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Pflanzenproduktion II (Subject) / Phytomedizin (Lesson)
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- Getreideblattläuse Große Getreideblattlaus: Gräser Bleiche Getreideblattlaus: Rose Haferblattlaus: Traubenkirsche Grüne Blattlaus: Gräser Wirtswechsel: Winterwirt, Sommerwirt - diözisch kein Wirtswechsel: monözisch Generationswechsel: sexuell, parthenogenetisch, holozyklisch, anholozyklisch
- Biologie & Ökologie der Blattläuse Sitobion avenae: (gro. Get.Blattlaus) monözischer Entwicklungszyklus; ausschließlich an Gramineen, z.T. anholozyklisch Metopolophium dirhodum: (bl. Get.Blattlaus) hier ausschl. holozyklisch mit Wirtswechsel, Überwinterung auf Wild- & Gartenrosen Rhopalosiphum padi: (Haferblattlaus) in kalten Wintern holozyklisch mit Wirtswechsel, in milden Wintern auch anholozyklische Überwinterung Schizaphis graminum: (grü. Get.Blattlaus) in kalten Wintern holozyklisch, monözisch an Getreiden
- Symptome und Schäden an Pflanzen keine auffallenden morphologischen Veränderungen Sitobion avenae vorwiegend an Ähren Metopolophium dirhodum an Blättern zur Zeit der Blüte bis Milchreife insb. unterm Fahnenblatt Rhopalosiphum padi Saugorte ähnlich wie Metopolophium dirhodum; bei Hafer z.T. auch stärkerer Befall der Rispen Massenbefall durch Sitobion avenae an den Ähren mit Schadwirkung pro Blattlaus mindestens doppelt so hoch wie bei Metopolophium dirhodum Schizaphis graminum häufig auch an Mais Assimilatentzug durch Saugen an Ähren/Rispen und Blättern, Produktion von Honigtau mit Ansiedlung von Schwärzepilzen
- Getreideblattläuse: Übertragung des Gerstengelbverzwergungs-Virus (BYDV) Übertragung verschiedener Stämme des BYD-Virus besonders bedeutend als Vektoren sind Rhopalosiphum padi und Sitobion avenae Infektion des Getreides i.d.R. im Herbst Ausbreitung der Virose über sekundäre Migration der Blattläuse im Bestand besonders kritisch sind längfristig günstige Flugbedingungen für die Blattläuse im Hebrst und anschließenden milden Winter
- Getreideblattläuse: Bekämpfungsmöglichkeiten pflanzenbauliche Maßnahmen: Frühsaaten von Wintergetreide fördern frühen Herbstbefall reduzierte Stickstoffdüngung Wahl weniger anfälliger Sorte Antagonisten: epigäische Prädatoren (Laufkäfer, Kurzflügelkäfer, Spinnen) spezifische Prädatoren (Marienkäfer..) Parasitoide (Blattlausschlupfwespe) chemische Maßnahmen: Bekämpfungsschwelle mit 3-5 Blattläusen je Ähre und Fahnenblatt oder 60-80% befallene Ähren & Fahnenblätter am Ende der Blüte möglichst nützlingsschonende Insektizide bei später Behandlung (Ende der Blüte bis Milchreife) stark reduzierte Aufwandmengen Pyrethroide: weniger nützlingsschonend, Herbst/ frühen Frühjahr, hohe Wirksamkeit auch bei niedrigen Temperaturen Beizung
- Getreidehähnchen Oulema melanopa - rothalsiges G. O- lichenis - blaues G. Fensterfraß Fraßschäden v.a. durch Larven Auftreten der Käfer April/Mai Eiablage und Larvenschlupf Verpuppung auf Blatt(lichenis) oder im Boden(melanopus) Schlupf der Käfer Juli/August Abwanderung ins Winterlager häufig nicht bekämpfungswürdig
