1 (Subject) / Entwicklungspsychologische Grundlagen (Lesson)

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Prüfungsfragen

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  • Führt jede Trennung eines Kindes von der Mutter zu einer traumatischen Belastung mit entsprechenden Risiken für die Entwicklung einer psychischen Störung? Es kommt nur dann zur Entwicklung traumatischen Belastung/ Entwicklung psychischer/ körperlichen Störung, wenn die Trennung relativ lange andauert, mind. 5 Monate, und wenn nicht gleichzeitig eine ausreichend kompetente "Bemutterung" durch Ersatzperson erfolgt.
  • Führt Gewalt in der Familie zwangsläufig zur Entwicklung von externalisierenden Störungen wie Delinquenz und antisozialem Verhalten? Gewaltbereitschaft von Kinder und Jugendlichen aus familiärem Milieu mit hoher Gewalt liegt bei 30%, bei Kindern aus unauffälligen Familien bei 4%. Es gibt also zahlreiche Schutzfaktoren (Persönlichkeitsfaktoren, alternative Betreuungsangebote u.a.), die vor einer direkten transgenerationalen Weitergabe von Gewalt schützen.
  • Kommt es im Alter automatisch zu einem Abbau geistiger Fähigkeiten? Disengagementtheorie besagt, dass es zu einer Einschränkung von sozialen Kontakten und Rollen kommt. In der Regel weisen jedoch ältere Erwachsene, die psychisch, sozial und körperlich aktiv bleiben, nur geringe Verluste auf (vor allem die flüssige Intelligenz betreffend).
  • Weisen alle Paare mit kleinen Kindern die charakteristische Verschlechterung der Paarbeziehung auf? Verschlechterung ein häufig festgestellter Befund. Dennoch sind Faktoren wie eine offene Kommunikation, die Frage, ob das Kind erwünscht/ gewollt war, die Fähigkeit zur kompetenten Konfliktbewältigung sowie Einsicht ind die beiderseitige Verursachung von Konflikten wichtige Faktoren, die langfristig zu einer stabilen Beziehung beitragen.
  • Ist ein egozentrischer Rückzug im Jugendalter behandlungsbedürftig? Adoleszenter Egozentrismus ist eine kurzzeitige, im Alter zwischen 13 und 16 Jahren auftretende Einbuße in der empathischen Einschätzung der Reaktionen anderer, ab dem Alter von 16 Jahren weicht diese durch zunehmende Empathie und angemessene Einschätzung des Fühlens und Denkens anderer Wichtigster Faktor bei der Aufgabe des adoleszenten Egozentrismus ist die Interaktion in den Gleichaltrigengruppen.
  • Sind Kinder und Jugendliche ohne Freund zwangsläufig besonders prädestiniert, psychische Störungen zu entwickeln? Kinder und Jugendliche ohne Freunde haben tatsächlich weniger Möglichkeiten, soziale und emotionale Lernprozesse mit Gleichaltrigen zu vollziehen. Einige Kinder helfen sich durch Konstruktion von Phantasiegefährten, die sie in der Zeit von Verlust und Einsamkeit begleiten oder entwickeln schöpferische Fähigkeiten, mit denen sie den Verlust kompensieren können
  • Welche sind wichtige Markierungspunkte für die soziale Entwicklung in der frühen Kindheit? motorische Entwicklung Wahrnehmung Gedächtnisentwicklung
  • Konzeption von Entwicklung normative Erwartungen der Gesellschaft deren Inangriffnahme und Bewältigung durch körperliche Verfassung sowie individuelle Interessen und Fähigkeiten verändert werden Entwicklungsaufgaben miteinander vernetzt (Aufg. des Jugendalters bauen auf Aufg. der Kindheit an und sind wiederum Voraussetzung für die Lösung der Aufg. der nächsten Entwicklungsphase) Prozesse der Selektion und Fokussierung auf einzelne Entw.aufg., die zu einer zeitlichen Entzerrung führen
  • Wann kann es häufig zu psychischen Störungen kommen? durch besondere Stressoren wenn mehrer Entwicklungsaufgaben zusammenfallen, diese zeitlich nicht Entzerrt sind (Überforderung)
