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Politische Soziologie (Subject) / Politische Soziologie (Lesson)

Pimbusch

This lesson was created by LauraKraemling.

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  • Was versteht man unter Meta-Diskursen? Meta Diskurse verdeutlichen, wie über einen Gegenstand geredet wird Meta Diskurse zeichnen sich durch wechselseitige Bezugnahme auf Diskursgemeinschaften aus In Meta Diskursen geht es um die Diskurse der Diskurse MD verhandeln Gegenstandsbereiche, aber keine konkreten Sachprobleme bzw. Inhalte MD dienen gleichwohl der Legitimierung eigener Positionen bzw. bestimmter Positionierungen
  • Was ist typisch für PolSoz in Bezug auf den "Streit der Fakultäten"? Sehr unterschiedliche, teils gegensätzliche wechselseitige Wahrnehmungen und Zuschreibungen: Subdisziplinen der Soziologie, Subdisziplin der Politikwissenschaft, Brücke zwischen Welten
  • Nenne 3 (von 4) Ansatzpunkte zur fakultätischen Differenz von Politischer Soziologie Soziologie des Politischen vs. Soziologie der Politik Allgemeine politiy, poolicy, politics vs. konkrete Themenfelder der Politischen Soziologie Politikwissenschaft für das Politische, Soziologie für das Soziale (Gesellschaftliche) zuständig? Spezifik der Pol Soz durch Bezug auf Kernparadigma der Herrschaft vs. Leitdifferenz von Staat und Gesellschaft
  • Wodurch lässt sich Politische Soziologie eingrenzen? Durch die Verschiedenheit der Themenfelder in Bezug auf Themen der Soziologie und der Politikwissenschaft welche sie gmeinsam haben oder unterscheiden
  • Themenbereiche (Grafik)
  • Nenne 5 Punkte zu "Befunde und Fragen" Der Mensch als zoon politicon Politisches Subjekt als voraussetzungsvoller Status Einflüsse der Sozialisation auf die Politisierung Menschen als politische Objekte oder Subjekte Frage nach den motivationalen Grundlagen menschlicher Verhaltensweisen Frage nach der Entstehung von poolitischen Haltungen Frage nach der Entstehung und weitergabe von politischen Einstellungen Überschneidungsbereich zur Politischen Psychologie
  • Was sind typische Fragestellungen für die Politische Sozialisation?   Was sind die Determinanten des Wahlverhaltens? Wie reproduzieren sich traditionelle Wahlmilieus? Wie lösen sie sich auf? Wer wählt rechts? Wer wählt links? Auf welcher Basis werden politische Entscheidungen getroffen? Wie entstehen nichttraditionelle Formen von politischer Partizipation? Wie entstehen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus? Welche Emotionen und Handlungsmuster unterstützen die Herrschaft von Diktatoren? Gibt es autoritäre Persönlichkeiten? Was motiviert Menschen zu Zivilcourage, was zur Anpassung?
  • Was beinhaltet die Kritische Analyse der Zeitumstände, die bewußtseinsbehindernd oder bewußtseinsbildend wirken? (Böhnisch) Erläutere von Ausgangspunkt zu Folge! Ausgangspunkt: fortschreitende Entfremdung des Mennschen, Anomie und Desintegrationsprozesse Stärker werdender Modernisierungs- und Globalisierungsdruck untergräbt Ansätze zur Herausbildung eines kritischen Bewußtseins und von politischem Engagement Verhältnis von Menschen und Politik ändert sich (zB. durch Kulturindustrie) Folge: Flucht in den Konsumismus, Verlust von kritische Utreilsfähigkeit und politischer Mündigkeit, Bedrohung der Handlungsfähigkeit, Ohnmachtserfahrung, Regression
  • Was folgt auf den Formwandel im Verhältnis von Mensch, Arbeit und Gesellschaft? Hilflosigkeit, Ohnmacht und soziales Leiden sind präsent, aber individualisiert und biografisiert, nicht länger kollektiv gerichtet An die Stelle der Kategorie Entfremdung tritt die Kategorie des Scheiterns, Konkurrenzmechanismus und Mithaltenmüssen werden immer wichtiger Ökonomisch Überflüssige und sozial Marginalisierte als nicht integrierte partizipieren kaum noch politisch
  • Nenne 2 Störfaktoren zur Entwicklung demokratischer Kompetenzen biografische Bewältigungsmuster durch Sozalisationsbedinungen kaum noch möglich Politische Handlungsfähigkeit definiert durch Gegensatz von: - aktiver Auseinandersetzung und desintegrativer Handlungskonstellationen
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  • Nenne Folgen von politischen Desintegrationsprozessen Entpolitisierung des Subjekts Naturalisierung sozialer Ungleichheiten Individualisierung kollektiver Schicksale Biografisierung von Scheitern Zunahme autoritärer Dispositionen und menschenfeindlicher Einstellungen Politische Partizipationen über Konsumentscheidungen Entgrenzung des Politischen in der Globalisierung "Post-Democracy" + "Post-Modernity"
  • 4 Befunde die das politische Subjekt betreffen Mensch ist Zoon Politicon (Politisches, soziales Lebewesen) Menschen als politische Objekte uns Subjekte Es gibt Einflüsse der Sozialisation auf die Politisierung Politisches Subjekt als vorrausetzungsvoller Status (?)