- Getreidethripse meist in Blättern verborgen lebend Larven & Adulte saugen an weichem Oberflächengewebe Schäden v.a. durch Saugen an sich entwickelnden Ähren Symptome oft erst spät nach Befall erkennbar bei schwerem befall bekämpfungswürdig
- Fritfliege Oscinella frit Larven polyphag an Gramineen, auch an Mais Larven der 1. Generation zerstören im April/Mai das Herzblatt bzw. Vegetationspunkt junger Sommergetreidepflanzen (Gelbherzigkeit) und lässt sich leicht herausziehen Larven der 2. Generation im Juni/Juli fressen v.a. an Hafer & Gerste die milchreifen Körner aus (Kümmerkorn, Taubenährigkeit) 3. Generation verursacht im August-Oktober an junger Winterung das gleiche Schadbild wie die 1. Generation Saatgutbeizung Neonicotinoide oder Carbamate Granulate Spritzung Pyrethroide
- Maiszünsler Wirtspflanzenkreis: bevorzugt Mais; Paprika, Hopfen, Tomate, Apfel,.. nahezu weltweit verbreitet, nicht Ostasien Flug der Falter in Mitteleuropa Juni-August, Paarung Lebensdauer: 10-15 Tage Eiablage an Blattunterseite nach 1-2 Wochen Larvenschlupf, Minier- und Lochfraß an Blattbasis Eindringen in den Stängel und Befall der männlichen Blüte bei Fahnenschieben Eindringen in den Stängel basipetale Wanderung mit Lochfraß evtl. Befall des Kolbens 5 Larvenstadien Diapause der Raupe in Stengelbasis Verpuppung im Frühjahr in wärmen Regionen 4(-6) Generationen Symptome: Bohrlöcher mit Fraßmehl und Kot Loch- und Minierfraß auf Blättern Fahnenknicken Stängelbruch vermehrt Fusarium und Beulenbrand Paarung: mehrere Paarungen eines Weibchens pro Weibchen ca 600 Eier in Eipaketen von ca 20-30 Eiern Kulturmaßnahmen: tiefes Unterpflügen der Stoppel Fräsen Fruchtwechsel in weiterer Umgebung Entfahnen Sorten mit geringerem Stengelbruch
- westlicher Maiswurzelbohrer Kulturmaßnahmen: Aussetzen des Maisanbaus für ca. 2 Jahre Abstand von befallenen Flächen chemische Maßnahmen: Insektizide, Granulate Beizung gentech. Maßnahmen: B.t. Pflanzen in USA zugelassen
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- Rapsstängelrüssler Käfer im Frühjahr aktiv > 5ºC Bodentemperatur Schadschwelle 10 Käfer pro Schale in drei Tagen Pyrethroideinsatz S-förmiger Stängel
- Kohlschotenrüssler Anflug zur Blüte Fraß an der Blüte Eiablage in Schote Schadschwelle 1-2 Käfer pro Pflanze
- Rüssler im Raps großer Rapsstängelrüssler Kohlschotenrüssler Rapsglanzkäfer
- Rapsglanzkäfer Anflug zur Blütenknospe Fraß an der Knospe Hauptschaden Eiablage in Blüte Larvenfraß an Pollen und Nektar Schadschwelle 1-2 Käfer/Pflanze in früher Knospe, 4 Käfer/Pflanze in Knospe, 5-6 Käfer vor Blüte Pyrethroid/Endosulfaneinsatz nach Bienenflug
- Kohlschotenmücke Anflug zur Schote Eiablage in Löcher von C. assimilis (Bekämpfung) 2. Generation in Sommerraps Fraß von Vergallung der Schoten Vergilbung und Aufplatzen
- Rübenzystennematode Heterodera schachtii Biologie und Verbreitung: weltweit verbreitet an Chenopodiaceae, Brassicaceae, Polygonaceae Nährzellen Entwicklungszyklus Epidiomologie: Überdauerung der L2 Larven in der Zyste 2-3 Generationen pro Jahr Temperatur Bekämpfung: Schadschwelle ca. 500 Eier und Larven pro 100ml Boden resistente Zwischenfrüchte Ölrettich und Senf Sortenresistenz und Toleranz bei Zuckerrübe
