8
Diagnostik 1 (Subject) / 19. April (Lesson)
- Psychologisches Diagnostizieren ist ein Prozess, in dem Informationen über psychische Eigenschaften eines bestimmten Menschen gewonnen werden
- Arbeitsschritte beim psychologischen Diagnostizieren - Klärung der Fragestellung - Auswahl der diagnostischen Verfahren - Anwendung und Auswertung der diagnostischen Verfahren - Interpretation und Gutachtenerstellung - Festlegen der Interventionen (Maßnahmenvorschlag)
- Welche psychologisch-diagnostischen Verfahren gibt es? - „Tests“ (die zielgerichtet Informationen über psychische Eigenschaften eines Menschen gewinnen) - Anamneseerhebungen (erfragt Kranken-/Vorgeschichte einer Person) - Exploration (erkundet bestimmte Sachverhalte/Stimmungen über qualifizierte Gesprächsführung) - Verhaltensbeobachtung (gewinnt Informationen über eine Person durch Wahrnehmen ihrer Aktionen/Reaktionen) - Biografisches Inventar (fragt nach grundsätzlich überprüfbaren Informationen aus der Lebensgeschichte einer Person, die einen Einblick in deren zu erwartende Leistungen in der Zukunft liefern) - Assessment-Center (erfasst die Qualität der Bewältigungsversuche einer Person bei vorgegebenen berufsrelevanten Anforderungen) - Arbeitsplatzanalyse (untersucht die psychologischen Bedingungen/psychischen Voraussetzungen eines Berufs an eine Person)
- Was ist ein „Test“? - Erhebt unter standardisierten Bedingungen ein oder mehrere abgrenzbare Persönlichkeitsmerkmale; es wird eine quantitative Aussage über den Grad der individuellen Merkmalsausprägung gemacht - Umgangssprachlich als Synonym für psychologisch-diagnostische Verfahren
- Grundidee der psychologischen Diagnostik > bei der untersuchten Person wird ein Verhalten (Aktionen/Reaktionen) provoziert > dieses Verhalten ist eine (Verhaltens-)SP der Population (nämlich aller gegenwärtig möglichen Verhaltensweisen) > im Umkehrschluss wird nun davon ausgegangen, dass die untersuchte Person eine bestimmte latente Eigenschaft besitzt, die sie prädisponiert in gegebener Situation gerade dieses Verhalten zu zeigen Ich finde es einfacher so erklärt: Latente Eigenschaft ist in Person vorhanden; latente Eigenschaft macht, dass Person in Testsituation bestimmtes Verhalten zeigt; „Test“ kitzelt sozusagen die Eigenschaft sich zu zeigen (und zwar in dem bestimmten Verhalten)
- Vorhersage konkreten Verhaltens mittels Diagnostik !konkretes Verhalten kann mittels Diagnostik kaum vorhergesagt werden; es wird lediglich die Disposition dazu bestimmt Dh. Test auf logisches Denken wird voraussagen, ob eine Person in einer Situation, in der logisches Denken gefragt ist, mit großer Wahrscheinlichkeit bewähren wird oder nicht
- Eigenschaften sind nicht (unbedingt) stabil - S. Psychotherapie - Unterscheidung zwischen Eigenschaften, die sich durch Life-Events ändern (Intelligenz) und Eigenschaften, die einem entwicklungspsychologischem Wandel ausgesetzt sind (Interessen) - Eigenschaften sind situationsabhängig (ich: Habe ich Angst vor dem Testleiter?)
- Voraussetzung für das Diagnostizieren Alle involvierten Personen (fachfremde Kollegen, Tps, Psychologe selbst etc.) erkennen den wissenschaftlichen Methoden der Ps. Diagnostik angemessene Brauchbarkeit zu (statt Vorurteile)
Advertisement