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empirische Sozialforschung (Subject) / Theorie des Interviews (Lesson)
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- Interview- ähnlich wie Alltag, aber: künstliche, formale Situation asymmetrische Beziehung zwischen Befragtem und Interviewer zugesichterte Vertraulichkeit Neutralität des Interviewers
- faktorenanalytische Theorie der Frage (Kurt Holm 1) Antwortreaktion = durch Faktoren der Fremddimension und soziale Erwünschtheit beeinflusst
- Befragtenverhalten im rational-choice-modell (Helmut Esser 2) Antwortverhalten aus Kosten-Nutzen Kalkulation: Kosten: soziale Missbilligung Nutzen: wahre Antwort -> Aufrechterhalten der Identität -> Grundlage: subjectively expected utility (= objektiver Nutzen x Eintrittswahrscheinlichkeit Verzerrung: Erwartung Nutzen aus soz. Anerkennung -->Plausibiliserung der Technik, keine Belohnung/Missbilligung
- kognitive Modelle des Befragtenverhaltens (Norbert Schwarz 3) Urteils- und Erinnerungsvorgänge spielen wichtige Rolle -> psych. Gesetzmäßigkeit menschlicher Informationsverarbeitung als Grund für Antwortverzerrung
- CRIME: 1. C Comprehension = Verstehen Verarbeitung der Information, verstehen der logischen Struktur
- CRIME: 2. R Retrieval = Informationssammlung Verwendung spezieller Strategien zum Informationsabruf
- CRIME: 3. I Integration = Entscheidung abgerufene Infos integrieren
- CRIME: 4. M Mapping = Abbildung der Antwort Übertragen der Entscheidung in Antwortkategorie
- CRIME: 5. E Editing = Anpassen der Antwort Konzept Selbstdarstellung/ Selbsttäuschung, soziale Erwünschtheit
- soziale Erwünschtheit Antwortverzerrung in Richtung der sozialen Erwünschtheit wahrscheinlicher, je heikler der erfragte Sachverhalt (Bsp: Zahl der Sexualpartner) --> vollständig anonymisierte Antwort
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- Zustimmungstendenz (Aquiszenz) inhaltsunabhängig, positiv beantworten ist Persönlichkeitsmerkmal -> geringe Ich-Stärke --> Verwendung unterschiedlich gepolter Items
- Tendenz zur Mitte (zentrale Tendenz) bei mehrstufigen Skalen Wahl des Mittelwerts Tendenz zur Mitte besonders bei Unsicherheit -> Antwortskalen mit wenigen Kategorien
- Item-Nonresponse (Antwortverweigerung) explizite Verweigerung einer Antwort vor allem bei heiklen und persönlichen Fragen -> Rückgriff auf nicht-reaktive Techniken
- Non-Attitudes (Meinungslosigkeit) Abgabe inhalticher Antwort trotz Meinungslosigkeit keine Angabe (weiß nicht) -> weiß nicht zur Antwortkategorie machen
- Frageeffekte Antwortreaktion wird durch Frage beeinflusst - Frageformulierung -> Fragen präzise formulieren, auf wertbesetzte Fragen verzichten -Frageart Einstellungsmessung über Rating/Ranking (-> Rating bei absoluter, Ranking bei relativer Bedeutung) Erinnerungsprobleme bei Retrospektivfragen (-> Erinnerungsstützen durch Hinweise)
- Reihenfolgeeffekte -Reihenfolge der Antwortalternativen primacy effekt: Auswahl zuerst genannter, Befragter bleibt bei erster Möglichkeit hängen recency effekt: Auswahl zuletzt genannter --> Befragungszeit kurz halten -Reihenfolge der Fragen: vorangegangene haben Einfluss auf folgende -> Fragebogensplit
- Ankereffekte Wahl der Antwortkategorien kann Antwort beeinflussen --> mehrdeutige Begriffe vermeiden
- Interviewermerkmale verhalten und Merkmale beeinflussen Antwortverhalten stärkere Effekte bei sensiblen Fragen -> telefonisches Interview
- Interviewsituation: Umgebungsmerkmale können Vergleichsstandards beeinflussen (Präsenz Dritter) -> Einzelinterview
- Sponsership- Effekt Kenntnis über Auftraggeber beeinflusst Antwortverhalten