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Psychologie und Kulturelle Vielfalt (Subject) / 7 Behinderung (Lesson)
- 7.1 Begriffsdefiniton WHO: Behinderung = Überbegriff, ↓ ↓ ↓ Unterbegriff= (1)Beeinträchtigung, (2)Aktivitätseinschränkung, (3)mangelnde Teilhabe, Mit der ICF kann Behinderung erfasst und gemessen werden. Die ICF unterteilt Probleme durch körperliche Eischränkungen in : Beeinträchtigung (impairment) : Probleme der Körperfunktionen, z.B: Lähmung als Folge eine Zerebralparese Aktivitätseinschränkungen (limitation of activities): Schwierigkeiten aktiv zu sein, z.B. beim Gehen oder Essen Einschränkung der Teilhabe (limitation of participation) Schwierigkeiten am öffentlichen Leben teilzuhaben, z.B. Diskriminierung am Arbeitsplatz oder im Nahverkehr. → Behinderung = Probleme in einem oder in mehreren dieser Bereiche. keine Unterscheidung der Art, damit : auch nicht zw. körperlich, geistig, und seelischen Problemen, da diese auch zusammen auftreten können. z.B: Schlaganfall Unter Begriff"Gesundheitszustand" fallen Krankheiten, Verletzungen und andere körperliche Probleme, "Beeinträchtigung" = Folgen, Symptome und Anzeichen des "Gesundheitzustandes" es spielen folgende Faktoren eine Rolle um "Behinderung" zu verstehen: persönliche Faktoren: Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit → beeinflussen, wie eine Person mit einer Behinderung umgeht. Umweltfaktoren: bestimmten wie sehr und ob Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können und wie stark sie sich als eingeschränkt wahrnehmen. B= Barrieren und Hilfen. Grad der Behinderung hängt stark von der Umwelt und der Gesellschaft ab. "soziales Model von Behinderung" , AutorInnen argumentieren: Behinderung ≠ durch biologische Gegebenheiten entstanden, sondern durch unzureichende politische Unterstützung. Unter die Umweltfaktren fallen : Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung, Stereotype.
- 7.2 Statistische Daten Schätzung = ca. 1 Milliarde haben eine Funktionseinschränkung = 15% Weltbevölkerung davon 110-190 Millionen Menschen ü15J sehr beeinträchtigende Probleme Zahlen sehr hoch, da Zusammenhang mit Alter : Ältere Menschen = häufiger behindert Behinderung häufiger in armen Ländern = Hinweis, dass Umweltfaktoren große Rolle spielen. starker Zusammenhang zw. Behinderung und chronischen Erkrankungen. (Muskelschwund)
- 7.3. Prävention von Behinderung primärer sekundärer tertiärer Prävention von Krankheiten und Behinderung zu 1) primäre Prävention: Alle Möglichkeiten ein mit denen versucht wird die Ursachen eines Gesundheitsproblems anzugehen, bevor das Problem auftritt. (individuell + gesellschaftlich). B= Rauchverbot in Kneipen und Restaurants. zu 2) sekundäre Prävention: Versuch Gesundheitsproblem im frühen Stadium zu erkennen + behandeln, Verbreitung stoppen, langfristige Schäden vermeiden B= Unterstützung lernbehinderter Frauen, um an einem Brustkrebs-Screening teilnehmen zu können. zu 3) tertiäre Prävention: alle Strategien mit denen versucht wird ein schon bestehendes Problem zu behandeln. körperliche Funktionsfähigkeit wieder herstellen, Komplikationen vermeiden B= Reha-Aufenthalte für Schlaganfallpatient/innen, lernen im Alltag zurechtzukommen. Bedeutung von Behinderung für die Betroffenen Nicht nur die Behinderung an sich sondern auch Folgeerscheinungen und Komorbidität stellen ein Problem für die Betroffenen dar. Folgeerscheinungen: treten durch den eingeschränkten Gesundheitszustand auf ( Schmerzen) vorhersehbar → vermeidbar, gut behandelbar. Komorbidität: = Begleiterscheinungen die zusätzlich zu der Grunderkrankung auftreten. können, müssen aber nicht mit der Grunderkrankung zusammenhängen kommen mehrere Begleiterscheinungen = Multimorbidität Schlaganfall-Patienten: Lähmungsprobleme, Gedächtnisprobleme, Depressionen. → Patient hat multimorbide Erkrankungen, die dieselbe Ursache, nämlich den Schlaganfall haben. Menschen mit Behinderung: stärker auf das Gesundheitssystem angewiesen: Zugang zum Gesundheitssystem häufig erschwert B= mangelnde transportmöglichkeiten, Erreichbarkeit, Ausbildung von Fachärzten und med. Personal, zu hohe Kosten. Folgen = Eingliederung in Gesellschaft wird erschwert, Gefühl noch mehr Behindert zu sein.
