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Verdauung - Innere Medizin (Subject) / Wdk - Labmagenerkrankungen (Lesson)

1 Skript, Mireille Meylan

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  • Untersuchung des Labmagens Lokalisation Zugang Palpation Ultraschall Punktion Lokalisation: LM rechts ventral im Abdomen Zugang: zur Auskultation schlecht zugänglich, wenn keine Dilatation Palpation: beim Kalb von aussen, sonst rektal, nur wenn stark dilatiert oder verlagert Ultraschall: v.a. beim Kalb Punktion: nur in Ausnahmefällen
  • Abomasitis Ursache Symptome Therapie Bradsot Ursache: v.a. Parasiten (Ostertagiose) Symptome: unspezifisch → wechselhafte Inappetenz (verringerte Milchleistung), gestörte Pansen- und Darmperistaltik, bei Kalb und Lamm mit Tränken verbunden, evtl. Pepsinogen im Blut erhöht, chemische Reizung bei Intoxikation, Infiltration mit Tumorzellen (selten ausser EBL = enzootische bovine Leukose) Therapie: je nach Primärursache Bradsot = Braxy: bei Lämmern (ca. 6 Monnate alt), meistens gesund und tot (präakut), sonst Apathie, Fieber, Kolik, Schock Erreger = Clostridium septicum Sektion → schwere Abomasitis, Schock
  • Labmagenanschoppung Formen Symptome Therapie Formen: funktionell oder mechanisch → Hoflund (Kuh), schlechtes, grobfasriges Futter (Mutterkuh, selten), mechanischer Pylorusverschluss (v.a. Kälber durch Bezoare), Abomasal emptying defect (Suffolk-Schafe) Symptome: unspezifisch → Indigestion, Tympanie spezifisch → wechselhafte Kotbeschaffenheit, grösserer Bauchumfang, evtl. Kolik, evtl. Reflux von HCl in Pansen, angeschoppter Labmagen evtl. palpierbar, Abmagerung (Kümmern beim Kalb) Therapie: je nach Primärursache, bei funkt. Störung wenig erfolgsversprechend, Abführen (Öle, Mineralsalze), Entleeren des Labmagens (hohe Rezidivgefahr), bei aktuer Obstruktion chir. Korrektur
  • Labmagenversandung: Ursache, Symptome, Therapie akute Labmagentympanie: Prädisposition, Ursache, Therapie Labmagenversandung: Ursache → starke Kontamination von Futter mit Sand → langsame Ansammlung Symptome → zusammen mit Versandung der Vormägen, ähnlich wie bei LB-Abschoppung, evtl. wiederholt viel Sand im Kot, evtl. Sand palpatorisch identifizierbar Therapie → wei bei LB-Anschoppung akute Labmagentympanie: Prädisposition → mutterlose Lämmeraufzucht, auch bei Kälbern bei Überladung (zu grosse Menge Milch, Fehlgärung) Ursache → fehlerhafte Tränketechnik → Abschlucken von Luft → Milchgärung (Gasbildung) Therapie → Diät und langsam antränken, Laparatomie falls lebensbedrohlich, Punktion nur im äussersten Notfall (weil durch Druck gibt es grössere Perforation nach Punktion → saurer Inhalt läuft in Bauchhöhle)
  • Labmagengeschwüre Vorkommen Ätiologie Vorkommen: Mastkälber (besonders Milchmast), Kühe (besonders Hochleistungskühe), Neuweltkameliden, selten bei kleinen Wdk Ätiologie: nicht vollständig geklärt, Stressfaktoren, Strukturmangel im Futter, mehr Stärke (wie Pansenazidose), sekundär bei anderen Krankheiten
