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Theorie sozioökonomischer Erziehung (Subject) / Prüfungsfragen (Lesson)

ausgearbeitete Prüfungsfrage für Prüfung am 4.2.14

This lesson was created by beateh.

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  • Skizzieren Sie schlagwortartig was unter Didaktik verstanden werden kann.   Didaktik ist die Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens.  Interesse der Didaktik erstreckt sich  auch auf diejenigen Bereiche, die im Umkreis des Unterrichts angesiedelt sind:     o Lehrplan, Planung, Vorbereitung und Nachbereitung des U.,                        Beurteilung von U.  Wissenschaft   Berufswissenschaft von Lehren           Auf Praxis bezogen (`Praxisorientierung`)     Auf institutionalisierte, organisierte, geplante Lehr-Lernprozesse       fokussiert     Nicht auf schulischen Kontext begrenzt    Generell mit Fragen  der Gestaltung des Unterrichtsalltags       beschäftigt  
  • Beschreiben Sie den Unterschied zw. Allgemeiner- und Fachdidaktik?        Allgemeine Didaktik:               Beschäftigt sich mit den allgemeinen Prinzipien des institutionalisierten, organisierten und geplanten Lehrens und Lernens ohne eine Fokussierung auf die Besonderheiten eines Faches, einer Institution oder die Eigenschaften der Adressaten.             Fachdidaktik:           Stellt den Zusammenhang zwischen der Fachwissenschaft und der Allgemeinen Didaktik her, um konkrete fachbezogene didaktische Entscheidungen zu treffen.       Vereinigt die Elemente der allgemeinen Didaktik + dem jeweiligen Schulfach spezifische Fachwissenschaft + spezielle Methoden (Elemente) + Verfahren der Leistungskontrolle        Hat spezifische Aufgaben: o   Ermittlung und Begründung von Inhalten, Lernzielen, Methoden, Medien + Entwicklung von Lehrplänen (Fachspezifisch)
  • Was ist Lernen? Als relative Veränderung von Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen Veränderungen nicht aufgrund von Reifungsprozessen Nicht temporär (Krankheit) Nicht einmalig gezeigtes Verhalten … relativ stabile Veränderung von Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen … Lernen kann als ein grundlegendes Merkmal fast allen menschlichen Handelns und Verhaltens aufgefasst werden Unter dem Begriff "lernen" können unterschiedliche Vorgänge subsumiert werden: Vorgänge des Konditionierens, das Modell-Lernen.
  • Was ist ein Lernparadigma? Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise. Im engeren Sinn ist es eine bestimmte Lehrmeinung oder Weltanschauung. Die Ersetzung eines Paradigma durch ein anderes heißt Paradigmenwechsel. (Wikipedia) Denkmuster/Gerüst einer bestimmten Zeit, das sich durch einen gemeinsamen Konsens für Annahmen, Vorstellungen, Fragestellungen, Leitsätzen, Methoden definiert, um eine Vielzahl von Fragestellungen Antworten bieten zu können. 
  • Beschreiben Sie das klassische Konditionieren Das klassische Konditionieren (Pawlow, Watson & Rayner) besteht aus drei Phasen die jeweils in Reize und Reaktionen geteilt werden können. Klassisches Konditionieren baut auf einer bereits vorliegenden Verknüpfung zwischen einem Reiz und einer Reaktion aus. (Ausgangssituation). Wenn der unkoordinierte Reiz häufig genug mit einem neutralen Reiz (bsp. Geräusch) kombiniert wird, führt der neutrale Reiz zu einer annähernd gleichen Reaktion wie der unkoordinierte Reiz (Lernphase). Den ursprünglichen neutralen Reiz nennt man dann koordinierten Reiz (Lernergebnis). Die vom koordinierten Reiz hervorgerufenen Reaktion nennt man den koordinierten Reiz. (Lernergebnis)  
  • Das operante/instrumentelle Konditionieren (Skinner) "Die operante Konditionierung ist ein Prozess, in dem die Auftretungswahrscheinlichkeit einer Verhaltens bestimmter Reizsituation durch Verstärkung erhöht wird." (Schnotz 2006, S.30) --> kann negativ und positiv sein. Fokus liegt auf einer Reaktion/Handlung Mit Hilfe der instrumentellen Kondition werden aus einer großen Gesamtmenge möglicher Verhaltensweisen diejenigen ausgewählt , die mit positiven Konsequenzen verbunden sind; diejenigen, die mit negativen Konsequenzen verbunden sind, werden nicht wiederholt.
