85

Examen GSP (Subject) / Übergänge (Lesson)

...

This lesson was created by Topolina.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • Kooperation zwischen Kiga und GS - Differenzierte und reflektierte Beobachtung Beobachtung bildet die Grundlage, um kindliche Lernprozesse anzuregen und zu unterstützen. Kiga und GS setzen bei der Beobachtung unterschiedliche Schwerpunkte: Kiga: mehr Erfahrung in der Beobachtung von Entwicklungsprozessen GS: mehr Erfahrung in der Bewertung von Lernergebnissen Die GS ist auf Informationen aus dem Kindergarten angewiesen, wenn sie an die Lernerfahrungen der Kinder anknüpfen will, denn Schuleingangsdiagnostik wird nicht bei jedem Kind durchgeführt Schuleingangsdiagnostik ist nur eine punktuelle Bestandsaufnahme Sinnvoll wäre auch noch ein Gespräch mit den Eltern
  • Kooperation zwischen Kiga und GS - Gestaltung anregungsreicher und vielfältiger Lernumgebungen Lernumgebungen sollen Interesse und Neugier der Kinder gezielt herausfordern aufgrund der großen Heterogeneität der Kinder muss es eine Vielfalt an Lernumgebungen geben (hinsichtlich Lernwegen, Zugämgen, Themen....) Lernumgebungen müssen aber immere eine klare und übersichtliche Struktur haben (räumlich, zeitlich, organisatorisch), damit die Kinder Sicherheit und Orientierung haben Kiga und GS haben verschiedene Konzepte von Lernumgebungen entwickelt und getestet sie sollten sich ihre Erfahrungen gegenseitig zugänglich machen dann: gemeinsam an einem Konzept arbeiten, das dem doppelten Anspruch des Übergangs (Grenze und Kontinuität) gerecht werden kann
  • Kooperation zwischen Kiga und GS - angemessenes und umfassendes Fördern Problem: Die Vorstellungen über das Fördern decken sich in Kiga und GS nicht vollständig, da unterschiedliche Zielvorstellungen und Erziehungskonzeptionen zugrunde liegen: bestimmte Kompetenzen haben für den Schulerfolg eine größere Bedeutung als andere Lehrer und Erzieher halten daher unterschiedliche Kompetenzen für wichtig (z.B. E: Feinmotorik, L: Konzentrationsfähigkeit, Sprachverständnis) ABER: In beiden Institutionen setzt man an den Fähigkeiten der Kinder an  und nicht an den Schwächen! Kiga und GS sollten sich zunächst gegenseitig informieren, welche Förderprogramme sie verwenden und welches Verständnis von Förderun zugrunde liegt. Ideal wäre eine gemeinsame Entwicklung von Förderprogrammen, die aufeinander aufbauen und in beiden Institutionen verwendet werden können
  • Schwierigkeiten bei der Kooperation zwischen Kiga und GS   Erzieher und Lehrer begegnen sich oft nicht auf Augenhöhe → Vorurteile und mangelnde Bereitschaft Probleme in der Kommunikation → Fehlen einer gemeinsamen Sprache → Unkenntnis über pädagogische Gepflogenheiten regionale Gegebenheiten: v.a. in großen Städten kommen Kinder aus unterschiedlichen Kindergärten auf eine Schule  
  • Projekte zur strukturellen Verzahnung von Kiga und GS über eine Kooperation hinaus - Übersicht Kidz Bildung neu denken
  • Kidz   KidZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern Orientierung an einem Schweizer Modell Verbindung von Kiga und GS in einer Grundstufe so, dass man von einer Integration des Kindergartens in die GS sprechen kann traditionelle Kindergartenarbeit bleibt erhalten, wird aber durch Aspekte der Schulpädagogik ergänzt Einsatz einer Lehrerin im Kiga um eine verstärkte kognitive Förderung zu erreichen  
