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Wahrnehmungspsychologie (Subject) / 2. Die Psychologie der Wahrnehmung (S.12-16) (Lesson)
2. Die Psychologie der Wahrnehmung (S.12-16)
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- Welche Merkmale kennzeichnen den Wahrnehmungsprozess? Subjektivität: jeder Mensch nimmt seine Umwelt sehr individuell wahrSelektivität: Nur ein kleiner Teil der Umweltreize kann und wird ausgewertetAktivität/aktive Zuwendung: aktiv wenden wir uns bestimmten Umweltreizen zu, die vertieft ausgewertet werden
- Drei Komponenten des Wahrnehmungsprozesses Drei Komponenten des Wahrnehmungsprozesses: Physikalische-chemische Komponente (Distaler Reiz) - z.B. elektromagnetische Strahlungen bestimmter Wellenlänge Physiologische Komponente (Proximaler Reiz) - z.B. Reizung der Sinneszellen in der Netzhaut des Auges Psychologische Komponente - z.B. Farbempfindung
- Was sind die physikalischen bzw. chemischen Komponenten des Wahrnehmungsprozesses Physikalische bzw. chemische Komponente des Wahrnehmungsprozesses: physikalische und chemische Reize wie Wellenlänge des Lichts Schallintensität und Frequenz eine Schwingung chemische Zusammensetzung von Geschmacks- und Geruchsstoffen
- Physiologische Komponente des Wahrnehmungsprozesses Physiologische Komponente des Wahrnehmungsprozesses: Aktivitäten in den Nervenzellen
- Psychologische Komponente des Wahrnehmungsprozesses Subjektive Empfindungen (Farben, Lautstärken, Tonhöhen oder Gerüchen)
- Entstehung von Farbempfindungen Entstehung von Farbempfindungen: Licht trifft auf die Netzhaut Reizung der Stäbchenzellen (Hell-Dunkel-Erleben) Reizung der unterschiedlichen Zapfen (nach Abhängigkeit der Wellenlänge) Zapfen und Stäbchen leiten die Reize über Nervenbahnen an das Gehirn weiter (Entstehung der eigentlichen Farbempfindung)
- Was vertseht man unter Wahrnehmungsschwellen? Wahrnehmungsschwellen: bezeichnen das Ausmaß an Intensität und Dauer eines Reizes, bei dem unter definierten Umständen 50 Prozent der Reize bewusst wahrgenommen werden erst ab einer bestimmten Schwelle kann der Reiz wahrgenommen werden nicht jeder Reiz wird bewusst verarbeitet sind bei jedem unterschiedlich (abhängig von den Rahmenbedingungen) für einge Formen von Energie ist das menschlichen Rezeptor- und Verarbeitungssystem vergleichsweise unempfindlich (z.B. Geruchssinn, sehr hohe Töne) für einige Formen von Energie fehlen die Mechanismen zur Wahrnehmung und Verarbeitung (Radioaktivität, ultraviolettes Licht)
- Gestaltgesetz der Nähe Gestaltgesetz der Nähe: In räumlicher Nähe zueinander befindliche Objekte werden als zusammengehörig erlebt (z.B. Küchenmöbel im Möbelhaus)
- Gestaltgesetz der Ähnlichkeit Gestaltgesetz der Ähnlichkeit: Ähnlich gestaltetet Objekte werden als zusammengehörig erlebt (z.B. identisch gekleidete Fußballspieler gehören zu einer Mannschaft)
- Gestaltgesetz der Geschlossenheit Gestaltgesetz der Geschlossenheit: Fehlende Elemente in einer Gruppe von Objekten werden soweit ergänzt, dass eine gute Gestalt erkannt wird (z.B. Quader mit Lücken)
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- Gestaltgesetz von Figur und Grund Gestaltgesetz von Figur und Grund: Bestimmte Elemente werden immer zu einem Hintergrund kontrastiert (z.B. Rubinsche Becherfigur)
