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Pflichtliteratur M1 (Subject) / 2 Strömungen und Entwicklungen im 19.Jahrhundert (Lesson)
In den folgenden Abschnitten werden besonders die kontroversen Positionen dargestellt, um den Prozess der Auseinandersetzung und Reifung nachvollziehbar zu machen.
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- 2.1 Positivismus und naiver Empirismus Position des Positivismus geht wesentlich auf den Aufklärer David Hume zurück Form des philosophischen Positivismus durch Auguste Comte (Begründer der Soziologie) Comte fordert vom "Gegebenem", eben vom Tatsächlichen, vom "Positiven" auszugehen. Comtes Auffassung der Entwicklung der Menschheit in drei Phasen = Dreistadiengesetz,nicht nur für einzelne Wissenschaften gültig sondern auch für Individuum. : Theologischer Stadium Metaphysischer bzw. abstrakter Zustand. Überwindung des religiösen und metaphysischen Aberglaubens durch den wissenschaftlichen, positivistischen Stadium. Englische Richtung des Positivismus = naiver Empirismus: John Stuart Mill, Herbert Spencer = Vertreter, Auffassung = Forscher kann wahre Erkenntnisse, Gesetzmäßigkeiten der Natur durch Beobachtung und Experiment erkennen , die im Idealfall Naturgesetze sind.
- 2.2 Evolutionstheorie Charles Darwin= Begründer struggle of Life = Kampf ums Dasein. natürliche Auslese und Arterhaltung Einfluss Darwins auf die Humanwissenschaft = beträchtlich: Englische Evolutiionisten wie Sir Edward Burnett Tylor, James G. Frazer waren der Auffassung, dass "Primitive" auf niedrigerern Evolutionsstufe seien und Europäern intellektuel unterlegen wären. Sir Francis Galton: : fand Unterschiede in den geistigen Fähigkeiten der Rassen. Jedoch: Intelligenz ist kulturgebungen, es existieren keine kulturunabhängigen Tests. mittelbar findet man den Einfluss Darwins in den Theorien vieler Autoren (z.B. Sigmund Freud)
- 2.3 Völkerkunde und Völkerpsychologie Kolonisierung→ Begegnung mit Mensch anderer Rassen u. Kulturen →Auseinandersetzung mit Mentalitäten Theodor Waitz setzt sich in seiner "Anthropologie der Naturvölker" mit den Mentalitätsunterschieden verschiedener Völker auseinander. Sein Ergebnis = Unterschiede nicht erklärbar durch Rassenunterschiede, da innerhalb der gleichen Rasse verschiedene Nationalitäten mit verschiedenen Mentalitäten auftreten. Umgekehrt finden sich ähnliche Rassen unter verschiedenen Umweltbedingungen. Sein Schluss= seelische Eigenschaften des Menschen seien sehr stark modifizierbar ( in einem oder mehreren Eigenschaften veränderbar). Rudolph Bastian in seiner Schrift: "der Mensch in der Geschichte": Bedeutung der sozialen Umwelt für den Prozess der Menschwerdedung Wilhelm von Humboldt: Denken wesentlich von Sprache bestimmt. verschiedene Sprachen = Verschiedene Weltansichten. These auch von Benjamin Lee Whorf aufgestellt→ Whorf Hypothese. Begründer der Völkerpsychologie = Lazarus und Steinthal In ihrer Zeitschrift: " Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft" . Durch das Vergleichen von Völkern soll die Entwicklung des Menschen, an der Sprache und das Entstehen sozialen Verhaltens studiert werden. Den theoretischen Rahmen bildetet Vorstellungen von einer Volksseele + Johann Friedrich Herbarts "PSychologie als Wissenschaft" Herbart stellte heraus, dass der Mensch nichts außer der Gesellschaft ist und erhalte seine Humanittä durch die soz. Umwelt. "den völlig Einzelnen kennen wir garnicht; wir wissen nur soviel mit Bestimmtheit, dass die Humanität ihm fehlen würde. Wir werden daher den einzelnen Menschen nicht bloß vollständiger auffassen, wenn wir ihn als einen Theil des Menschengeschlechts ins Auge nehmen, sondern wir werden ihn auch leichter erkennen, wenn wir zuerst sein vergrößertes Bild im Staate beschauen. " = Analogie von Individuum und Gesellschaft. Wilhelm Wundt (Begründer der Leipziger Schule) vertritt