  • Verstärkung (instrumentelle/operante Konditionierung) Verstärkung gilt als zentrales Prinzip der instrumentellen Konditionierung. Positive Verstärkung: Verhaltensweise hat Konsequenzen -> Auftretenswahrscheinlichkeit der Verhaltensweise erhöht sich. -> Konsequenz = Verstärker Lehrerlob als Verstärker Kann nur als Verstärker agieren  wenn es über die sachliche Anerkennung hinaus geht.  Voraussetzung, dass Lehrerlob als Verstärker gilt: Kontingenz - systematisch in Bezieung zu bestimmten Verhalten  Spezifikation - deutlich auf welche Verhaltensaspekte es sich bezieht Glaubwürdigkeit - Gestik und Mimik müssen mit Wort im Einklang stehen. Lehrerlob kann meist nicht als Verstärker verstanden werden, da es selten alle 3 Kriterien erfüllt. Hängt auch stark von der Persönlichkeit des Empfängers ab.  
  • Behaviorismus Zentrale Annahme: Verhalten kann durch Umwelteinflüsse verändert und kontrolliert werden.  Ziel: Aufdeckung von Reiz-Reaktions-Verbindungen  Lerntheorien: Klassische Konditionierung, Instrumentelle /Operante Konditionierung, Modell-Lernen
  • Erweiterungen der klassischen Konditionierung Reizgeneralisierung Reizdiskrimminierung Reizdistinktion Gegenkonditionierung  
  • Unterrichtskonsequenzen Behaviorismus Unterricht richtet sich auf beobachtbares Verhalten Unterricht erfolt kleinschrittig - durch Lehrende festgelegt, durch unmittelbare Rückmeldungen verstärkt Verhaltenssteuerung durch Lob und Tadel Lernleistungen sind fortlaufend kontrolliert und überwacht Gut operationalisierbare Lernziele (messbar)  
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  • Kritik "Behaviorismus" "Black-Box"-Annahme - beschränkt auf beobachtbares Verhalten  Erkenntnisgewinnung vorwiegend unter eingeschränkter Laborbedingungen Überbetonung des "Reaktiven" Vernachlässigung des aktiven Moments im menschlichen Verhaltens Vernachlässigung von Sinn, Wille, Motiv des Menschen keine Beachtung der Selbstreflexivität der Menschen Gleichsetzung Tier und Mensch
  • Was bedeutet Kognition? Unter Kognition versteht man jene Vorgänge, durch die ein Organismus Kenntnis von seiner Umwelt erlangt. Im menschlichen Bereich sind diese im Besonderen: Wahrnehmung, Vorstellung, Denken, Urteilen, Sprache. Durch Kognition wird Wissen erworben.
  • Kognitive Ansätze beschäftigen sich mit der Black-Box fokussieren interner Vorgänge versuchen diese in Modellen abzubilden teilen weitgehend die Annahme, dass menschliches Denken ein Prozess der Informationsverarbeitung ist.  
  • Zentrale Frage des Kognitivismus Wie können menschliche Denkprozesse (Informationsverarbeitungsprozesse) modelliert und dadurch erklärt werden?  
  • Mehrspeicher Modell 3 Speicher-Modell unterscheidet nach zeitlicher Reichweite Gedächtnisspeicher nach Markowitsch unterscheidet nach unterschiedlicher Funktion. Das Mehrspeicher Modell des Gedächtnisses verbindet beide miteinander: Alle Reize treffen aus Sensorisches Register  - durch Aufmerksamkeit(sprozesse) ausselektiert -> Arbeitsspeicher / Kurzzeitspeicher - durch Wiederholen / Einprägen in den Langzeitspeicher : Im Langzeitspeicher: Episodisches Gedächtnis (autobiographisches Wissen - Wissen über sich selbst) Semantisches Gedächtnis (Schulwissen über die Welt und deren Zusammenhänge - Gefühlsneutrales Wissen) Prozedurales Gedächtnis (motorisches / mechanisches Wissen - internalisierte Handlungsabläufe) Priming (sich erlebtes in Erinnerung rufen durch bestimmen Reiz - Musikstück - vermittelt zwischen Reiz in der Gegenwart mit Erfahrungen in der Vergangenheit )
