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Wirtschaftspädagogik (Subject) / Sozioökonomische Theorien VO2 (Lesson)

Vorlesung 2

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  • Was ist Lernen bzw. wie kann Lernen interpretiert werden? Lernen ist eine relativ stabile Veränderung von Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen.  Ausgangsverhalten t0 --> ? --> Endverhalten t1 Lernen kann als ein Grundlegendes Merkmal fast allen Menschlichen Handelns und Verhaltens aufgefasst werden. Neben dem Reifeprozess ist der Lernprozess der mit der größten Bedeutung. Lernen wird durch jedes Paradigma anders definiert.  
  • Was ist ein Lernparadigma, bzw. ein Paradigma? Paradigma= Denkweise, Lehrmeinung, Weltanschauung Allgemein anerkannte wissenschaftliche Leistung, die zu einer gewissen Zeit, einer Gruppe von Fachleuten maßgebliche Probleme und Lösungen gibt. = Denkstilgemeinschaft Kuhn schafft eine Definition von Paradigma: 1. Soziologische Ebene: Ähnliche Ausbildung und Fachebene sowie enge Kommunikation Übereinstimmende Auffassung Kommunikationsproblem mit anderen Gruppen 2. Wissenschaftstheoretische Ebene: Modelle (Analogien) Musterbeispiele Symbolische Verallgemeinerung Arbeiten ohne ständiges Klären von Begriffen sowie Rechtfertigung über bestimmte Denkansätze. Unter Lernparadigma versteht man eine gewisse Auffassung von Lernen. Beispiele: Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus  
  • Drei Lernparadigma Behaviorismus Kognitivismus Konstruktivismus
  • Behaviorismus behavior= Verhalten   Verhalten von Menschen und Tieren mit naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen und erklären. Annahme hierbei: Das Verhalten von Menschen und Tieren ist durch Umwelteinflüsse veränderbar und kontrollierbar. Ziel: Aufdeckung von Reiz-Reaktionsverbindungen.
  • Drei behavioristische Lerntheorien   Klassisches Konditionieren Operantes/ Instrumentellen Konditionieren Modell-Lernen  
  • Beschreiben Sie das Klassische Konditionieren! Das klassische Konditionieren baut auf bereits bestehende Reiz-Reaktionsverbindungen auf. Unkonditionierter Reiz (Futter) löst unkonditionierte Reaktion aus (Speichelfluss). Werden jedoch der unkonditionierte Reiz (Futter) mit einem neutralen Reiz (Glocke) mehrmals gekoppelt, führt der neutrale Reiz (Glocke) zur gleichen Reaktion (Speichelfluss). Somit wird der neutrale Reiz (Glocke) zum konditionierten Reiz und die vom konditionierten Reiz hervorgerufene Reaktion nennt man die konditionierte Reaktion. 
  • Reizgeneralisierung Von einer Reizgeneralisierung spricht man, wenn ähnliche Reize, wie der konditionierte Reiz, zur selben konditionierten Reaktion führen.
  • Reizdiskriminierung Nur ein ganz bestimmter konditionierter Reiz löst die konditionierte Reaktion aus.
  • Extinktion Schrittweise Löschen einer gelernten Reiz-Reaktions-Verbindung z.B.: Spinnenphobie: Spinne im Fernsehen ansehen, anschließend echte Spinne anschauen, Spinne streicheln, Spinne auf Hand setzen lassen...
  • Gegenkonditionierung Nichtbestätigung des unerwünschten Verhaltens - gleizeitig Bekräftigung des erwünschten Verhaltens.
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  • Operantes / Instrumentelles Konditionieren   Erweiterung der klassischen Konditionierung Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens in einer bestimmten Reizsituation wird durch Verstärkung erhöht. --> positive und negative Verstärkung möglich Effektgesetz: Aus einer Fülle von möglichen Verhaltensweisen, werden diejenigen wieder gezeigt, die mit positiven Konsequenzen verbunden sind, diejenigen die mit negativen Konsequenzen verbunden sind, werden nicht wiederholt! 3 Ebenen der Verstärkung, damit beispielsweise Lehrerlob funktioniert:   Kontingenz: Systematisches beziehen zu einem bestimmten Verhalten. Spezifiziert: Dem Subjekt muss deutlich sein, welches Verhalten positiv/negativ verstärkt wurde Glaubwürdigkeit: Gestik und Mimik müssen mit Wort im Einklang stehen --> Lehrerlob kann meist nicht als Verstärker verstanden werden, da es selten alle 3 Kriterien erfüllt. Es hängt aber auch stark von der Persönlichkeit des Empfängers ab. Beide Theorien gehen von der Black-Box-Annahme aus und beschränken sich somit auf das beobachtbare Verhalten. Der Unterschied gibt sich als nur aus der Methode, wie versucht wird die Umwelt zu beeinflussen. (Konditionierung mit Reizen und Konditionierung mit Verstärkung).  
  • Behaviorismus - Unterrichtskonsequenzen Unterricht richtet sich auf beobachtbare Verhaltensweisen hin aus. Unterricht erfolgt in kleinschrittigen Einheiten, die durch die Lehrenden festgelegt werden. Verhaltenssteuerung durch Lob und Tadel. Lernleistungen werden fortlaufend überwacht und kontrolliert. 
  • Kritik an behavioristischen Lerntheorien Beschränkung auf beobachtbares Verhalten: Black-Box-Annahme Erkenntnisgewinnung unter Laborbedigungen Überbetonung der Reaktiven (auf Reize reagieren) Gleichsetzung tierischen und menschlichen Verhaltens = Reduktionismusvorwurf Vernachlässigung von Sinn, Wille und Motiv als Handlungsgründe Keine Beachtung der Selbst-Reflexivität des Menschen
  • Behaviorismus: - Gehirn als... - Das Bild des Lerners - Das Bild des Lehrers Gehirn als Black-Box Das Bild des Lerners: Der Lernende ist ein passiver Rezipient. Das Lernen ist eine Rekonstruktion der Instruktion. Das Bild des Lehrers: Dominante Rolle des Lehrers: Reize setzen, steuernde Rolle, Belohnung und Bestrafung. Der Lehrende setzt die Instruktionen und gibt den Lernweg vor. Das Wissen wird durch Wiederholung, externe Verstärkung angeeignet.