26
theorien sozioökonomischer Erziehung (Subject) / didaktik (Lesson)
Advertisement
- Didaktik Didaktik als Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens. Didaktik kümmert sich um die Fragen wer, was, von wem, wann, wo, wie womit und wozu gelernt werden soll. Die Didaktik ist nicht nur auf den Unterricht beschränkt (auch für Kindergarten, Erwachsenenbildung..) Aufgabe der Didaktik - Lehrende und Lernende beim lernen und lehren zu unterstützen - Zentraler Gegenstand ist die didaktische Handlung Lehrender & Lernender - - Didaktische Handlung umfasst: alle beobachtbaren Aktionen & Reaktionen in einer Lehr-Lern Situation aber auch die Denkhaltungen, mit denen die sichtbaren Handlungen vorbereitet, begleitet und ausgewertet werden - Didaktik als Handlungswissenschaft. didie Aufgabe der Didaktik als Handlungswissenschaft ist es, den Lehrerinnen und Lehrern praktisch folgenreiche Handlungsorientierungen zu geben.
- Abgrenzung allgemeine Didaktik/Fachdidaktik Allgemeine Didaktik bezieht sich auf allgmeine Prinzipien des institutionalisierten, organisierten und geplanten Lehren und Lernen ohne Fokus auf eine bestimmte Institution, Fachrichtung oder Eigenschaften der Adressaten. Fachdidaktik stellt den Zusammenhang zwischen der allgmeinen Didaktik und der Fachwissenschaft dar, sie zielt darauf auf konkrete, fachbezogene Entscheidungen zu treffen. Die Fachdidaktik vereinigt Element der allgmeinen Didaktik, der dem jeweiligen Schulfach korrespondierenden Fachwissenschaft und spezielle fachdidaktische Elemente (Methoden, Medien) Aufgaben der Fachdidaktik: - Ermittlung und Begründung möglicher Inhalte eines Faches - Ermittlung und Begründung möglicher Lernziele - Ermittlung und Begründung von Methoden und Medien, die zur Realisierung der fachlichen Lernziele geeignet sind - Entwicklung fachspezifischer Lehrpläne
- Kritik behavioristischer Ansätze - "Black-box" Annahmen: Beschränkung auf beobachtbares Verhalten - Überbetonung des Reaktiven, Vernachlässigung des aktiven Moments im menschlichen Verhalten - Reduktionismusvorwurf: menschliches Verhalten wird tierischem Verhalten gleichgesetzt - Sinn, Wille und Motiv als Handlungsgründe werden vernachlässigt - Selbstreflexivität des Menschen wird nicht beachtet
- klassische Konditionierung Pavlov beschäftigte sich mit den Verdauungssystemen von Hunden. Er stellte fest, dass die Speichelproduktion aufgrund der Reizung bestimmter Sinnesorgane, in Folge eines Reflexes entstehen. Reflex besteht aus unkonditioniertem Reiz + unkonditionierter Reaktion u. R. = Futter u.R.= Speichelproduktion neutraler Reiz = Klingeln Durch wiederholtes, gleichzeitiges Auftreten von u.R. und n.R., tritt der n.R. an die Stelle des u.R. und erzeugt die selbe Reaktion (wie ursprünglich der u.R.) der n.R. wird zum k.R. und es entsteht eine neue Reiz-Reaktionsverbindung. Watson & Rayner übertrugen dies auf menschliche Emotionen.
- Lernen Behaviorismus Lernen als Bedingungen oder Ereignisse die ein nachweisbare Verhaltensänderung mit sich bringen. Lernen erfolgt in der klassischen Konditionierung als Reiz-Reaktionskette, ein n.R. ersetzt durch mehrmaliges gleichzeitiges Eintreten einen u.R. so dass eine neue Reiz-Reaktionskette entsteht. In der operanten Konditionierung wird Lernen als Verhaltensänderung in Folge von Konsequenzen gesehen. Verhalten kann durch einen neuen Reiz (mit dem Ziel einer neuen Reiz-Reaktionsverbidnung) oder durch die Änderung der Konsequenz verändert werden. Durch positive oder negative Verstärkungen kann eine Wiederholung des Verhaltens zudem verstärkt oder geschwächt werden.
