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Allgemeinmedizin (Subject) / Komplett (Lesson)
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- Wofür steht DEGAM? Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
- Was bedeutet ein hermeneutisches Fallverständnis? Berücksichtigung von psychosozialen, soziokulturellen und ökologischen Aspekten des Patienten bei der Interpretation von Symptomen und Befunden
- Was umfasst die Filter- und Steuerfunktion des Allgemeinmediziners? Entscheidungen über diagnostische und therapeutische Maßnahmen, abwartendes Offenhalten oder fachärztliche Überweisung eines Patienten zur Abwendung potentiell gefährlicher Verläufe
- Was kennzeichnet die Primärprävention? Maßnahmen zur Verhinderung der Entstehung einer Krankheit durch Vermeidung ursächlicher Faktoren Beispiel: Standardimpfungen
- Welcher Form der Prävention sind postexpositionelle Impfungen zuzuordnen? Primärprävention, da zum Zeitpunkt der Impfung die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist
- Im Rahmen der Primärprävention werden spezifische Maßnahmen und unspezifische Maßnahmen unterschieden. Worin besteht das jeweilige Ziel? spezifische Maßnahmen -> Verhinderung einer spezifischen Erkrankung unspezifische Maßnahmen (z.B. gesunde Ernährung, Hygiene) -> Förderung der Gesundheit
- Wodurch ist die Sekundärprävention gekennzeichnet? Früherkennung -> frühzeitige Therapie von Erkrankungen
- Welcher Präventionsform ist die Hochrisikostrategie zuzordnen? Hochrisikostrategie = Screening von Hochrisikogruppen: Sekundärprävention = Früherkennung Beispiel: regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrundes bei Patienten mit Diabetes mellitus
- Was ist Ziel der Tertiärprävention? Verhinderung von Fortschreiten/Folgeschäden einer Erkrankung Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität
- Wodurch sind Maßnahmen der Primordialprävention gekennzeichnet und was sind Beispiele? Reduzierung gesellschaftlicher Risikofaktoren Beispiele: Fluoridierung von Trinkwasser/Speisesalz, Anschnallgurt im Auto, Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen
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- Was ist eine präklinische Expositionsprophylaxe und was sind Beispiele? nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Reduktion einer Expositionsgefahr Beispiele: Kondome, Moskitonetze
- Was bezeichnet das Paradoxon der Prävention? Eine große Personenanzahl mit geringem Risiko erzeugt (bezogen auf die Gesamtbevölkerung) mehr Krankheitsfälle als eine geringe Personenzahl mit hohem Risiko. Entsprechend können präventive Maßnahmen einen großen Nutzen für die Gesamtbevölkerung haben, auch wenn sie dem einzelnen Individuum meist nur einen geringen persönlichen Vorteil verschaffen.
- Was sind sogenannte Qualitätszirkel? Form der externen Qualitätssicherung in der Allgemeinmedizin: regelmäßige freiwillige Treffen der Allgemeinmediziner und Diskussion über Fallbeispiele aus der tgl. Praxisarbeit Moderation durch speziell geschulten, ebenfalls niedergelassenen Arzt
- Was umfasst die Besuchspflicht des Allgemeinmediziners? Pflicht zum Hausbesuch, wenn es Patient nicht möglich oder zumutbar ist, in die Praxis zu kommen Gründe für gerechtfertigte Ablehnung des Hausbesuches:-große Entfernung >50 km oder >30 Minuten (in ländlichen Gegenden >100 km oder >1 h)-gesundheitliche Einschränkung, Übermüdung, eingeschränkte Fahrtauglichkeit des Arztes
- Ist der Hausarztbesuch oder der in der Praxis wartende Patient durch den Allgemeinmediziner vorranging zu behandeln? Im Zweifelsfall hat der Hausbesuch Vorrang vor den im Wartezimmer der Praxis sitzenden Patienten. U.U. muss der Hausarzt den Notarzt alamieren.
