54. Welche efferente Hörbahnen sind bekannt und was haben sie für eine
Funktion?
im Spiralganglion Verbindungen mit äußeren Haarzellen
55. Was versteht man unter den Begriff „MTF“: wie wird dies definiert?
Modulationsübertragungsfunktion Vergleich zwischen Detailkontrast an Kanten eines Objekts und Kontrast seiner bildlichen Darstellung
56. Was sind otoakustische Emissionen?
aktive, akustische Aussendungen des Ohres, die retrograd, d. h. entgegen der Richtung bei der Schallwahrnehmung, über den Weg Gehörknöchelchen und Trommelfell in den Gehörgang gelangen und dort mit Hilfe von hochempfindlichen Messmikrofonen aufgenommen werden können. Sie sind bei ca. 97 % der Menschen nachweisbar, treten bei allen Landwirbeltieren und sogar in den Hörorganen von Insekten auf.
57. Wie entsteht Hörverlust? Was kann man dagegen tun?
• Sensorineuraler Hörverlust: Verlust von äußeren &inneren Haarzellen• Cochlea-Implantat: Implantierte Elektroden kompensieren den bestehendenHörverlust durch Stimulation
58. Welches Sinnessystem ist an der Wahrnehmung von Eigenbewegungen beteiligt?
Vestibular-Organ• Knöchernes Labyrinth• Perilymph– hohe Na+ (150 mM)– niedrige K+ (7 mM)• Drei Bogengänge– Anterior– Superior– Horizontal• Endolymph– hohe K+ (150 mM)– niedrige Na+ (16 mM)• Otolithorgan– utriclus (horizontale Beschleunigung)– sacculus (vertikale Beschleunigung) -> stehen senkrecht aufeinander, ihre Membran enthält Otholiten die ihre Trägheit erhöhen und so mit bei horizontaler bzw. vertikaler Beschleunigung eine Auslenkung der in sie ragenden Cilien bewirkt • VIII CN • Haarzellen– Type I (Weinglas-förmig, im Zentrum der Crista)– Type II (Stabförmig, in der Peripherie der Crista)• A.1 Kinocilium & 60-100 Stereocilia– Afferente Fasern (rot, Aminosäure)– Efferente Fasern (blau, Acetylcholine)• B. Cupula in Ampullae - Rezeptoren im Crista(Rotation)• C. Otolithorgane in Utriclus und Sacculus (lineareBeschleunigung)
59. Was ist der adäquate Reiz für die Bogengänge bzw. die
Otolithenorgane?
Mechanische Auslenkung der Stereocilien in Richtung Kinocilium -> K+ Inlfux -> Depolarisation -> Reizleitung
60. Wie werden die Signale aus den rechten und linken Bogengängen verglichen?
Links-Drehung: Hömolymphe im linken Ohr bewegt sich nach Rechts -> Depolarisation. Hämolymphe im rechten Ohr bewegt sich nach Links -> Hyperpolarisation Rechts-Drehung umgekehrt -> push-pull, antagonistische Kodierung der Richtung
61. Was versteht man unter VOR bzw. Torsion?
vertikale Drehung, okkulare Gegendrehung
62. Was ist ein Nystagmus und wie wird er ausgelöst?
• Kompensatorische Augenbewegungen (im dunkel) während Kopfrotation• Langsame & schnelle Phasen• langsame Phase kompensiert für Kopfbewegungen• schnelle Phase bringt das Augen wieder im Mittelpunkt der Orbita -> auslöser sind Bewegungen des eigenen Körpers oder des Betrachteten Objekts, die durch die Augenbewegung so kopensiert werden, dass das Objekt insgesamt rel. konstant auf die Netzhaut projeziert wird
63. Welche Rezeptoren sind für die taktile Wahrnehmung
zuständig?
Mechanorezeptoren; freie Nervenendigungen = primäre SZ, die gleichmäßig in der Haut verteilt liegen
64. Wie unterscheiden sich die SA1/SA2 von den RA Rezeptoren?
• SA1 (slow-adapting); Merkelzellen– Form, Texturwahrnehmung, langsam adaptiert, reagiert auf leichte Druckreize• SA2 (slow adapting); Ruffini-Körperchen– Handbewegung, Greifen, langsam adaptiert, reagiert auf Dehung der Haut• RA (rapid adapting); Meissner-Körperchen– Niederfrequente Vibration, schnell adaptiert, niedrig frequente Vibration• PC (Pacinian corpusle)– Hochfrequente Vibration, schnell adaptiert
65. Welche sind die adäquate Reize für das Taktilsystem?
Druck, dehnung, Vibration
66. Wie reagiert eine SA1-Faser auf Objektkrümmung?
• Neuronale Antwort aufgekrümmte Flächen• A) Antwort aufverschiedeneKrümmungen• B) als Funktion derEntfernung vomKrümmungszentrumbei konstanterKrümmung
67. Wie wird die somatosensorische Information zum Kortex
geleitet?