  • "Bildung neu denken"   „Bildung neu denken“ 0-4 Jahre: Besuch von Krippe, Kindergarten, Hort Anamnese der individuellen Entwicklungsvoraussetzungen um zu entscheiden ob das Kind eingeschult wird, in welche Lerngruppe es kommt und welche Fördermaßnahmen zu ergreifen sind ab 4 Jahren: Primarschule → Unterricht in heterogenen Stammgruppen → binnendifferenzierende Maßnahmen   leitende Prinzipien sind Verfrühung, Verdichtung, Verstetigung Lernfenster des kindlichen Gehirns sollen besser genutzt werden zeitökonomische Organisation kindlicher Lernprozesse Kritik: Schulfähigkeit wird wieder am Kind festgemacht  
  • Grundlegende Annahmen zum Schulreifekonzept nach Kern   Ausgangslage: ca. 25% der Schüler bleiben mind. 1x sitzen → dies ist laut Kern nicht auf mangelnde Begabung, sondern auf ein Defizit der Schulreife bei Eintritt in die Schule zurück zu führen   Grundlegende Annahmen Entwicklung des Kindes ist ein endogener Prozess und kann von außen kaum beeinflusst werden jedes Kind erreicht im Laufe seiner Entwicklung einmal den Entwicklungsstand, der Voraussetzung für ein erfolgreiches Durchlaufen der Schule ist manche Kinder erreichen den Punkt früher, andere später Kinder sollen also nicht nach Alter eingeschult werden, sondern dann, wenn es den entsprechenden Entwicklungsstand erreicht hat Kinder, die die geforderten Kriterien nicht erfüllen, sollen zurückgestellt werden → man muss warten, bis sie die erforderliche Schulreife erhalten haben  
  • Theoretischer Hintergrund zum Schulreifekonzept nach Kern Entwicklungstheorie nach Kroh   Jugendentwicklung wird in 3 Hauptstufen gegliedert: frühe Kindheit Schulkindheit (= schulfähige Kindheit; von 4-8 Jahren) → das Kind erlangt in dieser Stufe im Laufe der nächsten Jahre die Schulreife Reifezeit   Kern interessiert sich vor allem für das Stadium der Schulkindheit und teilt es in 3 Phasen ein: Frühstadium → Kind kann Vorgänge außerhalb des Ichs von seiner Person trennen → Kind kann zwischen Wahrnehmen und Fühlen unterscheiden → Kind kann Aufträge anderer ausführen Mittelstadium → mittlerer Grad an Entwicklung, der nicht genau abgegrenzt werden kann Spätstadium → Weiterentwicklung des Denkens Nur Kinder, die sich bereits im Spätstadium dieser Phase befinden, können laut Kern den Anforderungen des 1. Schuljahres genügen.  
  • Verdienste von Kern   zum ersten Mal wird die besondere Schlüsselstellung des Schulanfangs herausgestellt seitdem gilt, dass der Entwicklungsstand wichtiger ist, als das Alter Einsicht, dass sich der Entwicklungs- und Lernstand von Schulneulingen ermitteln lässt bildungspolitische Folgen: → der Schuleintritt wird um ein viertel Jahr nach hinten verschoben → Schulpflicht wird ab dem vollendeten 6. Lebensjahr festgesetzt  
  • Advertisement
  • Grundreifungstest zur Feststellung der Schulreife   Annahme, dass sich alle Fähigkeiten des Kindes gleichschrittig entwickeln maßgebliches Kriterium für die Schulreife: visuelle Gliederungsfähigkeit = Fähigkeit, sinnlich aufnehmbare Strukturen inhaltlich zu erfassen Kind sollte vorgegebene Zeichen wahrnehmen, gliedern und wiedergeben → Abmalen von Zeichen → Fortsetzen von Mustern → Finden von Unterschieden  
