20

empirische Sozialforschung (Subject) / Theorie des Interviews (Lesson)

13/14

This lesson was created by noraelena.

Learn lesson

Advertisement
  • Interview- ähnlich wie Alltag, aber: künstliche, formale Situation asymmetrische Beziehung zwischen Befragtem und Interviewer zugesichterte Vertraulichkeit Neutralität des Interviewers
  • faktorenanalytische Theorie der Frage (Kurt Holm 1) Antwortreaktion = durch Faktoren der Fremddimension und soziale Erwünschtheit beeinflusst
  • Befragtenverhalten im rational-choice-modell (Helmut Esser 2) Antwortverhalten aus Kosten-Nutzen Kalkulation: Kosten: soziale Missbilligung Nutzen: wahre Antwort -> Aufrechterhalten der Identität -> Grundlage: subjectively expected utility (= objektiver Nutzen x Eintrittswahrscheinlichkeit Verzerrung: Erwartung Nutzen aus soz. Anerkennung   -->Plausibiliserung der Technik, keine Belohnung/Missbilligung
  • kognitive Modelle des Befragtenverhaltens (Norbert Schwarz 3) Urteils- und Erinnerungsvorgänge spielen wichtige Rolle -> psych. Gesetzmäßigkeit menschlicher Informationsverarbeitung als Grund für Antwortverzerrung
  • CRIME: 1. C Comprehension = Verstehen Verarbeitung der Information, verstehen der logischen Struktur
  • CRIME: 2. R Retrieval = Informationssammlung Verwendung spezieller Strategien zum Informationsabruf
  • CRIME: 3. I Integration = Entscheidung abgerufene Infos integrieren
  • CRIME: 4. M Mapping = Abbildung der Antwort Übertragen der Entscheidung in Antwortkategorie
  • CRIME: 5. E Editing = Anpassen der Antwort Konzept Selbstdarstellung/ Selbsttäuschung, soziale Erwünschtheit
  • soziale Erwünschtheit Antwortverzerrung in Richtung der sozialen Erwünschtheit wahrscheinlicher, je heikler der erfragte Sachverhalt (Bsp: Zahl der Sexualpartner) --> vollständig anonymisierte Antwort
  • Advertisement
  • Zustimmungstendenz (Aquiszenz) inhaltsunabhängig, positiv beantworten ist Persönlichkeitsmerkmal -> geringe Ich-Stärke --> Verwendung unterschiedlich gepolter Items
  • Tendenz zur Mitte (zentrale Tendenz) bei mehrstufigen Skalen Wahl des Mittelwerts Tendenz zur Mitte besonders bei Unsicherheit -> Antwortskalen mit wenigen Kategorien 
  • Item-Nonresponse (Antwortverweigerung) explizite Verweigerung einer Antwort vor allem bei heiklen und persönlichen Fragen -> Rückgriff auf nicht-reaktive Techniken
  • Non-Attitudes (Meinungslosigkeit) Abgabe inhalticher Antwort trotz Meinungslosigkeit keine Angabe (weiß nicht) -> weiß nicht zur Antwortkategorie machen
  • Frageeffekte Antwortreaktion wird durch Frage beeinflusst - Frageformulierung -> Fragen präzise formulieren, auf wertbesetzte Fragen verzichten -Frageart   Einstellungsmessung über Rating/Ranking (-> Rating bei absoluter, Ranking bei relativer Bedeutung) Erinnerungsprobleme bei Retrospektivfragen (-> Erinnerungsstützen durch Hinweise)
  • Reihenfolgeeffekte -Reihenfolge der Antwortalternativen primacy effekt: Auswahl zuerst genannter, Befragter bleibt bei erster Möglichkeit hängen recency effekt: Auswahl zuletzt genannter --> Befragungszeit kurz halten -Reihenfolge der Fragen: vorangegangene haben Einfluss auf folgende  -> Fragebogensplit
  • Ankereffekte Wahl der Antwortkategorien kann Antwort beeinflussen --> mehrdeutige Begriffe vermeiden
  • Interviewermerkmale verhalten und Merkmale beeinflussen Antwortverhalten stärkere Effekte bei sensiblen Fragen -> telefonisches Interview
  • Interviewsituation: Umgebungsmerkmale können Vergleichsstandards beeinflussen (Präsenz Dritter) -> Einzelinterview  
  • Sponsership- Effekt Kenntnis über Auftraggeber beeinflusst Antwortverhalten