- Unterrichtskonsequenzen Behaviorismus - Ausrichtung auf beoachtbare Verhaltensweisen - Unterricht erfolgt in vielen kleinschrittigen Einheiten, die durch den Lehrenden festgelegt werden - Lernleistungen werden fortlaufend überwacht und kontrolliert - Lernende ist von innen passiv, reagiert jedoch auf Reize, ist dann aktiv Der Lehrende nimmt eine zentrale Rolle ein und setzt Anreize. Er gibt Rückmeldungen auf die Reaktionen der Schüler und kann das Verhalten durch Lob und Tadel steuern und in den Lernprozess eingreifen.
- Aus welchem Forschungskontext stammen die klassische wie operante Konditionierung? Wodurch unterscheiden sie sich? Klassische K.: - Forschungskontext: Untersuchung von Verdauungssystemen an Hunden. Verhaltensänderung als Etablierung einer neuen Reiz-Reaktionsverbindung. Operante K.: - Forschungskontext (urspr. Problemkäfig Katzen Thorndike, Skinner: Ratte: testen von positiven & negativen Verstärkern: Futter & Stromschlag) Verhaltensänderung durch reaktives Antwortverhalten auf Reiz & als operierendes Wirkverhalten aufgrund zukünftiger Konsequenz. Reiz ------------- Verhalten --------------- Konsequenz + Verhalten ist nicht nur durch Umwelt beeinflussbar, auch auf die Umwelt kann eingewirkt (operiert) werden.
- Kritik Hattie Studie Hattie untersuchte in seiner Studie "visible learning" die Wirksamkeit von Lehren und Lernen und stellte dabei 138 Einflussfaktoren auf den Lernerfolg fest. Hattie griff auf 815 Metaanalysen zurück, er machte also keine Sekundäranalyse sondern eigentlich eine Meta-Meta Analyse. Die Untersuchungen sind in englischer Sprache, somit beziehen sie sich auf angloamerikanische Schulsysteme und können großteils nicht auf deutsche Schulsysteme übertragen werden. "Direkte Instruktion" ist wirkungsvoll und Frontalunterricht bringt nichts - jedoch ist keine Methode der anderen vorzuziehen, es kommt immer auf Lernziel, Situation, Lehrenden, Lernenden...usw. an. Zudem werden die einzelnen Effekte isoliert betrachtet. Unterricht ist jedoch etwas komplexes, zusammenhängendes und kann nicht auf einzelne Variablen/Effekte heruntergebrochen werden. Die verschiedenen Unterrichtsmethoden werden gegenübergestellt und mehr oder weniger gegeneinander ausgespielt, oft gibt es jedoch keine Reinform der Methoden und die Methoden sind von den jeweiligen Zielen, sowie von ihrem Verhältnis zueinandernder abhängig. Es sollte ein sowohl- als auch an Mehtoden entstehen und die Methoden in Balance stehen.
- Lernen lernen ist eine relativ stabile Veränderung des Verhaltens, oder des Verhaltenspotenzials (Veränderung des Verhaltens oder Wissensstandes) durch die wiederholte Erfahrung eines Individuums in der gleichen Situation (Verhaltensänderung aufgrund angeborener Verhaltenstendenzen, Ergebnisse durch Reifung oder eine Veränderung aufgrund vorübergehender Zustände wie Krankeit, Müdigkeit etc. sind vom Lernbegriff ausgenommen) Die Voraussetzungen für Lernen sind zum einen die wiederholte Erfahung wie die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Lernen ist ein Prozess, der durch Verhaltensbeobachtungen erschlossen wird. Die Veränderung kann, muss sich jedoch nciht zeigen.
