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Psychologie und Kulturelle Vielfalt (Subject) / 3 Gender (Lesson)
soziale Gruppe, deren Zugehörigkeit historisch gesehen mit einem erhöhten Risiko assoziiert ist , im Laufe des Lebens mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert zu werden. Indiz dafür ist die Verankerung in gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor Diskriminierung.
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- 3.1. Begriffsdefinitionen im Englischen gibt es zwei unterschiedliche Begriffe: "sex" und "gender" sex= biologisches Geschlecht, Unterschiedlichkeit im Geschlechtschromosomen, körperlichen Geschlechtsmerkmalen. gender = Ausdruck der soziokulturellen Dimension von Geschlecht, nicht physische Tatsache, sondern soziale Kategorie Begriffsunterschiedung nicht immer eingehalten, B= "sind sie männlich oder weiblich?"..ist damit das biologische Geschlecht, oder das soziale Geschlecht, oder eine Mischform gefragt? biologische Geschlechts Kategorien = männlich und weiblich soziale Geschlechts Kategorien = maskulin, feminin im skript: allgemeine Kategorisierung = männlich, weiblich Ausprägungen von Skalen oder anderer Mekmale wie Gesichtszüge = maskulin und feminin
- 3.2. Statistische Daten Gleichstellung in der Berufswelt Vereinbarkeit von Beruf und Familie→ Männer ziehen auf der Karriereleiter an der Kollegin vorbei. Schülerinnen erreichne im Schnitt bessere und höhere Abschlüsse als ihre Mitschüler + die Hälfte aller erfolgreichen Studienabschlüsse sind im beruflichen Kontext anschließend → aber nicht im gleichem Maße vertreten.: Umfrage : 37% der Frauen kümmern sich um Haushalt, Familie, arbeiten nicht / Teilzeit. , wohingegen diese Verantwortung in 2% der Haushalte bei den Männern liegt Nach Elternzeit ist Berufseinstig schwerer bzw. unmöglich Insgesamt fassen immer mehr Frauen in der Berufswelt Fuß, aber ein Gleichstand ist trotz gleicher oder besserer Bildungsabschlüsse von Frauen noch lange nicht erreicht. Ungleichheit bei Führungspositionen : Anteil an weiblichen Führungskräften stagniert (stocken, nicht weiterkommen) bei ca 30% (auch hochqualifizierte Fachkräfte einbezogen) Deutschland-Statistik zu Führungspositionen: Aufsichtsräte der 200 größten Unternehmen in Deutschland sind zu 10% weiblich besetzt Vorstandspositionen nur 2,5 % Frauen 100 größten Banken 2,6 % in den 30 Dax-Unternehmen , genau eine Frau als Aufsichtsratsvorsitzende → Diese Zahlen sind nicht damit begründet, dass es allgemein wenig Frauen in diesen Branchen gäbe.auch in der Wissenschaft nimmt der Anteil von Frauen in jeder hierarchiestufe ab: Studienabschlüsse 51% Promotionen 41% Habilitationen 22% Professuren 15% Gender Pay Gap = Kluft in den Lohnunterschieden = 22 - 23 % obwohl Entgeltgleichheit gesetlich festgeschrieben wurde Neben dieser Zahl gibt es einen bereinigten Wert , den das Statistische Bundesamt auf 8% ermittelt. der richtige Wert? Bereinigung zeigt ein Vorgehen, dass in der psychologischen Forschung oftmals angewendet wird: Grundidee = Berücksichtigung,dass Männer und Frauen sich systematisch in manchen Merkmalen unterscheiden. B= Beschäftigungsumfang: Frauen arbeitne öfter Teilzeit als Männer Der unbereinigte Gender Pay Gap spiegelt auch den Unterschied im Beschäftigungsumfang wider → Konfundierung: Ob eine Person Voll- oder Teilzeit abhängt hängt mit ihrem Geschlecht zusammen. Es gibt statistische Methoden um diese Variablen zu trennen→ Es wird ermittelt wie viel der unbereinigte 23% auf den Beschäftigungsumfang zurückzuführen ist, und dieser Anteil wird abgezogen. somit entsteht der bereinigte Gender Pay Gap von 8%. Aus dem Unterschied zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Wert sind vor allem folgende Variablen beteiligt: Frauen haben seltener als Männer höhere Positionen Inne. Frauen arbeiten häufiger in niedrig bezahlten tätigkeiten (ca. 4 Prozentpunkte) Frauen arbeiten häufiger als Männer in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (ca 2 Prozentpunkte) weniger, aber doch bedeutend für die Lohnungleichheit = Mehr Frauen arbeiten in Ostdeutschland Nach berücksichtigung all der erhobenen Variablen → Lücke von 8% : setzt sich zusammen aus wahren Gender Pay Gap und aus systematischen Geschlechterunterschieden in Variablen Der Rest des unerklärten Gender Pay Gap kommt dadurch zustande, dass die Entlohnung auf dem Arbeitsmarkt für einige Merkmale wiederum diskriminierend gegenüber Männern wirkt.