Überzeugung, soziale Prozesse zu komplex um sie experimentell erforschen zu können. Experimentelle Psychologie war auf Individuelles Verhalten und dort auf Wahrnehmung und Bewusstsein beschränkt. → so unterteilte er die Psychologie in experimentelle Psychologie (physiologische Psychologie) und Völkerpsychologie (Themen: Kultur, Religion, Mythos, Sitte, Sprache und Kunst) Völkerpsychologie = objektiv. In der amerikanischen Psychologie gab es so gut wie keine völkerpsychologische Richtung. Ruth Benedict und Margaret Mead prägten die Richtung personality and culture Schule. heutier Begriff dafür = "psychologische Anthropologie / ethnologische Anthropologie". Ihre Arbeit über Urformen der Kultur =Studium dreier primitiver Kulturen sollen Aussagen über das Wesen des Menschen machen. Grundannahme hierbei = menschliches Verhalten sei Wesentlich gelernt. "kulturelle Selbstverständlichkeiten erweisen sich als Vorurteile, da der Vergleich von Kulturen auf enorme Variabilität von Werten und Verhaltensweisen verweist. Psychoanalyse hatte großen Einfluss auf die Ethnologie: Freud weist in seiner Schrift über Totem und Tabu auf Ähnlichkeiten zw. bestimmten neurotischen Störungen und Vorstellungen in primitiven Kulturen.
- 2.4 Massenpsychologie Industrialisierung, Massenfertigung, Landflucht Aufgrund unrentabel gewordener Kleinbetriebe, Elend der Industriearbeiter, Massentransportmittel, Massenkommunikationsmittel, deren Bedeutung für die Politik, Korruptionsaffären (Bestechlichkeit), Nationalismus, Gewerkschaftsbildung, Maidemonstrationen. → Macht der Menschenmassen in der Gesellschaft + Wirkung der Massen auf die einzelne beteiligte Person drängten nach wissenschaftlicher Klärung. Absicht der Klärung = Massenprozesse vorhersehen, steuern, um damit Individuen und etablierte Gesellschaftschichten vor den unerwünschten Wirkungen der Massen zu bewahren. Da es sich um Italienische Autoren handelt wurde die Massenpsychologie anfangs "lateinische" bzw. "römische Schule der Massenpsy." genannt. Es wurde versucht die verminderte Zurechnungsfähigkeit des Einzelnen in der Masse nachzuweisen. → Interesse war kriminologischer Art. Scipio Sighele in seinem Buch " la folla delinquente" auf deutsch: Psychologie des Auflaufs und der Menschenverbrechen. darin bespricht er vorallem das Phänomen entgleister Mengen. Der einzelne gerate in der Masse in einen veränderten Bewusstseinszustand und sei daher für sein Handeln begrenzt verantwortlich. dies fand Eingan in die italienische Rechtsprechung Erklärungen= höhere psychische Funktionen werden in der Masse gebremst und niedere Funktionen bestärkt. → Resultat =Masse als ganzes dümmer als die Individuen im Durchschnitt. dies ist die These von LeBons in seinem Buch " Psychologie der Massen" : die Masse gleiche einem Kopflosen Tier, der Führer knete sich die Masse nach deinem Vorbild, in der Masse würden niedere Instikte aktiviert, Masse enthemme den Menschen usw. Kritikpunkte an LeBons These von Peter R. Hofstätter: LeBon stützt sich nur auf überlieferte Berichte, keine eigenen Beobachtungen, zweifelhafte Anekdoten usw. Beschriebenen Prozesse stellen Ausnahmesituationen dar, für unser heutiges Leben untypisch. verwendet den Massenbegriff unspezifisch ihm gelingt es nicht, die Bedingungen und Ursachen dynamische Prozesse, wie z.B. der Führerschaft in Massen überzeugend darzulegen. die Masse- das sind für LeBon immer die anderen. Sigmund Freud war von LeBons Idee beeindruckt → Freuds Veröffentlichung: Massenpsychologie und Ich-Analyse". darin arbeitet er die auffallenden Ähnlichkeiten zw. LeBons Massenpsychologie und seinen eigenen Vorstellungen von der Urhorde, in der der Führer das Über-Ich repräsentiert heraus. alte Massenpsy. ist in der Massenkommunikationsforschung und anderen Teilen der Soziologie aufgegangen. Teile der Ökologischen Psychologie und , Studium sozialer Bewegung stellen die psychologischen Bereiche moderner massenpsychologischer Forschung dar. wichtiges Thema der Ökolöogischen Psychologie = crowding (Personendichte)