- Gestaltgesetz der Kontinuität Gestaltgesetz der Kontinuität: Ähnlich dem Gesetz der Geschlossenheit verschiedene sukzessive (nach und nach) dargebotene Elemente werden als sinnhaft zusammengehörig erlebt
- Gestaltgesetz der Einstellung/Erfahrung (Kontext) Gestaltgesetz der Einstellung/Erfahrung (Kontext): Ähnlichkeit zum Standpunkt „Einbettung in Sinnstrukturen“ der Hypothesentheorie Neu hinzukommende Elemente werden wie das vorhandene weiter organisiert. Erfahrung ergänzt fehlende Informationen (z.B. Worterkennung auch bei kleinen Abweichungen möglich) Beispiel: Schwcrpunkt / A I3 C / 12 I3 14
- Gestaltgesetz des Aufgehens ohne Rest Gestaltgesetz des Aufgehens ohne Rest: Vorhandene Objekte werden gruppiert wahrgenommen, dass kein Element übrig bleibt (alle vorhandenen Elemente werden versucht zu einem Ganzen zu integrieren)
- Unter welchen Bedingungen wird unsere Wahrnehmung besonders stark von individuellen Erwartungen beeinflusst? die Erwartungen in der Vergangenheit häufig Bestätigung fanden (z.B. Wahrnehmung guter Qualität eines Prdoduktes) sich die Erwartungen in allgemeine Sinnstrukturen einbetten lassen (Kontext) (z.B. Aktivierung von Personen- und Situationsschemata: Polizist - Uniform - Handschellen oder Erkennen von bekannten Mustern: ) bestimmte Bedürfnisse auf Befriedigung drängen (z.B. Hunger) die Erwartungenvon sozialen Bezugsgruppen geteilt werden (Beeinflussung von anderen Personen) keine oder nur wenige Alternativen (z.B. Vorverurteilung mutmaßlicher Verdächtiger) Mangel an Informationen
- Was ist die Grundaussage der sogenannten Gestalttheorie? Wahrnehmung und die „gute Gestalt“ (Gestalttheorie): In der Wahrnehmung besteht die allgemeine Tendenz zur Erkennung guter Gestalten sogenannte gute Gestalten = z.B. Quadrate, Dreiecke, Kreise, usw. bezieht sich auch auf Objekte: Gesichter, Tiere, Haus, Auto, Wörter, Buchstaben, Zahlen ... Gestalttheorie steht teilweise im Gegensatz zur Hypothesentheorie der Wahrnehmung
- Welche Aussage trifft die genetische Ganzheitspsychologie zum Prozess der Wahrnehmung? Ganzheitlichkeit der Wahrnehmung: Genetische Ganzheitspsychologie: spontane Gefühle führen zu einem ersten Eindruck, wodurch der weitere Umgang mit dem Reiz bestimmt wird spontane gefühlsmäßige Reaktionen sind nicht zu kontrollieren und schwierig zu verbalisieren
- Sinnestäuschungen im Gegensatz zu Konstanzphänomene Wahrgenommenes ist nicht unbedingt eine Abbildung der Realität mehr oder weniger stark verzerrt
- Arten von Sinnestäuschungen Arten von Sinnestäuschungen: Herrmannsches Gitter (Hemmung der Netzhautzellen - flimmernde Flecken an Kreuzungspunkten) Kippfiguren Unmögliche Figuren Relativität von Helligkeit Relativität von Größe Münsterberg Täuschung (schwarz/weisse Quadrate in nicht gleicher Ausrichtung=schief)
- Kippfiguren Kippfiguren: mehrdeutige Illustrationen wobei aufgrund der Gestaltgesetze (Figur-Grund-Phänomen) bestimmte Schemata erkannt werden nur eine von mehreren möglichen Interpretation wird zu einem Zeitpunkt zugelassen zeitgleiche Interpretationen nicht möglich Beispiel: alte Frau – junge Frau
- Unmögliche Figuren Unmögliche Figuren: Einzelne Elemente stehen in einer unmöglichen Beziehung zueinander logisch korrekte Beziehung kann nicht erkannt werden Beispiel: Elefant
