Motovation und Handlungsregulation (Subject) / Motivation (Lesson)

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Prüfungsvorbereitung

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  • Was sind Motive? (eine moderne Definition) Motive sind umfassende und nur teilweise bewusste kognitiv-emotionale Netzwerke abstrahiert von autobiographischer Erfahrung sensibel für motiv-relevante Handlungsmöglichkeiten einer Situation kreativ, indem sie Möglichkeiten für motivrelevante Handlungen generieren aktiv, wenn motivrelevante Bedürfnisse steigen  
  • Frühe Ansätze für Motive (Klassifikation) Instinkte  (Mc Dougall) Bedürfnislisten (Murray - Person-Umwelt-Bezüge) hierarchische Bedürfnispyramiden (Maslow - Hierarchie)
  • Neuere Ansätze für Motive Konzentration auf Leistung, Macht und Anschluss Wie wirken Motive? Wann wirken Motive? Wie kann man Motive messen?
  • Was sind die vier Elemente motivierten Verhaltens? Wahlverhalten Für welche Handlung / Aufgabe entscheide ich mich? Latenz Wann fange ich an? Intensität Wie sehr strenge ich mich an, wie konzentriere ich mich? Persistenz / Ausdauer Wie lange halte ich durch?
  • Wofür ist Motiv zentraler Begriff? Individuelle Präferenz für bestimmte Handlungsziele sowie spezifische handlungsbezogene Emotionen.
  • Wofür ist Volition zentraler Begriff? Ausführen und Regulieren von Handlungen
  • Was ist Motivation? Ein hypothetisches Konstrukt (gedankliche Hilfsgröße) nicht direkt beobachtbar soll Verhalten erklären und voraussagen: warum Individiuen unter bestimmten Umständen bestimmte Handlungen in Gang setzen, auswählen und dabei verweilen.
  • Nenne die Merkmale für Motivation aktivierter Wechsel der Emotionslage(z.B. Vorfreude) AktivierungMotivation bedeutet immer ein Prozess, in dem Verhalten in Bewegung gesetzt wird Richtungdie Aktivität wird auf ein bestimmtes Ziel hin gesteuert und bleibt i.d.R. solange bestehen, bis dieses Ziel erreicht ist oder bis ein anderes Motiv Vorrang erhält Intensität die Aktivität kann mehr der weniger stark, kräftig oder gründlich ausgeführt werden Ausdauermotiviertes Verhalten kann mehr oder weniger Beständigkeit aufweisen, bei hoher Motivation wird die Aktivität auch dann aufrecht erhalten, wenn sich Schwierigkeiten ergeben  
  • Welche drei Verhaltensaspekte versucht die Motivationspsychologie zu erklären? Die Motivationspsychologie befasst sich mit zielgerichtetem Verhaltenbeim Menschen und analysiert die Ausrichtung, Ausdauer und Intensitätbeim Zielstreben.
  • Was ist Gegenstand der Motivationspsychologie? das auswählende, zieglerichtete Verhalten von Lebewesen Motivationspsychologie will Erklärungen liefern für individuelle Präferenz für bestimmte Handlungsziele sowie spezifische handlungsbezogene Emotionen (zentraler Bergriff: Motiv) Auswahl und Setzen von Handlungszielen (zentraler Begriff: Motivation) Ausführen und Regulieren von Handlungen (zentraler Begriff: Volition)
  • Definition von Motivation (DeCharms, 1976) „Motivation ist so etwas wie eine milde Form der Besessenheit”
  • Definition Motivation (Rheinberg, 2006) Sammelbezeichnung für eine Vielzahl an Phänomenen und Teilprozessen. Gemeinsam ist ihnen aber die Komponente „einer aktivierenden Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“
  • Was ist Hedonismus? Lust-Unlust-Prinzip Individuen versuchen positive Konsequenzen des eigenen Handelns zu maximieren und negative Konsequenzen zu minimieren Erleben von Freude und Lustgewinn als Grundlage menschlichen Handelns ABERkann nicht alles Verhalten erklären!