  • Fragen rund um politische Sozialisation und das politische Subjekt Frage nach den motivationalen Grundlagen menschlicher Verhaltensweisen Frage nach der Entstehung von politischen Haltungen Frage nach der Entstehung und Weitergabe von politischen Einstellungen Überschneidungsbereich zur Politischen Psychologie Frage nach der Entstehung und Weitergabe von politischen Einstellungen
  • Die frühen Anfänge der Politischen Soziologie! Gründerväter! Klaus Horn (Frankfurt/M.): Politische PsychologiePeter Brückner (Hannover): Psychologie und GeschichteKlaus Holzkamp (Berlin): Kritische PsychologieUte Holzkamp-Osterkamp (Berlin): Grundlagen der psychologischen Motivationsforschung
  • Die frühen Anfänge der Politischen Soziologie! 3 Grundannahmen! Begründung einer Politischen Psychologie als kritische Psychologie Selbstverständnis als interdisziplinäre Wissenschaft zur Erforschung der Zusammenhänge von Macht, Machtaus-übung, Herrschaft und menschlicher Subjektivität Frage nach der Motivation von Einzelnen, Gruppen oder Institutionen zur Ausübung von Macht und Herrschaft
  • Spätere Versuche der Politischen Sozialisation: Was sagen Ratinger und Kliche? Rattinger: Politische Soziologie untersucht „Mikro-politik“, also Politik auf der Ebene von Individuen und Gruppen, von ihrem Verhalten und ihren Einstellungen Kliche: Es geht um den Zusammenhang von Macht / Herrschaft einerseits, unsere Subjektivität andererseits, also Gefühle, Vorstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen in Politik und Gesellschaft
  • Spätere Versuche der politischen Sozialisation: Nenne 3 typischeThemenfelder: politische Sozialisation politische Einstellungen politische Partizipation
  • Bönisch analysiert, wie die Zeitumstände sich bewusstseinsbildend oder bewusstseinsmindert auf die politsche Sozialisation auswirken. Beschreibe kurz seinen Ansatz. Ausgangspunkt: fortschreitende Entfremdung des Menschen, Anomie und Desintegrationsprozesse Stärker werdender Modernisierungs- und Globalisierungsdruck untergräbt Ansätze zur Herausbildung eines kritischen Bewußtseins und von politischem Engagement Verhältnis von Mensch und Politik ändert sich (z.B. durch Kulturindustrie) Folge: Flucht in den Konsumismus, Verlust von kritischer Urteilsfähigkeit und politischer Mündigkeit, Bedrohung der Handlungsfähigkeit, Ohnmachtserfahrungen, Regression
  • Was sind laut Bönisch regressive Handlungsfähigkeit und wie grenzt sie sich von der erweiterten Handlungsfähigkeit ab? "In der ersten Definition geht es um erweiterte, in der zweiten um regressive Handlungsfähigkeit. Demokratische Kompetenzen können sich also dann entwickeln, wenn die Subjekte zu einer erweiterten Handlungsfähigkeit in dem Sinne gelangen können, dass sie Konflikte thematisieren und produktiv – d.h. im Sinne sozialer Integrations- und Gestaltungsperspektiven – in die Um-welt hineintragen können. Regressive Handlungsfähigkeit ist da-gegen dadurch gekennzeichnet, dass die Subjekte die erfahrenen Konflikte abspalten und in der Regel auf Schwächere projezieren müssen, um Selbstwert, Anerkennung und Selbstwirksamkeit zu erreichen. Daraus erwachsen dann in der Regel autoritäre Ein-stellungs- und Handlungskontexte.“