  • Entwicklungstheorie von Piaget – Kognitive Struktur Schablone für die Wahrnehmung der Welt Geistiges Vermögen, das dem beobachtbaren Verhaltens gegenübersteht interne/mentale Repräsentation von Wissen beinhalten / verknüpfen von kognitiven Schemata Durch Struktur-Begriff -> Form der Anordnung, Vernetzung der mentalen Repräsentation, der kognitiven Schemata Lernen: Veränderung der kognitiven Struktur
  • Drei grundlegende Eigenschaften des menschlichen Geistes: Vorhandene Schemata reichen nicht aus, um Erfahrungen zu erklären -> Kluft zwischen Bekanntem und Neuen -> vorhandene Schemata werden angepasst: Kognitive Adaption -> Anpassung - sich in die Umwelt einfügen. Durch Assimilation und Akkomodatoin werden individuelle kognitive Strukturen weiter ausdifferenziert. (Denk- und Handlungsweisen erweitern sich - Lernen) Assimilation: kognitive Muster werden  in der Begegnung mit der Umwelt angewendet, verinnerliche kognitive Struktur Akkomodation: kognitivte Muster erfahren eine Differenzierung / Konflikt, sie werden akkomodiert. (Wiki: die Anpassung der inneren Welt durch Schaffen eines neuen Wahrnehmungsschemas) Kognitive Organisation -> einzelne Erfahrungen sind nicht Aneinanderreihungen zerhackter Einzelteile, sondern sie stehen in Beziehung miteinander, zusammenhängendes Weltbild Kognitive Äquilibration -> Streben nach Gleichgewicht mit sich und der Umwelt      
  • Kognitives Lernparadigma: Beschäftigung mit der "Black-Box" Modellierung interner Prozesse Lernen als Informationsverarbeitungsprozess Betonung der Aktivität des Menschen in der Auseinandersetzung mit der Umwelt  
  • Didaktisch relevante Implikation kognitiver Ansätze: Aktive Rolle des Lernenden Zentrale Bedeutung der aktuellen Kenntnisstruktur der Schüler (Vorwissen/kognitive Struktur) Erklärung von Lernen als Prozess der Assimilation und Akkomodation Geziele und behutsame Störung des kognitiven Gleichgewichts, Erzeugung von Neugier und Selbsttätigkeit Lernerzentrierte Unterrichtsform Zulassen von Fehlern  
  • Konstruktivismus Keine 1:1 Abbildung der Realität - kein photographisches Abbild der Welt Gehirn erzeugt individuelle Welt Gegensatz zu Kognitivismus: Wissen kann in fertigen Konstruktionen weitergegeben werden. Frage: Was kann man erkennen? Erkennt man Dinge wie sie wirklich sind?
  • Kontruktivismus Kernannahmen Sinneswahrnehmung und die interne Infoverarbeitung liefern kein fotografisches Abbild der Umwelt (außerhalb des Individuums liegende objektive Realität) Wahrgenommene Reize sind nicht von sich aus mit Bedeutungen behaftet, sie stellen lediglich unterschiedliche Formen von Energie dar, die das Gehirn interpretiert. Individueller Konstruktionsakt Fundamentale Konsequenz: das Wissen über die Realität (Wirklichkeit) ist eine individuelle Kreation, eine Konstruktion des Beobachters Realität an sich ist unerreichbar, alles was wir von ihr wissen, ist von Menschen erzeugt. Realität =Original, =physische Umwelt Wirklichkeit =psychische individuelle Konstruktion Wahrnehmungen sind die Erfahrungen von Dingen, nicht die Dinge selbst
  • Zentrale Begriffe des Konstruktivismus Menschliches Gehirn ist: autopoietisch - selbsttätig , kognitive Struktur (geistiges         Vermögen),  von sich selbst heraus produziert selbstreferentiell - und bezieht sich immer auf sich selbst geschlossenes System - ohne Kontakt zur Umwelt es ist Produzent und Produkt in einem eigene innere Struktur bestimmt, was der Mensch wahrnimmt Äußere Realität ist uns sensorisch und kognitiv nicht zugänglich Lediglich strukturelle Kopplung mit der Umwelt Menschen erzeugen / konstruieren ihre Wirklichkeit, die keine Abbildung der Außenwelt, sondern eine viable Konstruktion darstellt.  