• Jeder sensorische spinale Ganglionvertritt einen Körperbereich• Dermatom: Innervationsbereich jedes Hinterwurzelganglions • Hinterwurzel (dorsal root sensory) Ganglien• Mediale Lemniscus, Medulla• Mittelhirn• Ventral-posterioren Thalamus• Somatosensorischer Kortex
68. Welche Teile vom Thalamus sind an der somatosensorischen
Verarbeitung beteiligt?
medial posteriorer Thalamus Nucleus ventralis anterolateralis
69. Was versteht man unter einem somatosensorischen Homokulus?
Homunkulus ist Wesen im Kopf, wird metaphorisch verwendet um die neuronale Repräsentation des Sinnessystems zu veranschaulichen
70. Wie nennt man die Wahrnehmung von eigener Motorik?
Welche Rezeptoren sind daran beteiligt?
Mechanorezeptoren für Propriozeption • Propriozeptoren melden Änderungen in der Muskeldehnung• Muskelspindel des gestreiften Muskels– 6-8 intrafusale Muskelfasern– Group I & II sensorische Fasern• Rolle in Steuerung von Feinmotorik (Finger/Hand-, Augenbewegungen• Golgi-Sehnen-Organe
71. Welche Rezeptoren sind für die Aufnahme von Temperatur und Schmerzreizen
zuständig? Beschreiben Sie ihre funktionellen Eigenschaften.
freie Nervenendigungen, Termozeptoren de allg. Temperatur wahrnehmen und Nozizeptoren die schmerzhafte Temperatur wahrnehmen
72. Wie unterscheidet man die Nervenfasern, die die Information über Temperatur bzw. Schmerz bei Hitzereizen übermitteln?
Schmerzwahrnehmung: • Sensorisch-diskriminative Komponente• Affektiv-emotionale Komponente• Vegetativ-autonomen Komponente• Motorische Komponente• Kognitive Komponente Nozizeptoren feuern erst ab 45°C, Termozeptoren feuern konstant bei bei Temperaturänderung
73. Beschreiben Sie die Eigenschaften von Ad- und C-Fasern.
• Aδ-Fasern– Hohe Schwellen, mechnothermische, A-Mechano-Heat-Fasern (AMH), first pain, stärker myelinisiert = schneller• C Fasern, C-Mechano-Heat-Fasern (CMH), second pain
74. Was versteht man unter dem Begriff „zweiter Schmerz“?
länger und dumpf, über langsame C-Fasern. Chronischer Schmerz
76. Beschreiben Sie den Zusammenhang zwischen der Körpertemperatur und dem Lustgefühl bezüglich Hitzereizen.
ob Reize als angenehm wahrgenommen werden ist abhängig von der Körpertemperatur
77. Beschreiben Sie die Bahnen im ZNS, die für die Temperatur- bzw Schmerzwahrnehmung zuständig sind.
• Hinterwurzel (dorsal root sensory) Ganglien• Anteriore laterale, mediale lemniscus Bahnen , Medulla• Mittelhirn• Ventral-posterioren Thalamus• Somatosensorischer Kortex
78. Bei bestimmten ZNS-Läsionen tritt ein dissozierter sensorischer Verlust auf. Was ist damit gemeint, und wo befindet sich in diesem Fall die Läsion?
Gekreuzte und nicht gekreuzte Bahnen führen zu einer Dissoziation bei einseitigenLäsionen
79. Was versteht man unter dem Begriff „referred pain“?
• Projektion von Schmerzempfindung auf bestimmten Körperteilen
80. Beschreiben Sie das Phänomen des „Phantomschmerzes“
1. Amputierte Glieder werden noch wahrgenommen2. Phantomglied kann über die Zeit kürzer werden
81. Was versteht man unter einem „placebo“ Effekt? Wie kann man ihn testen?
• Definition: eine physiologische Antwort auf ein neutrales Mittel• Placebo Effekt kann durch Naloxone rückgängig gemacht werden• Akupunktur, Hypnose
82. Nennen Sie drei Beispiele von endogenen Opiaten.
Leucine-Enkaphalin Methionin-Enkephalin ß-Endorphin