressure)--- BZ
- Notfallanamnese Notfallanamnese / "SAMPLE" - Symptome - Allergien - Medikamente - Pre-Existing Medical Conditions / ("Vorerkrankungen") - Letzte Mahlzeit- Ereignis
- Thoraxdrainage - Durchführung Lokalisation- 5. oder 6. ICR vordere Axillarlinie (immer oberhalb der Mammille)- Alternativ: 2. Interkostalraum in der Medioklavikularlinie ---> ventraler Zugang (sog. Monaldi-Zugang) Durchführung- 2-3 cm lange Hautinzision oberhalb der Rippe- Lumenweitung durch Fingern - Drainage einbringen
- Verschiedene Bewusstseinsstörungen - Somnolenz = schläfrig, aber auf laute Ansprache erweckbar - Sopor = bewusstlos, aber auf Schmerzreiz erweckbar - Koma = bewusstlos, nicht erweckbar
- 1) Geschätzter Blutverlust nach Trauma an - Oberarm - Unterarm - Becken - Oberschenkel - Unterschenkel 2) Kritischer Blutverlust => Kritischer Blutverlust: ab 30% des Blutvolumens Humerus 100 - 800 ml Unterarm 50 - 400 ml Becken 500 - 5000 ml Oberschenkel 300 - 2000 ml Unterschenkel 100 - 1000 ml