- Kognitiver Ansatz Bei kognitiven Ansätzen liegt der Fokus auf der Blackbox. Innerpsychische Verhaltensweisen wie Erkennen, Denken, Fühlen, Urteilen...geraten in den Fokus der Betrachtung. (Das was zwischen dem Reiz und der Reaktion liegt) Menschliches Denken wird weitestgehend als Prozess der Informaitonsverarbeitung gesehen. Betonung der Aktivität des Menschen in der Auseinandersetzung mit der Umwelt. (Entwicklung von Denkstrukturen) zentrale Frage: Wie können menschliche Denkprozesse modelliert, und dadurch erklärt werden?
- Advertisement
- Gedächtnissysteme Atkinson & Shiffrin nach der zeitlichen Reichweite werden 3 Gedächtnisformen unterschieden: - Sensorisches Gedächtnis (= Ultrakurzzeitgedächtnis): Wahrnehmung all unserer Sinne wird im S.G. gesichtet, bewertet und weiterverarbeitet. Entweder vergessen, an Arbeitsgedächntis weitergeleitet oder direkti ins Langzeitgedächtnis - Arbeitsgedächtnis (=Kurzzeitspeicher): Vermittelt zwischen Strom an Wahrnehmungen und im Langzeitgedächtnis gespeicherten Erfahrungen. Ermöglicht Handlungsfähigkeit in jeder Sekunde und dass wir uns durch unser Denken & angestrebten Ziele leiten lassen. - Langzeitgedächtnis (=Langzeitspeicher): Arbeitsgedächtnis nutzt nur kleinen Teil des L.G., alles was hier landet hat den Filter von S.G und A.G durchlaufen. Info wird zwar schnell zwischengespeichert, kann jedoch nur in LG, wenn synaptische Verbindungen häufig aktiviert werden Ratschläge für die Praxis: - besonders wichtig: wiederholen, üben und anwenden - neue Information eine Zeit lang im Arbeitsgedächtnis kreisen lassen d.h. mit kleinen Arbeits- Übungs- und Transferaufgaben verknüpfen - danach eine Pause einlegen (kann aktivierend o. entspannend sein) - Neues an bereits bekanntes, an persönliche Assoziationen, Gefühle anknüpfen
- Gedächtnissystem Markowitsch Gedächtnisse werden nach unterschiedlichen Funktionen unterschieden 1) Episodisches Gedächtnis: Aufbewahrung von wichtigen Einzelereignissen und deren zeitliche Abfolge (z.B Führerschein in der 10. Klasse) 2) Semantisches Gedächtnis: Gefühlsneutrales Faktenwissen, Inhalte können sprachlich erfasst werden z.B. Vokabeln, Telefonnummern 3) Prozedurales Gedächtnis: Abspeicherung von Mustern für Handlungs- oder Bewegungsabläufe & für kognitive, automatisierte Fähigkeiten (Abläufe werden mühsam durch oftmaliges Wiederholen gelernt, später laufen sie automatisch ab) z.B. Instrument, Ski fahren 4) Priming: Assoziative Aktivierung. Priming hilft uns früher Erlebtes wieder in Erinnerung zu rufen. Priming hilft zwischen Wahrnehmungen von Augenblick zu Augenblick und Inhalten des Langzeitgedächtnisses zu vermitteln. Episodisches, Semantisches und Prozedurales Gedächtnis sind Formen des Langzeitgedächtnisses, Priming eine Funktion des Arbeitsgedächtnisses. Je besser die Zusammenarbeit der Gedächtnisse eingespielt ist, desto besser funktioniert das Lernen. Ratschläge für die Praxis: - durch die Unterrichtsgestaltung sollen die vier gedächtnissysteme vernetzt werden - neues Wissen soll sich aus einer konkreten Erfahrung heraus entwickeln, somit ist induktive Linienführung vorzuziehen -- Durch sachbezogenes Handeln das prozedurale Gedächtnis aktivieren und an persönliche Erfahrungen anknüpfen (Verbindungen zum episodischen Gedächtnis) - - Neues im Wechsel mit Bekanntem präsentieren und gezielt mit Bekanntem verknüpfen – besser: Schüler selbst solche Verbindungen finden lassen, um ein dichtes assoziatives Netz zu fördern - - Vielfältige Assoziationen bieten und Priming unterstützen z.B. Merksprüche, Eselsbrücken durch Visualisierung eindrucksvoller Erlebnisse
