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Verdauung - Innere Medizin (Subject) / KT - Darmerkrankungen (Lesson)
1 Skript, Simone Schuller
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- Physiologie: Dünndarm, Dickdarm Durchfall: Definition, Klassifikation Folgen des DF Physiologie: Dünndarm → Digestion (Verdauungsenzyme, Gallensäure), Absorption (einfach KH, AS (beide auch als Energiequellen für Enterozyten weil diese nicht so stark vom Blut ernährt), FS, Folat, Cobalamin), Glutamin (aus Futter, Energieliferant für Enterozyten) Dickdarm → Absoprtion von Wasser und Elektrolyten, Schleimproduktion, Kotspeicher, Defäkation, Butyrat von Kolonbakterien wichtiger Energieliferant Durchfall: Definition → häufigerers Absetzen von mehr flüssigerem Kot Klassifikation→ akut v.s chronisch (3 Wochen)→ anatomisch → intestinal vs. extraintestinal→ätiologisch → bakteriel, viral, parasitisch, fungal, futterbedingt, idiopathisch→ pathopysiologisch → Allergie, Entzündung, Neoplasien, biochemischmechanisch → osmotisch, sekretorisch, exsudativ, Störung der Motilität Folgen des DF: Dehydratation, Elektrolytenverschiebung (v.a. K), Störung des Säure-Basen-Haushalts, reduzierte Aufnahme von Nährstoffen, Verlust von Proteinen (Albumin, Globulin)
- klinische Untersuchung häufige Ursachen für akuten DF Untersuchung/Therapie bei milder und selbstlimitierender Erkrankung klinische Untersuchung: Allgemeinuntersuchung, BCS, Trias, Maulhöhleninspektion, Abdomenpalpation, Rektalpalpation häufige Ursachen für akuten DF: gastrointestinal → diätetisch, infektiös (Parasitär → Würmer, Gardia, Askariden, Kokzidien; Bakterien → Campylobacter, Salmonellen, Clostridium, E.coli; Viren → Parvo, Corona, FeLV/FIV), Intoxikationen, hämorrhagische Gastroenteritis (HGE) metabolisch → Pankreatitis, Leberprobleme, Nierenprobleme, Hypoadrenokortizismus, Stress, Angst, Aufregung, Medis, Hyperthyreose Untersuchung/Therapie: Hkt, Totalprotein, Elektrolyte → Entwurmung + Kotuntersuchung, evtl. Futterentzug (! Hypoglykämie unter Futterentzug bei Welpen und Zwergrassen), evtl. Diätwechsel (leichtverdaulich, fettarm)
- weitere Diagnostik Therapie AB bei DF zusätzliche Möglichkeiten →weitere Diagnostik: Blut (Status, Diff, Chemie), Parasitologie (Kot, nativ, Zinksulfat), Bakteriologie (Kot), Parvovirose (ELISA mit Kot), Urinanalyse, totales T4, FeLV/FIV, evtl. Gerinnungsstatus bei stark blutigem DF, Ultraschall, Röntgen Therapie: Ursache beheben falls bekannt→ sonst symptomatisch → Flüssigkeitstherapie wenn nötig, evtl. fasten 12-36h, langsames anfüttern AB bei DF: zerstören normale Flora → mehr schädlich als nützlich → AB bei DF nicht induziert ausser bei: bestätigter bakterieller oder protozoärer Infektion, blutigem DF, Fieber, Leuko-/Neutroopenie, Bakterientranslokations- und Sepsisgefahr zusätzliche Möglichkeiten: Aktivkohle bei Intoxikation, Styptika/Adsorbens um Toxine zu binden, Diätergänzungsfuttermittel, Probiotika (lebende protektive Bak), Prebiotika (Substrate zur Förderung der protektiven Darmflora), Synbiotika (Kombination), Opiate → wirken hemmend auf plexus myentericus (Loperamid = Imodium), letztere kontrainduziert bei Collie-artigen Hunden, bakteriellem DF, Endotoxin-induzierter DF oder Stenose im GIT
- Diät-, Medis- und Toxin-induzierter DF Diät Medis Toxine Therapie Diät: sehr häufig, aprupter Futterwechsel, verdorbenes Futter, zu viel oder ungewohntes Futter Medis: NSAID, AB → Duodenal-Ulzera → Erbrechen, DF Toxine: Insektizide, Dünger, Pflanzen → unlösliche Ca-Oxalat haltige Pflanzen → SH-reizend, Schwellung der oralen Mukosa, in grossen Mengen nephrotoxisch Therapie: immer selbstlimitierend