  • Was sind die Folgen der Theorie von Bönisch zur zeitgenössischen Veränderung der politischen Sozialisation? Entpolitisierung des Subjekts Naturalisierung sozialer Ungleichheiten Individualisierung kollektiver Schicksale Biografisierung von Scheitern Zunahme autoritärer Dispositionen und menschen-feindlicher Einstellungen Politische Partizipation über Konsumentscheidungen Entgrenzung des Politischen in der Globalisierung „Post-Democracy“ + „Post-Modernity“
  • Was ist Politische Soziologie? einen Zentralen Forschungsbereich zwischen Politikwissenschaft und Soziologie es geht um die soziologischen Grundlagen des politischen und die politischen Implikationen auf die Gesellschaftlichkeit (und die Wechselwirkung!) Im Zentrum stehen Begriffe wie: Macht, Herrschaft, Konflikt und Gewalt
  • Wieso stehen Begriffe wie Macht, Herrschaft, Konflikt und Gewalt im Zentrum der politischen Soziologie? Diese Phänomene und ihre Implikationen sind zentral für die Ordnungs- und Integrationsproblematik von Gesellschaften weil sie konsensuelle oder konfliktive Politikmodelle konstituieren und Integrations- wie Desintegrationsprozesse in Staat, Gesellschaft und Politik befördern Von der konkreten gesellschaftlichen Ausgestaltung dieser Phänomene hängt nicht nur die Verfassung der Ungleichheit (z.B. die Ausgestaltung von Wohlfahrtsstaatlichkeit oder die spezifischen Regulationsformen des Sozialen) sondern über Partizipationschancen auch die Legitimität einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ordnung (z.B. die Demokratie) ab
  • Wieso bedarf politische Soziologie ein fundiertes Wissen über sie Sozialstruktur einer Gesellschaft? die konkreten Ausformungen und Strukturen sozialer Ungleichheit haben genuine Bezüge zu Macht und Herrschaft und führen zu sozialen Konflikten →Ohne ein Wissen um die konfliktgenerierenden Ungleichheitsmuster einer Gesellschaft, bleiben die Machtverhältnisse in und die Herrschaftsorganisation von Gesellschaften unverständlich
  • Wozu ist die empirische Untersuchung anderer Gesellschaften lehrreich? Um politische Prozesse und Entwicklungen einordnen zu können Vergleichsmöglichkeiten
  • Was fördert politische Soziologie als "Demokratiewissenschaft?" den reflexiven Umgang mit politischen Problemen und stärkt die Suche nach demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft
  • Nenne Differenzen der politischen Soziologie? Soziologie des Politischen versus Soziologie der Politik? Allgemeine polity, policy, politics versus konkrete Themenfelder der Politischen Soziologie? Politikwissenschaft für das Politische, Soziologie für das Soziale (Gesellschaftliche) zuständig? Etatistisches Politikverständnis und normative Orientierung versus gesellschaftliches Politikverständnis und empirisch-analytische Herangehensweisen? Unterschiedliche Ansprüche in der Reichweite des Gegenstandsbereichs der Politischen Soziologie? Spezifik der Pol Soz durch Bezug auf Kernparadigma der Herrschaft versus Leitdifferenz von Staat und Gesellschaft?