  • Beginn und Ende der motorischen Entwicklung schon vor dem 5. Schwangerschaftsmonat: Schübe und Ruhepausen nach der Geburt: 10 Reflexe (u.a. Greifreflex Hand und Fuß; Moro-Reflex)(über3./4. Monat hinaus: vermutliche Störung des Nervensystems) Entwicklung systematisch, nicht umkehrbar; deshalb: Prozesse nicht trainingsabhängig! mit ca. 1,5 Jahren abgeschlossen Weiterentwicklung des Laufens: Sringen, Klettern+ feinmotorische Entwicklung -bei extremer Vernachlässigung: starke motorische Entwicklungsverögerungen und -arretierungen (Hospitalismus-Syndrom)
  • Haben frühe Erziehungsfehler von Eltern dramatische Auswirkungen auf die Entwicklung von Babys? Bei Neugeborenen ist das Lernen noch reduziert; Reizschwelle zur Aufnahme von Stimuli erhöht,(es braucht 3mal soviele Wiederholungen als 3Monatiges oder6mal wie ein 5monatiges Baby) somit Baby geschützt vor ersten kleinen Erziehungsfehlern  
  • Welche diagnostische Bedeutung hat das Niveau von Freundschaftsbeziehungen bei Kindern und Jugendlichen? Ab dem Kindergarten- und Schulalter werden Freundschaften zunehmend wichtig (Interesse an Gleichaltrigen am 19Monaten), sie sind symmetrisch und reziprok - Teilung gleicher Entwicklungsaufgaben und normativer Lebensereignisse - geben Aufschluß über soziale Entwicklung: von proximal zu distalen Kontakten, Ausweitung Interaktionspartner, Ausfifferenzierung sozialen Verhaltens, Integration sozialer Erfahrungen und Identiät - stellt einen protektiven Faktor dar: Unterstützung durch Peergroup bedeutet Wohlbefinden, verminderte Effekte von Stress - nur 10% haben keinen Freund - Stufen der Freundschaftsbeziehungen
  • Wie groß ist der Prozentsatz sicher gebundener Individuen a) in der Normalbevölkerung b) in klinisch auffälligen Gruppen? klinisch unauffällig: 50-58% sicher gebunden klinisch auffällig: 9-13%
  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Bindungsmustern und Emotionsregulierung? sichere Kinder: in belastenden Situationen gut organisiert; neg. Emotionen nicht bedrohlich, sondern kommunikative Funktion unsicher-vermeidend: überregulieren Gefühle aus Erfahrung, diese werden von Betreuungsperson nicht aufgefangen; Vermeidung von Situationen, die emotional erregend sein könnten unsicher-ambivalent: untersteuern Affekte, bereits neutrale Erfahrungen bedrohlich desorientiert/desorganisiert: schon als Säuglinge scheinbar ungerichtete Reaktionen (Annahme Betreuungsperson angsauslösend); erstarren, stoßen Kopf an die Wand)
  • Was versteht man unter Hospitalismus? Spitz; auch anaklitische Depression starke Retadierungen (keine Weiterentwicklung); >5 Monate Entzug von festen Bezugspersonen Symptome: abmagernApathievermindertes Interesse und ReaktionsbereitschaftLeere des GesichtsausdrucksRückstand Sprach- und motorische Entwicklungerhöhte Anfälligkeit für Infektionen
  • Welche Effekte hat der Verlust des Ehepartners? in den ersten 3 Jahren: Vulnerabilität am höchsten, gesundheitliches Wohlbefinden  am stärksten eingeschränkt Ähnlichkeit zum Kummereffekt (bei Verwitweten):erhöhtes Risiko bei Männern psychisch und körperlich zu erkranken, erhöhte Mortlitätsrate, bes. ausgeprägt im 1. Jahr nach dem Tod Frauen: Vulnerabilität geringer ausgeprägt, hält aber länger an, bis zu 2 1/² Jahren  
  • Kann man heute von Kompetenz im Alter sprechen? Catell: flüssige Intelligenz von Altersabbau besonders stark betroffen; kristalline Intelligenz bleibt gut erhalten - Disengagementtheorie: Abnahme sozialer Interaktion und pers. Engagements - Aktivitätstheorie: aktives Individuum, welches sich mit dem Rollenabbau auseinander setzt Pensionierung: Rückzug aus äußeren Rollenverpflichungen, aber Konzentration auf innere Bewältigung soz. Situtationen, Arbeiten am Unstellung eigener Verhaltensprogrammen mit etwa 70J. scheint Umstellung vollzogen, engagiertes Verhalten erneut möglich und wird aktiv verwirklicht