  • Lernen aus konstruktivistischer Sicht: Lernen als individuelles Konstruieren von Wissen - nicht von außen zu determinieren, nicht 1:1 zu transportieren, von außen angestoßen, nicht in Verlauf und Ergebnis gesteuert --> Frage nach Bedingung unter der gelernt wird.  Lernen als selbstständiger Erkundungs- und Suchprozess des Individuums Lernen als selbsttätiger Aneignungsprozess, in dem sich Lernende auf Basis ihres Vorwissens, Lerngegenstände in einer inneren Auseinandersetzung aneignen Der Lernende als Protagonist des Lerngeschehens
  • Aspekte für die Gestaltung von Lernumgebungen (Konstruktivismus) Authentizität und Situiertheit - realitätsnahe Multiple Kontexte - Transferleistungen (Übertragen auf andere Kontexte) Verhindern von trägem Wissen Multiple Perspektiven - Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven erleben; Rollenspiel - aktiver Wissensaufbau wird erleichtert Sozialer Kontext - Kooperation in Ausarbeitung - Abgleich untereinander
  • Kernannahmen Konstruktivismus Objektive Realität ist nicht direkt zugänglich Wissen ist kein Abbild der Realität, sondern das Ergebnis eines konstruktiven Prozesses Neu aufgebautes Wissen schließt immer an das Vorwissen an Direkte Weitergabe oder Übermittlung von Wissen an andere Personen ist unmöglich Lernen als aktiver Konstruktionsprozess, als selbstständiger Aneignungsprozess des Individuums Lehren als Gestaltung von Lernsituationen -umgebungen
  • Unterschiedliche Auffassung von Aktivität im Kognitivismus und im Konstruktivismus Kognitivismus Verarbeitung vorgegebener Informationen Aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt -> Aufbau kognitiver Strukturen Konstruktivismus Wahrnehmungsprozess als aktiver Konstruktionsprozess
  • Didaktische Modelle – wodurch zeichnen sie sich aus? helfen unterrichtsdidaktisch zu denken und zu bewerten sind komplexitätsreduzierend (fokusiert auf bestimmte Elemente) Liefern einen Rahmen (Denkraster) für die Ordnung eines Praxisfeldes (wesentliche Merkmale des Unterrichts) dienen allgemein dazu didaktische Strukturen und Prozesse zu beschreiben und erklären (fachdidaktisch indifferent) bieten eine Grundlage für Vorbereitung, Durchführung und Evaluation von didaktischem Handeln in Lern-Lehr-Situationen  
  • Inwiefern ist das Berliner Modell ein didaktisches Modell? Enthält "Grundkategorien" zur Erfassung "konstanter Situationsmomente im Unterricht" (unabhängig von Fach und Schultyp) -> Knochenbau des Unterrichts Orientierungshilfe um auf situativen Unterricht reagieren zu können Beschreibt eine allgemeine Struktur des Unterrichts ( Grundgerüst) Kann sowohl für die Planung als auch die Analyse von Unterricht verwendet werden Besteht aus 2 Reflexionsstufen: Strukturanalyse, Faktorenanalyse Soll helfen zu strukturieren  
  • Erläutern Sie das Berliner Modell der Didaktik und gehen Sie am Ende Ihrer Ausführungen auch darauf ein, worin sich der Model-Charakter zeigt. Das Berliner Modell : -        enthält „Grundkategorien“ zur Erfassung von „konstanter Situationsmomente von Unterricht“. -        Beschreibt eine allgemeine Struktur von Unterricht -        Kann sowohl für die Planung als auch für die Analyse von Unterricht verwendet werden -        Besteht aus zwei Reflexionsstufen: o   Strukturanalyse (´Bausteine´ von Unterricht) o   Faktorenanalyse 1.Strukturanalyse à 6 Strukturmomente von Unterricht: -        Entscheidungsfelder: o   Intentionalität §  Kognitive Dimensionen (Kenntnisse – Fakten Reproduzieren, Erkenntnisse – Bedeutung für sich mitbestimmen, Überzeugungen – reflektierte Einstellung der Schüler) §  Affektiv-emotionale Dimension (konkret erleben, Rollenspiele) §  Pragmatische (psychomotorische) Dimension (um konkrete Fertigkeiten herzustellen à Umgang mit Tel/Fax, Handlungsabläufe und –vollzüge) o   Thematik §  Inhalt à was? Fachspezifische und Fachübergreifende Inhalte o   Methodik §  Artikulationsschemata §  Sozialformen à Frage nach der Organisation in Gruppen im Raum, … §  Aktionsformen à wie soll agiert werden? o   Medienwahl §  Durch welche kann der Inhalt kommuniziert werden §  Bücher, Arbeitsblätter, Bilder, Filme, Sound, PC, Internet, …   -        Bedingungsfelder: (sie bedingen die Entscheidungsfelder, sind Strukturmerkmale, welche die Lehrperson nicht direkt beeinflussen kann à deshalb muss man mit denen rechnen. Schüler und Lehrer bringen gewisse Erkenntnisse in die Klasse mit sich mit) o   Anthropogene Voraussetzungen Bedingungen, die sich aus der  ´Vorgeprägtheit´ der Lernenden (Alter, Geschlecht, Vorwissen, Erfahrungen, Milieu, …) und Lehrenden (Berufserfahrung, Präferenzen für bestimmte Methoden, Kompetenz im Umgang mit Bestimmten Medien, …) ergeben.   o   Sozial-kulturelle Voraussetzungen Rahmeneinflüsse des unterrichtlichen Geschehens: -        Stadt vs. Land, Ausstattung der Schule, Größe der Schule, Schulkultur vs. Innovation, … 2.Faktorenanalyse: -        Normenkritik                       à Lehrpläne, Gesetze, Lehrbücher, Klischees, … -        Faktenbeurteilung           à nicht nur hernehmen, sondern auch wissenschaftliche Studien einbeziehen – was bewegt Jugendliche im Alter von 14-15 Jahren -        Didaktische Formen       à Unterrichtsmethoden sind kritisch zu hinterfragen und zu prüfen Kritik: -        Raster zur Erfassung von Unterricht -        Verständlichkeit -        Fachdidaktisch indifferent -        Lehrerzentriertheit -        Vollständigkeit? à nein, da es komplexitätsreduziert ist