  • Kritik am Grundreifungstest   Schwierigkeiten bei der Auswertung des Tests (Einordnung in klar gegliedert – teilgegliedert – nicht gegliedert) oft schwer Test hat einen hohen Messfehler → Schenk-Danzinger zeigte, dass die Prognose v.a. im unteren Bereich (der ja entscheiden ist) in über 50% der Fälle falsch war Test misst primär Intelligenz und sagt wenig über die Schulfähigkeit selbst aus Gliederungsfähigkeit kann trainiert werden → vgl. Untersuchungen von Heckhausen & Kemmler (1962): „nicht-schulreife“ Kinder wurden trotzdem eingeschult und nach 6 Wochen konnte ein extremer Anstieg der Gliederungsfähigkeit festgestellt werden Kritik an der praktischen Durchführung: einige Schulen testeten schon weit vor dem tatsächlichen Schulbeginn → große Rückstellungsdifferenzen zwischen den einzelnen Schülern  
  • Warum wurde der Begriff Schulreife durch Schulfähigkeit abgelöst? In den 60er Jahren kam es  zu neuen Erkenntnissen, so dass sich der Begriff der Schulreife nicht mehr halten konnte:   Merkmale entwickeln sich nicht im Gleichschritt Entwicklung von Merkmalen kann durch Lernprozesse beeinflusst werden Lernprozesse hängen mit Umweltfaktoren zusammen → familiäre Bedingungen und außerfamiliäre vorschulische Förderung ist bedeutsam    
  • Kennzeichen des traditionellen Schulfähigkeitsbegriffs   auf das Kind bezogen: Schulfähigkeit muss durch das Kind erreicht werden Schuleingangsdiagnostik war immer noch auf Selektion ausgerichtet → Kind musste in einem Test einen bestimmten Punktwert erreichen (Vergleich mit einer Normtabelle) → Schwerpunkt lag auf kognitiven Leistungen (kaum Beachtung von sozialen Aspekten, Motivation etc.)
  • Welche Erkenntnisse führten zu einem modernen Verständnis von Schulfähigkeit?   Entwicklung wird hptsl. durch Lernerfahrungen beeinflusst nur was man sich nicht durch Lernen erklären kann, wird auf Reifung zurückgeführt  
  • Eigenschaften des modernen Schulfähigkeitsbegriffs Schulfähigkeit ist nicht länger eine Größe, die vom Kind erreicht werden muss sondern: Schule muss sich auf die Kinder einstellen und sie „da abholen wo sie stehen“ Schuleingangsdiagnostik dient nicht mehr der Selektion, sondern der Entwicklung geeigneter Fördermaßnahmen → Schulfähigkeit ist eine relative Größe und steht im Schnittpunkt von 3 Bestimmungsgrößen: Anlagen und Reifung Lerngeschichte und vorschulische Lernchancen Organisationsstruktur und Anforderungen der Schule      
  • Schulfähigkeit nach Schenk-Danzinger   Schenk-Danzinger spricht von Schulfähigkeit und Schulbereitschaft und meint damit Voraussetzungen für den Schuleintritt in 3 Bereichen des Kindes: kognitiver Bereich Bereich der motivationalen und emotionalen Entwicklung Bereich des Sozialverhaltens   Familie und vorschulische Institutionen haben eine große Bedeutung bei der Erreichung von Schulfähigkeit: Anregungen und Lernmöglichkeiten spielen eine große Rolle   → v.a. die „Selbststeuerung“ entwickelt sich stark milieuabhängig (damit meint S.-D. Faktoren wie Konzentration, Ausdauer, Anstrengungsbereitschaft...)  
