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Ernährung in besonderen Lebenssituationen (Subject) / 7. Regulation der Nahrungsaufnahme (Lesson)
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- Regulation der Nahrungsaufnahme Essverhalten sollte durch die Gefühle Hunger und Sättigung gesteuert werden⇒ Vermeidung von Über- oder Unterversorgung mit Energie und Nährstoffen
- Definitionen • Hunger:– Allgemeinempfindung, die in der Magengegend lokalisiert ist (viscerale Sensibilität)“spezifischer” Hunger: Verlangen nach bestimmten Nährstoffen • Appetit:– Wunsch nach Nahrungsaufnahme, Nahrung zum Lustgewinn • Sättigung:– Empfindung des Hungers tritt nicht mehr auf - kurzfristiger Mechanismus, der dazu führt, dass eine Mahlzeit beendet wird • Sattheit: länger andauernd, bestimmt die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit
- Wahrnehmung von Hunger und Sättigung • Zentrales Nervensystem (Hypothalamus)– Esszentrum: Kern im lateralen Hypothalamus– Sattheitszentrum: Kern im ventromedialen Hypothalamus • Einflussfaktoren/Signalträger
- Mechanismen der Sättigung • Magendehnung• Sättigungshormone (CCK)• Hungerhormon Ghrelin• Leptin• Nährstoffe
- Periphere Regulation Ursprung der Sättigungssignale Füllung und Dehnung des Magens reduzieren die weitere Nahrungsaufnahme– Volumen von mind. 400 mL– Nahrungsbestandteile ⇒ chemische Reize– Kaloriengehalt trägt nicht wesentlich zur Auslösung von Sättigungssignalen bei
- Transfer der Signale vom GI-Trakt zum ZNS • Nervenbahnen– Nervus vagus– Nervus sympathicus • Hormone– CCK– Ghrelin (Stimulus der Nahrungsaufnahme)
- Einfluss von Geschmack • Guter Geschmack erhöht die Nahrungszufuhr• Welche Lebensmittel schmecken gut?– Abhängig von Geschlecht und Alter– Hohe Energiedichte– Süße Lebensmittel
- Volumeneffekt • Füllung und Dehnung des Magens reduzieren die weitere Nahrungsaufnahme– Volumen von mind. 400 mL
- Effekt der Viskosität auf die Nahrungsaufnahme • Sättigung ist kleiner nach Flüssigkeiten im Vergleich zu festen Mahlzeiten• Energieaufnahme um 30 % höher
- Einfluss der Makronährstoffe auf die Sättigung • Kurzfristig:– Protein >> Kohlenhydrate > Fett Cave:– Energiedichte: bei gleicher Energiedichte kein Unterschied
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- Einfluss des Fettgehaltes auf die Nahrungsaufnahme ?
- Energiedichte • Energiemenge eines LM pro Gewichtseinheit (kcal/g)• Abhängig von Gehalt an– Wasser– Fett– Nahrungsfasern
- Berechnung der Tages-Energiedichte a. nur mit festen Lebensmitteln (LM)b. mit festen LM plus energiehaltigen Getränkenc. mit festen LM plus alle Getränke • Einteilung der LM nach Energiedichte– Niedrig: ≤ 1,5 kcal/g– Mittel: 1,6 - 2,4 kcal/g– Hoch: ≥ 2,5 kcal/g
- Einfluss von Nahrungsfasern auf die Sättigung Ballaststoffreiche Lebensmittel fördern Sättigung durch– Volumen– Geringe Energiedichte– Langsamere Aufnahme von Makronährstoffen– Effekt auf gastrointestinale Hormone (CCK) im Magen: Volumen ↑ Viskosität ↑ → Entleerungsrate ↓ → Sättigung ↑ → Energieaufnahme ↓ im Darm: Transitzeit ↓ → Geschwindigkeit der Verdauung Makronährstoffe ↓ → Geschwindigkeit Absorption ↓ → Sättigungshormone (GLP-1, Peptid-YY) ↑ → Dauer zur nächsten Mahlzeit ↑ • Durch Verkürzung der intestinalen Transitzeit Verkürzung der Kontaktzeit mit schädlichen Stoffen• Adsorption von Gallensäuren mit Reduktion des Cholesterolspiegels• Absenkung pH-Wertes durch SCFA• Mikroflora
- Salat & Sättigung Eine große Portion eines Salats mit niedriger Energiedichte als ersten Gang kann die Gesamtaufnahme der Energie einer Mahlzeit reduzieren
- Zusammenhang Konsum Softgetränke und Körpergewicht Zufuhrempfehlungen für Zucker• DRI 2002: 130 g / Tag Kohlenhydrate• Maximal 25 % der Energie von zugesetztem Zucker• DACH 2008: zugesetzte Zucker < 10 % der Energie Meta-Analyse von 2007 zeigt positive Korrelation von Aufnahme Softdrink und Energieaufnahme
- Wirkung von Alkohol • Moderate Alkoholaufnahme erzeugt kein Sättigungsignal• Keine Reduktion des nachfolgenden Verzehrs in Folge der Energieaufnahme• Kurzfristig: Stimulation des Appetits
- Periphere Signale • Sensorische Signale (Erscheinung, Geruch, Geschmack, Textur)– kognitive Ebene (Speichelfluss)• Receptoren im Verdauungstrakt:– Dehnungsrez., Chemorez.• Magenentleerungsrate (nerval/luminal)– KH und Fette (TG) verlangsamen Rate• Nährstoffe:– Glucose, Ballaststoffe, Energiedichte
- Ghrelin • Gebildet im Magen• Hunger-Hormon• Stimuliert Appetit• Verabreichung fördert Übergewicht
- Signale aus dem Darm • Cholecystokinin (CCK):– Reduziert Größe und Dauer einer Mahlzeit– Kurzfristige Kontrolle • Glucagon-like peptide-1 (GLP-1)– Stimuliert Insulin-Sekretion, antidiabetisch– Erhöht Sättigung • Peptid YY3-36– Hemmung von Appetit und Nahrungsaufnahme
- Signale aus dem Fettgewebe • Leptin– Leptin steuert im Tierversuch die Nahrungsaufnahme:• Hohes Leptin ⇒ geringe Aufnahme• Niedriges Leptin ⇒ hohe Aufnahme • Adiponectin– Vermindert Insulinresistenz • Resistin– Wirkung beim Menschen nicht gesichert
- Leptin Gesunden: Sättigungsfaktor Leptin wird proportional zur Körperfettmasse gebildet bindet im Hypothalamus an Rezeptor reguliert Nahrungsaufnahme und Energieverbrauch Gestörte Rückkopplung: z.B. Defekt des Rezeptors → Erhöhung der Energieaufnahme trotz Zunahme des Fettgewebes
- Zentralnervöse Appetitregulation • Neurochemische Signale für die Appetitkontrolle werden im Hypothalamus verarbeitet(Neurotransmitter und Neurohormone)→ Serotonin:– Synthese sowohl im ZNS als auch in intestinalen Gewebe– Rate abhängig von der Verfügbarkeit von Trp,bzw. Verhältnis Trp:neutralen AS im Plasma• Protein-reiche Nahrung → Serotonin niedrig → Hunger nach KH• KH-reiche Nahrung → Serotonin hoch → Hunger nach Protein
- Problembereiche von Serotoninabhängigen Gewichtszunahmen exzessive Zufuhr von KH Nikotinentwöhnung Saisonales depressives Syndrom Prämenstruelles Syndrom