  • Drei-Speicher-Modell von Atkinson & Shiffrin (1968) -        Gedächtnisspeicher mit unterschiedlicher zeitlicher Reichweite o   Sensorisches Gedächtnis             à Ultrakurzzeitspeicher o   Arbeitsgedächtnis                             à Kurzzeitspeicher o   Langzeitgedächtnis                           à Langzeitspeicher Unterrichtskonsequenzen: -        Aktive Rolle des Lernenden -        Zulassen von Fehlern -        Erzeugung von Neugier und Selbsttätigkeit -        Lernerzentrierte Unterrichtsformen -        Zentrale Bedeutung der aktuellen Kenntnisstruktur der SchülerInnen (Vorwissen)
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  • Piaget erklärt lernen als Zusammenspiel von Assimilation- und Akkommodationsprozessen („kognitiver Adaptation“) a) Was ist darunter zu verstehen? Kognitive AdaptationàAnpassung an die Umwelt durch Assimilation- und Akkommodationsprozessen Die Zentrale Grundlage der kognitiven Entwicklung erkannte Piaget in der Beziehung zwischen dem Denken und Handeln eines Kindes und den Gegenständen seiner Erfahrung Die beiden Vorgänge der Assimilation und Akkommodation sind unlösbar miteinander verwoben. -        Assimilation à das Kind passt das, was es aus seiner Umwelt erfährt, in seine eigene Organisation ein.              Akkommodation à das Kind passt seine Mentalen Repräsentationen an die Anforderungen der Wirklichkeit an. Beispiel:  „Das Gedächtnis ist ein Ding, das sich im Kopf befindet und das macht, was wir denken. Es ist ein kleines Viereck, in einer Haut, ein wenig oval, und darin sind die Geschichten. Sie sind auf das Fleisch geschrieben, mit Bleistift. Der liebe Gott hat sie geschrieben.“ Das Mädchen assimiliert sein Bild vom Gedächtnis in einer Art kindlichem Realismus, bis es in die Vorstellungswelt einer Neunjährigen passt. In einer späteren Lebensphase wird es in die Lage kommen, zu erkennen, dass dieses Bild in vielem nicht zutrifft à die Vorstellung wird schrittweise neu organisiert à denken passt zu der späteren Erfahrung. Piagets einfache, aber revolutionäre Behauptung besagt, das Wissen kein Zustand sondern ein Prozess ist… Wahrnehmung und Handeln sind von Anfang an immer schon miteinander verbunden und sollten beim Lernen nicht künstlich voneinander getrennt werden.
  • Piaget erklärt lernen als Zusammenspiel von Assimilation- und Akkommodationsprozessen („kognitiver Adaptation“) Welche grundlegenden Annahmen (Eigenschaften des menschlichen Geistes) „rahmen“ diese Vorgänge bzw. treiben diesen Prozess voran?   -          Kognitive Adaptation (Anpassung) à bezeichnet die wichtigste Qualität der Beziehung zwischen dem Kind und seiner Umwelt. Piaget geht davon aus, dass jeder Organismus die grundlegende Tendenz in sich trägt, sich in irgendeiner Weise in seine Umwelt einzupassen. -         Kognitive Organisation à bezeichnet die Tendenz des Menschlichen Geistes, das Leben nicht als eine zerhackte Folge unverbundener Einzelbilder wahrzunehmen, sondern Beziehungen herzustellen: o   Das Kind fügt das gelernte zusammen à es entsteht ein Weltbild.   -        Kognitive Äquilibration à Herstellung von Gleichgewicht, bezeichnet das Streben eines jeden Organismus nach einem Gelichgewichtszustand mit seiner Umwelt und mit sich selbst o   Invarianz der Mengen
  • Stellen sie die drei Lernparadigmen im Hinblick auf nachstehende Kategorien gegenüber: a) Gehirn als … b) Das Bild des Lerners c) Das Bild des Lehrers/ der Lehrerin Behaviorismus a) „black box“ b)     b) Passiv, jemand der durch gezielte Steuerung gerichtet wird c)     c) Dominante Rolle, reizsetzten, steuernde Rolle, Belohnung & Bestrafung Kognitivismus a)     a) Informationsverarbeitung und Speicherung b)     b) Informationsverarbeitung ist aktiv und der Aufbau ist auch vorhanden c)     c) Dominanz nimmt ab, Übermittlung des fertigen Wissens Konstruktivismus a)     a) Selbständiger Kreator der Wirklichkeit, autopoietisch – Produkt und Produzent b)    b)  Als selbstständiger aktiver Aneignungsprozess des Individuums, Konstruktionsprozess c)    c)  LehrerIn als GestalterIn von Lernsituationen/Lernumgebungen, Begleiter
  • Im Text spricht Sloane im Kontext von Unterrichtsplanung von einem ´schwarzen Planungsloch´ (S. 35). Wie kommt es laut Sloane zu diesem Phänomen und was folgt für ihn daraus? Hier spielt die Evaluation eine wichtige Rolle à vom impliziten zum expliziten Wissen! Die Planung wird auf der Grundlage des expliziten Wissens vollzogen, während dann in der Ausführung zusätzlich und gleichsam das implizite Wissen zur Umsetzung gelangt. Damit entsteht das ´schwarze Planungsloch´ à ein ´ungeplantes Wissen´ in der Anwendungssituation.
