Allgemeine Psychologie (Subject) / Einführung (Lesson)
There are 12 cards in this lesson
Einführung
This lesson was created by hellefisk.
This lesson is not released for learning.
- Was ist der Gegenstand der (allgemeinen) Psychologie? Verhalten/Erleben des Menschen: deren Entwicklung über die Lebensspanne deren Gemeinsamkeiten über alle Individuen hinweg und deren Unterschiede zwischen den Individuen welche inneren (im Individuum angesiedelten) und äußeren (in der Umwelt lokalisierten) Faktoren verursachen/bedingen/beeinflussen dieses Verhalten/Erleben? im allgemeinen wie auch in jeweils besonderen, kulturell geprägsten Sphären kollektiver, gesellschaftlicher Praxis die allgemeine Psychologie fragt: was haben alle Menschen gemeinsam? was lässt sich über dieses oder jenes psychologische Phänomen allgemein sagen?
- Welche Teilgebiete der Psychologie gibt es? Grundlagenfächer (oftmals dieselben Gegenstände, nur aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet): Allgemeine Psychologie Differentielle Psychologie Sozialpsychologie Entwicklungspsychologie Angewandte Fächer (zielen immer auf ein bestimmtes Feld sozialer oder kultureller Praxis) Pädagogische Psychologie Klinische Psychologie Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie usw. die angewandten Fächer greifen auf Erkenntnisse der Grundlagenfächer zurück
- Welche Aufgaben hat die Psychologie? bereits wissenschaftsinhärent: Beschreibung (Deskription) Erklärung (Explanation) verstärkt aufgrund praktischer Anforderungen: Vorhersage (Prognose) Veränderung, Verbesserung (Intervention)
- Was ist eine wissenschaftliche Beschreibung? Beschreibungen sind gesammelte Daten über das Verhalten und Erleben von Menschen und die dafür relevanten Bedingungen, Ursachen oder Einflussfaktoren. (Frage der Relevanz, des Fokus, der Selektion)
- Was ist eine (wissenschaftliche) Erklärung? Von einer Erklärung wird dann gesprochen, wenn Ursachen, Bedingungen oder sonstige Einflussfaktoren auf je spezifische und charakteristische Weise (und unter Geltungsanspruch) mit je bestimmten Phänomenen in Zusammenhang gebracht werden.
- Welche 3 Arten der Erklärung gibt es? eine kausale Erklärung behandelt Ursachen, die zwingend Wirkungen nach sich ziehen eine intentionale Erklärung behandelt Intentionen (Wünsche, Ziele, ...), die zu Handlungen führen eine narrative Erklärung behandelt Ereignisse, die zwischen einem bekannten Anfangs- und einem zu erklärenden Endzustand liegen
- Kausalerklärung (Tempel und Oppenheim) auch "deduktiv-nomologische" Erklärung (wissenschafttheoretisches Ideal des Positivismus) logische Ableitung wenn wir ein Explanandum E beobachten und kausal erklären wollen, dann müssen wir bestimmte allgemeine Gesetze sowie relevante Antecedensbedingungen kennen ein klassisches Experiment stellt Antecedensbedingungen her bzw. variiert sie und überprüft das Eintreffen der prognostizierten Ereignisse die Kausalerklärung ist die einzige Form der Erklärung, die Prognosen zulässt Schema: Explanans A1, ..., An Antecedensbedingungen G1, ..., Gr allgemeine Gesetzte -------------- Explanandum E erklärtes Ereignis
- Kann es in der Psychologie Kausalerklärungen geben? In der Psychologie sind meist keine allgemeingültigen Gesetze vorhanden, weshalb auf statistische Daten/statistisch begründete Aussagen ausgewichen werden muss (99% der Personen...). Die Psychologie arbeitet also mit Wahrscheinlichkeitsaussagen, mit denen sich keine deduktiv-nomologische, sondern nur noch eine induktiv-statistische Erklärung konstruieren lässt.
- Die teleologische Erklärung von Wright betrifft Dinge, die tun, UM ZU ...., d.h. der Grund für eine solche Handlung liegt in der Zukunft und ist ein Zustand, den wir anstreben es zählt die Absicht, nicht das Ergebnis die Absicht, p herbeizuführen, erklärt, dass a getan wird auch: "praktischer Schluss" telos = griech. "Ziel" Schema: A beabsichtigt, p herbeizuführen A glaubt, dass er p nur dann herbeiführen kann, wenn er a tut ---------------------------------------------------------------------------------- Folglich macht sich A daran, a zu tun
- Die narrative Erklärung von Danto eine sinnstiftende Geschichte, die zwei Zustände (zeitl. Exkpunkte) miteinander verbindet erklärt wird eine Veränderung zunehmende Bedeutung in den Teilbereichen der Psychologie, in denen erzählte Geschichten eine Rolle spielen (Biographieforschung, kognitionswiss. Studien zur sprachl. oder narrativen Kompetenz...) Schema: x ist F in t1 H ereignet sich mit x in t2 x ist G in t3 Beispiel: Anfangszustand (morgens): Auto heile ---> [erklärende Geschichte] ---> Endzustand (abends): Auto verbeult
- Mit welchen Methoden arbeitet die Psychologie? Beobachtung: a.) offen b.) standardisiert (mit Leitfaden, quantifizierbar)1.) teilnehmend 2.) nicht teilnehmend Befragung/Interview: a.) offen (z.B. narratives Interview) b.) standardisiert (z.B. Leitfadeninterview mit vorgegebenen Schwerpunkten oder Fragebogen) ---> fließender Übergang zu psychologischen Testverfahren (= ebenfalls Formen der Befragung, z.B. Intelligenztestverfahren) Experimente: 1 Kontrollgruppe und mind. 1 Experimentalgruppe abhängige & unabhängige Variablen versch. Methoden der Datenerhebung
- Was ist/wie funktioniert ein Experiment? Experiment = Hypothese über einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen soll verifiziert/falsifiziert werden: manipulierte Variable: unabhängig (löst das Verhalten aus) ausgelöste Variable: abhängig mind. 1 Experimentalgruppe, 1 Kontrollgruppe Wichtig ist, dass alle Bedingungen für alle Gruppen gleich sind, mit Ausnahme der manipulierten Variable! Beisp.: Wenn der Experimentalgruppe Adrenalin gespritzt wurde, muss der Kontrollgruppe z.B. Kochsalzlösung gespritzt werden, um sicherzustellen, das nicht der Sachverhalt des Spritzens selbst ein Verhalten/Erleben auslöst.
