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Parasitologie (Subject) / Fasciola hepatica (Lesson)
Vorlesung 3
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- Vorkommen, Verbreitung Wirte Verbreitung gebunden an Befallshäufigkeit Wirte: eig. alle pflanzenfressende Säuger in Mitteleuropa → v.a. Schaf, Rind, dann auch Ziege, seltener Pferd, Schwein, Kanninchen, Hase, Mensch Verbreitung gebunden an: gemässigtes Klima (→ nicht in Tropen), Süssgewässer mit geeigneten Schenckenarten (Süsswasserschnecken) Befallshäufigkeit: Rinder 18%, Schafe 4%
- Entwicklung, Epidemiologie Eiproduktion Tenazität (Überlebensmöglichkeit) der Eier Tenazität der Metazerkarien Zwischenwirt (Biotope) Präpatenz Saison Eiproduktion: tägliche Eiproduktion ca. 20'000 Eier pro F. hepatica im Schaf (im RInd viel weniger (200x mehr im Schaf)) Tenazität der Eier: im feuchten Kot: Monate, trocken: sterben rasch ab, Stapelmist: 10 Tage, Gülle: 55-76 Tage je nach T → Gülle kann Weide kontaminieren Tenazität der Metazerkarien: Heu: 4-6 Monate, Silage: 12 Tage, aber meistens Infektion über Grünfutter auf Wiese Zwischenwirt: Galba truncatula (Zwergschlammschnecke), Mitteleuropa, feuchtes Gelände mit alkalischen Böden Primärhabitat: Bäche, Entwässerungsanlagen, Flüsse, Sekundärhabitat: zeitweise Wasser enthaltende Senken, ausgetretene Stellen, Radspuren Präpatenz: ca. 60 Tage Saison: Eier ab Mai, v.a. Sept bis Nov Metazerkarien im Frühling (Zerkarien überwintern in Schnecke) und v.a. von Aug bist Nov
- Zyklus Adulte - Eier - Mirazidien - Sporozyten - Zerkarien - Metazerkarien - Juvenile - Adulte Adulte in Gallengänge der Leber des chronisch infizierten Wirtes Eier kommen via Darm in Aussenwelt, sind noch nicht embryoniert (Eizelle + viele Dotterzellen), Ei gelangt in Wasser → embryoniert (2-3 Wochen) → Larvenstadium = Mirazidium während Reifung geht Deckel auf → bewimpertes Mirazidium gleitet raus, kann im Wasser schwimmen und sucht Schnecke hat Zapfen zum Andocken an Schnecke und reinbohren in Leibeshöhle → ungeschlechtliche Vermehrung (4-8 Wochen) → Redien - Mutterredien - Tochterredien - Zerkarien Zerkarie geht über Atemhöhle und Schleim raus → geht auf Wasserpflanze oder kann ca. 0.5 bis 1 Meter zu anderen Pflanzen kriechen → verlieren Schwanz aber haben Schutzschicht → Metazerkarie diese kann auf Pflanze warten bis Wirt kommt → wird gefressen → GIT → Schutzhülle weg → wird aktiviert und bohrt sich als juveniler Egel durch die Darmwand und ins Leberparenchym = akute Phase bohren sich ein System durch die Leber und wachsen dabei → bis zu gross → gehen als adulte Egel in Gallengänge der Leber = chronische Phase (Entwicklung im Wirt bis Adult ca. 12-16 Wochen werden geschlechtsreif (Zwitter) → vermehren sich geschlechtlich
- Pathogenese/Pathologie Schadwirkung Jungegel juvenile F. hepatica jungadulte F. hepatica Spezialität Rind Schadwirkung: Zerstörung des Leberparenchyms durch wandernde Leberegel Reizung und Schädigung der Gallengangschleimhaut durch Kutikularstacheln (sind also nicht glatt wie Dicrocoelium) Blutsaugen der Parasiten → Verlust von Blut und Plamsaproteinen über Gallengangsystem in den Verdauungstrakt Jungegel: durchdringen Darmwand → nur kleine Läsionen, werden serosal durch Fibrinauflagerungen verstopft, gelegentlich Verklebung der Dünndarmwand mit anderen Organen juvenile F. hepatica mehrwöchige Wanderung durchs Leberparenchym → traumatische Leberhepatitis Sekretion von Proteasen durch F. hepatica → Zerstörung von Leberzellen und kleinen Gefässen in Bohrgängen werden Zelltrümmer und Blut hinterlassen → Blut kann in Peritonealhöhle gelangen wegen Zellzerstörung → Freisetzung von Leberenzymen SDH (Sorbithydrogenase) und GLDH (Glutamathydrogenase) (beides Blutwerte für akute Fasciolose) Bohrgänge → reparative Entzündung → Vernarbung und IM-Reaktion frische Bohrgänge rote bist schwarze Streifen, vernarbte Bohrgänge weisslich-gelbe Verhärtungen jung-adulte F. hepatica Eindringen in Gallengänge → chronisch-fibröses Stadium Hyperplasie des Gallengangepithels Freisetzung von GGT (Gammaglutamyltransferase) (Blutwert für chronische Fasciolose) Blutaustritt in Gallengänge (Sickerblutungen) → hämorrhagische Anämie Hyperplasie →Auflockerung der Zellverbände → Hypalbuminämie → Senkung des kolloid-osmotischen Druckes im Blut Ödeme (v.a. Haut, im Kehlgang, Brust, Unterbauch, evtl. Aszites und wässriges Fleisch) F. hepatica saugt Blut (Dicrocoelium nicht) → 150-200 ml beim Schaf pro Tag F. hepatica frisst hyperplastische Schleimhaut (= Abweiden) Schleimhautverdickung durch Dornen des Integumentes und toxische Stoffwechselprodukte → buchtige Ausweitungen der Gallengänge, allg. Fibrosierung des Lebergewebes Spezialität Rind: Ablagerung mineralischer Röhren aus Ca und P-Hydroxylapatit → Egel ausgetrieben → Regeneration der Leber innerhalb eines Jahres (Gallengänge bleiben verdickt) → Egel leben im Rind nur monateland statt jahrelang (Schaf)
- Klinik Häufigkeit Saison Altersgruppe klinische Befunde pathologische Befunde parasitologische Befunde klinische Symptome Pferd Mensch Häufigkeit: Schaf: chronisch selten, akut mittel, subakut häufig Rind: chronische häufig, akut sehr selten, subakut selten bis häufig Saison: chronisch ab Dez, akut von Sep - Nov, subakut von Okt - Dez Altersgruppe: chronisch alle, akut Jungtiere in oder nach 1. Weideperiode klinische Befunde: chronisch: allmäglicher Gewichitsverlust, blasse Schleimhäute, lange Krankheitsdauer, hypochrome Anämie, Hypoalbuminämie, Eosinophilie (d.h. IA), GGT im Serum akut: schneller Gewichtsverlust, normale Schleimhäute, kurze Krankheitsdauer, normochrome Anämie kann anfangs fehlen, Eosinophilie, Retikuolzytose, SDH und GLGH erhöht, Hypoalbuminämie subakut: wie akut, aber blasse Schleimhäute, hypochrome Anämie patholgogische Befunde: chronisch: fibröse, zirrhotische Leber mit Cholangitis (Gallengänge), Kalkeinlagerungen (Rind); Peritonitis akut: vergrösserte, hämorrhagische Leber mit Bohrgängen und Fibrinauflagerungen; Peritonitis, Exsudat aus Bauchhöhle, plötzliche Todesfälle subakut: wie akut, aber mit verdickten Gallengängen, submandibuläre Ödeme, Aszites parasitologische Befunde: chronisch: 500 Parasiten in Gallengängen, Eier im Kot aktut: 800-2500 Parasiten im Parenchym subakut: 500-1500 Parasiten in Parenchym und Gallengängen, Eier im Kot klinische Symptome: Inappetenz, mangelhafte Futterverwertung (Leistungsabfall), Gewichtisabnahme, blasse Schleimhäute, Ödembildung Pferd: häufig Entwicklungshemmung oder Elimination von F.hepatica → schlechter Wirt, meist subklinisch, sonst fibrose des Parenchyms Mensch: chronische Form (durch Brunkresse)
- Diagnose Anamnese Einachweis Ei Immundiagnose Anamnese: herbstweide auf nassem Grünland, aubakute oder chronische Form im Vorwinter, Anämie, Hypoalbuminämie, erhöhte Leberenzymwerte → Fasziolose Einachweis: funktioniert nur bei chronischer Form, Sensitivität 30-50%, Methode: Sedimentation Ei: 140x80 um gross, goldgelb, oval, Deckel am spitzeren Pol (Operculum), Inhalt: Eizelle und viele Dotterzellen, dünne Schale Immunidagnose: Kreuzreaktion v.a. mit Zystizerkose, ELISA mit Milchtankprobe
- Therapie/Bekämpfung Widerstandsfähigkeit des Wirtes Zwischenwirt Metazerakrien Chemotherapie Widerstandsfähigkeit: ausgeprägte humorale und zelluläre IA → beim Schaf aber kaum protektiv beim Rind Reinfektion nur in 20% der Fälle → Teilimmunität (z.B. durch Vakzinierung mit Metazerkarien-Ag), aber Schutzwirkung nur bei Wanderstadien aktiv (wenn in Gallengängen → inaktiv) Zwischenwirt: ZW ausschalten aus ökologischen Gründen nicht möglich in Primärhabitaten, Trockenlegung, drainierte Standplätze für Tränken biologische Schneckenbekämpfung: Enten,... Metazerkarien: Ansteckungsprophylaxe: Auszäunen, Futter aus durchseuchten Gebieten silieren, keine kontaminierte Gülle auf in Galba-Habitate Chemotherapie: erwartete akute/subakute Form: braucht Wirkstoffe gegen juvenile Stadien → Triclabendazol (Fasinex) aus Infektionszeitpunkt (und Präpatenz) kann auf Erkrankungstermin geschlossen werden → Kälber im Okt behandeln, Rinder im Nov, Schafe im Augund anfangs Okt chronische Form: Eliminierung von Adulten → Kälber und Schafe 8 Wochen nach Aufstallung behandeln, Rinder und Kühe 12 Wochen danach wenn auch Reduktion der Eiausscheidung angestrebt → auch potentielle Wirtsarten (Wild, Pferd,..) behandelt → merhmals jährlich
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