- Ackerschnecke fördernde Faktoren: feuchte Witterung, milde Winter, Hohlräume im Boden, organische Rückstände, angrenzendes Grünland, Mulchsaat/Direktsaat, Grabenränder oder Brache Bekämpfung: Schneckenkorn, Rückverfestigung des Saatbettes, Bodenbearbeitung
- Schwarze Bohnenlaus Schadbild: Blätter (v.a. Herzblätter) rau, blasig, gekräuselt, an den Rändern eingerollt Gelbverfärbung der ganzen Pflanze mit dichter , schwarzer Blattlauskolonie glänzend klebriger Blattüberzug aus Honigtau Virosen fördernde Faktoren: milder Winter, warmer Sommer mit Temperaturen unter 28°C Bekämpfung: Saatgutbehandlung, Insektizide Schadensschwelle: wenn über 50% der Pflanzen befallen sind
- grüne Pfirsichlaus Schadbild: infolge Saugschäden Kräuseln der Herzblätter und bei starkem Befall auch der äußeren Blätter, Blattunterseite mit Blattlauskolonien fördernde Faktoren: Temperaturen um 25°C und schwacher Wind; nach milden Wintern oft früherer und stärkerer Befall Bekämpfung: Saatgutbehandlung, Insektizide Schadensschwelle: wenn über 50% der Pflanzen befallen sind
- Blattläuse als Virusüberträger Rübenmosaikvirus nekrotisches Vergilbungsvirus mildes Rübenvergilbungsvirus
- Kartoffelzystennematode Einschleppung aus Urpsrungsgebiet (Andenregion) weltweit verbreitet an Kartoffel und Tomate Nährzellen Entwicklungszyklus 1-2 Generationen/Jahr L2 Larven in Zyste Sortenresistenz Pathotypen Ro 1-5, Pa 1-3 Quarantäneschädling chemische Bekämpfung nur bei Saatkartoffel
- Kartoffelkäfer Einschleppung aus Kartoffelursprungsgebiet weltweit verbreitet an Kartoffel, wilden Solanaceen, nicht Tomate Käfer überwintert erscheint mit Auflaufen der Kartoffel Reifungsfraß Eiablage, ca. 400(-2000) pro Weibchen und Portionen Larvenschlupf nach ca. 10 Tagen 4 Larvenschadien Verpuppung im Boden, Gesamtentwicklung in 40-60 Tagen 2. Generation im Juli, August; meist unvollständig Jungkäfer der 1. Generation überwintern, Diapause Bekämpfung: mechanisch: Biocollector biologisch chemisch (zugel. Insektizide) Schadschwelle: ca. 150 Larven/Käfer auf 100 Pflanzen
- Schnellkäfer/Drahtwürmer Käfer im Mai/Juni Eiablage und Larvenschlupf Larvenentwicklung über 3-4 Jahre v.a. in humosen Böden (<pH) Schäden oft nach Grünlandumbruch Monitoring schwierig: Kartoffelscheiben, Pheromone keine empfindlichen Kulturen im Grünlandnachbau: Kartoffeln, Mais, Betarüben, Karotten, etc..) experimentiell: entomophage Nematoden & entomopathogene Pilze
- Blattläuse/Viren Schäden durch Saugtätigkeit Bekämpfung: Initialzuflug - Initialinfektion - epidemiologisch wichtig Entwicklungsstand der Pflanze Flugaktivtät (Frühjahr, Früh-&Hochsommer) Virusvorbelastung des Bestandes Mittelwahl (schnelle Wirkung - nicht persistente Viren!) Nützlingsschonung ugel. Insektizide: Pyrethroide, Imidacloprid
