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Anästhesie und Notfallmedizin (Subject) / Komplett (Lesson)
Examensvorbereitung
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- Wozu dient der Esmarch-Handgriff? Handgriff zur Freihaltung der Atemwege Reklination des Kopfes, Öffnen des Mundes, Vorschieben des Unterkiefers
- Wozu dient die verbesserte Jackson-Position? Kopflagerung für die endotracheale Intubation
- Wozu dient das BURP-Manöver? Maßnahme zur Unterstützung der endotrachealen Intubation BURP steht für backward upward rightward pressure (=Druck nach hinten oben rechts) und ist bezogen auf den Schildknorpel des Patienten Ziel: Verbesserung der Sicht des Intubierenden auf die Stimmritze
- Was macht man, wenn der Patient weder zu intubieren, noch zu beatmen ist? Koniotomie = Durchtrennung des Lig. cricothyroideum zwischen Schild- und Ringknorpel
- Wozu dient die ASA-Klassifikation? Beschreibung des allgemeinen Gesundheitszustandes zur Abschätzung des perioperativen Risikos ASA 1: gesunder Patient ASA 2: Patient mit geringfügiger Erkrankung ohne Einschränkungen ASA 3: Patient mit Erkrankung mit deutlicher Beeinträchtigung ASA 4: Patient mit lebensbedrohlicher Erkrankung ASA 5: moribunder Patient,Tod innerhalb von 24h mit oder ohne Operation wahrscheinlich ASA 6: gestorbener Patient mit festgestelltem Hirntod, Organspender
- Welche Substanzklasse wird zur präoperativen Anxiolyse eingesetzt? Benzodiazepine
- Was sind die empfohlenen Nüchternzeiten für Erwachsene vor operativen Eingriffen? feste Nahrung: 6 h klare Flüssigkeit: 2 h
- Wie wird eine Allgemeinanästhesie durchgeführt? balancierte Anästhesie: i.v.-Einleitung, Fortsetzung mit Inhalationsanästhetikum TIVA: i.v.-Einleitung + Fortsetzung mit i.v. Anästhetikum
- Welches Narkoseverfahren kommt bei maligner Hyperthermie zum Einsatz? TIVA
- Wann ist eine TIVA vorteilhaft? maligne Hyperthermie Risiko für PONV intrakranielle Eingriffe
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- Wie erfolgt die Narkoseeinleitung? 1. Opiod 2. i.v. Anästetikum 3. Beatmung mit Gesichtsmaske 4. bei notwendiger Intubation: Muskelrelaxans unter Relaxometrie-Kontrolle 5. Intubation, Sicherung der korrekten Tubuslage 6. Beatmung über das Anästhesiebeatmungsgerät 7. Aufrechterhaltung der Narkose: inhalativ oder als TIVA
- Wann darf er Patient nach OP wieder extubiert werden? Patient hämodynamisch stabil Körpertemperatur > 36° erweckbar, Schutzreflexe Spontanatmung mit ausreichender AF und AZV
- Welche Antagonisten kommen bei einem Medikamentenüberhang von Muskelrelaxantien, Opioiden bzw. Benzodiazepinen zum Einsatz? Muskerelaxans: Neostigmin, Pyridostigmin, Sugammadex Opiod: Naloxon Benzos: Flumazenil
- Was ist eine Rapid Sequece Induction und wann wird sie durchgeführt? =Blitzeinleitung, Ileuseinleitung Narkoseeinleitung bei aspirationsgefährdeten Patienten Ziel: schnellstmögliche Atemwegssicherung nach Gabe des Anästetikums Unterschiede zur normalen Narkose:-Magensonde: Absaugung des flüssigen Mageninhaltes-Gabe i.v. Anästhetikum + schnell wirksames Muskelrelaxans (Succinylcholin) unmittelbar hintereinander
- Wie wird die Narkose bei aspirationsgefährdeten Patienten verabreicht? immer i.v., niemals inhalativ
- Welche Patienten haben ein erhöhtes Aspirationsrisiko? Ileus Schwangerschaft unzureichende Nüchternheit Adipositas
- Wozu dient der Sellick-Handgriff? Krikoiddruck (Ringknorpel), der die Speisewege im Bereich der oberen Ösophagusenge verschließen soll kommt bei der Intubation mittels eines Laryngoskops zum Einsatz dient der Aspirationsprophylaxe klinischer Nutzen umstritten