- Was kann bei vertrauten Patienten gegebenenfalls den Hausbesuch des Allgemeinarztes ersetzen? telefonische Beratung
- Was behinhaltet die Ausrüstung des Allgemeinmediziners im Rahmen eines Hausbesuches? Basismedikamente, Verbrauchsmaterialien, diagnostisches Werkzeug zusätzlich Notfalltasche: Sauerstoffflasche mit Beatmungseinheit, Absauggerät, Notfallmedikamente
- Was sind häufige Beratungsanlässe in der Allgemeinarztpraxis? fieberhafte Atemwegsinfekte Magen-Darm-Beschwerden Herz-Kreislauf-Probleme Rückenschmerzen
- Wie hoch ist der Anteil chronischer Erkrankungen in der Allgemeinarztpraxis? 1/3 der Patienten leidet an chronischen Erkrankungen
- Was ist bei der Verschreibung von Opiaten zu beachten? Arzt muss ein Betäubungsmittelrezept ausstellen, das 7 Tage gültig ist bestehend aus 3 Teilen: 2 Teile für die Apotheke, 1 für den Arzt, der diesen 3 Jahre aufbewahren muss
- Wie erfolgt die Therapie chronischer Schmerzen? nach WHO-Stufenschmema 1. Stufe: peripher wirksame, nicht opioidhaltige Analgetika Paracetamol, NSAR, Metamizol 2. Stufe: niederpotente Opioide ± peripher wirksame Analgetika Tramadol, Dihydrocodein, Tilidin + Naloxon 3. Stufe: hochpotente Opiode ± peripher wirksame Analgetika Fentanyl, Morphin, Buprenorphin
- Welche Anamneseaspekte werden unterschieden? Eigenanamnese inklusive Arzneimittelanamnese Fremdanamnese Familienanamnese: Teil der Eigen- und Fremdanamnese - Informationen über familiär gehäuft auftretende Erkrankungen Sozialanamnese: Biografie, Psychodynamik
- Was bedeutet EBM? evidence-based medicine angewendete Therapien sollen empirisch nachgewiesen wirksam sein
- Was bedeutet es, dass der Arzt dem Wirtschaftlichkeitsgebot unterliegt? Die notwendigen, ausreichenden und zweckmäßigen Leistungen müssen bei einer relativen Knappheit an finanziellen Ressourcen möglichst kostengünstig im Sinne der Krankenkassen erbracht werden.
- Was ist Ziel von Vorsorgeuntersuchungen? Früherkennung von Krankheiten = Sekundärprävention Filtern von Personen mit großem Krankheitsverdacht, nicht die endgültige Diagnosestellung
- Was sind Voraussetzungen für eine Vorsorgemaßnahme? ausreichende Anzahl an Ärzten, die entsprechende Erkrankung feststellen und behandeln können ausreichende Sensitivität und Spezifität der Screeningmaßnahme Erkrankung muss im Frühstadium erfassbar sein
- Ab welcher Vorsorgeuntersuchung bei Kindern ist der Allgemeinmediziner oder niedergelassene Pädiater zuständig? ab U3 (4. bis 6. Lebenswoche) U1, U2 erfolgen i.d.R. im Krankenhaus
- Welche Jungendgesundheitsberatungen gibt es, wann werden sie durchgeführt und was ist Inhalt? J1: 12. bis 16. Lebensjahr, Anamnese, körperliche Untersuchung, Aufklärung über Risikofaktoren wie Alkohol, Nikotin, HIV J2: 17. bis 18. Lebensjahr
- Was beinhaltet das "Check-up 35"? Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus d.h. Sekundärprävention ab 35 Jahre alle 2 Jahre, Anspruch der Versicherten Anamnese, körperliche Untersuchung, inkl. RR-Messung, Glc- und Cholesterinbestimmung im Serum und Urin-Stix
- Welche Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen für Frauen übernommen? jährlich, inkl. Standardlabor ab 20: Untersuchung des Genitales inkl. Abstrich ab 30: Untersuchung des Genitales, der Brust, der Axillen, der Haut ab 40: zusätzlich rektal ab 50: zusätzlich Haemoccult und Mammografie
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- Was schließt sich jedem positiven Haemoccult an? Gastro- und Koloskopie