- 7.4 Stereotype und Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderung lange Konzentration auf : inwiefern die körperlichen Beeinträchtigungen Menschen mit Behinderung beeinflussen. Nairo-Redmond ,die bestehende Forschung: untersucht ob und wie soziale Benachteiligung und Stereotype gegenüber Menschen mit Behinderung eine Rolle spielen. zugeschriebene Rollen : der kranke Patient, arbeitslose Bettlern, auch Ausschluss von bestimmten Rollen bis Heute: Menschen mit Behinderung öfter von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen, seltener verheiratet, oder gebildet. Menschen ohne Behinderung sehen: Behinderung = essentielles Merkmal einer Person, Meinung: Behinderung = stabil, unkontrollierbar. Behinderung sehr auffällig → "spread effect" = durch Behinderung wird auf andere Merkmale der Pers. geschlossen. B= "mit blinden reden als wären sie taub" Forschungsergebnisse Menschen mit sensorischen/ körperlichen Behinderung: weniger Intelligent, weniger aggressiv, mutiger als Menschen o.B. Nicht-Behinderte und Behinderte gleichermaßen als emotional, selbst-mitleidig, kreativ eingeschätzt. → gleiches Muster auch bei Schulkindern Schulkinder sollten eine Einschätzung über einen Jungen der ihnen beschrieben wurde machen, nicht erwähnt ob geistig o. körperlich behindert → Kinder schätzen den Jungen unabhängig von der Art der Behinderung als freundlich und dumm ein, er habe sowohl Schwierigkeiten mit Gehen und Sprechen. Lauf-, Hör-, und Denkfähigkeiten von Menschen mit Behinderung gleich eingeschätzt, ungeachtet der Art ihrer Behinderung. Verglichen wurden: Menschen mit körperlichen/Lernbehinderung + Taube Fiske et al, messen, wie Personen mit Behinderung auf den Dimensionen Kompetenz und Wärme eingeschätzt werden: wenig kompetent, sehr warm. = Stereotyp Frau Nairo-Redmond fand heraus: behinderte Männer und Frauen = weniger stereotypisch männlich oder weiblich angesehen. Stereotype werden über verschiedene Arten von Behinderungen hinweg generalisiert. Stereotype = global und stabil Behinderung wird als Überbegriff verwendet →allen Menschen die der Gruppe der Menschen mit Behinderung zugeordnet werden haften so automatisch dieselben Stereotypen an. Studie von hanna und Rogovsky : Forschungsteam bat College-Studierende zu sagen welceh Gedanken sie zur Kategorie "Frau" hatten und welce zur Kategorie "behinderte Frau" Ergebnis Frau: Mutter, Ehefrau, Arbeit, Sexualität behinderte Frau: alt, hässlich, widerlich Messung der Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung. Forschungsbeispiel: Skalen zur direkten Erfassung von Einstellunge gegenüber Personen mit Behinderung Ranking: "Rank the following impairments in order according to the extent tot which you think they are disabling to persons with the impairment. Adjektiv-Checkliste: Read the adjectives quickly and put a "x" next to each one you consider to be descriptive of mentally retarded children. Paarvergleiche: Each item below presents two possible impairments. Please reas each pair and circle the impsirment that you believe is more disabling to persons with the impairment. semantische Differentiale: wrde z.B. verwendet um zu erfassen inwiefern die Personen mit Behinderung selbst für ihre Behinderung verantwortlich gemacht werden. Semantische Differentiale können auch angewandt werden um Einstellungsänderung vor und nach einem Training zu erfassen. "please indicate your perception of the concept mental illness placing a "x" on one of the seven spaces on each continuum. soziale Distanz Skala: For each of the impairments below, select the one level of social contact that expresses your feelings of personal-group distance and mark the appropriate space. Gefahren bei direken Messungen: so antworten, wie sie glauben, dass die Versuchsleitung es sich erhofft (der "Versuchsleitereffekt" ) von sich selbst einen toleranten und vorurteilsfreien Eindruck vermittlen möcten (faking good effect) nur Antworten geben, von denen sie überzeugt sind, dass sie von der Gesellscahft als angemessen angesehen werden ("soziale Erwünschtheit") versuchen