- Was sind Vorteile einer Regionalanästhesie? erhaltenes Bewusstsein: Patient muss nicht intubiert werden und daher nüchtern sein, schwierige Atemwege spielen keine Rolle Katheterverfahren: Analgesie kann beliebig verlägert werden, frühe schmerzarme Mobilisation und Physiotherapie möglich auch als Ergänzung zur Allgemeinanästhesie
- Was sind Kontraindikationen für eine Regionalanästhesie? Blutgerinnungsstörungen, therapeutische Antikoagulation lokale Infektion, Bakteriämie Hypovolämie erhöhter Hirndruck bei rückenmarksnahen Verfahren Allergie gegen LA
- Wie breitet sich eine Regionalanästhesie aus, was merkt der Patient? 1. Wärmegefühl 2. Erlöschung von Schmerz- und Temperaturempfinden 3. Erlöschung der Motorik Ursache: schnellere Blockade von dünnen, unmyelinisierten Nervenfasern Ausbreitung der Anästhesie von proximal nach distal (LA wirkt zuerst an den außen liegenden Nervenfasern), Rückbildung von distal nach proximal
- Wie kann bei einer Plexusanästhesie oder peripheren Nervenblockade die Applikation des Lokalanästhetikums kontrolliert werden? Nervenstimulation: Nadelspitze der Punktionsnadel mit Nervenstimulator verbunden, durch Kontraktion von Kennmuskeln kann die Nähe zum Nerv abgeschätzt werden Sonographie
- Wie kann es zu einer Intoxikation mit Lokalanästhetika kommen und wie wird versucht, diese zu verhindern? lebensbedrohlich durch versehentliche intravasale Injektion Prophylaxe:-wiederholte Aspirationskontrollen-langsame Verabreichung-fraktionierte Gabe
- Welchen Stellenwert hat die intravenöse Regionalanästhesie? weitgehend durch die Plexusblockaden abgelöst
- Was ist die Bier-Blockade? intravenöse Regionalanästhesie bei Eingriffen an Unterarmen und Hand
- Wie wird die intravenöse Regionalanästhesie durchgeführt? Form der Lokalanästhesie, bei der das Lokalanästhetikum über eine gestaute Vene verabreicht wird zunächst wird eine elastische Binde an den Fingern beginnend fest um den Arm bis zum Oberarm gewickelt, nachdem die Venen durch das Auswickeln blutleer geworden sind, wird eine Blutdruckmanschette oder ein Tourniquet am Oberarm angelegt, um den weiteren venösen Abfluß sowie den arteriellen Zufluss zu unterbinden (Blutleere) danach wird das LA in eine Arm- oder Handvene eingespritzt Anästhesie setzt etwa 5-10 Minuten später ein und hält bis zu mehreren Stunden an nachdem die Operation beendet ist, wird die Manschette wieder entfern
- Welches LA wird bei einer i.v. Regionalanästhesie eingesetzt? kurz wirksames LA, meist Prilocain
- Was ist ein andere Wort für Tourniquet? Stauchschlauch
- Was sind Komplikaitonen bei einer i.v. Regionalanästhesie? Intoxikation durch LA: Krampfanfälle, Herzstillstände Nervenverletzung, Kompartment durch das Tourniquet Tourniquetschmerz nach etwa 30 Minuten
- Welche Formen der rückenmarksnahen Regionalanästhesie werden unterschieden? Spinalanästhesie Periduralanästhie PDA Kaudalanästhesie: spezielle Form der PDA bei Säuglingen und Kleinkindern
- Wie wird eine Spinalanästhesie durchgeführt? Punktion unterhalb des Conus medullaris (kaudales Ende es RM): Spinalnerven verlaufen hier in der Cauda equina und weichen der Nadelspitze aus Zwischenwirbelraum L2/L3 oder L3/L4 Injektion des LA in den Liquor des Subarachnoidalraumes
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- Welche Strukturen werden bei einer Spinalanästhesie der Reihe nach punktiert und wo gelangt das LA letztlich hin? Haut, subkutanes Fettgewebe Bandapparat der Wirbelkörper: Lig. supraspinale, interspinale, flavum Periduralraum = Epiduralraum Dura mater Arachnoidea Injektion in den Subarachnoidalraum