  • Wie enstand die politische Soziologie? Welche historischen Vorraussetzungen gab es? Parallelen zur Entstehung von Soziologie und Politikwissenschaft Politisch-Soziales Denken seit der Antike nachweisbar Disziplinäre Entwicklung erst mit der Aufklärung und der beginnenden industriellen Revolution, der gesellschaftlichen und verfassungspolitischen Konflikte und des Krisenbewusstseins nach der Frz. Revolution Damit rückten Erfahrungen gesellschaftlich-politischer Spannungen und Konflikte zwischen Klassen und institutionalisierten politischen Gruppen wie auch zwischen Staat und Gesellschaft in den Mittelpunkt des Interesses
  • Was passiert historisch bei der politischen Soziologie mit der Restaurationszeit und den damit verbundenen gesellschaftspolitischen Umbrüchen (Revolutionen von 1848/49)? es beginnt sozialwissenschaftliches Interesse an den geschichtlich-soziologischen Aspekten des Verhältnisses von Staat und Gesellschaft und der Entstehung moderner Macht- und Herrschaftsstrukturen Damit rücken die Wechselbeziehungen zwischen Staat und Gesellschaft, zwischen politischer, Wirtschafts- und Sozialordnung und die sich daraus ergebenden Wirkungszusammenhänge in das Zentrum politischer Analysen
  • Imperialismus, Krieg und Revolutionen befördern... ...das Denken des raschen sozialen Wandels und führen zur expliziten Gründung und sukzessiven Ausdifferenzierung der Soziologie
  • Welche hohen Erwartungen gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in Soziologie und Politikwissenschaft?  hohe Erwartungen als „Demokratiewissenschaften“ allerdings ohne historisch-soziologische Analyse des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen
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  • Nach 1989 geschah eine Wiederentdeckung und Renaissance der Politischen Soziologie, welche Differenzen blieben bestehen? Theoretisch-methodologische Differenzen unübersehbar Ungeklärtes Verhältnis der Beziehung zwischen Politikwissenschaft und Soziologie bleibt bestehen Politische Soziologie keine politisierte Soziologie, sondern professionalisierter und differenzierter Teilbereich der Soziologie
  • Welche Fragestellungen resultieren aus der Betrachtung der Enstehungsbedingunden der politischen Soziologie? Wie entwickeln sich in einer konkreten geschichtlich-gesell-schaftlichen Situation die Machtverhältnisse und Sozialstrukturen einer Gesellschaft? Wie artikuliert sich der politische Wille des Volkes in den neuen „Massendemokratien“ und wie wird er im Staat zum Ausdruck gebracht? Wie beeinflusst der moderne Staat Politik und Gesellschaft? Inwieweit deckt sich die Organisation des staatlichen Herrschaftssystems mit den politischen Machtverhältnissen zwischen unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft? Zentrale Schlüsselbegriffe: Macht, Herrschaft, Sozialstruktur, Ungleichheit, Konflikt und Konsens, Integration / Desintegration, Sozialisation und Partizipation, etc.
  • Politische Soziologie in Institutionen: die DVPW DVPW: Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft 1988 Auflösung der Sektion Politische Soziologie der DVPW als eigenständige Einheit nach dem Politologenkongress in Darmstadt Lange Zeit nur AK und formales Dach für die Parteien-, Verbände-, Wahl-, Bewegungs-, politische Kultur- und Kommunikationsforschung („Briefkastenholdung“ höchst disparater Forschungskreise) Heutige Sektion Politische Soziologie überlappt mit einer Reihe von Arbeitskreisen innerhalb der DVPW Wenig klar strukturiertes Programm
  • Insitutionen und politische Soziologie: die DGS DGS: Deutsche Gesellschaft für Soziologie Nedelmann-Aufsatz (1994): Wiederentdeckung oder Neu-Erfindung der Politischen Soziologie? Seit Anfang der 1990er Jahre intensives Bemühen um Gründung einer Sektion u.a. durch Ronald Hitzler Programmpapier Nr. 1, 1994 1995 Gründung der Sektion „Politische Soziologie“ auf Beschluss des Konzils der DGS löst heftige Kontroversen aus Vorstand der Sektion bestimmt jeweils über Ausrichtung und Orientierung Hitzler-Periode: Mikropolitik Programm-Papier Nr. 2, 2006 Trotha-Periode: Neue Akzente mit Macht und Herrschaft, Gewalt, Ent-wicklungsprozesse außereuropäischer Gesellschaften
  • Politische Soziologie als „Gegenwartswissenschaft“ ... > übersieht die historisch-soziologischen Dimensionen des Gegenstandsbereichs
  • Politische Soziologie als „Krisenwissenschaft“ > verabsolutiert die Konstitutionsbedingungen der Fachdisziplinen
  • Politische Soziologie als „Demokratiewissenschaft“ > erhebt als Ergebnis von Kriegen und Konflikten einen normativen Anspruch
  • Politische Soziologie als historischkritische und gesellschaftsgeschichtlich angelegte Analyse von Macht- und Herrschaftsformen mitsamt ihrer Grundlagen und Implikationen ♥