- 3.3. Stereotype Beispiele aus der Entwicklungspsychologie zeigen, wie früh die Kategorie des Geschlechts ausgeprägt wird (bleibt dann erhalten) Mädchen und Jungen werden von kleinauf unterschiedlich (d.h. passend zu den Geschlechtsrollenstereotypen ) erzogen. Kinder bemerken sehr früh Geschelchtsunterschiede: unterscheiden nämlich bereits im Alter von zwei Monaten zwischen Silben von männlichen oder von weiblichen Stimmen. →reagieren im Alter von 6 Monaten darauf. Mit 9 Monaten manche auch schon mit 5 Monaten: unterscheidung zw männlichen und weiblichen Gesichtern Im Vorschulalter kennen und respektieren Kinder die Geschlechtsstereotype und prägen mit spätestens 6 Jahren eine eigene stabile Geschlechtsidentität aus. Was ist eigentlich das weibliche an der Weiblichkeit und das männliche an der Männlichkeit. → Geschlechtsstereotype oder Geschlechtsrollenstereotype. Ashmore und del Boca: " a basic definition of sex stereotypes can be phrased as the structured sets of beliefs about the personal attributes of women and of men" Konzeptualisierung: um herauszufinden, welche Attribute mit dem Geschlecht assoziiert sind → Beginn mit einer Konzeptualisierung = erstellung eines Konzeptes, Grundstein = emp. Fragebogen zu Geschlechtsrollenstereotypen: suchte nach Merkmalen, die bei einem geschlecht im Vergleich zum anderen Geschlecht besonders stark ausgeprägt sind, also nach zwei möglichst voneinander unterschiedlichen, eindeutigen, disjungten, "Eigenschaftskatalogen" ..................................... Forschungsbeispiel: Sex Role Stereotype Questionnaire (Rosenkrantz): viele Vp geben im offenem Antwortformat an: Verhaltensweisen, Eigenschaften, Persönlichkeitsmerkmale zw m und w differenzieren Antworten bildeten Forschungsgruppe 122 Merkmalspaare mit je 2 Ausprägungen, (unabhängig/abhängig) → diese wurden von anderen Personen eingeschätzt Ergebniss: 89 Items unterschieden sich die Einschätzungen signifikant,wenn nach einem Mann vs nach einer Frau gefragt wurde. .............................. Einschätzung wurde anhand einer größeren Stichprobe validiert und erweitert. Durch Faktorenanalyse wurde gezeigt, dass : Eigenschaften in zwei orthogonale (d.h. voneinander abhängige) Faktoren einzuteilen sind: Faktoren Kompetenz (z.B. unabhängig, logisch, objektiv, aktiv, führungskompetent) Faktoren Wärme / Ausdruckskraft (z.B. Sanft , einfühlsam, gepflegt, an Kunst und Literatur interessiert) männlich wahrgenommen = Pers mit Kompetenz ↑, Wärme↓ weiblich wahrgenommen = Pers mit Kompetenz ↓ , Wärme↑ .................... Personal Attribute Questionnaire inwieweit sind Items typisch für beide Geschlechter? welche Ausprägung hat eine idealtypische männliche /weibliche Person setzten 55 klar männlich oder weibliche Items zusammen unterschieden zwischen: female-valued-Items (ideale Ausprägung für beide Geschlechter auf weiblicher Seite) male-values-Items (ideale Ausprägung für beide Geschlechter auf männlicher Seite) sex-specific Items (ideale Ausprägung für Frauen auf weiblicher Seite, für Männer auf männlicher Seite) ...................................... Bem: Sex Role Intventory populärste Fragebogen zur Erfassung von Maskulinität und Femininität Fragebogen konstruiert aus Eigenschaften die jeweils für ein Geschlecht als sozial erwünschter eingeschätzt wurden als für das andere. → mit je 20 Items resultierte Maskulinitäts-Skala (M-Skale) Feminitäts-Skala (F-Skala) M- und F- Skale nicht jeweils ein einheitliches Konstrukt, →jeweils aus zwei - vier unterschiedlichen Subteilen bestehen ( es gibt also nicht die eine Feminität, sondern mehrere Eigenschaftsgruppen, die zusammen die Feminität bilden) Eine Bezeichnung für diese Skalen = Expressivität vs. Instrumentalität hervorzuhebende Annahme = Personen können nicht nur maskulin oder feminin sein , sondern auch hohe Ausprägungen auf beiden Subskalen haben. Bem behauptet: androgyne Personen (m+w Merkmale in sich vereinend) besitze ein breiteres und damit anpassungsfähigeres Verhaltensrepertoir.