  • Ökosystemischer Ansatz nach Nickel --> zum modernen Schulfähigkeitsbegriff   CAVE: Der LP der GS orientiert sich an diesem Modell!   Für Nickel ist Entwicklung ein Wechselspiel zwischen Aktivitäten des Kindes und Angeboten der Umwelt. Schulfähigkeit entsteht durch die Interaktion von 4 Teilsystemen: Teilsystem Schule Schulsystem allgemeine Anforderungen (z.B. Lehrplan, Richtlinien) Teilsystem Schüler körperliche Voraussetzungen geistige Voraussetzungen motivationale und soziale Voraussetzungen Teilsystem Ökologie familiäre Situation vorschulische Förderung schulische Faktoren (z.B. materielle und personale Ausstattung) Teilsystem Gesamtgesellschaftliche Situation allgemeine Werte und Normen ökonomische Rahmung von Schule und Unterricht   → Schulfähigkeit ist keine alleinige Vorleistung des Kindes, sondern eine gemeinsame Aufgabe aller an der Bildung und Erziehung beteiligten Personen → Schulfähigkeit wird als Ziel gesehen  
  • Problem der modernen Schuleingangsdiagnostik → Speck-Hamdan Schule ist gesetzlich verpflichtet, bei jedem Kind über die Aufnahme zu entscheiden. Ziel soll sein,Lernvoraussetzungen zu ermitteln um so die bestmögliche Förderung für das Kind zu finden. Problem: Bestmögliche Förderung hängt in der Praxis oft mit dem Förderort zusammen  → so lange es Alternativen wie z.B. die Förderschule gibt, läuft Schuleingangsdiagnostik zwangsläufig auf Selektion hinaus Dem schließt sich auch Richter an:   Das Konzept der Schulfähigkeit und ihrer Feststellung am Schulanfang ist obsolet, denn es ist automatisch mit Selektion verbunden → Daher sollte man besser darauf verzichten und sich auf die Verschiedenheit der Kinder in einem integrierten Schulanfang einstellen (vgl. Neue Schuleingangsstufe)  
  • Schuleingangsdiagnostik nach Kammermeyer Kammermeyer spricht von einer "systemischen Diagonstik" und meint damit, dass man vom Kind und von der Schule her denken muss Sie unterscheidet zwischen:   distale Schulfähigkeitskriterien: → stehen in Zusammenhang mit traditioneller Schuleingangsdiagnostik → es geht um das Testen spezieller Entwicklungsbereiche → man kann zwar gewisse Aussagen über die kognitive Entwicklung machen, aber die Vorhersagekraft für den Schulerfolg ist nur begrenzt proximale Schulfähigkeitskriterien: → hängen mit den konkreten Lernzielen des Anfangsunterrichts zusammen („Vorläuferfähigkeiten“) → haben eine höhere Vorhersagekraft für den Schulerfolg → z.B. phonologische Bewusstheit, Zahlbegriff → durch die Untersuchung solcher Vorläuferfähigkeiten ist es möglich, Risikokinder zu erkennen um diese gezielt zu fördern
  • Tests zur phonologischen Bewusstheit   Bielefelder Screening Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen Rundgang durch Hörhausen
  • Tests zur Zahlbegriffsentwicklung   Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung ZAREKI-K TEDI-MATH  
  • Kieler Einschulungsverfahren   → veröffentlicht 1986 → neben vorschulischen Informationen setzt sich das Verfahren aus 3 Teilen zusammen: Elterngespräch u.a. über folgende Themen: → Einstellungen des Kindes zur Schule → Kontakt mit anderen Kindern → Selbstständigkeit → Reaktion auf Erfolg / Misserfolg → Konzentrationsfähigkeit...   Unterrichtsspiel → Spiel zum Kennenlernen → Malen und Ausschneiden → Zeichnen → Arbeit mit Mengen → Erzählen zu einem Wandbild → Turnen Das Spiel dauert 90 min mit max. 6 Kindern (incl. Pausen und Auflockerungsübungen) Ein Lehrer leitet den Unterricht, ein anderer beobachtet und protokolliert nach einem Beobachtungsraster Einzeluntersuchung in Zweifelsfällen   Es gibt keinen Punktwert, sondern die psychologisch-pädagogische Kompetenz des Lehrers ist entscheidend.  