- Getreide Gräser (Vertreter der Poaceae [Gramineae]), die wegen des essbaren Anteils ihrer Körner (Karyopse) angebaut werden Anbau auf mehr Fläche, liefern weltweit mehr Energie als Nahrungsmittel als alle anderen Nutzpflanzen (Grundnahrungsmittel) Körner reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fetten, Ölen und Proteinen Reis, Weizen, Mais und Hirse machen Großteil meinschlicher Nahrung aus Mais, Weizen, Reis liefern ca. 87% aller Getreideprodukte weltweit und ca. 43% aller Nahrungsmittelkategorien
- Krankheiten im Getreideanbau Saatgut-bürtige Krankheiten Halm-(basis-) und Wurzelkranheiten Blattkrankheiten Ährenkrankheiten Virus-Krankheiten
- Weizenkrankheiten: Krankheiten durch Pilze bakterielle Krankheiten Viruskrankheiten echter Mehltau Fusarium: Wurzelfäule, Halmbruch Schwarzbeinigkeit parasitärer Halmbruch Schneeschimmel Spelzenbräune Schwarzrost Braunrost Gelbrost DTR-Blattflecken Steinbrand Zwergsteinbrand Flugbrand bakterielle Streifen Gelbverzwergung Weizenmosaik
- Gelbrost Krankheitsbild (Symptome): an Blättern kleine gelbe Pusteln, streifenförmig entlang der Blattadern, zunächst in Befallsnestern Blatt vergilbt rasch um die Befallsstellen, vorzeitige Seneszenz befallener Blätter Befall der Spelzen möglich Schaderreger: Ouccinia striiformis makrozyklisch, heterözisch (ZW Berberitze) obligat biotroph, Überdauerung an ZW oder als Myzel bzw. Uredosporenlager an Ausfallgetreide Optimum der Keimung, Infektion und Reproduktion 10-15°C Rassen unterschiedlicher Herkunft und Virulenz Generationszeit ca. 7 Tage, polyzyklisch
- Gelbrost: Bedeutung & Gegenmaßnahmen Bedeutung: junge Pflanzen können bei Befall absterben Befall der Spelzen möglich Ertragsausfälle bis 50% möglich, v.a. durch erhöhten Wasserverlust befallene Pflanzenteile wirken als physiologischer Sink, dadurch Beeinträchtigung der Kornfüllung (Reduktion des TKG) Gegenmaßnahmen: Sortenwahl, Resistenzzüchtung, Resistenzen können durch Bildung neuer Rassen überwunden werden direkte Bekämpfung durch Fungizide, Azole, Morpholine, Strobilurine, Carboxamide..
- Braunrost der Getreidearten Krankheitsbild (Symptome): an Blättern, häufig auf beiden Seiten, ovale, ocker- bis rostbraune Pusteln, zufallsverteilt, teils ringartig (an Gerste klein) häufig erst nach Blüte, schnell ganzer Bestand befallen später an Blattscheiden und Halm dunklere, von Epidermis bedeckte Sporenlager Befall der Spelzen selten Schaderreger: makrozyklisch, heterözisch (Haplontenwirt, Braunrost der Gerste und des Roggens) obligat biotroph, wirkt als zusätzl. Sink Überdauerng als Myzel an Ausfallgetreide oder als Teliosporen, die im Frühjahr auskeimen und Basidiosporen bilden Bedeutung: erhebliche Betragsverluste durch Reduktion des TKGs; starker Befall vor Bestockung kann Ertrag um 90% reduzieren dichte Bestände mit hoher Stickstoffdüngung bieten besonders günstiges Mikroklima für Pathogenentwicklung, insb. ab Blüte Gegenmaßnahmen: Vermeidung zu dichter Pflanzenbestände, ausgewogene Stickstoff-Düngung Nutzung (teil-)resistenter (Weizen-)Genotypen (regionales Rassenspektrum beachten!) Behandlung mit systemischen Fungiziden - insb. Triazole, Morpholine, Strobilurine, Carboxamide - bis Ende der Blüte; Wartezeiten beachten!