die Studie durch falsche, keine Antworten zu sabotieren (sabotage, faking bad) weigern zu antworten aus Angst kontroverse oder untypische Einstellungen preiszugeben (Verweigerungseffekt) Effekte können durch Strategien abgemildert werden → indirekte Messmethoden: Forschungsbeispiel: Messmethoden zur indirekten Erfassung von Einstellungen gegenüber Personen mit Behinderung. Möglichkeiten, 4 Gruppen. Unterteilungskriterium : in wie weit wissen Personen über die Forschungsfrage bescheid?: unwissentliche Verhaltensbeobachtung: Teilnehmenden wissen nicht, dass sie beobachtet werden und ihr Verhalten erfasst wird projektive Techniken: die Teilnehmenden wissen zwar, dass sie beobachtet werden, sind aber über den Zweck und die Forschungsfrage im Unklaren. Cover-Stories: Täuschung über den wahren Zweck der Untersuchung, Auklärung am Ende Physiologische Techniken: Teilnehmenden wissen, worüber geforscht wird, können nicht aktiv eingreifen. (z.B: Messung durch den sogenannten Lügendetektor) Reaktionszeitmessungen mit dem Impliziten Assoziationstest (IAT) Idee hinter IAT = einer Person fällt leichter auf im Gedächtnis assoziierte Konzepte mit derselben Antworttaste anstatt mit der entgegengesetzten Antworttaste am Computer zu reagieren. IAT misst Assoziationsstärke zw mentalen Repräsentationen von Objekten oder Gruppen.
- 7.5 Political Correctness Kann sprache unterstützen, Menschen mit Behinderung besser in unsere Gesellschaft einzugliedern und teilhaben zu lassen.? Richtlinien und Gesetze die "political correctness in Sprache und Schrif vorschreiben APA: keine Ausdrücke verwenden, die die genannte Person beleidigen könnten, nur Bezeichnung mit Begriffen, mit denen sie sich auch selbst beschreiben würden. "Aktion Sorgenkind" = Sozialorganisation, die Kindern mit Behinderung helfen sollte. → abgeändert in "Aktion Mensch" keine Sprachformen verwenden, die eine Person mit ihrem Zustand gleichstellen (z.B: Der Depressive, die Spastikerin). Sie also mit ihrem Krankheits-Label bezeichnen. → Einschränkung soll nicht als Essenz wahrgenommen werden. Sprachformen, die die Person selbst ins Zentrum stellen sollen verwendet werden. Möglichkeit = Verwendung von Adjektiven . B= "der depressive Mann" das Person-zuerst-Prinzip .B= die Frau mit Behinderung. "Menschen mit Behinderung" nicht "die Behinderten" Forschungsbeispiel : Verwendung von Adjektiven und des Person-zuerst-Prinzips" vs. Verwendung von Labeln (Nomen) bei der Benennung von Personen. Die Verwendung von Adjektiven Markman und Smith Vp lesen "John is a sexist" (Nomenbedingung) oder "John is sexist " (Adjektiv-Bedingung) und wurden im Anschluss gefragt welches Statement die Person eindrücklicher beschreibt. 68% wählten Nomenbedingung: John is a sexist, Grund= das Nomen mehr Information über die Person bot. weitere Studie Label führen zu einer höheren Attribution von weiteren Persönlichkeitsmerkmalen als Adjektive. Kategorisierung sehr stabil wenn Nomen verwendet wird (Mark is a homosexual vs Mark is homosexual) durch Nomen schwierig sich die Person auf einer anderen sozialen Dimension vorzustellen. vor allem im Deutschen , salient durch Großschreibung. → Adjektive sind Politisch korrekter, da sie Person als solche schützen, räumen nicht soviel Raum und Präsenz ein wie Nomen. Das Person-zuerst-Prinzip wenn Person zuerst genannt wird → Verb muss verwendet werden B= Paul hinkt. Person muss beim Namen benannt oder als Person/Mensch eingeführt werden. bei Adjektiven(der behinderte Junge) und Nomen/Labels (die Depressive) nicht zwangsläufig der Fall. Adjektive = stabil, Verben = kontext-abhängig. → Personen deren Behinderung mit Verben beschrieben wird. = wirken weniger krank und eingeschränkt als wenn Adjektive oder Nomen dafür verwendet Reynaert und Gelman Studie: liesen Personen fiktive Krankheiten lesen. entweder durch Nomen, Adjektiven, Verben beschrieben. Krankheit am dauerhaftesten → Nomen, wenigsten permanent→ Verb, Adjekt = mittlere Position. Person-zuerst-Prinzio wird unterstützt
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