  • Übertritt in die GS in den Niederlanden   in den Niederlanden liegt eine Integration von Kindergarten und Elementarunterricht vor → es ist ein ununterbrochener Entwicklungsgang der Schüler möglich die Einschulung erfolgt sehr früh → Schulpflicht ab dem 5. Lebensjahr → die meisten Kinder werden aber bereits nach dem 4. Geburtstag eingeschult Basisschule dauert 8 Jahre alle Schulen müssen alle 2 Jahre ein aktuelles Konzept vorlegen → das Konzept wird vom gesamten Schulpersonal getragen → die Eltern können ebenfalls mitwirken Schulklima spielt eine große Rolle → wohnliche Atmosphäre → großes, frei zugängliches Materialangebot  
  • Überttritt bei Montessori   Die Entwicklung des Kindes verlangt eine vorbereitete Umgebung, mit der sich das Kind aktiv auseinandersetzen kann und die Freiheit der Entscheidung für bestimmte Aufgaben   Im Kinderhaus und in der GS lassen sich in verschiedenen Bereichen die gleichen Elemente finden, so dass ein hohes Maß an Kontinuität gegeben ist: vorbereitete Umgebung Arbeit mit dem Material praktische Aktivitäten Prinzip der Selbstständigkeit beim Lernen Verhältnis zum Erzieher Bedeutung von Ordnung und Ordnungssinn   Außerdem gibt es keine institutionseigenen Anforderungskataloge, sondern es steht immer die individuelle Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt → das Kind kann auch beim Institutionswechsel genau da fortfahren, wo es in seiner Entwicklung steht  
  • Übertritt in der Bielefelder Laborschule   → Planung zu Beginn der 70er Jahre 5-7-jährige wurden zu einer gemeinsamen dreijährigen Eingangsstufe zusammengefasst Ziel ist es, die Kinder schulfähig zu machen   die altersgemischte Gruppe erleichtert die Eingewöhnung schon dadurch, dass Regeln und Ordnungen immer schon von einem Teil der Schüler beherrscht werden → die „Neuen“ können sich an ihnen orientieren Ankömmlinge können beobachten, wie andere Kinder mit Kulturtechniken umgehen, welche Erfolge sie haben und warum man lesen und schreiben lernen sollte lernschwierige Kinder können gesondert gefördert werden; auch wenn sie ein weiteres Jahr in der Eingangsstufe bleiben, werden sie nicht ausgesondert, sondern verbleiben in der Stammgruppe Eltern sind zur Mitgestaltung des Schulalltags eingeladen → der Übergang von der häuslichen zur schulischen Lernumwelt kann so erleichtert werden  
  • Übergang in der GS Büppel   Vorverlegung des Schuleintritts in Kombination mit einem speziellen pädagogischen Konzept   Elternarbeit hat zentrale Bedeutung: → Eltern werden umfassend über die Schularbeit informiert → Eltern können sich vielfältig in der Schularbeit engagieren → Elternpräsenz in der Schule → Hausbesuche Die Präsenz der Eltern nimmt der Schule einen Teil ihres fremdartigen Charakters Abbau der üblichen Einschulungsrituale → Erstkontakt mit der Schule findet im Elternhaus statt → beim Besuch konzentrieren sich die Lehrer vor allem auf das Kind → für das Kind wird die Verbindung Schule – Elternhaus so sehr deutlich   Schulankömmlinge befinden sich in einer altersgemischten Gruppe im Mittelpunkt stehen zunächst offene und individualisierte Lernformen Pädagogik der Ermutigung  
  • Rechtliche Grundlagen zum Übertritt in weiterführende Schulen   In den meisten Bundesländern endet die gemeinsame Grundschule nach 4 Jahren (Ausnahmen: 6-jährige Grundschule in Berlin und Brandenburg; Schulversuche in einzelnen Bundesländern)   In BY ist die Durchschnittsnote in den Fächern Ma, D, HSU entscheidend für den Übertritt: Übertritt aufs Gymnasium: Durchschnitt bis 2,33 ist notwendig Übertritt auf Realschule: Durchschnitt bis 2,66 ist notwendig   Alternativ kann auch immer am Probeunterricht teilgenommen werden. Der Probeunterricht dauert 3 Tage. Die schriftlichen Aufgaben werden in den Fächern D und Ma zentral gestellt, es werden aber auch mündliche Noten gebildet. Der Probeunterricht gilt als erfolgreich absolviert, wenn in einem Fach mindestens eine 3 und in dem anderen Fach mindestens eine 4 erreicht wurde. Wurde in beiden Fächern eine 4 erreicht, können sich die Eltern für einen Übertritt entscheiden.  