  • Was ist Homöostase? Tendenz eines Organismus, einen ausgeglichenen und konstanten inneren Zustand aufrechtzuerhalten (physiologisches Gleichgewicht) Annahme: große Anteile menschlichen Verhaltens dienen der Gewinnungoder Aufrechterhaltung von Gleichgewichtszustände gilt eher für lebenswichtige körperliche und vegetative Bedürfnisse (z.B.Blutzucker-, Wasser-, und Sauerstoffhaushalt, Schlaf, Temperaturregulation) weniger für andere Bedürfnisse (z.B. Leistung, Exploration, Sexualität)
  • push - pull Push = Druck Push = Druck (motiviertes) Verhalten als von innen angetrieben Instinkte / Triebe die nach Entladung (bzw. Gleichgewicht) streben (z.B. Freud, Lorenz, Hull) Mangelbedürfnisse, die innerorganismisch entstehen
  • Pull = Zug (motiviertes) Verhalten als durch Ziele angezogen Erwartungen „ziehen“ und richten Verhalten auf antizipierte Endzustände hin aus Erklärung von komplexen Verhaltensweisen Ziel und Aktivität sind nicht starr aneinander gekoppelt unterschiedliche Aktivitäten können auf den gleichen Zielzustand hin ausgerichtet sein (Äquifinalität)
  • Was sind Motive? (Merkmale) relativ stabile und individuell unterschiedliche Dispositionen beständiges Anliegen in universellen und grundlegenden Alltagssituationen hoch abstrakte Anreizklassen, die vom Individuum präferiert werden evolutionäre Grundlage in Emotionen, soziokulturelle Grundlage in Werten Motive generieren Handlungen, wenn relevante Anreize in der Situation präsent sind Motive verzerren die situative Wahrnehmung von Individuen zur Erleichterung motivrelevanten Handelns
  • Inwiefern sind Motive Ausdruck von Bedürfnissen? ♦ Bedürfnis als Diskrepanz zwischen einem aktuellen Ist- Wert und einem angestrebten Soll-Wert McDougall – Instinkte Murray – Person-Umwelt-Bezüge (Maslow – Hierarchie)
  • Wodurch zeichnet sich instinktgesteuertes Verhalten aus? Beispielhaft sind Instinkthandlungen bei Tieren angeboren immer gleiches Verhaltensmuster (festgelegt) identisch bei Mitgliedern einer Spezies Verhalten ausgelöst durch Reize oder Bedürfniszustand i.d.R. adaptiv
  • Was sind Nachteile von Instinkten? vorprogrammiert, kein Lernen situationale Verschiedenheiten werden ggf. nicht berücksichtigt keine Berücksichtigung von (antizipierten) Zielzuständen zu simple für komplexe Umweltanforderungen in denen Menschen sich bewegen
  • Instinkte in der Motivationspsychologie - Mc Dougall (1908) Eine ererbte oder angeborene psycho-physische Disposition, die ihren Besitzer veranlasst, bestimmte Objekte wahrzunehmen und auf sie zu achten, eine bestimmte emotionale Erregung zu empfinden, wenn solche Objekte wahrgenommen werden und auf sie in einer bestimmten Weise zu reagieren oder zumindest einen entsprechenden Verhaltensimpuls wahrzunehmen.
  • Instinkthafte Neigungen ( = propensities) nach Mc Dougall (1932) Nahrungssuche Abwehren (Ekel) Reproduktion Flucht (Furcht) Neugierde (Interesse) Elternschaft (Zärtlichkeit) Geselligkeit Selbstbehauptung (Stolz) Erniedrigung (Unterwürfigkeit) Kampf (Ärger) Appel (zur Mithilfe) Konstruktion (Unterschlupf, Werkzeuge) Erwerb von Ressourcen Lachen (Schadenfreude) Trost Ruhen und Schlafen Wanderung (nomadisches Herumziehen) Körperfunktionen
  • fundamental needs nach Murray … was ein Organismus weiß oder glaubt, ist zu einem gewissen Grad das Produkt vorher begegneter Situationen. Daher war vieles, was jetzt im Inneren des Organismus ist, vorher außerhalb. Aus diesem Grund muss der Organismus und dessen Milieu zusammen bedacht werden, als eine einzelne Kreatur-Umwelt-Interaktion, die die angemessene Kurzeinheit für die Psychologie darstellt. Eine längere Einheit – ein individuelles Leben – kann am klarsten als eine Abfolge zusammenhängender Kurzeinheiten oder Episoden beschrieben werden. (Murray, 1938, S. 39-40)
  • Was ist die Problematik von Motivlisten? Zwei Grundprobleme Sind alle wichtigen Motive erfasst? Sind die aufgeführten wirklich elementar?