- Hämorrhagische Gastroenteritis Synonym Klinik Prädispositionen Histopathologie Ursache Therapie Prognose Synonym: akutes hämorrhagisches Diarrhoe Syndrom Klinik: perakute bis akute Hämatemesis und Hämatochezie und Dehydratation, oft Hämokonzentration (Hkt über 60, statt 50-55), TP kann erhöht sein (Hypoproteinämie) Prädisposition: Hunde kleiner Rassen Histopathologie: oberflächliche hämorrhagische Nekrose der Darm-SH (Düda und Dida), keine Entzündung Ursache: unklar, evtl. Clostridium perfringes overgrowth → Enterotoxine → Giemsafärbung, evtl. Typ1 Hypersensitivitätsreaktion Therapie: ! Cl. Teil der Normalflora, agressive Fl-Therapie, Metronidazol, Amoxicillin, Magenschoner Prognose: gut bei adäquater Therapie
- Canine Parvovirose Infektion Prädisposition Pathogenese Klinik Diagnose Therapie Prognose und Prävention Infektion: hoch kontagiös, Ansteckung faecal-oral, massive Ausscheidung bis 10 Tage nach Krankheit, stabil und infektiös in Umwelt für Monate Prädisposition: Welpen 6Wo - 6Mt (wenig maternale und eigene AK) Pathogenese: teilt sich in sich schnell teilenden Zellen→ Kryptzellen im Darm → Kryptnekrose, zerstört mukosal barrier + gestörte Absorption→ KM → Neutropenie → Immunsupression→ lymphoide Gewebe → Depletion → Immunsupression Infektion in utero oder unmittelbar nach Geburt → Myokarditis Klinik: 4-7 Tage post Infektion, Fieber, schlechte AZ, blutiger DF, Vomitus, wenn unbehandelt → Dehydratation, Elektrolytverschiebungen, Hypoglykämie, Immunsupprimiert, DIC, endotoxischer Schock, Sepsis, Invagination Diagnose: Nachweis CPV-2 Virus im Kot, falsch-positive Tiere möglich kurz nach Impfung, im Labor Leukopenie (Neutro- und Lymphopenie), zu wenig K und Glukose, Panhypoproteinämie, präreanle Azotämie und erhöhte Leberenzyme Therapie: ! Absonderung, kristalloide Infusionen (K und Glukose), evtl, Kolloide, Plasma oder Bluttransfusion, AB (Amoxicillin, Metronidazol (Anaerobier), Gentamycin (! nephrotoxisch), Ernährung anpassen (Glutamin po, evtl. NNS bei Reflux) Prognose und Prävention: vorsichtig bis günstig, ! Auscheidungszeit (keine Welpenschule), adäquate Desinfektion + Impfung
- weitere Hunde- und Katzenviren Hund: Coronavirus, Staupevirus Katze: Felines Parvovirus, FeLV, FIV, felines Coronavirus Coronavirus: mildere Klinik als Parvo, meistens subklinisch, meist selbstlimitierend, fäkal-orale Übertragung Staupevirus: respiratorische und neurologische Symptome im Vordergrund, breiig-wässriger DF Felines Parvovirus: = Panleukopenie hoch kontagiös, massiver DF, hohe Mortalität bei Welpen, bei in Utero/perinataler Übertragung → cerebelläre Hypoplasie, Nachweis mittels Parvo-Snap Test vom Hund, Imfpung wichtig FeLV: sehr vielfältige Krankheitsmanifestation, mögliche fatale perakute Enterocolitis und lymphozytäre Ileitis FIV: 10-20% chr. granulomatöse Enteritiden, sekundäre und opportunistische Infektion felines Coronavirus: = felines enterales Coronavirus ubiquitär in der Katzenpopulation, Klinik v.a. bei Welpen DF +/- Gewichtsverlust, adulte Katzen meist subklinisch aber auch FECV-Ausscheider, FECV können zu felinen infektiösen Peritonitis Viren (FIPV) mutieren, FIP selber macht selten GI-Symptome
- bakterielle Darmerkrankungen: Spezies, Klinik Magendarmparasiten: Klinik, Therapie bakterielle Darmerkrankungen: Spezies → Clostridium, Campylobacter, Salmonella, Escherichia (2 + 3 sind Zoonosen) Klinik → meistens selbstlimitierender DF, Erreger- +/- Toxinnachweis, können aber auch bei gesunden Hunden isoliert werden, AB meist mehr schädlich als nützlich Magendarmparasiten: Klinik → meisten Helminthen befallen Dünndarm, ausser Trichuris vulpis (nur Dickdarm), v.a. Askariden und Coccidien bei Welpen, aber hohe Wurmbürde selten Therapie → regelmässige Entwurmung (Milbemax, Fenbendazol, Albendazol, Pyrantel, Praziquantel,...)
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