19
Bodenkunde (Subject) / 11. Bodengenese und -systematik (Lesson)
Advertisement
- 01. Erläutern Sie für 5 bodenbildende Faktoren wie diese eine bestimmte Profildifferenzierung begünstigen Klima: höhere Temperatur → höhere Biomasseproduktion, höherer Streuabbau kalten Klimaten: Streu reichert sich an, humusreiche Oberböden. Topographie: Steilhägen: Erosion von Humus Unterhängen: Humus akkumuliert (Kolluvium) Anthropogene Einflüsse: Düngung: Stickstoffanreicherung → Wachstum von mineralisierenden Bakterien begünstigt Rohhumusauflagen werden zersetzt Vegetation: schwere Tierart kann einen Boden verdichten Sauerstoffmangel →schwarze Eisensulfite statt Verbraunung Ausgangsgestein: Chemismus und Aufbereitung des Ausgangsgesteins äolisch und fluvial aufbereitete Böden haben fruchtbare Lösse und Lehme Durchmischung und schnelle Ausbildung von A-B-C - Profilen
- 02. Was versteht man unter sauren Ausgangsgesteinen? Quarzreiche, helle Gesteine
- 03. Warum entstehen aus Granitverwitterung eher durchlässigere Böden als aus der Verwitterung eines Tonschiefers? Granitverwitterung: Gerüst aus Quarzkörnern(wasserdurchlässig)und begüstigt Abtransport von Wasser und Kationen Tonschieferverwitterung: hinterlässt Tonminerale, die sehr gut Wasser speichern und Kationen an – und einlagern.
- 04. Die meisten Böden entwickeln sich nicht auf nacktem Fels, sondern auf voraufbereitetem Material. Beschreiben Sie mit wenige Worten vier solche Voraufbereitungsprozesse und die Eigenschaften des Materials. glazial (durch Gletscher): periglazial (durch Tundrenklima, Permafrost): fluvial: äolische Sediment:
- 05. Was ist die klimatische Wasserbilanz, was ist arides Klima, was humides Klima? Welche grundsätzliche bodenkundliche Weichenstellung bewirkt Aridität bzw. Humidität? klimatische Wasserbilanz Differenz aus Niederschlag und potentieller Evapotranspiration aridem Klima der Niederschlag reicht nicht aus, um die potentielle Transpiration sicherzustellen tatsächliche Evapotranspiration kleiner als die potentielle
- 06. Was ist ein Plaggenboden? Anthropogener Boden durch Plaggendüngung entstanden Abgestochener, humoser (Gras)Oberboden mit Teilen der darauf befindlichen Vegetation und Streu wurde zusammen mit Mist, Asche und Küchenabfällen zurück auf nährstoffarmen Sandböden aufgebracht.
- 07. Welcher Bodentyp ist durch Bioturbation wesentlich geprägt? Was sind Krotovinas? Die Schwarzerden (Chernozem) der Steppen mit den sehr mächtigen Ah-Horizonten sind geprägt durch die Aktivität der Megafauna. Eine Krotovina ist eine mit humosem Material gefüllter ehemaliger Tiergang.
- 08. Wie können Stickstoffdepositionen den Profilaufbau unserer Waldböden verändern? (Denken Sie an Humusauflagen) Durch anthropogene N- Düngung wird Stickstoff auf dem Boden angereichert C/N – Verhältnis verringert sich Abbau von Rohhumusauflagen
- 09. Wie begünstigt das Auftreten von Beersträuchern (Ericaceen) die Rohhumusbildung? Wo kommen Ericaceen vor? produzieren eine sehr schwer abbaubare Streu leben in Symbiose mit einem Pilz, der den Stickstoff aus deren Streu für die Pflanze wieder verfügbar macht mehr Streu produziert als vom Pilz umgesetzt wird →Humusakkumulation immenser Konkurrenzvorteil Ericaceen kommen in borealen Nadelwälder vor
- 10. Was ist ein Kolluvium? (Entstehung, Eigenschaften) Entsteht an einem Unterhang, wo Material, das in höheren Lagen erodiert wurde, abgelagert wird. Sie haben einen hohen Humusgehalt wodurch sie sehr fruchtbar sind und sie sind meist tiefgründig.