  • Die drei Basismotive der aktuellen Motiv-Forschung Leistung Macht Anschluss / Bindung
  • Freuds Triebkonzept - Es, Ich, Über-Ich Eskeinen direkten Kontakt zur Außenwelt Über-Ichmoralische Instanz, Gewissen wird in den frühen Kindheit ausgebildet IchPrüfung der Realisierbarkeit der Triebansprüche in der Realität Vermittlung zwischen Es und Über-IchWas passiert, wenn Triebansprüche nicht umgesetzt werdenkönnen? AbwehrmechanismenVerdrängung, Sublimierung, Projektion, Verleugnung, Rationalisierung, etc
  • Inwiefern hatte Freuds Triebkonzept nachhaltigen Einfluss auf die Motivationspsychologie? nachhaltiger Einfluss auf Motivationspsychologie Einfluss unbewusster Wünsche etc., die auf verschiedene Weise ins Bewusstsein drängen und zu befriedigungsdienlichen Umdeutungen der Realität führen Thematischer Apperzeptionstest (TAT; Murray 1943) Idee, dass Person sich über ihre eigentlichen Ziele keineswegs immer völlig klar sein muss, um zielführend zu handeln McClelland (1987) – Vorstellung nicht-bewusster Motivationsanteile, (implizite Motive) Hulls Triebkonzept
  • Welche zwei antagonistischen Triebe postulierte Freud? Lebenstrieb und Todestrieb (Eros und Thanatos)
  • Freuds Triebkonzept Triebe erzeugen Wünsche (mit Energie besetzte Vorstellungen) Wünsche setzen Handlungen in Gang Führen auf Objekte, die mit Energie besetzt werden (Kathexis) ⇒ Verlangen nach dem (energiebesetzten) Objekt Freisetzen der Energie, wenn Ziel erreicht ⇒ gesamte Energie frei = Homöostase
  • Sind nach Freuds Triebkonzept Triebobjekte fest mit dem Trieb verbunden? Nein, sie können wechseln.
  • Behaviorismus (Asanger & Wenninger 1999) Für den Behavioristen ist das Verhalten, nicht das Bewußtsein der zentrale Forschungsgegenstand der wissenschaftlichen Psychologie.
  • Hulls Triebkonzept Physiologische Mangelzustände bzw. Bedürfnisse (needs) stellen Energie bereit (Homöostase, Hedonismus) Bedürfnisse lassen sich objektivieren (z.B. Deprivation) Trieb (drive) ist die unspezifische energetisierte Größe, die aus der Vereinigung verschiedener Bedürfnisse resultiert motivationale Komponente von physiologischen Bedürfnissen (Energie) die Richtung des Verhaltens wird durch die Gewohnheiten (habits) bestimmt Triebreduktion als Ziel
  • Welche Ähnlichkeiten haben das Triebkonzept von Freud und das von Hull? Ähnlich dem Triebkonzept von Freud geht Hull von einem Bedürfniskonzept aus, welches Verhalten erklärt.