→erfreuen sich einer hohen psychischen Gesundheit→ durch etliche Studien bestätigt. Ändert sich durch den Wandel der Geschlechtsrollen auch die soziale Erwünschtheit der Eigenschaften? stimmt diese deutliche Zuordnung bestimmter Eigenschaften als feminin oder maskulin erwünscht überhaupt noch? diese Frage = Anlass vohandenen Items zu überprüfen und durch neue zu ergänzen: Troche und Rammsayer → revidierte Version = BSRI-R Gerbers integrative Annahme zu Stereotypen und Geschlechtsrollen: gerbers integrative Annahme: verschiedene Begriffe wurden gebraucht, um sich auf die Geschlechtsstereotypischen Persönlichkeitsmerkmale zu beziehen.: sozial unerwünschte Expressivität socially undesired expressive traits: Feminität feminity Gemeinschaft, Teilnahme communion sozial unerwünschte Züge der Unterwerfung socially undesired submissive traits : ungebremste, ungemilderte, vollkommene Teilhabe/ Gemeinschaft unmitigated community sozial unerwünschte Züge des Beklagenssocially undesired complaining treats verbale Aggression verbal aggression bipolare Eigenschaften bipolar traits geschlechtsspezifisch sex specific sozial erwünschte Instrumentalität/ Zuüge ob jemand Beholfen ist socially desired instrumental traits positive maskulinität posive masculinity Ausführendes Organ, Wirkung agency Instrumentalität instrumentality social undesired instrumental traits negative masculinity ungebremstes Ausführungsorgan/Wirkung unmitigated Agency negative instumentality um diese zwei Arten von Instrumentalität/Vermittlung? zu unterscheiden: gesellschaftlich unerwünschte Züge →Instrumentalbewusste Züge instrumental-assertive traits sozial unerwünschte Eigenschaften →instrumentaldominierenden Züge instrumental-dominating traits ............................... genannten Begrifflichkeiten entstammen unterschiedlichen Forschungseinrichtungen. Instrumentalität vs. Expressivität werden häuftig im Kontext mit den vorgestellten älteren Skalen verwendet. Wärme vs. Kompetenz = geprägt durch das stereotype content model ( indem auf die Bewertung von Stereotypen in Abhängigkeit von der eigenen Gruppenzugehörigkeit fokussiert wird. Agency vs. Communion (Agency = auf das Selbst und die Verfolgung eigener Ziele bezogen, Communion = mehr auf andere und soziale Beziehungen bezogen)→ selbstbezogen vs. auf soziale Beziehung bezogen zu Wandel und Subgruppen der Geschtsstereotype: wurden über viele Studien und Metaanalysen hinweg bestätigt und sind langfristig stabil, wenngleich nach und nach vor allem das feminine Stereotyp durchaus androgyner wird. Geschlechtsstereotype über Kulturen hinweg ähnlich geprägt. Stereotype lassen sich in Subgruppen einteilen nach Deaux und Kite gibt es je vier Subtypen: Frau: sex object carrer women housewife athletic Mann: businessman athletic man blue-collar working man macho man
- 3.4 Theorien zu Geschlechts(rollen)stereotypen Theorien versuchen zu erklären, wie sich die Geschlechtsrollenstereotype ausgebildet haben. zwei unterschiedliche Rollen psychologische Theorie = Geschlechtsstereotype als Folge/Ursache der Geschlechtsrollenentwicklung (evolutions-)biologische Theorien = Konzentration auf evolutionäre Anpassungsleistung Evolutionsbiologische Theorien geschlechtsspezifische Anpassung an unterschiedliche Problemstellungen. Größtenteils warem Männer und Frauen mit denselben Problemen konfrontiert, aber durch Gebärfähigkeit bildeten Frauen eine größere Fürsorglichkeit aus. Psychologische Theorien soziale Lentheorie, Annahme: Kinder verhalten sich durch Belohnung dem Geschlechtsstereotyp entsprechend → Ausbildung der Geschlechtsidentität. Ansatzt das neben der Motivation (Belohnung) auch Kognitionen (Informationsgewinnung durch Rückmeldung) berücksichtigt = kognitive Lerntheorie: Kinder handeln passend zu ihrer Geschlechtsrolle, nachdem sie eine Geschlechtsidentität ausgebildet haben Ansatz, dass auch soziale Einflüsse (Kontext, Situation, eigene Einstellung) berücksichtigen. Neben