  • Labmagengeschwüre Symptome (bei 4 Formen + Spezialfall) Typ 1 → einfaches, nicht-perforierendes Geschwür: asymptomatisch, mild, unspezifisch → Inappetenz, Indigestion, okkultes (= nicht von Auge erkennbar → meist nur Verdachtsdiagnose) Blut im Kot Typ 2 → nicht-perforierendes Geschwür mit starker Blutung: Inappetenz, Indigestion, blasse SH, erhöhte HF, kühle Akren (Extremitäten, inkl. Ohren), Melena (verdautes Blut, schwarz), Schwäche, Kreislaufschock, Tod Typ 3 → perforierendes Geschwür mit lokaler Peritonitis: Inappetenz-Anorexie, Indigestion, verringerte Pansenperistaltik, Schmerzen im Abdomen, evtl. Fieber, sher ähnlich wei FK-Peritonitis → Probelaparatomie/US Typ 4 → perforierendes Geschwür mit generalisierter Peritonitis: Anorexie, erhöhte HF und AF, schwankende T, Pansen- und Darmperistaltik sistiert, evtl. aufgetriebenes Abdomen, toxischer Schock, Tod Spezialfall: Durchbruch in Netzbeutel = Bursitis omentalis → heisst, dass Perforation des LM (liegt zwischen den beiden Blättern des Omentum) nicht durch Netz reicht, sondern nur in Bursa omentalis
  • Labmagengeschwüre Therapie: Grundsätze, nach Formen Grundsätze: zuerst Prognose abschätzen, keine Entzündungshemmer (weil dann LM-Wand weniger durchblutet), keine Histaminantagonisten (da Wdk keine H2-Rezeptoren hat) Omeprazol wirkt (aber nicht zugelassen für Wdk), alkalisierende Mittel per os (damit pH im LM steigt), chir. Eingriff (schwer zugänglich und gross → schwer Geschwür zu finden), Fütterund und Haltung verbessern Typ 1: meist nicht diagnostiziert → keine spezifische Therapie Typ 2: Bluttransfusion (→ Gerinnung), alkalisierende Mittel per os (Mg-Oxid), ruhige Umgebund, gute Pflege, Prognose zweifelhaft Typ 3: AB (Penicillin für 7-10 Tage), alkalisierende Mittel per os, symptomatische Therapie (Infusionen, Pansensaft), Prognose zweifelhaft Typ 4: Diagnosesicherung durch Probelaparatomie, Prognose infaust → Tötung (nicht Schlachtung)
  • Labmagenverlagerung Definition Ätiologie prädisponierende Faktoren häufige Begleitkrankheiten Definition: Ansammlung von Gas und Verlagerung des LM in der Bauchhöhle Ätiologie: meist idiopathisch, LDA > RDA > RTA, Krankheit v.a. bei Milchkühen, häufig kurz nach Abkälbern, auch bei Kälbern und Masttieren möglich prädisponierende Faktoren: Hochleistung, intensive Fütterung, grosser Körperrahmen, HF > FV > BV häufige Begleitkrankheiten: Azetonämie, Hypokalzämie, Retentio placentae/Endometritis, Mastitis, Klauenleiden  
  • Labmagenverlagerung Pathophysiologie: LDA/RDA, RTA LDA/RDA: Passage von Ingesta eingeschränkt, Rückfluss von LM-Inhalt in Pansen → metabolische Alkalose (weil Magensäure über Darm → resorbiert → Blut → in MagensezerniertHypochlorämie, Hypokaliämie, Dehydrierung (fl. in Darm), (paradoxe Azidurie), Verdauungsvorgänge im Pansen eingschränkt RTA: anfangs gleich wie bei LDA/RDA, dann Abschnürung der Gefässe in Labmagenwand → Stauung/Infarzierung der LM-Wand, Toxinbildung/Entzündung, stärkere Ansammlung von Inhalt, Kreislauf- und Toxinschock