- Beitrag Piaget wollte eine Antwort auf die Grundfrage nach dem Aufbau von Erkenntnis liefern. Er liefert eine Erklärung für die kognitive Entwicklung von Menschen (er beschreibt prozesse durch die Kinder ein Verständnis von sich und der Umwelt erwerben, das dem der Erwachsenen immer ähnlicher wird) Das Denkvermögen entwickelt sich durch die Auseinandersetzung mit der Welt, Personen und Gegenständen. Der Mensch setzt sich aktiv mit der Umwelt auseinander und baut ein Denkvermögen auf. Zentral ist die Beziehung zwischen Denken und Handeln. Lernen wird als Veränderung der kognitiven Struktur gesehen.(kognitive Struktur als mentale Repräsentation von Wissen, das durch verknüpfung von Schemata zu einem verinnerlichten Karteikartensystem wird) Durch Assimilations- und Akkomodationsvorgänge erweitern sich die kognitiven Strukturen.
- Piaget (3 Eigenschaften für Interaktion zwischen Organismus und Umwelt) für die Interaktion zwischen Individuum und Umwelt, sind 3 Eigenschaften bedeutend: kognitive Adaption, k. Organisation, k. Äquilibration 1) Adaption: Mensch passt sich grundlegend in die Umwelt ein, die Auseinandersetzung kann auf 2 Arten geschehen: - Assimilation: Umwelterfahrungen werden in ein bestimmtes Schema eingefügt. (Schema reicht aus um mit Wissen umzugehen) - Akkomodation: Anpassung des Schemas an die Umwelt, Schema reicht nicht aus um mit Wissen umzugehen --> Assimiliation & Akkomodation sind unlösbar miteinander verbunden 2) Organisation: Mensch stellt Beziehungen zwischen den Erfahrungen her, anstatt eine zerhackte Folge von Einzelbildern wahrzunehmen. Erfahrungen werden zu bedeutungsvollen Einheiten zusammengefügt, so entsteht mit der Zeit ein zusammenhängendes, kohärentes Weltbild 3) Äquilibration: der menschl. Geist strebt nach einem Gleichgewicht zwischen der wahrgenommenen Umwelt & der geistigen Repräsentation des Wahrgenommenen. Organisation, Adaption & Äquilibration, befinden sich im ständigen Wechselspiel, so dass sich die kognitiven Strukturen immer weiter ausdifferenzieren. Angeregt wird dies durch: körperliche Reifung, Erfahrung mit den Dingen, Soziale Erfahrung der Interaktion mit anderen
- Stellen sie die drei Lernparadigmen im Hinblick auf nachstehende Kategorien gegenüber: a) Gehirn als … b) Das Bild des Lerners c) Das Bild des Lehrers/ der Lehrerin Behaviorismus a) „black box“ b) Passiv, jemand der durch gezielte Steuerung gerichtet wird c) Dominante Rolle, reizsetzten, steuernde Rolle, Belohnung & Bestrafung Kognitivismus a) aa) Informationsverarbeitung und Speicherung b)b) Informationsverarbeitung ist aktiv und der Aufbau ist auch vorhanden c)c) Dominanz nimmt ab, Übermittlung des fertigen Wissens Konstruktivismus a) a) Kreator der Wirklichkeit, autopoietisch – Produkt und Produzent b) b) Als selbstständiger aktiver Aneignungsprozess des Individuums, Konstruktionsprozess c) c) LehrerIn als GestalterIn von Lernsituationen/Lernumgebungen, Begleiter