  • Hulls Verhaltensformel (1943) und Erweiterung (1952) Verhaltenstendenz = habit x drive Interaktion von Gewohnheit und Trieb ist eine der Größen null, ergibt es kein Verhalten ein hoher Trieb wirkt sich bei starker Gewohnheit stärker aus als bei geringer Gewohnheit eine hohe Gewohnheit wirk sich bei starkem Trieb mehr aus als bei schwachem Trieb Später etweitert Hull die Verhaltensformel um das motivationspsychologisch bedeutungsvolle Konstrukt des Anreizes Verhaltenstendenz = Gewohnheit x Trieb x Anreizengl. reaction potential = habit x drive x incentive
  • Kririk an Hulls Triebkonzept: Triebreduktion als treibende Kraft?  Studien lassen Zweifel aufkommen, z.B. Sheffield, Wulff und Baker (1951) Ratten lernten schneller, wenn in der Belohnungskammer ein Kopulationspartner war auch, wenn Kopulation VOR der Ejakulation unterbrochenwurde
  • Vergleich Freud und Hull - Gemeinsamkeiten Verhalten wird vom energetiserenden (Es, Trieb) und richtungsgebenden Komponenten (Ich Funktion, Habits) determiniert Organismus setzt Verhalten zur Befriedigung unerfüllter Bedürfnisse in Gang (Homöostase) Bedürfnisbefriedigung wirkt triebreduzierend (Hedomismus)
  • Vergleich Freud und Hull - Unterschiede FREUD geschlossenes Energiesystem, Triebenergie beeinflusst psychische Prozesse; Menschen als Versuchsobjekte; Methodik: klinische Kasuistik empirisch schwer prüfbar HULL Organismus als offenes System, mechanistisches Modell einer energiebetriebenen Maschine; Tiere als Versuchsobjekte; Methodik: experimentelle Forschung mathematisch formalisiert
  • Levins Feldtheorie - Formel Verhalten (V) als Funktion der Gesamtsituation eines Individuums, also eine Funktion des psychologischen Feldes V = f(P,U) das psychologische Feld ist die subjektive (d.h. durch die Eigenschaften der Person (P) gewichtete) Wahrnehmung der physikalischen Umwelt (U).
  • Was ist bezeichnend für Levins Feldtheorie? Anwendung der konstruktiven Methode – Erklärung statt Klassifikation  dynamischer Ansatz: – Bestimmung der dem Verhalten zugrundeliegenden Kräfte ▪psychologischer Ansatz: – psychologische Theorie darf nicht von den objektiven physikalischen Reizen ausgehen, sondern von der psychologischen Bedeutung dieser Reize
  • Lewins Valenzbegriff psychologische Kräftefelder werden durch die Anregung eines Bedürfnisses induziert Valenz (Va) ist der subjektive – von der aktuellen Bedürfnisspannung (t) gewichtete – Wert eines Ziels (G): Va(G) = F(t, G) ▪ die psychologische Kraft (f), die auf eine Person einwirkt, ist proportional zur Valenz eines Ziels und antiproportional zur Distanz (d) zum Ziel: f(P, G) = Va(G)/d(P, G)
  • Lewins Umweltmodell (Zusammenfassung) Bereiche stehen für Handlungen oder Ereignisse mit Zielcharakter  Ziel induziert ein Kräftefeld (Anregung durch Bedürfnis) Valenz (F(t,G) und psychologische Distanz (d(P,G)) entscheidend für Stärke der Kraft
  • Zeigarnik Effekt - Zeigarnik (1927)  VPN werden unterschiedliche Aufgaben vorgelegt in 1/2 der Aufgaben werden VPN während der Aufgabe unterbrochen später recall: An welche Aufgaben können Sie sich erinnern? Ergebnis: unerledigte Aufgaben werden besser erinnert  ⇒ Unterbrechung der Handlungen haben vollständigen Spannungsausgleich verhindert…
  • Unerledigte Handlungen - (Ovsiankina, 1928) spontane Wiederaufnahme (Ovsiankina, 1928)  VPN werden unterschiedliche Aufgaben vorgelegt VL unterbricht Bearbeitung (verschiedene Bedingungen) und verlässt anschließend unter einem Vorwand den Raum Ergebnis: Viele VPN arbeiteten daraufhin spontan an der unterbrochenen Aufgabe weiter (in manchen Bedingungen trotz gegenteiliger Instruktion)