diesen Ansätzen sind auf jeden Fall die sozialen Strukturmodelle zu erwähen →postulieren, dass Geschlecht als soziale Kategorie verknüpft mit Rollenvorstellungen, Stereotypen, Erwartungen und Schemata durch die soziale Interaktionsprozesse beeinflusst werden → soziale Rollentheorie = nimmt den Einfluss kindlicher Sozialisation und biologischer Faktoren als geringer an als die sozialen Rollen: → → Geschlechtsrollenerwartung → → ↑ ↓ ↑ ↓ Arbeitsteilung zw. Geschlechtsunterschiede im den Geschlechtern sozialen Handeln ↓ ↑ ↓ geschlechtsspezifische ↑ → → Fähigkeiten und → → → → Überzeugungen
- 3.5. Auswirkungen: Diskriminierung und Lösung Sexismus bezeichnet sowohl Einstellungen als auch Verhalten gegenüber Personen, das auf Ihrer Geschlechtsgruppenzugehörigkeit basiert Im engeren Sinn: Diskriminierung von Frauen (aufgrund ihres Geschlechts) Nach Cameron ist der traditionelle Sexismus: " a prejusdicial attitude or discriminatory behavior based on the persumed inferiorty (angenommene Minderwertigkeit) or difference of women as a group." hier werden Frauen den Männer unterlegen afgefasst, traditionelle Rollen unterstützt. das entsprechende Verhalten ist ebenso deutlich, wird als offener Sexismus bezeichnet: sexuelle Belästigung, häusliche Gewalt.. zur Messung: Unterschiedliche Fragebögen und andere Skalen. Skala zur Erfassung der normativen Geschlechtsrollenorientierung →wird von Six Materna als gebräuchlichste deutsche herausgestellt. noch keine Gleichstellung erreicht: traditionellen Geschlecterrollen herrschen in Einstellungen und Verhalten immer noch vor → Sexismus existiert nach wie vor, wird aber zumeist auf wesentlich subtilere Ebene ausgedrückt.→ Entsprechende Konstrukte und Messinstrumente werden entwickelt. Modell der modernen Sexismus angelehnt an Rassismus-Konstrukte (moderner oder symbolischer Rassismus) Einstellung, dass Gleichstellung schon erreicht ist. jede Bevorzugung von Frauen wird als eine nicht gerechtfertigte Benachteiligung von Männerns dargestellt bekannteste deutschsprachige Skala zur Erfassung des modernen Sexismus, basiert auf den beiden Skalen: Modern Sexism Scale , Neosexism Sacle ................................................ Skala zur Erfassung des modernen Sexismus Eckes & Six Materne. jede Frage eine Antwort Skala „stimme überhaupt nicht zu“, „stimme nicht zu“, „stimme eher nicht zu“, „stimme eher zu“, „stimme zu“, „stimme voll und ganz zu“ (auch üblich sind 7 oder 5 Stufen mit einer „unentschieden“-Stufe in der Mitte). Mittelwert = gesamt Wert. Diskriminierung von Frauen ist in Deutschland immer noch ein Problem.* Frauen und Männer haben in der heutigen Gesellschaft die gleichen Chancen, etwas zu erreichen. Die Forderungen von Frauen nach Gleichberechtigung sind leicht nachzuvollziehen.* Wenn Frauen tatsächlich einmal schlechter bezahlt werden als Männer, dann nur deshalb, weil sie einfachere Arbeit zu leisten haben. Im Fernsehen gibt es häufig frauenfeindliche Darstellungen.* Im Allgemeinen werden in unserer Gesellschaft Ehepartner gleichbehandelt. In der Schule werden Mädchen immer noch benachteiligt.* Heutzutage werden Frauen im Berufsleben fair behandelt. In den westlichen Ländern ist Gleichberechtigung von Frauen schon lange verwirklicht. Frauen finden häufig keine gutbezahlte Arbeit, weil sie diskriminiert werden.* * = Wert, wobei beim Gesamtwert ein hoher Wert für hohe Sexismus-Ausprägung steht. Item ist umgekehrt gepolt, ein hoher Wert steht also für einen niedrigen Sexismus- ...................................... ambivialente Sexismus = weiteres populäres Modell, gemessen mit dem Ambivalent Sexism Inventory basier auf der Idee = geschlechtsbezogene Einstellungen nich nur rein negativ / positiv, sondern ambivalent (zwiespaltig, in sich widersprüchlich) auf den Dimensionen: hostiler (feindseliger) Sexismus Frauen werden generell negativ bewertet ähnlich zum traditionellen Sexismus 2.benevolenter (wohlwollender) Sexismus zunächst positiv