  • Eine Verortung der politischen Soziologie, die mir gefällt! (Kaina/Römmele 2009: 7f.) „Politische Soziologie analysiert Politik im Wirkungszusammenhang der Gesellschaft. Das heißt, sie interessiert sich einerseits für die gesellschaftlichen Bedingungen von Politik und andererseits für die Wirkungen von Politik auf die Gesellschaft … Die gemeinsame Antriebskraft … bleibt dennoch die Frage nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen und Folgen von Politik, genauer: die Analyse der gesellschaftlichen Grundlagen und Konsequenzen politischer Herrschaft und Macht ‚unter den Anforderungen von Demokratie‘ … Politische Soziologie lässt sich deshalb auch als Demokratiewissenschaft charakterisieren … Ihr typisch kritisches Potenzial gewinnt sie aus ihrem spezifischen Anliegen, durch wissenschaftliche Erkenntnissuche Widersprüche zwischen dem normativen Anspruch von Demokratie und der sozioökonomischen und soziokulturelle Wirklichkeit politischen Handelns aufzudecken.“
  • Das Resüme über die politische Soziologie? (4 Punkte) Politische Soziologie als weites Feld mit inhaltlichen Konvergenzen Große Unterschiede in theoretisch-methodologischer Hinsicht zwischen einzelnen „Schulen“ Unterschiedliche Bestimmung von Gegenstandsbereichen zwischen Soziologie und Politikwissen-chaft Politische Soziologie selbst ein Konfliktfeld: Soziologie der Politik vs. Soziologie des Politischen
  • Sage 5 Allgemeine Dinge zu Macht und Herrschaft: Macht und Herrschaft als ubiquitäre Phänomene menschlicher Gesellschaften Macht und Herrschaft als hochgradig kontroverse Begriffe Macht und Herrschaft bezeichnen ein soziales Verhältnis Macht und Herrschaft sind relationale und nicht attributionale Phänomene Macht und Herrschaft haben einen Prozess- und Figurationscharakter
  • Definiere Macht nach Weber „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleich-viel worauf diese Chance beruht.“ (Weber 1976: 28f.)
  • Wieso ist Macht soziologisch amorph? weil „alle denkbaren Qualitäten eines Menschen und alle denkbaren Konstellationen ... jemand in die Lage versetzen (können), seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen“. Damit meint Weber, dass die Durchsetzung des eigenen Willens, also Machtausübung auf andere, unabhängig von der sozialen Stellung innerhalb einer Gesellschaft ist. So können alle persönlichen und potenziellen Eigenschaften dazu führen, eine Machtausübung zu legitimieren.
  • Definiere Herrschaft nach Weber! „Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten In-halts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden“ (Weber 1976: 28). „Nicht also jede Chance, ,Macht‘ und ,Einfluss‘ auf andere Menschen auszuüben. Herrschaft (,Autorität‘) in diesem Sinne kann im Einzelfall auf den verschiedensten Motiven der Fügsamkeit: von dumpfer Gewöhnung angefangen bis zu rein zweckrationalen Erwägungen, beruhen. Ein bestimmtes Minimum an Gehorchenwollen, also: Interesse (äußerem oder innerem) am Gehorchen, gehört zu jedem echten Herrschaftsverhältnis“ (Weber 1976: 122).
  • Nenne die 3 Dimensionen von Macht! Erste Dimension: Durchsetzung des eigenen Willens gegen Widerstand Zweite Dimension: Non-Decisions Dritte Dimension: Kontrolle des organisatorischen Umfeldes
  • Herrschaft ist ein spezialfall von Macht, durch welche 3 Faktoren ist sie gekennzeichnet? Als welche Form von Macht kann man Herrschaft sehen? - Entpersonalisierung - Formalisierung - Integration Herrschaft als Machtsteigerung, als verdichtete Macht
  • Nenne die 3 Herrschaftstypen laut Weber: - Traditionale Herrschaft - Charismatische Herrschaft - Legale Herrschaft
  • Beschreibe kurz die 5 Schritte zur Herrschaft! Sporadische Macht (Machtausübung im Einzelfall) Normierende Macht (Durchsetzung von Verhaltensregelmäßigkeit und Fügsamkeit) Positionalisierung von Macht in Richtung Herrschaft (Verdichtung von normierenden Machtfunktionen zu überpersönlichen Machtstellungen) Enstehung von Positionsgefügen der Herrschaft (Herausbildung von Herrschaftsapparaten) Staatliche Herrschaft (als Veralltäglichung zentrierter Herrschaft)
  • Theoretische Differenzierungen beim Machtbegriff: Power to“ oder „Power over“ Positive oder negative Bewertung der Macht Weiter oder enger Machtbegriff Dezisionistischer oder kommunikativer Machtbegriff Handlungstheoretisches oder strukturtheoretisches Verständnis
  • Theoretische Differenzierungen beim Herrschaftsbegriff Individualistisch orientierte Theorien / rationale Akteursmodelle ⇒ herrschaftsaffirmativ Herrschaft als allgemeine soziale Regelungs- und Beziehungsform ⇒ herrschaftsaffirmativ oder herrschaftskritisch Herrschaft als Macht- und Konfliktregelegungsmechanismus ⇒ herrschaftskritisch