- Welche Vorsorgeuntersuchungne für Männer werden von den Krankenkassen übernommen? jährlich ab 45: Untersuchung des Genitales, der Prostata, der Leistenregion, der Haut, Haemoccult ab 55: Koloskopie
- Wie groß ist der Anteil der Erwachsenen, der die angeboteten Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt? 30%
- Welche Indikationsimpfung wird nicht in der Allgemeinarztpraxis durchgeführt? Gelbfieberimpfung: Impfstoff ist wärmesensititiv, daher wird nur in zugelassenen Impfstellen geimpft
- Welche früher durchgeführten Standarimpfungen werden heute nicht mehr von der STIKO empfohlen? TBC-Impfung mit BCG Pockenimpfung
- Was sind Indikationsimpfungen? Empfehlung für bestimmte Personengruppen oder Reisende
- Was ist der Unterschied zwischen passiver und aktiver Immunisierung? passiv: präformierte Antikörper -> humorale Immunität mit rauscher aber kurzer Schutzwirkung aktiv: Totimpfstoff oder Lebendimpstoff -> Geimpfter reagiert mit Antikörper-Bildung ± zellulärer Immunantwort
- Was ist der Unterschied zwischen einem Tot- und einem Lebendimpfstoff? beides aktive Immunisierung Totimpfstoff: antigene Erregerbestandteile inkl. Toxine, abgetötete Erreger, i.m. Lebendimpfstoff: attentuierte, d.h. in ihrer Virulenz abgeschwächte Erreger, s.c.
- Wie erklärt sich die Wirksamkeit einer postexpositionellen aktiven Immunisierung bei Tetanus, Hepatitis B, Tollwut, Masern und Mumps? Erkrankungen mit langen Inkubationszeiten Nur gegen Ende der Inkubationszeiten nach potentieller Infektion wird im Fall von Masern und Mumps zusätzlich passiv immunisiert.
- Wie ist bei einer versäumten Auffrischimpfung zu verfahren? generell keine erneute Grundimmunisierung nötig: jede Impfung zählt! wenn in der Kindheitheit keine Grundimmunisierung stattgefunden hat, wird dies auch bei Erwachsenen nachgeholt
- Um welche Art einer Impfung handelt es sich bei Typhus? als Lebend- und Totimpfstoff verfügbar
- Was sind Beispiele für Lebendimpfstoffe? MMR Windpocken Gelbfieber BCG (TBC) Typhus
- Was sind Beispiele für Totimpfstoffe? Cholera Diphtherie FSME H. influencae Hepatitis A und B Influeza Pertussis Meningo- und Pneumokokken Polio Tetanus Tollwut Typhus
- Was ist eine Simultanimpfung? gleichzeitige aktive und passive Immunisierung nach Exposition bei unzureichendem Impfschutz Beispiele: Tetanus bei Ungeimpften, Hepatitis A und B, Röteln in der Schwangerschaft, Tollwut
- Was ist bei der Durchführung einer Simultanimpfung zu beachten? Impfung an verschiedenen Körperstellen zur Vermeidung einer Antagonisierung Simultanimpfung = aktive + passive Immuninsierung nach Exposition
- Was sind Kontraindikationen für Impfungen? Allergien Schwangerschaft: v.a. Lebendimpfstoffe akute hämatologische Erkrankungen akute Infekte
- Was ist bei Impfungen im Rahmen banaler Infekte oder chronischer Erkrankungen zu beachten? Impfung erlaubt
- Worauf ist bei Impfungen in der Schwangerschaft zu achten? möglichst Verzicht auf aktive Impfungen v.a. mit Lebendimpfstoffen
- Was ist der Unterschied zwischen Impfkomplikationen und Impfreaktionen? Impfkomplikation-Impfkrankheit = milder Verlauf der Erkrankung, gegen die geimpft wurde-andere Impfschäden: Enzephalitiden, Guillan-Barré-Syndrom u.a. Impfreaktion-Auftreten im Rahmen der Immunstimulation, meist innerhalb 72 h nach Impfung-subfebrile Temperaturen, Abgeschlagenheit, Rötung der Einstichstelle, Muskel- und Gelenkschmerzen
- Was sind Beispiele von Erkrankungen, bei denen eine namentliche Meldepflicht besteht? Botulismus Cholera Diphtherie Hepatitis A-E Masern Poliomyelitis