  • Inwiefern relativiert das im Text (Sloane) entfaltete Lernverständnis didaktische Planungsmodelle (z.B. das Berliner Modell)? Das Berliner Modell gehört zum ontologischen Wissen à Kriterien ohne Leistung. Es wird begründet, ausgebaut und ergänzt. Entscheidend ist die Fähigkeit einer Lehrkraft, soziales Verhalten zu Erfassen.   Die Planung von Unterricht muss begriffen werden als strategische Vorbereitung auf Unterricht! Pädagogische Kompetenz muss verstanden werden als Gestaltungskompetenz. Lehren heißt vor allem, dem lernen Möglichkeiten zu schaffen. Lehren impliziert Selbstlernen und Lernen impliziert selbstlehren! Planung muss daher viel stärker als Vorbereitung und als Orientierung verstanden werden. Didaktische Entscheidungen werden nicht, zumindest nicht endgültig, vor dem Unterricht, sondern während des Unterrichts gefällt. Pädagogische Praxis und Reflexion dürfen nicht auseinanderfallen. Pläne sind vorläufig à Anhaltspunkte für mögliche Wege à der tatsächliche Weg ergibt sich erst nach dem gehen.
  • Erläutern Sie Klafkis „didaktische Analyse“? Er spricht von einer Freilegung des Bildungsgehalts eines vorgesehenen Themas und stellt 5 Grundfragen: -        Exemplarizität o   Welches Allgemeine lässt sich „hier“  zeigen? o   Kernstuck der didaktischen Analyse!!! -        Gegenwartsbedeutung o   Für die Schüler à welche Bedeutung hat der Inhalt für die Schüler in der jetzigen Situation? -        Zukunftsbedeutung o   Wieder im Zusammenhang mit den Schülern -        Struktur des Inhalts o   Was müssen die Schüler schon wissen, damit sie das momentane auffassen, verstehen können? Beispiel: Welches Vorwissen muss beim Kaufvertrag schon vorhanden sein? -        Zugänglichkeit o   Ewiges sich hineinversetzen in die Personen, die über weniger Wissen verfügen. o   Wie kann ich Schüler dazu begeistern? à Ein nahes Beispiel
  • Skizzieren Sie Klafkis „Allgemeinbildungskonzept“ der ´kritisch-konstruktivistischen Phase´ seines Schaffens. Klafki definiert 3 Postulate des (neuen) Allgemeinbildungskonzepts: -        Allgemeinbildung ist eine Bildung für alle und das zur Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit. -        Allgemeinbildung ist allseitige Bildung. -        Allgemeinbildung ist Bildung im (Medium des) Allgemeinen. Was allgemein ist muss Schlüsselproblem der Gegenwart und der sich abzeichnenden Zukunft der Betroffenen Schuler sein und der Unterricht muss auf diese Schlüsselprobleme ausgerichtet sein (Problemunterricht). Es kommt zu einer emanzipatorischen Deutung des Bildungsbegriffs. Dieses Konzept bringt hohe Anforderungen an die Lehr- und Lernenden mit sich und die Schlüsselprobleme sprengen meist den Rahmen von Unterricht. Gefahr ist auch darin, das Ziel vor den Augen nicht zu verlieren.