  • Trends zur Wahl der weiterführenden Schule   Insgesamt geht der Trend von der HS zum GY. Gründe dafür sind: Veränderungen des Anforderungs- und Beschäftigungssystems keine Aufnahmeprüfungen mehr an RS und GY, der Elternwunsch hat mehr Gewicht mittlerer Schulabschluss gilt als gesellschaftliche Durchschnittsnorm → HS-Laufbahn ist eine Minderheitenlaufbahn mit niederem Rang   Schichtspezifische Unterschiede bei der Schulwahl Eltern mit niedrigem Schulabschluss richten sich eher nach der Empfehlung des Lehrers (wollen dem Kind Scheitern ersparen) Eltern mit hohem Abschluss streben einen mindestens so hohen Abschluss für ihr Kind an    
  • Probleme vor dem Übertritt in weiterführende Schulen   Neue Situation führt zu Unsicherheit bei den Kindern Erhöhter Leistungsdruck belastet Kinder und verstärkt Rivalitäten Gefährdung des Selbstbildes der Kinder Die Entscheidung über die Schullaufbahn, die relativ unabänderlich ist und Einfluss auf den weiteren Lebensweg hat, belastet die Eltern Wünsche und Forderungen der Eltern üben Druck auf Lehrer aus  
  • Advertisement
  • Probleme nach dem Übertritt auf weiterführende Schulen   Probleme können sich ähnlich wie am Schulanfang durch die strukturellen und organisatorischen Veränderungen in der neuen Schule ergeben. Hacker unterscheidet: Probleme auf formeller Ebene → Fachlehrer → andere Sozialformen (oft weniger offen) → weniger spielerische Lernformen → weniger innere Differenzierung / Berücksichtigung verschiedener Lerntypen → rascheres Tempo → höheres Abstraktionsniveau   Probleme auf informeller Ebene → Fehlen der vertrauten Bezugsperson → Gefühle des Verlorenseins, Erleben von Anonymität → weniger direkte und persönliche Koordination zwischen Eltern und Lehrkräften → weniger persönliche Anteilnahme → veränderter Kommunikationsstil → eher institutionelle Regelung von Konflikten → weniger Beratung und Unterstützung bei Problemen    
  • Möglichkeiten zur Erleichterung des Übertritts aus weiterführende Schulen - Übersicht Kooperation zwischen GS und weiterführender Schule Maßnahmen in der GS Maßnahmen in der weiterführenden Schule
  • Kooperation zwischen GS und weiterführender Schule   GS und weiterführende Schulen müssen sich abstimmen. Die Zusammenarbeit muss sich auf folgende Felder erstrecken:   Planung von Vorhaben für die Kinder, durch die sich deren Kenntnisse der weiterführenden Schulen und damit deren Entscheidungsmöglichkeiten erweitern Gemeinsame Elternarbeit am und zum Übergang, um die Eltern gemeinsam zu beraten Pädagogische und didaktische Abstimmung zwischen den Lehrern der Schulstufen, um die Kontinuität in der Erziehungs- und Bildungsarbeit über die Schulstufen hinweg zu verbessern  
  • Maßnahmen in der GS um den Übertritt auf weiterführende Schulen zu erleichtern   Thematisierung des Schulwechsels in Gesprächen → Informationen geben → über Gefühle sprechen Kennenlernen der neuen Schule und der neuen Lehrer Abschied von der alten Klasse/Schule bewusst gestalten Frühzeitige Zusammenarbeit und ausführliche Beratung der Eltern  
  • Maßnahmen in der weiterführenden Schule um den Übertritt zu erleichtern   Patenschaften oder Hausaufgabenhilfe durch ältere Schüler In der Eingewöhnungsphase soziales Lernen betonen: Gesprächskreis, gemeinsame Klassenzimmergestaltung, Erstellen gemeinsamer Regeln, ... Weiterführung gewohnter Lehr- und Lernformen, allmähliches Einüben neuer Sozial- und Arbeitsformen kein zu hoher Leistungsdruck möglichst früh: enger, nicht ausschließlich formeller Kontakt zu den Eltern    Schulen der Sekundarstufe müssen sich mehr auf ihre Neulinge einstellen, anstatt das nur von ihnen zu erwarten!