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- Flugbrand der Gerste Ustilago tritici Krankheitsbild (Symptome): ab Ährenschieben dunkelbraune Brandbutten an Ähren befallene Pflanzen schieben Ähren früher als unbefallene braune Sporenmassen werden nach Aufreißen eines silbrigen Häutchen aus Brandbutten frei und durch Wind verbreitet zur Abreife überragen leere Spindeln gesunde Ähren Schaderreger: Brand-(=Telio)sporen gelangen mit Wind auf gesunde Blüten und bilden nach Keimung Phragmobasidie Haploide Basidiosporen keimen mit Sporidien aus, unterschiedliche Paarungstypen fusionieren, dikaryotische Hyphen infizieren Gerstenembryo (Blüten- bzw. Embryoinfektion) biotrophes Pathogen verbreitet sich im Keimling interzellulär wächst symptomlos mit Vegetationspunkt der Pflanze, wandelt Blütenanlagen in Sporenlager um Bedeutung: Pathogen kann mehrere Jahre im Saatgut überdauern bei schnellem Pflanzenwachstum verliert Pathogen Kontakt zum Vegetationspunkt und Besiedlung der Ähre unterbleibt Befall führt bei Saatgutproduktion zur Aberkennung Bildung physiologischer Rassen erschwert Resistenzzüchtung Gegenmaßnahmen: Saatgutbeizung mit systemischen Fungiziden alternativ Heißwasserbeizung Inspektion von Beständen für Saatgutproduktion (3 bzw. 5 Ähren pro 150m²) Nutzung resistenter Sorten: Embryoresistenz (keine Infektion), Feldresistenz (trotz Infektion keine Brandähren)
- Steinbrand des Weizens Krankheitsbild (Symptome): befallene Ähren mit leichter Blauverfärbung, Zeilenanordnung der Körner unregelmäßiger Bildung bräunlicher Randsporen unter der Samenschale bei Feuchtigkeit riechen erkrankte Ähren nach Heringslake zur Ernte vollständige Umwandlung aller Ährenanlagen zu trockenen, harten Brandbutten mit dunkelbraunen Teliosporen Schaderreger: am Saatkorn haftende Brandsporen keimen mit Büscheln von Sporidien aus, auch bodenbürtig Bedeutung: insb. in wärmeren Regionen, größere wirtschaftliche Bedeutung im Nahen Osten & Nordafrika in EPPO-Region Quarantäne-Schaderreger besonders bei Saatgutvermehrung gefürchtet, da Befall zur Aberkennung als zertifiziertes Saatgut führt alle Seitentriebe infizierter Keimlinge werden besiedelt; bei Verlust des Kontakts zum Vegetationspunkt bleibt Ähre befallsfrei Gegenmaßnahmen: zertifiziertes Saatgut: Grenzwert für Vermehrungsflächen Saatgutbeizung mit (nicht-)systemischen fungiziden Wirkstoffen Elektronen- bzw. Heißwasserbeizung möglich Nutzung von Sortenresistenzen (im org. Anbau) Vermeidung der Kontamination durch Erntemaschinen
- Roggenstängelbrand Urocystis occulta Krankheitsbild (Symptome): ab Schossen an Stängeln und Blättern weißgraue, später schwarze Streifen, die aufreißen und dunkel Sporen entlassen Befall aller Triebe einer Pflanze befallene Pflanze kleiner, selten Ähren, sterben vorzeitig ab Schaderreger: gelangen bei Ernte auf Saatgut bzw. in Boden, mind. 4 Jahre überlebensfähig Exsudate der Körner regen Keimung der Teliosporen an mit Sporidien an, die dikaryotische Infektionshyphe bilden Keimlingsinfektion, inter- & intrazelluläre Wachstum, biotroph Bildung der Teliosporen in vegetativen Pflanzenteilen Bedeutung: Pathogen weist geringe Wirtspezifitiät auf auf (Roggen, Weizen) bei Anbau ohne Saatgutbeizung Gegenmaßnahmen: Bekämpfung des Saatgut- bzw. Bodenbürtigen Befalls durch fungizide Saatgutbehandlung der im Boden gebildete Beizhof um Saatkorn und auswachsenden Keimling verhindert Infektion Unterschiede in der Sortenanfälligkeit bei Weizen