- 2.5 Psychologie zwischen Philosophie und Physiologie zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts: Mikroskopie konnte Krankheitserreger feststellen, verbesserte Hygiene verminderte Epidemien, mit neueren Narkosemittel und Sterilisationen gelangen chirurgische Eingriffe. Maerialismus = Für die Wissenschaften von den Phänomenen des Lebens -Biologie und Psychologie eingeschlossen - schien es nun logisch die gleichen Grundlagen anzunehmen wie für die Physik und Chemie. Das Funktionieren des menschlichen Körpers entsprach wissenschaftlichen Gesetzen nicht dem Willen übernatürlicher oder göttlicher Kräfte. Hermann von Helmholtz, Emil du Bois- Reymond, Ernst Brücke, Carl Ludwig grüdeten einen Klub, mit Antivitalisten Eid verpflichten sie sich keine anderen als physikalisch-chemische Kräfte im Organismus anzunehmen. Mit dem Credo des materialistischen Denkens sind auch die Psychologen ausgebildet worden: z.B. Wundt, Pawlow, Freud. unter Eindruck von gestaltpsychologischem und holistischem (Systeme als ganzes nicht als Zusammensetzung ihrer Teile zu betreachten) Denken erscheinen uns solche materialistisch-mechnistischen Vorstellungen als begrenzt.
- 2.6 Sinnesphysiologische Forschung und Psychophysik. Hermann von Helmholtz untersucht den anatomischen Bau von Nervenzellen. stellt fest, dass die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der nervösen Erregung den Wert von 30-50m/s hat, erfand den Augenspiegel. Der von Gustav Theodor Fechner gewählte Begriff der Psychophysik lasst die Absicht erkennen , psychologische Vorgänge nach dem Vorbild der Physik als Naturwissenschaft zu studieren. die Psychophysik begründete Fechners Ruf als einem der Väter der modernen Psychologie. Mit diesem Buch Bewies Fechner, dass auch im Bereich psychischer Vorgänge strenges Messen und experimentieren möglich ist. Fechner: Verbindung zwischen Materiellem und Geistigem, Physichem und Psychischem → Psychophysik. Ernst Heinrich Weber: erforscht Funktion der Sinnesorgane,(Stechzirkeltest) → in seiner Schrift "de tactu", notwendigkeit der Ermittlung von Reizschwellen. Reizzuwachs der einen merklichen Unterschied hervorruft steht im Verhältnis zum Ausgangsreiz.→ daran knüpft Fechner an. Fechner findet ein konstantes Verhältnis heraus→ Weber- Fechnersche-Konstante = K. , Maßformel: E= K· log R = Webersches Gesetz. Fechners Leistung = Auffinden eines Naturgesetzes zur menschlichen Wahrnehmungsleistung: geometrich ansteigende Reizintensitäten entsprechen arithmetisch ansteigenden Sinnesintensitäten.
- 2.7 Experimentelle Psychologie des Lernens Hermann Ebbinghausen: will das menschliche Gedächtnis experimentell untersuchen. wendet Fechners psychophysikalischen Methoden auf das Gedächtnisleistungen an. Seine Auffassung: Gedächtnisinhalte können als Vorstellungsreihen verstanden werden, kann eine Pers. diese Reihen fehlerfrei wiedergeben hat diese Pers. etw. gelernt. Ersparnisprobe:Anzahl der Wiederholungen die zur fehlerfreien Reproduktion der Reihen nötig sind = Hinweis auf Gedächtnisleistung. stellt sinnlose Silbenreihen zusammen. NICHT Silben. erkannte Gesetzmäßigkeiten, heute noch gültig: nach längeren Zeitanständen, häufigere Wiederholungen nötig. → Ersparnis wurde bei größerem Zeitabstand geringer.. Bestimmt eine spezifische nichtlineare Vergessenskurve. Georg Elias Müllers Version:. in seinem Versuch trennt er Versuchsleiter und Versuchsperson, mehr strenge (Darbietungszeit der Silben wurde protokolliert, Sehschlitz und Silben auf Trommel, Reaktionszeit der Versuchspersonen wurde genauer gemessen: Chronoskope dienten zur Erfassung der Darbietungs- und Reaktionszeit.
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