- Kognitive Ansätze, didaktische Implikationen Lernende: aktive Rolle, nimmt Info selbstständig auf und verarbeitet diese, entwickelt Lösungsmöglichkeiten für vorgegebene Problemstellungen - die aktuelle Kenntnisstruktur (kognitive Struktur) spielt eine große Rolle Lernen als Prozess der Akkomodation & Assimilation - gezielte und behutsame Störung des kognitiven Gleichgewichts, dadurch kann Neugier und Selbstständigkeit erreicht werden Lehrender: Lehrer als Primat der Wissensvermittlung, stellt Problemstellungen bereit, unterstützt die Schüler) - Zulassen von Fehlern
- Konstruktivismus Frage nach der Beschaffenheit menschlicher Erkenntnis (Möglichkeiten & Grenzen) Sinneswahrnehmung und interne Informationsverarbeitung liefern kein 1:1 Abbild der Umwelt (ausserhalb des Individuums liegenden Realität) wahrgenommene Reize werden erst durch die Interpretation unseres Gehirns mit Bedeutung versehen Das Wissen über die Realität ist eine individuelle Kreation Realität an sich ist unerreichbar, alles was wir über sie wissen ist vom Menschen konstruiert Menschliches Gehirn als autopoietisches, selbstreferentielles, geschlossenes System. Äußere Realität ist uns sensorisch und kognitiv nicht zugänglich. Lediglich strukturelle Koppelung an die Umwelt. Konstruktion der Wirklichkeit als viable (so lange brauchbar bis neue Erkenntnis)
- Didaktische Implikationen Konstruktivismus Lerner Lehrer -der Lernende steht im Mittelpunkt - Lernender ist aktiv, eignet sich Wissen selbsttätig durch innere Auseinandersetzung an - Lernen als Erkundungs- und Suchprozess (findet individuell, jedoch in sozialen Kontexten statt) - Lernen hängt vom Vorwissen ab - Lehrender als Gestalter von Lernsituationen/Lernumgebungen (direkte Weitergabe von Wissen ist nicht möglich, Lernprozess kann nur angestoßen jedoch nicht in Ergebnis oder Verlauf beeinflusst werden)
- Didaktische Implikationen Konstruktivismus - Lernen als aktiver Konstruktionsprozess, Individuum eignet sich Wissen selbsttätig an (findet individuell, jedoch in sozialen Kontexten statt) - Lernen als selbstständiger Konstruktions- und Suchprozess, Lernen durch innere Auseinandersetzung, dies hängt vom Vorwissen ab - der Lernende steht im Mittelpunkt - Lehrender als Gestalter von Lernsituationen/Lernumgebungen (direkte Weitergabe von Wissen ist nicht möglich, Lernprozess kann nur angestoßen jedoch nicht in Ergebnis oder Verlauf beeinflusst werden)
- Gestaltung von Lernumgebungen - Authentizität & Situiertheit: Bereitstellung von authentischen Situationen und realen Problemstellungen - Multiple Perspektiven & Kontexte: Inhalte sollen in verschiedenen Situationen und aus mehreren Perspektiven gezeigt werden - Sozialer Kontext: soziale Lernarrangements, Förderung von kooperativen Lernen
- Didaktische Modelle - sind komplexitätsreduzierend - bieten eine Rahmen zur Ordnung eines Praxisfeldes - sollen didaktischen Handeln in Lehr-Lernsituationen beschreiben & erklären - dienen als Vorbereitung, Evalution & Durchführung didaktischen Handelns in L-L Situationen