- echter Mehltau Krankheitsbild (Symptome): weiße, watteartige Pusteln auf grünen Pflanzenoberflächen; erste Symptome an dichten Stellen im Bestand, z.T. nesterartig wachsen rasch, können zusammenfließen und erhebliche Fläche der Blätter und Blattscheiden bedecken, z.T. Spelzenbefall zum Ende der Vegetationsperiode dunklere Punkte (=Fruchtkörper) auf pelzartigem graublauen Belag befallene Pflanzenorgane vergilben und sterben vorzeitig ab Schaderreger: obligat biotropher Ektoparasit (Hyphen auf Wirtsoberfläche) Infektion der Epidermiszellen mit Appressorien am Ende der Konidien bzw. Ascosporen gebildeten Keimschläuche Konidien in langen Ketten an speziellen Konidienträgern später Myzel mit hellbraunen, später dunklen Kleistothecien Bedeutung: weltweit verbreitet, Gerste & Weizen besonders gefährdet Befall durch einseitige N-Düngung, niedrige rel. Luftfeuchte & höhere Temperaturen begünstigt Ertragsverluste bei frühem Befall und langer Epidemie z.T. > 20% Gegenmaßnahmen: ausgeprägte Unterschiede in der Sortenanfälligkeit nutzen ausgeglichene (N-)Düngung Behandlung mit (systemischen) Fungiziden (Azole, Morpholine, Spezialfungizide; Resistenz gegen Strobilurine) Beizung gegen Frühbefall im Herbst möglich (Triazole)
- Septoria-Blattdürre Krankheitsbild (Symptome): auf Blättern zunächst hellgrüne, dann gelblich werdende, später braune, unregelmäßige, runde bis ovale Läsionen Blattflecken fließen zusammen, Blätter sterben ab und vertrocknen; Blattscheiden und Halme ebenfalls betroffen Befall beginnt auf unteren Blattetagen, wandert nach oben Läsionen wirken oft gesprenkelt, im Gewebe entwickeln sich dunkelbraune Fruchtkörper Schaderreger: Pathogen überdauert auf Ernterückständen an Bodenoberfläche sexuell gebildete Fruchtkörper entlassen windbürtige Ascosporen, die im Herbst und Winter Weizen infizieren Asexuell gebildete Pyknosporen infizieren über Regenspritzer mittlere Temp., Blattnässe, kurzstrohige Bestände fördern Befall Bedeutung: frühzeitiger, starker Befall verursacht Ertragsverluste ≤ 30% Verlust von assimilatonsfähiger Pflanzenmasse und veränderte Source-Sink-Beziehungen der Pflanze reduzieren Transport von Assimilaten und N-Verbindungen in die Ähre (reduziertes TKG) vornehmlich an Weizen, seltener Gerste, Roggen, Hafer; auch Wildgräser können befallen werden (Fruchtfolge, Ungräser) Gegenmaßnahmen: Unterpflügen von Stroh und Stoppelresten Nutzung von Sortenunterschieden in der Anfälligkeit Spätsaaten verringern Expositionszeit für Primärinfektionen Einsatz von Wachstumsreglern beachten geringere Bestandesdichte reduziert Blattnässedauer Anwendung (systemischer) Fungiziden (Triazole, Carboxamide)
- Septoria-Spelzenbräune Krankheitsbild (Symptome): Blättern braune, unregelmäßige, runde bis ovale Läsionen zum Ende der Vegetationsperiode mit braunen Pyknidien Spelzen mit hellbraunen, später mit schokoladenbraunen Nekrosen
