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Ernährung in besonderen Lebenssituationen (Subject) / 9. Ernährung Säuglinge & Kinder (Lesson)

Vorlesung SS 14

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  • Wachstum und Entwicklung • Foetus:Innerhalb von 8 Wochen werden ca. 1.3 Mrd. Zellen gebildet (Gewicht ca. 1 g) • Verschiedene Phasen des Zellwachstums:– Hyperplasie: Erhöhung der Zellzahl ohne Größenzunahme– Hypertrophie: Vergrößerung der Zellen– Mischform • Unterschiedlicher Verlauf des Gewichtes von einzelnen Organen und dem Gesamtgewicht • Endgröße erreicht nach Epiphysenschluss am Ende der Pubertät (ca. 18 J.)
  • Abnabelung/Umstellung auf orale Ernährung • Intrauterin angelegtes Fettdepot (ca. 5.000 kcal/20.900 kJ) dient zur „Überbrückung“ bis zu optimaler Nährstoffzufuhr• Muttermilchaufnahme wird ermöglicht durch Warzensuchreflex, Saug- und Schluckreflex    (→ Anregung der mütterlichen Prolactin- und Oxytocinsekretion)• ca. 10 Tage nach der Geburt problemlose Verwertung von Energie und Nährstoffen möglich
  • Stoffwechselsituation Säugling • Enzymaktivitäten eingeschränkt:– Gastrointestinaltrakt– AS-Stoffwechsel (halbentbehrliche AS: Cys, Arg, Tyr)– Harnstoffsynthese • Unreife der Niere • Immunsystem • Körperliches Wachstum • Veränderungen der Organfunktion • Veränderungen der Körperzusammensetzung ⇒ Energie-, Flüssigkeits-, NST-Bedarf ↑
  • Nährstoffgehalte in der Muttermilch Protein 1.2 g Fett 4.0 g Lactose 6.9 g Oligosaccharide 0.3 g
  • Vor- & "Nach"-Teile der Muttermilch Vorteile: bedarfsangepasst, hohe Bioverfügbarkeit, minimale Stoffwechselbelastung enthält Immunoglobuline (Infektionsschutz) Erzeugung einer antiputriden Darmflora (wenige Fäulnisbakterien) Schutz vor Überernährung und Allergien innige Mutter-Kind-Beziehung Rückbildung des Uterus (Oxytocin) "Nachteile": Übertragung von Infektionen Galactose/(Laktose)intoleranz zu geringer Gehalt an– Vitamin D– Vitamin K – Fluorid – Jodid
  • Alternativen zum Stillen Verwendung selbst hergestellter Säuglingsmilch– Probleme: Hygiene, Standardisierung⇒ nicht zu empfehlen Verwendung von Säuglingsanfangsnahrungen/Folgenahrungen (ab 6. Monat)
  • Industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrungen Alleinige Nahrung in den ersten 4-6 Monaten auf der Basis von– Kuhmilchproteinen– Sojaproteinisolaten• Zusammensetzung gesetzlich vorgegeben• Verwendung von nitratarmem (< 50 mg/L), mikrobiologisch einwandfreiem Wasser empfohlen Säuglingsmilchnahrungen (Kuhmilch)• „Pre“: Kohlenhydrat Laktose• „1“: Kohlenhydrate Laktose + Stärke (+ andere) Protein-Teilhydrolysate (Kuhmilch)• „HA“: allergenreduziert, zur Allergieprävention Sojanahrungen (kuhmilchfrei)• bei Wunsch nach Ernährung ohne tier. Eiweiß• nicht zur Therapie o. Prävention von Kuhmilcheiweißallergie
  • Spezialnahrungen HA-NahrungHochgradige Proteinhydrolysate• zur Therapie von LebensmittelallergienElementardiäten (Aminosäuren)• zur Therapie
  • Phenylketonurie (PKU) Phenylalaninhydroxylase-Mangel→ Konz. Phe + Metabolite ↑→ Phenylketonurie→ Relativer Tyr Mangel Diagnostik:Neugeborenen-Screening Therapie:Lebenslange Diät:• Phe-arm (Ziel: Phe 2 – 4 mg/dl)• Tyr bedarfsdeckend
  • Ernährung von Kindern und Jugendlichen ab ca. 1 Jahr ist der Organismus in der Lage, normales „Tischessen“ zu verwerten Grundlage: bilanzierte, ausgewogene Mischkost mit max. 30 - 40 en% Fett (Fetteinlagerungen in der Aorta bereits bei 10-jährigen Kindern nachweisbar)
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  • Übergewicht/Adipositas bei Kindern - Hintergründe (stark) verminderter körperlicher Aktivität Ausnahme: energiehaltige Getränke Bedeutung von Hauptmahlzeiten im Familienverbund nimmt stark ab ⇒ Essen nebenher ! Sozio-ökonomischer Status
  • Therapieziele bei adipösen Kindern 1. Verhaltensveränderungen2. Bewegung3. Vermeidung weiterer Gewichtszunahme4. ‚Hinweinwachsen‘ ins Gewicht