erscheinende Einstellung gegenüber Frauen, als warmherzige, sanfte, einfühlsame Wesen "positive" Einstellung ist im Grunde aber auch sexistisch, weil traditionelle Geschlechterrolle aufrechterhalten werden: Frauen sind warm aber nicht kompotent (vgl. Stereotype content model ) →somit nur für traditionell feminine aber nicht maskuline Rollen geeignet. → Zu bemerken: Personen können auf beiden Dimensionen unabhhängig voneinander hohe oder niedrige Werte erzielen. →können also nur hostile / benevolente Einstellung, oder hostile & benevolente Einstellung haben. oder beides nicht. →Pendant für Männer : Ambivalence toward Men Inventory ................................ Forschungsbeispiel: Skala zur Erfassung des ambivalenten Sexismus B = Frage zu benevolentem Sexismus, H = Frage zu hostilem Sexismus Egal, wie erfolgreich ein Mann auch sein mag, ohne eine Frau, die ihn liebt, fehlt ihm etwas ganz Wichtiges. (B) Viele Frauen versuchen unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung besondere Vergünstigungen zu erlangen, wie z. B. eine Bevorzugung bei der Besetzung von Arbeitsstellen. (H) Bei einer Katastrophe sollten Frauen vor Männern gerettet werden. (B) Die meisten Frauen interpretieren harmlose Äußerungen oder Handlungen als frauenfeindlich. (H) Frauen sind zu schnell beleidigt. (H) Man kann im Leben erst richtig glücklich sein, wenn man einen Partner hat, den man liebt. (B) Was Feministinnen wirklich wollen, ist, dass Frauen mehr Macht bekommen als Männer. (H) Viele Frauen haben eine Art von Ehrlichkeit, die nur wenige Männer besitzen. (B) Frauen sollten von Männern umsorgt und beschützt werden. (B) Die meisten Frauen sehen gar nicht, was Männer alles für sie tun. (H) Frauen versuchen, Macht zu erlangen, indem sie Männer immer mehr beherrschen. (H) ............................. Diskriminierung: Beispiel Führungsposition Schwierigkeit = Anteil an Frauen in hohen Führungspositionen und -gremien sehr gering und FÜhrung durchschnittlich sehr viel stärker mit dem maskulinen als mit dm femininen Stereotyp übereinstimmt. ähnliche, nicht identische Herausforderung = umgekehrte Fall = Wie kann das Geschlechterverhältnis in stereotyp femininen Tätigkeiten (z.B. Kindergärtner, Grundschullehrer, Frisör) angeglichen werden? Im Report "Frauen in Führungspositionen" werden für die drei Mentalitätsmuster von männlichen Führungskräften herausgearbeitet → unterstützen geringen Frauenanteil: konservative Männer: Führungspositionen gehören klassisch zu Männern, Frauen stören im bewährten männlich dominierten System Männer mit aufgeschlossener Haltung: Frauen passen ins mittlere Managment aber nicht in das haste Top- Management Männer mit Postgender- Haltung: negieren Geschlechtseinfluss bei der Auswahl und vermuten, dass sich einfach weniger Frauen für die Führung interessieren. drei psychologische Effekte (Schein): Think-Manager-Think-Male-Phänomen: Personen wurden gefragt, welche Eigenschaften typisch Mann, typisch Frau und typisch für Führungsqualitäten sind Schnittmenge von typisch Mann und Führungsquallitäten deutlich größer als die Schnittmenge zw weiblichen und führungstypischen Eigenschaften. dies wurde lange in Studien in verschiedenen Kulturkreisen hinweg bestätigt Differenzierung nach unterschiedlichen Führungsstilen ist nicht zu vernachlässigen.(transaktional/ transformal) Führung = stereotyp maskuline Rolle., für Frauen unpassend Empfunden = Lack-of-Fit-Modell (mangelnde Passung des weiblichen und des Führungsstereotyps) Blacklash- Effekt: Frauen die sich als ehrgeizig, leistungsfähig darstellen , zwar als führungskompetent bewertet, aber gleichzeitig werden ihnen soziale Kompetenzen abgesprochen, die der Geschlechtsrolle nach ja viel stärker ausgeprägt sein müssten als bei Männern. Begriff der Gläsernen Decke (glass ceiling): Frauen stoßen spätestens auf dem Wg zum Top-Management auf der Karriereleiter an eine unsichtbare Decke, die sie aber am Aufstieg hindert. diese Begrifferweiterung = glass cliff: das Aufsteigen in Top-Management-Positionen für Frauen nicht unerreichbar, aber deutlich riskanter., emp bestätigt: in riskanten Situationen, zum Beispiel einer drohenden Insolvenz, werden Frauen für Führungspositionen stärker bevorzugt als bei "regulären" Geschäftsverhältnissen. ............................. In einigen Studien wurden doch eher Frauen für Führungspositionen als Männer bevorzugt im Durchschnitt weder Frauen noch Männer - ist der Effekt also doch nicht so klar wie erwartet? = Women-Are-Wonderful-Effekt unklar wodurch: evtl. Sensibilität für das Thema, politische Korrektheit, soziale Erwünschtheit..usw. wenn Personen ausreichend Aufmerksamkeit und Zeit haben, um ihr stereotypes Wissen zu kontrollieren, korrigieren sie die Stereotype Idee des Think-Manager-Think-Male-Phänomens und entscheiden nicht passend zum Stereotyp Diskriminierung durch subtile Gender-Cues Cues = Hinweisreiz, das biologische Geschlecht ist nicht der einzige Hinweisreiz (Cue) der mit Geschlechtsstereotypen assoziiert ist. Personen "füllen durch ihre Erscheinung die Geschlechtsrolle unterschiedlich stark aus. besonders maskulin aussehene Personen werden eher für eine Führungsposition ausgewählt als sehr feminin aussehende. der gleiche Effekt eit sich sogar für maskulines und feminines Parfüm Kontrasteffekt: wir korrigieren nur für Stereotype , derer wir uns bewusst sind (und für die wir korrigieren möchten) Subtile Merkmale wie geschlechtstypische Gesichtszüge verzerren unser Urteil , aber solange wir uns des Einflusses nicht bewusst sind, haben wir keinerlei Möglichkeit diesen Einfluss zu korrigieren. -auch wenn wir es mit dem Wissen gerne täten
- 3.6. Geschlechtergerechte Sprache Sprache = Aspekt der Geschlechtergleichstellung maskulline Personenbezeichnungen werden auf den Prüfstand gestellt. sprachliche Gleichstellung festgeschrieben im Landesgleichstellungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. (= Fu-Hagen) Grundlage der Debatte= im deutschen das Geschlecht = im grammatischen Geschlecht von Personenbezeichnungen widerspiegelt. (B= Lehrer, Lehrerin) Ausnahmen = Das Mädchen, die Person, der Mensch, das Individuum gerelle regel= Genus-Sexus-Kongruenz (Sexus= biologisches Geschlecht, Genus = grammatisches Geschlecht) Für Objekte gibt es keine entsprechende Regel. tendez = grammatisch maskuline begriffe → mit typisch maskulinen Eigenschaften bezeichnen, grammatische feminine Begriffe → typisch weiblichen Eigenschaften zu bezeichnen. Das Deutsche = grammatical gender languages, → einige Wortarten besitzen ein Genus. (Nomen, Adjektive, Pronomen) Im Gegensatz dazu gibt es Sprachen ohne grammatisches Geschlecht. (genderless languages) B= Türkisch auf Türkisch Lehrerin, dann sagt man Lehrkraft mit Frau davor. natural gender languages: Englisch, = Mischform. wenige Ausnahmen= actor/actress, steward/stewardess, nicht Nomen "teacher" (Pronomen = he/she, his/her, him/her) Generische Maskulina Üblich die maskuline Form generisch (verallgemeinernd) zu verwenden. → man spricht von Lehrern, meint damit Männer und Frauen Problem = generische Maskuline führen nicht zu gleichberechtigten mentalen Repräsentationen, sondern führen dazu, dass wir uns verzerrt "zu viele" Männer vorstellen (male bias) - ganz unabhängig davon , wie viele Männer und Frauen in der Gruppe tatsächlich sind. → empirisch bestätigt in vielen verschiedenen Studien. → sprachlogisch herzuleiten. feminine Form bezeichnet immer eindeutig weibliche Personen. → maskuline Form kann für bestimmte männliche Personen verwendet werden oder generisch für Personen unbekannten oder irrelevanten Geschlechts. B" Lehrer haben Anrecht auf Elternzeit" Sprachübergreifende Studien: auch für andere Bereiche als Geschlecht gezeigt: unsere Sprache und unser Denken ist verknüpft= Whorf-Hypothese. oder das Denken die Sprache beeinflusst. → Zusammenhang = unumstritten. Forschungsbeispiele: Welchen Einfluss haben geschlechtergerechte Formen vs. generische Maskulina? Kognitionen - Reaktionen: Textmaterial wird erstellt, Gruppenbezeichnung wird eingeführt, nachfolgend geschlechtsspezifisch referenziert. Die Passagen umschließen meist nur zwei kurze Sätze. → anschließend ein aussagekräftiger Durchschnitt. Beispiel: „Die Nachbarn gingen über die Straße. Wegen der Hitze trank eine der Frauen Wasser.