- Relativität von Helligkeit Relativität von Helligkeit: Wahrnehmung der Helligkeit des Objekts hängt von der Helligkeit des Umfelds ab
- Relativität von Größe Relativität von Größe: Objekte werden in ihrer Größe relativ zu anderen Objekten beurteilt Beispiel: Kreise
- Warum erleben wir die Welt als invariant, konstant und stabil? (Konstanzphänomene) Konstanzphänomene beruhen auf Erfahrung mögliche Verzerrungen durch ungünstige Anordnung von Objekten in einem Raum können korrigiert werden Größenkonstanz: Gegenstände werden trotz unterschiedlicher Entfernung als gleich groß wahrgenommen Formkonstanz: Gegenstände werden aus unterschiedlichen Perspektiven immer in gleicher Form wahrgenommen (z.B. weggedrehter Kreis) Farbkonstanz: Gegenstände werden trotz unterschiedlicher Beleuchtung in ihrer Farbe gleich wahrgenommen. Wichtig ist die relative Helligkeit zueinander! (z.B. Schnee in der Dämmerung trotzdem weiß)
- Was ist unter subliminaler und präattentionaler Wahrnehmung zu verstehen? Subliminale Wahrnehmung: Reiz liegt unterhalb der Wahrnehmungsschwellekann auch bei konkretem Hinweis nicht wahrgenommen werden Präattentionale Wahrnehmung: beiläufige Darbietung von Reizmaterial Reiz liegt oberhalb der Wahrnehmungsschwelle (ist prinzipiell wahrnehmbar) wird allerdings aufgrund Ablenkung durch andere Reize nicht bewusst verarbeitet kann bei konkretem Hinweis bemerkt werden Beispiel: Schleichwerbung
- Gestaltgesetzte Gestaltgesetzte: Gesetz der guten Gestalt/Prägnanzgesetz - Hauptgesetz der Gestalttheorie Gesetz der Nähe Gesetz der Ähnlichkeit Gesetz der Geschlossenheit Gesetz von Figur und Grund Gesetz der Kontiunität Gesetz der Einstellung/Erfahrung Gesetz des Aufgehens ohne Rest
- Welche Aussagen lassen sich zur Wirkung subliminaler Werbung treffen? subliminale Werbung wird in der Werbepraxis als unwirksam erachtet jedoch kann sie bei aktuellen Bedürfnissen (z.B. Durst) einen Effekt erzielen Aus ethischen Gründen und vor Schutz des Image-Schadens bei Aufdeckung ist diese Art von Werbung abzulehen
- Was besagt die Hypothesentheorie der Wahrnehmung? Wahrnehmung ist in erster Linie abhängig von individuellen Erwartungen
- Wovon ist eine Wahrnehmungsschwelle abhängig? Rahmenbedingungen (z.B. Lichtverhältnisse, Geräuschkulisse) ablenkenden Störreizen der aktuellen Tätigkeit konstitutiven Merkmalen der Person (z.B. Beeinträchtiggung des Sehvermögens) der aktuellen Verfassung der Person (z.B. Müdigkeit) subjektiven Erwartungen Zahlenangaben zu Wahrnehmungsschwellen sind deshalb nur statische Durchschnittswerte!
- Welches sind die Vorteile guter Gestalten? sie werden leichter erkannt und seltener fehlinterpretiert lassen sich leichter und mit wenigen Worten beschreiben hinterlassen einen harmonischen Eindruck und werden bevorzugt wahrgenommen werden besser erinnert
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- Gestaltgesetze können auch miteinander im Konflikt stehen: Beispiel: Gesetz der Kontinuität gegen Gesetz der Ähnlichkeit
- + S.49 Räumliche Wahrnehmung: Was ist Binokulares Sehen und was Monokulares Sehen? Binokulares Sehen (echtes stereoskopisches Sehen): Querdisparation (= seitliche Verschiebung) Monokulares Sehen