38
Mikroökonomie (Subject) / Neue Institutionenökonomik (Lesson)
Advertisement
- Gegenstand der NIÖ seit den 70er Jahren aufstrebende Forschungsrichtung Neoklassik sieht institutionellen Rahmen für Tauschprozesse als gegeben untersucht Entstehung und Wirkung des institutionellen Rahmens sowohl Kritik als auch Weiterentwicklung der Neoklassik
- Leitbild der NIÖ methodischer Individualismus als Basis individuelles Streben nach Nutzenmaximierung unter Akzeptanz von Opportunitätskosten Notwendigkeit der Lenkung der Individuen durch Institutionenausstattung mit Anreiz- und Sanktionssystemen zum produktiven Kooperieren im Sinne des Gemeinwohls (und damit am Ende zum Eigenwohl)
- Aussage der Neoklassischen Theorie Märkte lösen Allokations- und Motivationsprobleme effizient implizite Annahme: Markt funktioniert kostenlos
- NIÖ - aktuelle Problemsituationen Fortstetzung des Theorems des komperativen Kostenvorteils? Fortsetzung der Steigerung des Output durch Rationalisierung? Wachstum bei Ressourcenknappheit? Steuerung des Geldmengenwachstums? Fortsetzung der gesellschaftlichen Entwicklung auf der Basis der Eigentumsgesellschaft?
- Übertragungen von Gütern oder Leistungen können erfolgen: im Markt (mit einem der einzelnen Transaktionen zu Grunde liegenden Vertrag) in Hierarchien oder Bürokratien (ohne einen der einzelnen Transaktionen zu Grunde liegenden Vertrag)
- Basis der Analyse der NIÖ ist die... Transaktion
- Def. Transaktion nach Oliver Williamson "Eine Transaktion findet statt, wenn ein Gut oder eine Leistung über eine technisch trennbare Schnittstelle hinweg übertragen wird."
- Problematik der NIÖ in der Praxis In der Realität existieren aber Transaktionskosten
- Welche Transaktionen untersucht die NIÖ Die NIÖ untersucht Transaktionen aller Art unter der Annahme der Existenz von Transaktionskosten.
- Transaktionskosten in der NIÖ Kosten der Anbahnung von Verträgen (Such- und Informationskosten) Kosten des Abschlusses von Verträgen (Verhandlungs- und Entscheidungskosten) Kosten der Abwicklung von Verträgen (Kontroll- und Anpassungskosten)
- Advertisement
- Wodurch entstehen Transaktionen in der NIÖ ...durch die Arbeitsteilung
- Was sind die Transaktionskosten in der NIÖ ...die Kosten der Arbeitsteilung
- Institutionen - Begriff Institutionen werden im Rahmen der NIÖ gesehen als: Regeln oder Regelsysteme und die dazu gehörigen Sanktions- und Motivationsmechanismen Institutionenökonomik = ökonomische Analyse von Anreizsystemen
- Institutionen - Begriff Regeln oder Regelsysteme... ...die Ergebnis menschlichen Handelns, aber nicht unbedingt menschlichen Entwurfs, sind und durch die das Verhalten von Individuen kanalisiert wird.
- Institutionen - Begriff und die dazu gehörigen Sanktions- und Motivationsmechanismen... Institutionen sind damit die Restriktionen individuellen Handelns. Änderungen dieser Rahmenbedingungen bedingen aus Sicht der Ökonomik Änderungen des Verhaltens.
- Institutionen - Begriff Institutionenökonomik Organisation = Institution + daran beteiligte Personen ("die persönliche Seite der Institution")
- Arten von Institutionen Arten von Regeln Moral Religiöse Regeln Sitte informelle private Regeln formelle Regeln des Rechts
- Arten von Institutionen Regel - Sanktionierung - Anreiz/Honorierung - Bsp. Moral Regeln Moral Sanktionierung Selbstkontrolle Anreiz/Honorierung Wohlbefinden BSP individuelle Prinzipien u Handlungsmuster
- Arten von Institutionen Regel - Sanktionierung - Anreiz/Honorierung - Bsp. Religiöse Regeln Regel Religiöse Regeln Sanktionierung religiöse Selbstbindung, Buße Anreiz/Honorierung Seelenheil Bsp Gebote
- Arten von Institutionen Regel - Sanktionierung - Anreiz/Honorierung - Bsp. Sitte Regel Sitte Sanktionierung andere Akteure, Ablehnung Anreiz/Honorierung andere Akteure, Reputation Bsp. gesellschaftliche Umgangsformen
- Arten von Institutionen Regel - Sanktionierung - Anreiz/Honorierung - Bsp. informelle private Regel Regel informelle private Regel Sanktionierung andere Akteure, Ausgrenzung Anreiz/Honorierung andere Akteure, Beziehungsfestigung Bsp. selbstgeschaffenes Recht der Wirtschaft
- Arten von Institutionen Regel - Sanktionierung - Anreiz/Honorierung - Bsp. formelle Regeln des Rechts Regel formelle Regeln des Rechts Sanktionierung organisierte staatliche Überwachung - Strafe Anreiz/Honorierung staatliche Institutionen, Reputation Bsp Privat- und Strafrecht
- Funktionen von Institutionen Motivationsfunktion Koordinationsfunktion Kohäsionsfunktion Wertmaßstabsfunktion
- Warum entstehen Institutionen? ...weil Sie verschiedene Funktionen übernehmen. Fazit: Institutionen reduzieren Komplexität, sie haben also eine Ordnungsfunktion.