- partielle Taubährigkeit/ Fusarium-Arten Krankheitsbild (Symptome): nach Blüte Ausbleichen, Nekrosen bzw. rötlich-orange Verfärbung (=Sporenlager) an Ährchen einzelner Ähren früher Befall bedingt Absterben von Kornanlage bzw. Ährchen Unterbrechung der Nährstoffversorgung in der Rachis verursacht partielle Weiß- oder Taubährigkeit Körner bei starkem Befall grau oder rötlich verfärbt, TKG gering zur Ernte z.T. Sekundärbefall mit Schwärzepilzen Schaderreger: bilden artspezifische Spektren von Mykotoxinen Befall durch windverbreitete Ascosporen oder durch Regenspritzer verbreitete Konidien, von Ernterückständen aus Infektion z.Zt. der Blüte bei Niederschlägen und T>14°C Bedeutung: quantitative und qualitative Ertragsverluste Feldaufgang, Kornzahl je Ähre, TKM reduziert Kontamination der Körner durch Mykotoxine, Marktfähigkeit als Nahrungs- und Futtermittel in Jahren mit Niederschlägen z.Zt. der Blüte Arten- (und Mykotoxin-)Spektrum variiert in Abhängigkeit der Umweltbedingungen Gegenmaßnahmen: Fruchtwechsel mit Nicht-Wirtspflanzen (Mais vermeiden) wendende Bodenbearbeitung (Eliminierung von Inokulum auf dem Boden) Nutzung von Sortenunterschieden in der Anfälligkeit Vermeidung von Lager bzw. zu kurzen Beständen bei Bedarf Einsatz von Fungiziden (Triazol-Wirkstoffe) zur Blüte
- parasitärer Halmbruch Krankheitsbild (Symptome): an Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Triticale Verbräunung der Halmbasis Besiedlung der zweiten Halmscheide nach Blüte-Medaillon-(=Augen)flecken unter erstem Nodium parasitäres Lager, z.T. Weißährigkeit Schaderreger: überdauert saprophytisch an Getreiderückständen Ascosporenflug im Herbst Bedeutung: Fruchtfolgekrankheit, Erreger überdauert 3 Jahre an Pflanzenresten im Boden, Ertragsverluste bei mittel bis starkem Befall 10-30%, auch ohne Lager parasitäres Lager bedingt erschwerte Ernte und reduziert Hagberg-Fallzahl Gegenmaßnahmen: zweijährige Anbauunterbrechung von Getreide Bodenbearbeitung (Pflügen, Grubbern, Direktsaat) Aussaat nicht zu früh Sortenunterschiede, Resistenz bzw. Toleranz ggüber Befall Fungizidbehandlung z.Zt. des Schossens: Azole, Carboyamide, z.T. Resistenz ggüber Prochloraz und Cyprodinil
- Schwarzbeinigkeit Krankheitsbild (Symptome): Krankheit an Wurzel/Halmbasis, gesamte Pflanze beeinflusst schwarze Wurzelläsionen, Wurzeln reißen ab Halmbasis grau mit schwarzen Flecken, z.T. schwarzes Myzel Frühbefall führt durch Nährstoffmangel zu schlechter Gesamtentwicklung: geringe Bestockung, kleine Ähren, etc vorzeitige Abreife - Weißährigkeit - der gesamten Pflanze Schaderreger: im Herbst Perithecien-Bildung an Pflanzenrückständen, Ascosporen mit geringer Bedeutung für Ausbreitung Infektion junger Wurzeln durch melanisierte Hyphpodien vom Boden aus Bedeutung: typische Fruchtfolgekrankheit, Monokultur; Erreger überdauert saprophytisch an Wirtspflanzenresten im Boden insb. in Trockengebieten, extensivem Anbau (Nordamerika, Australien,..) Ertragsverluste durch geringe Funktionalität der Wurzeln Gegenmaßnahmen: Fruchtwechsel mit Nicht-Getreide Bekämpfung von Ungräsern/Ausfallgetreide Decline-Effekt Beizung mit Silthiofam-haltigen Präparaten Beizung mit antagonistischen Bakterien (Bildung von Siderophoren) Unterschiede in Sortenanfälligkeit
- Instrumentarium des Schutzes von Pflanzen vor Krankheiten Ausschluss der Pathogene: Quarantäne zertifiziertes Pflanzenmaterial Pflanzenbauliche Maßnahmen: Fruchtwechsel Bodenbearbeitung Düngung und Wasserversorgung Unkrautbekämpfung Wirtspflanzenresistenz: Konventionelle Züchtung GVOs direkte Bekämpfung: pyhsikalische Verfahren biologische Verfahren chemische Verfahren