“ Wenn die maskuline Bezeichnung für beide Geschlechter gleichermaßen gelten würde, → würden Personen nach „die Nachbarn“ gleich schnell und gut auf „eine der Frauen“ und auf „einer der Männer“ reagieren. Da aber die Reaktion auf „eine der Frauen“ langsamer und seltener korrekt ist als auf „einer der Männer“ ist die Form trotz angeblich generischer Bedeutung doch maskulin geprägt. Messmethoden: wie schnell, häufig die Vp Sätze als richtige Fortsetzung einschätzen. Mitholfe von speziellen Blickbewegungsanlagen, Kameras messen , wo Person während des Lesend hinschauen, wie oft, wie lange sie die Bezeichnungen fokkussieren, zurückspringen. Mithilfe einer EEG-Anlage: Reaktionen von Hirnströmen aufzeichnen. (sogenannte Ereigniskorrelierte Potentioale→schließen auf Verarbeitung) Aufgabe ohne Satzmaterial: Vp sahen Worte, mussten angeben ob das nachfolgende Bild sazu passt: B= Perosnenbezeichnung = Sportler?, danach ein Bid von einem Mann oder einer Frau. Kognitionen- Aktive Benennung: Nicht die Reaktionen auf bestehende Texte zu beobachten, sondern Versuchspersonen zum Nennen von Personen zu bewegen. B= Nennne sie einzelne Personen aus bestimmteb Personengruppen , und die Art wie die Gruppe bezeichnet wird (Lieblingsmusiker- rinnen vs, Lieblingsmusikerin), beeinflusst wie viele Männer und Frauen gennant werden. Außerdem kann nach dem Geschlechterverhältnis. einer bestimmten Gruppe in Prozent gefragt werden. zu berücksichtigen= Nennungen davon abhängig, wie viele Frauen und Männer für diese Frage (aktuell) präsent sind. Verhalten: Für Gerichtsentscheidungen, gezeigt, dass einer Frau häufiger zugebilligt wurde, in Notwehr gehandelt zu haben, wenn die Definition von Notwehr geschlechtergerecht gestaltet war im Gegensatz zu generisch Maskulina in der Definition. im Arbeitskontext= Einstellungschancen, Motivation, Identifikation mit dem Job für Frauen geringer bei generischen Stellenausschreibungen, Geschlechtergerechten Bezeichnungen werden weniger Status und Gehalt zugeschrieben. Studie von Prewitt-Freilino,Caswell, &Laasko: zeigten Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der Gleichstellung eines Landes (gemessen durch den Global Gender Gap Index) und der "Menge" des grammatischen Geschlechts in der Landessprache. (vgl. grammatical gender vs. natural gender vs. genderless languages) Alltagsbeispiele: Luise Pusch sammelt Sätze und texte die plakativ zeigen, wie seltsam generische Maskulina je nach Kontext wirken können: "Wenn der Arzt im Praktikum Schwanger wird, hat er Wurlaub nach den Regelungen des Mutterschutzgesetzes, nach ,,," "denn jeder freut sich, wer er seinen Liebste gerne anschaut", Autorin wollte ausdrücken, dass ein gepflegtes Äußeres einer Frau für ihren männlichen Partner wichtig ist. Argument Bezeichnung im Singular zeichnen eher ein Konkretes Bild, als unpersönliche Gruppenbezeichnungen um Plural. : → diese Argumentation müsste dann aber auch für Sätze wie "Jeder Teilnehmer..." gelten und auch für alle Gesetzes- und Vertragstexte, in denen üblicherweise Singularformen verwendet werden. in den vorhandenen Studien Singular-und Pluralformen verwendet und keinen Unterschied zw. Ihnen feststellen können. Nicht aussschließlich das grammatische Geschlecht beeinflust unsere Wahrnehmung von Personen in Texten. weiterer Einflussfaktor = Stereotypizität der Personenbezeichnungen. ("Elektriker", "kindergärtner") Geschlechtergerechte Formen. Was sind Alternativen zu generischen Maskulina? Feminisierung: Nennung von Männern und Frauen, Neutralisierung: Verwendung von maskulinen und femininen Personenbezeichnungen. zu 1) Feminisierung