  • Was ist in der didaktischen Diskussion unter dem Begriff Lernzieltaxonomien zu verstehen? Beschreiben Sie eine. Lernziele beschreiben das angestrebte verhalten am Ende eines Lernvorganges. Sie lassen sich durch die Angabe von Inhalten und erwünschten Verhalten bezeichnen. Lernziele benennen prinzipiell beobachtbares Verhalten von SchülerInnen, aus dem auf den Lernprozess geschossenen werden kann. Der Lernvorgang kann nicht beobachtet werden à nur das Ergebnis à habe ich das Ziel erreicht? Ist es angekommen, was ich mitgeben wollte? Mit dem Lernziel wird das Niveau des Unterrichts festgelegt!!! Struktur von Lernzielen: -        „Soll“ – Komponente (Skonto erklären) -        Verhaltenskomponente (in Anspruch nehmen) -        Inhaltskomponente (Thema – was ist Skonto) Systematisierung von Lernzielen           Nach Grad der inhaltlichen Konkretisierung (Richt-, Grob- und Feinziele)           Nach Lernzielbereichen (Kognitive, Affektive oder Psychomotorische LZ) ·       Kognitive Lernziele Die kognitiven Lernziele beziehen sich auf den Bereich des Erinnerns (Kennen, Reproduzieren) von Wissen und auf die Erweiterung intellektueller Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie beschreiben ein Verhalten, das den Wahrnehmungs-, Gedächtnis- und Denkbereich des Menschen betrifft. Kognitive Lernziele reichen vom einfachen Aufsagen eines Stoffes bis zu sehr originellen und kreativen Wegen, neue Ideen und Materialien zu kombinieren und zusammenzusetzen. ·       Affektive Lernziele Die affektiven Lernziele (d.h. Lernen im Bereich von Gefühlen und Wertungen, von Einstellungen und Haltungen) beziehen sich auf Veränderungen von Interessenlagen, auf die Bereitschaft, etwas zu tun oder zu denken, auf Einstellungen und Werte und auf die Entwicklung von Werthaltungen. Sie beschreiben ein Verhalten, das den Bereich der Triebe, Interessen, Einstellungen, Gefühle und Wertungen betrifft. ·       Psychomotorische Lernziele Die psychomotorischen Lernziele (d.h. Lernen im Bereich von erwerbbaren Fertigkeiten, die zum Teil auch sichtbar sind) beschreiben psychische Fähigkeiten und Fertigkeiten des Schülers, z. B. Leibeserziehung, handwerkliche und technische Fähigkeiten, Handschrift, Sprache.
  • Was versteht man unter Taxonomie? ·       Hierarchische Ordnung der Lernziele eines LZBereichs ·       Bildung aufeinander aufbauender LZ-Klassen ·       Inklusionsprinzip: höhere Stufen schließen untere ein ·       Grad der Komplexität nimmt zu ·       Funktion: Hilfestellung -        Für die Formulierung der Ziele von Lehrplänen -        Für die Formulierung von Prüfungsaufgaben -        Bei der U-Gestaltung -        Bei der Kontrolle d U-Erfolges
  • Taxonomie von LZ im kognitiven Bereich nach Bloom ·       Wissen/ Reproduktion v Wissen – Kenntnis konkreter Einzelheiten, formales Wissen (Methoden, Konvention, Kriterien, Klassifikation) – aufzählen, nennen, wiedergeben, reproduzieren, ... ·       Verstehen/Verständnis – Übersetzen in eine andere Form oder Sprache – beschreiben, erläutern, interpretieren, erörtern, verdeutlichen, .... ·       Anwendung/ Transferleistung – Anwendung von allgemeinen Sätzen im Einzelfall anwenden, übertragen, lösen, berechnen, ... ·       Analyse – Analyse von Erlerntem, Beziehungen, Prinzipien – ableiten, unterscheiden, ermitteln, aufdecken, gliedern, vergleichen, zuordnen, .. ·       Synthese – Synthese einer einzelnen konkreten Ganzheit, einer komplexen konkreten Ganzheit und einer komplexen abstrakten Ganzheit – entwerfen, entwickeln, verfassen, konstruieren, ... ·       Bewertung – Beurteilung nach innerer Evidenz, nach äußeren Kriterien – bewerten, beurteilen, bemessen, entscheiden, ...
