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Allgemeine Psychologie (Subject) / Allgemeine Psychologie - Denken (Lesson)
- Was ist ein "Begriff"? Begriff = Vorstellungsinhalt Wort = das Etikett für den Begriff
- Wie ist das semantische Wissen, wie sind Begriffe organisiert? 1. semantische Merkmalshypothese (Eve Clark, ab 1973): internes Abarbeiten von Listen kritischer Merkmale Problem: Welche Merkmale gehören in die Liste und wie gehen wir mit Ausnahmen um? 2. "Funktioneller Kern"-Hypothese (Katherine Nelson, ab 1974): Entwicklung der Begriffe aus den Funktionen des Bezeichneten Problem: Was ist mit Abstrakta und Begriffen, die keine Funktion haben? 3. Prototypentheorie (Eleanor Rosch, ab 1975): interner Vergleich mit einem Prototyp auf Ähnlichkeit vgl. Wittgenstein: Familienähnlichkeiten
- Was ist ein Schema und welchen Zweck erfüllt es? ein Hilfsmittel des Menschen, um Informationen, die er über seine Sinnesorgane aufnimmt, eine Bedeutung zuzuordnen eine mentale Wissensstruktur, die Informationen über ein bestimmtes Objekt oder Konzept in abstrakter, generalisierter Form enthält Schemata ermöglichen dem Menschen, sich in jeder Situation schnell und mühelos zurechtzufinden und sinnvoll zu verhalten Schemata steuern die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung des Menschen (mitunter problematisch, z.B. verzerrte Erinnerung bei Zeugenaussagen) Muster (d.h. statisch, im Gegensatz zum Skript) Beispiel "Haus" Beispiel "Büroraum": 9 von 30 Probanden im Experiment erinner sich hinterher an Objekte (Bücher), die sich nicht im Raum befanden, wenn diese typischerweise typischerweise ins Schema "Büroraum" passen (Beeinflussung der Erinnerung durch automatisches Ergänzen)
- Was ist ein Skript und welche Funktion erfüllt es? aufgrund des Skripts werden bestimmte Handlungen vorgenommen das im Skript gespeicherte Wissen dient der Orientierung in häufig auftretenden Alltagssituationen Eintragung/Speicherung regulärer Ereignisabfolgen im Langzeitgedächtnis, die bei Konfrontation mit diesen Ereignissen abgerufen werden kann da das Skript bereits konkrete Handlungsfolgen vorsieht, muss der Mensch sie nicht erst durch Denken neu konstruieren im Gegensatz zum Schema dynamisch, prozesshaft Skripte können kulturspezifisch sein Beispiel "Restaurantbesuch" vgl. Drehbuch mit Leerstellen
- propositionales (oder semantisches) Netzwerk = Verknüpfung von Skripten Lincoln-Beispiel Aktivierung von vorhandenen Netzwerken beschleunigt das Beantworten von Einzelfragen, die miteinander im Zusammenhang stehen vernetztes Wissen ist leichter zu lernen/zu behalten als isoliertes Wissen
- Wodurch sind einfache Probleme gekennzeichnet? Anfangs- und Endzustand sind definiert die Operatoren sind bekannt die Problemstellung ist zeitlich stabil die Problemstellung/der Problemraum ist endlich soziale, emotionale und motivationale Einflüsse sind vernachlässigbar Beispiele: Schachspiel, Turm von Hanoi analytische Strategie, Algorithmus die Übertragbarkeit der Ergebnisse der analytischen Strategie auf das Denken und Problemlösen im Zusammenhang mit anspruchsvolleren Problemen oder gar Problemen aus dem Alltag ist fraglich
- Wodurch sind komplexe Probleme gekennzeichnet? Anfangs- und Endzustand sind nicht genau definiert umfangreiche und vernetzte Variablen die Zusammenhänge zwischen den Variablen sind intransparent dynamisch verschiedenartige Ziele vielfältige Eingriffsmöglichkeiten es gibt keine eindeutige Lösung; komplexe Probleme können nur mehr oder weniger effektiv bearbeitet werden der Schwerpunkt der psychologischen Analyse verschiebt sich von der Beurteilung des Ergebnisses des Denkens (richtig/falsch) hin zur Betrachtung des Prozesses der Problemlösung systemorientierte Forschungsperspektive / Heuristik: konzentriert sich auf die Untersuchung verschiedener Phasen und Prozesse im Ablauf der Problembearbeitung (Teilleistungen) Beispiel: Planspiel "Bürgermeister"
- Wie lässt sich "Denken" definieren? bislang keine verbindliche Definitiongeistige Aktivität Wahrnehmung eines Problems aktiver, kontrollierter und zielgerichteter Prozess interner Prozess, der mit "kognitiven Elementen" wie Vorstellungen oder sprachl. Begriffen aus dem Gedächtnis arbeitet seriell oder parallel oraganisierte Abfolge elemantarer kognitiver Operationen teilweise bewusster Prozess neuartige Verknüpfung kognitiver Elemente oder Gewinnung neuer Erkenntnisse aus der Analyse vorhandenen Materials Anpassung existierender kognitiver Strukturen an neue Gegebenheiten Integration neuer Informationen in existierende kognitive Strukturen Allgemeine Begriffsbestimmung (Kochinka): Unter Denken lassen sich diejenigen Prozesse subsumieren, die darauf gerichtet sind, unser Wissen über die Welt und unsere Handlungsmöglichkeiten in der Welt zu verändern und zu erweitern.
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