Parallele Verwendung von maskulinen und femininen Personenbezeichnungen: Beidnennungen oder Paarform oder Splittingform, z. B. "Lehrerinnen und Lehrer", "er oder sie". schriftliche Akürzungsmöglichkeiten: Schrägstrich: "Lehrer/- innen" , "Lehrer/innen": weit verbreitet, aber nicht Grammatisch korrekt. grammatikalisch Korrekt : "Lehrern und Lehrerinnen": " Lehrer/ -inne/ -n Klammern: grammatikalisch Korrekt: "Lehrer(innen), Kritik: in Klammern üblicherweise unwichtiges notiert → Ungleichberechtigung. Binnen-I, Versalien- I : nicht korrekt. "LehrerInnen". Form nach aktuellen Rechtschreibregeln nicht korrekt. ´Binnen-I, Binnen-R, Binnen-N usw.: das Binnen-I verursacht einen female bias, also eine Verzerrung zugunsten von Frauen, verursacht. Unterstrich/ Gender Gap: "Lehrer_innen" , berücksichtigt auch alle Personen, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen. Statt unterstrich wird manchmal ein Sternchen verwendet: ("Lehrer*innen) . Sternchen kann auch verwendet werden um ganze Wortendungen zu ersetzen. zu 2) Neutralisierung durch neutrale Formen Personenbezeichnungen sind gemeint, für die es keine parallele maskuline und feminine, sondern nur eine Form gibt. Dazu gehören: Epizöna: gehören einem grammatischen Geschlecht an, nicht an biologisches Geschlecht gekoppelt.: -kraft, -hilfe, Im Plural: -leute. ...der Mansch, die Person, das Individuum , das Kind, die Geisel....Probe: gibt es ein Pendant mit anderem grammatikalischen Geschlecht? Die Menschin? , der Person? Kollektivbezeichnungen: "Team", "Gruppe", "Belegschaft" Substantivierte Partizipien oder Adjektive im Plural: "Studierende", Jugendliche" , "Mitarbeitende". (im Singular muss der Artikel passend variiert werden: " der oder die Jugendliche") Pronomen im Plural: "alle" statt "jeder oder jede" ................................................ Neben dem Verwenden von paarweise oder neutralen Personenbezeichnungen → Umformulierungen: Je nach Kontext, "Die Teilanahme verpflichtet zu..." statt jeder Teilnehmer muss..." oder fachkundiger Rat", statt "fachmännischer Rat" es gibt zahlreiche Richtlinien, mit nicht einheitlichen Empfehlungen. Vorteil von Beidnennungen = beide Geschlechter werden explizit adressiert.→ mit dem grammatischen Cue verliert auch die inhaltliche Stereotypizität an Gewicht → Beidnennungen in komplizierten Sätzen und/oder mit vielen Rückbezügen sperrig. →Umformulierungen, Neutralisierungen eignen sich besser. Auffällige Ansätze wie beispielsweise Unterstrich-Variante senden zusätzlich eine politische Botschaft. Texte mit Beidnennungen und Neutralisierung in ihrer Qualität und Vertändlichkeit werden nicht schlechter bewertet als generische maskuline. Asymmetrien Im Deutschen , Herausforderung = grammatische Geschlechtermarkierung von Personenbezeichnungen. → nicht so auffälig und häufig wie geschlechtsmarkierte Nomen.: Beispiele: lexical gaps = Wörter ohne Pendant im anderen Geschlecht: "Zimmermann", "Kindermädchen", Gegensatz zu Epizöna: auch nicht grammatisch, aber lexikalisch geschlechtsmarkiert → einem Geschlecht zugeordnet., Verwendung die beide Geschlechter gleichermaßen benennt muss geschafften werden: "Geburtshelfer" als männliche Form von "Hebamme". asymetrische Wortpaare: es existieren je eine maskuline und eine feminine Form, in Bedeutung aber unterschiedlichen Hierarchiestufen zugeordnet: "Masseur" = med. Massage, Masseuse = erotische Massage. Englisch: "governor" = steht Land /Unternehmen vor, "governess"= Hauslehrerin oder ein Kinderfräulein (Begriff = zunehmend veraltet) Anreden: "Frau Doktor" = manchmal immernoch nicht selbst promoviert, sondern mit Doktor verheiratet. Abschaffung des "Fräulein"→ vorher wurde bei Frauen, aber nicht bei Männern anhand der Anrede der Familienstand deutlich. Im Englischen setzt sich die Bezeichnung : "Ms" durch, um nicht mehr zw. einer verheirateten "Mrs" und einer unverheirateten "Miss" unterscheiden zu müssen.
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