  • Versuch unerledigte Handlungen - Erstatzhandlungen (Zeigarnik) – VPN sollen Figur aus Plastilin formen, werden aber kurz vor demZiel unterbrochen– neue Aufgabe: andere Figur formen, die der ersten entwederähnlich oder unähnlich war– später Gelegenheit, die erste Figur fertigzustellen– Ergebnis: wenn neue Aufgabe ähnliche Figur formen war, geringereWiederaufnahmetendenz als wenn sie eine unähnliche Figurgeformt werden sollte ▪ all diese Effekte sind umso stärker, je kürzer eine Handlung vor dem Ziel unterbrochen wurde
  • Lewins Personenmodell Strukturkomponente– Regionen als Bedürfnisse, Absichten oder Ziele▪ Nähe = Ähnlichkeit▪ zentraler = abstrakter– Möglichkeit individuelle Unterschiede darzustellen (jedoch kaum berücksichtigt) ▪ dynamische Komponente– gespannte Systeme als zielspezifisch– keine fixen Ausführungsgwohnheiten, sondern flexibel und situationsangepasst– Beispiele: Nachwirkung unerledigter Handlungen ▪ Zeigarnik-Effekt▪ spontane Wiederaufnahme▪ Ersatzhandlungen
  • Kritik an Lewins Feldtheorie ▪ Beziehung zwischen Person- und Umweltmodell– strukturelle Komponenten nur oberflächlich ähnlich▪ Nähe = Ähnlichkeit vs. Mittel-Zweck-Bezug– dynamischen Komponenten unterschiedlich ▪ hydraulisch vs. Kräftefeld▪ Kovariation zwischen Bedürfniszustand (gespanntes System) und Valenz eines Objektes oder Handlungsbereiches in der Umwelt ▪ Frage nach Motivanregung etc. bleibt ausgespart ▪ begriffliche Klärungen und experimentelle Paradigmen
  • Lewins Konflikttheorie Konfliktals Situation, in der gleichzeitig entgegengesetzt gerichtete Kräfte in annähernd gleicher Stärke auf das Individuum einwirken ▪ vier Grundfälle– Aufsuchen – Aufsuchen Konflikt Man steht zwischen zwei Gegebenheiten oder Zielen , die beide positiven und annähernd gleichen Aufforderungscharakter (Valenz) haben; man kann jedoch nicht beide gleichzeitig haben, sondern muß sich für eine Entscheiden. – Meiden – Meiden Konflikt Hier hat man zwischen zwei annähernd gleich starken Übeln zu wählen. – Aufsuchen – Meiden Konflikt Ein und dieselbe Situation ist zugleich abstoßend und anziehend (z.B Heirat) Hovland und Sears haben 1938 noch eine weitere Konfliktsituation hinzugefügt, und zwar : Doppelter Aufsuchen-Meiden-KonfliktDoppelter Ambivalenz-Konflikt. Wahl zwischen zwei Begebenheiten von denen jede sowohl positive als auch negative Seiten hat. (z.B. Berufswahl) Bereits 1946 hatte Lewin intuitiv vermutet, was später empirisch belegt werden konnte : Bei zunehmender Annäherung an das Zielobjekt wachsen die abstoßenden Kräfte schneller an als die anziehenden.Nach Lewin ist die Stärke einer Verhaltenstendenz (Kraft) also von zwei Größen abhängig :- von der Stärke der Valenz des Zieles- von der noch zu überwindenden Distanz zum Ziel. – Doppelter Aufsuchen – Meiden Konflikt
  • Leistung und Valenz Leistungsziele können einen Konflikt hervorrufen, da sie sowohl eine positive Valenz (potenzieller Erfolg) als auch eine negative Valenz (potenzieller Misserfolg) aufweisen formal gesehen wirken in Leistungssituationen also zwei Kräfte auf eine Person ein: Erfolg: f (P, G) = Va(E) / d (P, G) Misserfolg: f (P, G) = Va(M) / d (P, G)
  • Formeln Leistung und Valenz die psychologische Distanz (d (P, G)) kann man als Äquivalent des Erwartungskonzepts ansehen dann ergibt sich... aufsuchende Kraft:f (P, G) = Va(E) × W(E) meidende Kraft:f (P, G) = Va(M) × W(M) kombiniert man die beiden, ergibt sich daraus die„resultierende Kraft“: f (R) = Va(E) × W(E) - Va(M) × W(M)
  • Theorie der resultierenden Valenz f (R) = Va(E) × W(E) - Va(M) × W(M) Weitere Annahme: Valenz als Funktion von Attraktivität des Ziels (Anreiz) undBedürfnisspannung der Person (Motiv) ist erhält man... f (R) = Motiv(E) × Anreiz(E) × W(E) - Motiv(M) × Anreiz(M) × W(M) = Atkinsons Riskikowahlmodell