  • Was ist in der didaktischen Diskussion unter LZ-Taxonomie zu verstehen? Erklären Sie 1 Taxonomie des kognitiven Bereichs! Lernziele beschreiben das angestrebte Verhalten am Ende eines Lernvorganges. Sie lassen sich durch die Angabe von Inhalten und erwünschtem Verhalten bezeichnen.“ LZ sind oft nicht unmittelbar beobachtbar ·       LZ als Richtgröße zur Konkretisierung des angestrebten Ergebnisses von Unterricht ·       LZ als Maßstab zur Beurteilung des Lehr- und damit des Lernerfolges von U ·       LZ als Sicherstellung einer Schülerorientierung (Vorwissen) im U ·       LZ als Planungshilfe für die adäquate Auswahl von Methoden und Medien
  • Was ist eine Methode? Methoden sind planmäßige Verfahren zur Erreichung bestimmter Ziele Methoden sollen Lernprozesse veranlassen und fördern è traditionelle Methoden – lehrerzentrierte Formen: -        Klassischen Frontalunterricht è Schüleraktivierende, handlungsorientierte Formen: -        Fallstudien -        Projektarbeit -        Simulative Lehr-Lernarrangements -        Rollenspiele Erkundungen
  • Lehrerzentrierte Methode – klass Frontalunterricht - BSP Lehrvortrag Einleitung – Relevanz für Schüler deutlich machen, Motivierungshinweise geben, Wesentliche Inhalt hervorheben, ... ·       Hauptteil gestalten – Logisch aufbauen, Aufbau verbal verdeutlichen, Grundlegende Begriffe einführen, Aufmerksamkeit erhalten, ... ·       Schlussteil gestalten – Zusammenfassung, Vortrag aufräumen, Angemessene Länge des Vortrages ·       Körpersprache und Raumregie – Blickkontakt, Körperhaltung, Mimik, Gestik, Sprechrichtung, Raumregie, Kleidung, ... ·       Sprachförderliche Gestaltung des Lehrvortrages – deutliche Aussprache, Klarer Satzbau, Angemessenes Sprechtempo, Fachwörter einführen, ...
  • Lehrvortrag – Vor- und Nachteile: + zeitsparend + starke Lenkung durch Lehrperson erhöht die Zuverlässigkeit, die angestrebten Lernziele auch zu erreichen + gut einsetzbar zum Aufbau eines Begriffswissens und für den Aufbau grundlegenden Zusammenhangswissens       -        einseitige Aktivitätsverteilung-        erzieht zu Passivität und Anpassung-        Lernfortschritte nur in Abhängigkeit von der Lehrperson-        Kaum Berücksichtigung von individuellen Unterschieden der Lernenden-        Wird allgemeinen Lernzielen (Selbständigkeit, Entwicklung, sozialer Kompetenz) nicht gerecht-        Interaktion nicht zugelassen
  • Handlungsorientierte Methodik ·       Prinzip der vollständigen Handlung – eigenständige Planung, Durchführung und selbständige Bewertung ·       Ausgangspunkt: komplexe, realitätsnahe Handlungssituation  (Beleg austeilen und nicht Buchungssatz vorsagen)·       Selbständiges und selbsttätiges Lernen·       Lehrperson als Gestalter von Lernsituationen, als Intiator von „Lernen“·       Meist hoher Interaktionsgrad der Schüler untereinander (Guppenarbeit)·       Schüler als Protagonisten ihres eigenen Lernens (konstruktivistisches Lernverständnis)·       Lernprozess nimmt in seiner Offenheit zu·       Steuerung durch Lehrperson wird weniger
  • Lernziele nach dem Grad der inhaltlichen Konkretisierung:
  • Lernziele nach Lernzielbereichen -        Kognitive Lernziele -        Affektive Lernziele -        Psychomotorische Lernziele o   Alle diese in sich eingeschlossen à Strukturierung => Lernzieltaxonomie!!!
  • Klassischer Frontalunterricht Wodurch zeichnet er sich aus?       -        Lehrvortrag       -        Direkte Aktionsform à Lehrinhalte werden in geplantem Weg       abgewickelt.-        Lernpersonen à keine Interaktionsformen.
  • Vor- und Nachteile des Frontalunterrichts Vorteile:       -        Zeitsparend-        Starke Lenkung durch Lehrperson erhöht die Zuverlässigkeit, die  angestrebten Lernziele auch zu erreichen-        Gut einsetzbar zum Aufbau eines Begriffswissens und für den Aufbau grundlegender Zusammenhänge Nachteile:       -        Einseitige Aktivitätsverteilung-        Lernfortschritte nur in Abhängigkeit von der Lehrperson-        Erzieht zu Passivität und Anpassung-        Kaum Berücksichtigung von Individuellen Unterschieden der Lernenden-        Wird allgemeinen Lernzielen nicht gerecht-        Individualisierung wird unterdrückt à Durchschnittsschüler
  • Handlungsorientierter Unterricht: Beschreiben, Funktionsweise?       -        SchülerInnenorientiert-        Prinzip der vollständigen Handlung à Planung, Durchführung, Evaluation-        Der Ausgangspunkt sind komplexe, realitätsnahe Handlungssituationen à Problembasiert-        Selbstständiges und selbsttätiges Lernhandeln-        Lehrperson als Gestalter/Initiator von Lernsituationen à Lernen als Coaching-        Hoher Interaktionsgrad der SchülerInnen   o   Projektarbeit   o   Fallstudien   o   Rollenspiele