- Advertisement
- 12. Erklären Sie die Begriffe Bodenbildung, Bodenhorizont und Bodenprofil. Was versteht man bodenkundlich unter einer „Schicht“? Bodenbildung: Prozess bei dem ein Boden entsteht, was über in-sito- oder horizontübergreifenden Prozessen stattfinden kann, wie zB. die Redoxisomorphose, die einen lateralen Transportprozess darstellt. Bodenhorizont: Ergebnis eines bodenbildenden Prozesses, eine lagenweise vertikal Ausdifferenzierung nahe der Oberfläche, pedogen Bodenprofil: charakteristische senkrechte Abfolge von Bodenhorizonten Schicht: ist nicht durch bodenbildende Prozesse entstanden, sondern war im Ausgangsmaterial schon vorhanden
- 13. Welche Horizontdifferenzierung weisen initiale Böden i.d.R. auf, welcher Prozess ist dafür verantwortlich? Boden mit oberflächennahe Humusakkumulation und bestehen sonst aus dem Ausgangsmaterial (Ai-C). Dem Boden fehlt der B.Horizont da noch keine bodenbildenenden Prozesse nur wenig Vegetation dadurch wenig organische Substanz und wenige Mikroorganismen → langsame Bodenbildung
- 14. Man kann zwei Grundformen der Humusakkumulation unterscheiden. Welche sind das? Wieso führt eine Form meist zur Erhöhung, die andere meist zur Herabsetzung der Fruchtbarkeit? Es werden zwei Arten von Humusanreicherung unterschieden: Mineralbodenhumus (durchmischt, Bildung mineral-organische Komplexe, stabiler), der sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit Auflagehumus (rein organisch, labil gg. veränderten Umweltbedingungen, sauer) Ungleichgewicht zwischen Mineralisierung und Humifizierung zu viel Streu die nicht umgesetzt wird weniger Nährstoffe verfügbar Wasserstau
- 15. Was versteht man unter Humusform? Beschreiben Sie kurz die Horizontabfolge der Haupthumusformen und deren Eigenschaften. typische Abfolge der humushaltigen Oberbodenhorizonte L-Lage: ganze Blätter, lockere Streuauflage Of-Horizont: zerkleinerte, mit Pilzfäden durchsetzte, verklebte org. Substanz, deren Herkunft noch erkennbar ist Oh-Horizont: amorph, keine Zellverbände, Humifiziert, Herkunft nicht meh erkennbar. kantig brechbar
- 16. Beschreiben Sie anhand von Beispielen die 4 Gruppen der Bodenhorizonttypen. organische Horizonte (O): organisches Material in unterschiedlichen Zersetzungs/Mineralisierungsstufen zB. L-Lage, Of-Horizont, Oh-Horizont) Mineralische Oberbodenhorizonte (A): mit Humus angereicherte, oberste Schicht des Minteralbodens (Ah-Horizont), kann aber auch durch Auswaschung an Humus verarmt sein Unterbodenhorizonte (B): mineralische Horizonte in denen Mineralumwandlungen (verbraunter Unterboden Bv durch Goethitentstehung) und Einwaschungen (Bt – Toneinwaschung von oben) stattfinden Ausgangsgestein (C): kaum oder nicht verwittertes Gestein, wie zB. Granit
- 17. Beschreiben Sie kurz 2 Typen der A-Horizonte in der deutschen Bodensystematik. Ae - eluvial = ausgewaschen Ah - humifiziert bzw. mit Humus angereichert
- 18. Beschreiben Sie die 4 pedogen veränderte Unterbodenhorizonttypen. B - durch Mineralneubildung (Verbraunung/ Verlehmung), genauer durch Eisenoxidation geprägt P - Unterbodenhorizont der sich aus Ton- oder Tonmergelgestein entwickelt hat S - S von "Stauwasser". Unterbodenhorizont mit Stauwassereinfluss, der Boden durch wechselhafte Feuchte geprägt und dadurch redoximorph gefärbt G - G von "Grundwasser". Bodenhorizont mit Grundwassereinfluss, der Boden ist dauerhaft mit Grundwasser gesättigt und farblich von Redoximorphose geprägt
- 19. Was sind Niedermoore, was Hochmoore? Niedermoore Wasserüberschuss entstehen, wenn Gewässer verladen nährstoffreich pflanzliche Reste können aber nicht vollständig abgebaut werden (Sauerstoff fehlt) Die Streu lagert sich als dicke Humusreiche Schicht (Torf) an Hochmoore entstehen auf Niedermooren Torfmoos (unfruchtbare Streu) wiederum von der nächsten Torfmoosgeneration besiedel kaum N-Eintrag zur Zersetzung des Torfes feuchtes kaltes Klima als Mineralisationshemmnis
- 20. Welche zwei international gebräuchlichen Bodenklassifikationssysteme kennen Sie? Wie unterscheiden sie sich? WRB – World Reference Base for Soil Resources: unterteilt ausschließlich nach den Merkmalen des Bodens, also der morphologischen Klassifikation (Farbe, Struktur, Körnung, Nährstoffgehalt … ) Die US Soil Taxonomy richtet sich stark nach den Merkmalen, berücksichtigt Faktoren der Entstehung (Klima, Ausgangsgestein, Flora/Fauna)