  • Labmagenverlagerung Symptome: LDA, RDA, RTA Unterscheidung RDA-RTA LDA: Inappetenz, Milchrückgang, Trias meist normal, verringerte Pansenperistaltik, evtl. Vorwölbung hinter den Rippen links, positive PA (Ping) und SA, pathologische DA (weil Labmagen davor), evtl. spontane hochklingende Geräusche, Rektalbefund (LDA oder dann Pansen nach rechts), wenig, dunkler, zu gut verdauter Kot (weil langsame Passage) RDA: ähnlich LDA, spezifische Symptome entsprechend rechts (Vorwölbung, positive PA, SA, Rektalbefund), bei pendelndem LM könnte LDA und RDA mehrmals ineinander übergehen ! bei RDA Gefahr der Entstehung einer Torsion RTA: ähnlich RDA, vollständige Passagebehinderung, LB häufiger von rektal spürbar, evtl. Koliksymptome, evtl. ganz wenig schwarzer Kot, zunehmend Anzeichen von Kreislaufschock → hohe HF, stakre Dehydratation, verwaschene SH Unterscheidung RDA-RTA: mittles klinischen Symptomen, definitiv erst intra-operativ, aber in beiden Fällen eh Operation (= Notfall)
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  • Labmagenverlagerung Laborbefunde Laborbefunde: Hämokonzentration, evtl. prärenale Urämie, metabolische Alkalose (RTA-Entstadium = Azidose), K und Cl vertieft im Serum, Cl erhöht im Pansensaft, Pansensaft inaktiv Leukogramm nur bei Toxämie (RTA) verändert, weitere befunde je nach Begleiterkrankung, evtl. Punktion des LM wegen tiefem pH???
  • Labmagenverlagerung Therapie: LDA, RDA, RTA LDA: konservative Therapie meistens nur kurzfristig erfolgsversprechend → Wälzen, transkutane Fixation (Toggle-Pin), OP von rechts mit Omentopexie, OP von links mit Abomasopexie, Abomasopexie von paramedian Unterstützungstherapie → Infusion zur Korrektur der Dehydratation und Elektrolytenabnormalität→ Pansensaft, Panseninfuse, K per os→ Therapie der Begleiterkrankung→ AB meist unnötig RDA: OP nur von rechts, Wälzen und paramediane OP kontrainduziert (Gefahr der Torsion) Unterstützungstherapie → gleich wie LDA→ falls Entleerung von LM-Inhalt in OP → AB (5 Tage Penicillin) RTA: OP nur von rechts, Entleerung von flüssigem Inhalt meist nötig Unterstützungstherapie → gleich wei LDA/RDA→ aggressivere Therapie→ falls Entleerung von LM-Inhalt in OP → AB (5 Tage Penicillin)
  • Labmagenverlagerung Prognose: LDA, RDA, RTA Prophylaxe Komplikationen Prognose: LDA → zweifelhaft-gut (Leistungseinbussen)RDA → zweifelhaft-gut bei unkomplizierten Fällen, zweifelhaft-ungünstig bei verschleppten FällenRTA → zweifelhaft-gut bei rascher OP und und unauffälliger Rekonvaleszenz, zweifelhaft-ungünstig bei schweren Fällen, infaust bei Infarzierung der LM-Wand Prophylaxe: WDk-gerechte Fütterung mit genug Struktur, Prophylaxe und rasche Behandlung von Begleitkrankheiten (Ketose, Hypokalzämie, Metritis, Mastitis,...), Zuchtyhygiene (hohe Leistung) Komplikationen: Rezidiv trotz Fixation, LM-Geschwüre, Peritonitis nach OP, hintere funktionelle Stenose nach starker Überdehnung der LM-Wand
  • Beurteilung positive PA/SA: wichtigste Kriterien Ddx Ping auf linker Seite Ddx Ping auf rechter Seite PA/SA: Seite, Ping einseitig/beidseitig, genaue Lokalisation in der Flanke, Reproduzierbarkeit Ddx Ping auf linker Seite: LDA, Pansenatonie, Pneumoperitonäum, Blinddarmdilatation, Physometra Ddx Ping auf rechter Seite: RDA/RTA, Blinddarmdilatation, Kolonscheibentorsion, Pneumoperitonäum, Pneumorectum (nach Rektaluntersuchung), Dünndarmileus, Gas im Duodenum, Physometra4 !!! Bilder zu den Lokalisationen des Pings im Skript