- Auswahl von Pflanzenschutzmitteln Auswahl nach Ursache/Indikation: Schadpflanzen (Herbizide) Schädlinge (Insektizide, Akarizide, Rodentizide, Molluskizide, etc.) Krankheiten (Fungizide, Bakterien) weitere Auswahlkriterien: Standort und Bodenbeschaffenheit Wirkungsweise und -dauer Kosten Umweltverhalten Saattermin Wartezeit Arbeitsplanung
- Was ist ein Pflanzenschutzmittel? Wirkungsweise (z.B.): Fraß Atmung Kontakt Pflanzenschutzmittel wirkt gegen: Schädlinge durch: Kontakt-, Atem-, Fraßgift, systemische Wirkung Pilze: Kontaktwirkung, (teil-)systemische Wirkung Schadpflanzen: Blattaufnahme (Kontaktmittel, Wuchsstoffe), Wurzelaufnahme, systemisch
- Bestandteile von Pflanzenschutzmitteln Wirkstoffe Zusätze: Schaumverdichter Tenside Stabilisatoren (Emulgatoren) Puffer Lösungsmittel Trägerstoffe Warnfarbe Geruch abschreckender Geschmack
- Anwendungsverfahren Saat- und Pflanzgutbehandlung: Beizung (meist Fungizide) Pillierung (Fungizide + Insektizide) Tauchbehandlung (Fungizide, Insektizide, Bakterizide) Pflanzen- und Bodenbehandlung: Spritzen (hydraulisches Zerstäuben) Sprühen (Ausbringen mit Gebläseunterstützung) Nebeln (Tröpfchenschleierbildung) Streuen von Granulaten Angießen Beimischen zu Anzuchterden Räuchern und Begasen (in geschlossenen Räumen) Bodenentseuchung
- Markt für Pflanzenschutzmittel weltweit/Europa Herbizide 39% / 46,6% Insektizide 28% / 13,8% Fungizide 23% / 36,2% Andere 9% / 3,4%
- Anwendung von Fungiziden gegen Pathogene Bekämpfung von Pilzen und Stramenopila seit mehr als 120 Jahren, länger als Herbizide und Insektizide Martwert ~ 25% des Welthandels mit Pflanzenschutzmittel derzeit 150 - 160 Wirkstoffe aus mehr als 20 Gruppen, große Variabilität chemisch unterschiedlicher Substanzen seit den 60ern des 20.Jhrt systemische Wirkstoffe Selektivität und Systemizität führen häufig zur Resistenzbildung
- Einteilung von Fungiziden nach Art und Wirkung Wirkstoff: anorganisch: Wirkung auf Pathogene: nicht selektiv; Anwendung: protektiv organisch: nicht-systematisch: Wirkung: nicht selektiv; Anwendung: protektiv systematisch: Wirkung selektiv; Anwendung: kurativ/protektiv
- Wie wirken Fungizide? Targets von Fungiziden ist der Stoffwechsel
- pilzliche Stoffwechselwege als Targets von Fungiziden unspezifische Zellgifte: anorganische Substanzen, ... selektive Hemmung: (single-site Inhibitoren): Sterol-Biosynthese: Azole, Piperazine, Morpholine.. Phospholid-Biosynthese: Edifenphos, Iprobenfos .. Nukleinsäurestoffwechsel: Phenylamide,.. Tubulin-Biosynthese: Benzimidazole, .. Chitin-Biosynthese: Polyoxine Melanin-Biosynthese: Triclclazol.. Protein-Biosynthese: Blastidicin.. Atmungskette: Carboyamide.. Cytoplasmamembran: Guanidine AS-Biosynthese: Anillinopyrimidin unbekannte Wirkorte: aromatische Kohlenwasserstoffe..
- Grundlagen der Selektivität von Fungiziden in Pathogenen Aktivierung in Pflanzen Passiver Influx/ aktive Aufnahme alternative Stoffwechselwege Detoxifizierung bzw. Metabolisierung Anreicherung in der Vakuole energieabhängiger Efflux: ABC-Transporter, MFS strukturelle Unterschiede der Rezeptor- oder Targetsysteme