- In welchen Raum wird das LA bei einer Periduralanästhesie gespritzt und auf welcher Höhe? in den Periduralraum, d.h. die Dura mater wird nicht durchstochen auf jeder Höhe durchführbar technisch anspruchsvoller, da Periduralraum sehr eng ist
- Für welche Verfahren ist eine Spinalanästhesie geeignet? Eingriffe in der unteren Körperhälfte z.B. Kaiserschnitt: Methode der Wahl transurethrale Prostataresektion (TUR-P)
- Was sind Komplikationen bei einer Spinalanästhesie? kardiovaskulär: vasovagale Synkopen, Hypotonie, Bradykardie, Asystolie totale Spinalanästhesie Harnverhalt postspinaler Kopfschmerz neurologisch: spinales Hämatom, Meningitiden, direkte Nervenschädigung, Querschnitt
- Was ist eine totale Spinalanästhesie? lebensbedrohliche Komplikation bei einer Spinalanästhesie, bei der das LA den Hirnstamm erreicht: Koma, RR-Abfall, Atemstillstand, Asystolie Therapie: Intubation und Reanimation
- Wann tritt ein postspinaler Kopfschmerz auf und wodurch ist er charakterisiert? 24-48 h nach Punktion okzipital, Verstärkung in aufrechter Körperhaltung, Linderung im Liegen
- Wodurch konnte die Inzidenz des postspinalen Kopfschmerzes gesenkt werden? Verwendung dünner Kanülen
- Wie kann ein postspinaler Kopfschmerz therapiert werden? NSAR Koffein Blutpatch: Injektion von steril entnommenem Patientenblut in den Periduralraum
- Was ist bei nicht rechtzeitig abklingender Blockade oder neu aufgetretenen motorischen oder sensiblen Störungen nach Spinalanästhesie durchzuführen? umgehend MRT
- Was sind Indikationen für eine PDA? Geburt große abdominelle/thorakale Eingriffe: zusätzlich zur Allgemeinanästhesie Prophylaxe von Phantomschmerz bei Amputation
- Was bezeichnet eine Differenzialblockade? durch niedrige Konzentrationen kann im Rahmen der PDA eine gute sensorische Blockade bei gleichzeitg erhaltener Motorik erzielt werden
- Warum ist bei der PDA eine höhere Dosis an LA nötig als bei der Spinalanästhesie? weil das LA bei der PDA die Dura mater noch überwinden muss
- Was ist die PCEA? Patient-Controlled Epidural Analgesia auf Knopfdruck erhält der Patient eine bedarfsgerechte Schmerztherapie
- Bei welchem Verfahren spielt die Loss-of-Resistance-Technik eine Rolle? bei der Periduralanästhesie: Widerstandsverlust nach Durchstechen des Lig. flavum zeigt korrekte Lage der Kanüle im Periduralraum an
- Was ist eine maligne Hyperthermie? autosomal-dominant vererbte Anonalie der Skelettmuskelzelle im Alltag symptomfrei Auslösung einer MH-Episode durch Triggersubstanzen im Rahmen einer Allgemeinanästhesie
- Wie hoch ist die Letalität einer malignen Hyperthermie? 5%
- Was können Auslöser einer malignen Hyperthermie-Episode sein? Succinylcholin Inhalationsanästhetika (Ausnahme: Lachgas, Xenon) seltener physische Belastungszustände, Drogenkonsum
- Wie muss die Narkose bei einem Patienten mit maligner Hyperthermie durchgeführt werden? triggerfrei mit i.v. Anästhetika, Opioden oder Lachgas auch Regionalanästhesie mit LA ist sicher
- Was passiert bei der malignen Hyperthermie? Sistieren sowohl der Kalziumfreisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum als auch des Zurückpumpen -> Dauerkontraktion der Muskulatur -> Hypermetabolismus -> strukturelle Zellschädigung
- Was sind Früh- und Spätsymptome bei einer malignen Hyperthermie? früh-Zeichen des Hypermetabolismus: tachykardie HRST, hohes etCO2 oder Hyperventilation, Azidose-Masseterspasmus spät-Hyperthermie-Rhabdomyolyse -> Nierenversagen-durch Schock Funktionsstörung anderer Organe