- Funktionen von Institutionen Motivationsfunktion Institutionen steuern das Verhalten von Menschen.
- Funktionen von Institutionen Koordinationsfunktion Institutionen erzeugen Sicherheit, Konsistenz und Verlässlichkeit des Verhaltens von Menschen.
- Funktionen von Institutionen Kohäsionsfunktion Institutionen schaffen Gemeinschaftsgefühl.
- Funktionen von Institutionen Wertmaßstabsfunktion Institutionen sind Beurteilungsmaßstab für eigenes und fremdes Verhalten.
- Annahmen der NIÖ Methodologischer Individualismus Nicht-Einzelfall-Betrachtung eingeschränkt rationales Verhalten Opportunismus keine vollständige Information
- Annahmen der NIÖ Methodologischer Individualismus Entscheidungen über Bedürfnisse und deren Befriedigung werden stets von Einzelpersonen getroffen.
- Advertisement
- Annahmen der NIÖ Nicht Einzelfall Betrachtung Die Ökonomie trifft keine Aussagen über das Verhalten einzelner Individuen. Den Aussagen der NIÖ liegt immer repräsentatives Verhalten einer Vielzahl von Individuen zu Grunde.
- Annahmen der NIÖ Eingeschränkt rationales Verhalten Individuen entscheiden sich unter Abwägung von Nutzen und Kosten verschiedener Handlungsalternativen für diejenige Verhaltensweise mit dem größten erwarteten relativen Nutzen. Es bestehen Kosten der Wahl der rationalen Alternative (=Transaktionskosten).
- Annahmen der NIÖ Opportunismus Das Eigeninteresse wird auch mit List, Lügen und Betrug verfolgt.
- Annahmen der NIÖ keine vollständige Information Dadurch gibt es immer einen besser Informierten (Agenten) und einen schlechter Informierten (Prinzipal). In der Praxis führt dies meist zu ineffizienten Vertragsgestaltungen.
- Analyseinstrument der NIÖ Spieltheorie die NIÖ untersucht Probleme, die sich durch die Interaktion von Wirtschaftssubjekten ergeben die durchgeführten Transaktionen werden als Spiele zwischen interagierenden Spielern konstruiert Probleme, die entstehen, wenn Wirtschaftssubjekte durch Arbeitsteilung miteinander wirtschaften, sind in diesem Sinne als Dilemmasituationen zu sehen Dilemmasituationen werden mit Hilfe von sogenannten Auszahlungsmatrizen dargestellt
- Die NIÖ beschäftigt sich mit den folgenden Fragen: Wie können arbeitsteilige Transaktionen bei Vorliegen von Informationsdefiziten dennoch Ökonomisch effizient durchgeführt werden? (sog. Vertragstheorie) Welche Art der Institutionen sollte zur Abwicklung einer bestimmten Transaktion gewählt werden? (sog. Transaktionskostentheorie) Wie bestimmen Definition und Verteilung der Verfügungsrechte die Allokation von Gütern? (sog. Property-Rights-Theorie)
- Forschungsfelder der NIÖ und deren Vertreter Vertragstheorie Bereiche: Agentur-Theorie, Theorie rationaler bzw. impliziter Verträge Vertreter: S.J. Grossmann, O.D. Hart, Bengt Holmström, Jean Tirole Transaktionskostentheorie Transaktionskosten sind Kriterium der Auswahl eines bestimmten institutionellen Arrangements Vertreter: Ronald Coase, Oliver Williamson Property-Rights-Theorie Vertreter: Eirik Furubotn, Douglass C. North, Rudolf Richter
- Zusammenfassung Methoden der NIÖ Erkenntnisziel der NIÖ ist die Beantwortung der Frage, wie Transaktionen ökonomisch funktionieren, wenn Transaktionskosten auftreten. Institutionen sind im ökonomischen Sinne Regeln, Regelsysteme und deren Sanktionsmechanismen, d.h. allgemein Anreizsysteme. Unter Transaktionen versteht man Austauschvorgänge auf Märkten und in Hierarchien. Die Analysen der NIÖ basieren auf den gängigen ökonomischen Annahmen individueller Rationalität.