- Berliner Modell allgemein & Unterteilung B.M. soll eine möglichst umfassende, wissenschaftliche Analyse der Unterrichtswirklichkeit auf der Grundlage abgesicherter Analysemethoden und Theorien ermöglichen B.M. enthält die Grundkategorien zur Erfassung konstanter Situaitonsmomente im Unterricht - beschreibt eine allgemeine Struktur von Unterricht - kann für Planung & Analyse von Unterricht verwendet werden - Orientierungshilfe für situativen Unterricht - soll strukturieren - besteht aus 2 Reflexionsstufen Strukturanalyse: - Kernstück der lerntheoretischen Didaktik - Aufgabe: Klarlegung der getroffenen Entscheidungen & Voraussetzungen - Heimann filterte die formalen Konstanten des Unterrichts heraus (Knochenbau jeder Unterrichtsstunde), Konstanten sollen als Richtschnur für Planung & Analyse dienen - Raster der 6 Konstanten dient zur Erfassung der wesentlichen Voraussetzungen & Entscheidungsaufgaben im Unterricht Faktoranalyse: - Aufgabe: Durchleuchtung der Faktoren auf wissenschaftlicher Grundlage - Lehrer soll die normativen Hintergründe seiner Entscheidung durchleuchten & die Qualität, Intensität & Veränderbarkeit der konstatierten Voraussetzungen erfassen
- Strukturanalyse 4 Entscheidungsfelder, die Lehrer entscheiden kann 1) Intentionalität: = pädagogische Ziele/Absichten kognitive Dimension: Vermittlung von Kenntnissen (z.B. Faktenwissen reproduzieren), Vermittlung von Erkenntnis (Bedeutung des Faktenwissen), Vermittlung von Überzeugungen: Förderung einer gewissen Einstellung zum Thema pragmatische Dimension: Erlernen konkreter Fertigkeiten (Übungsfirma:Schriftverkehr) affektiv-emotionale Dimension: Sachverhalte konkret erlebbar machen (z.B.Rollenspiel) 2) Thematik: Inhaltlichkeit. (Gegenstand wird erst durch Intention zum Gegenstand) 3) Methodik: Mit welchen Mitteln können die Absichten transportiert werden? Artikulationsschemata: Struktur, logischer Aufbau mit sinnvollen Stufen Sozialformen: Organisation von Gruppen im Raum Aktionsform: Wie soll der Lehrende/Lernende akiv sein? 4) Medien: Sprache, Bücher, Arbeitsblätter etc. Jeder Gegenstand der in den Horizont von Kindern muss braucht ein Medium, Medium ist dafür verantwortlich, wie Inhalt im Kind lebendig wird 2 Bedingungsfelder: Lehrer ist an gewisse Voraussetzungen gebunden, werden nach Grad der Veränderbarkeit unterschieden 1) anthropologische Voraussetzungen: Lehrender (Berufserfahrung, Vorlieben f. M, Kompetenz im Umgang mit Medien) Lernender (Alter, Geschlecht, Vorwissen...) 2) sozio-kulturelle Voraussetzungen: Rahmeneinflüsse des Unterrichtsgeschehens (gesellschaftliche Einflüsse der Schule, Klassengröße etc.) Planungsprinzipien der Strukturanalyse: Prinzip der Interdependenz: Alle Strukturmomente sollen in einer widerspruchsfreien und wechselseitigen Abhängigkeit zueinander stehen. Es muss entschieden werden, welche Absichten an welchen Inhalten unter Verwendung welcher Methoden und Medien verwirklicht werden sollen. "Unterricht kann nur gelingen, wenn diese Interdependenzen durchschaut werden" (Jank/Meyer 2002, S.274). Prinzip der Variabilität: Unterricht wird erst durch das Mitwirken der Schüler endgültig bestimmt. Da man aber prinzipiell kein bestimmtes Schülerverhalten voraussagen kann, soll man mehrere Verlaufsmöglichkeiten für den Unterricht vorsehen. Prinzip der Kontrollierbarkeit: Man sollte versuchen, den Plan so zu gestalten, dass das Maß seiner Erfüllung überprüft werden kann.
- Faktorenanalyse besteht aus 3 Gruppen von Faktoren: a) normbildende (meist ideologische) Faktoren b) bedingungssetzende (konditionierende) Faktoren c) formschaffende (organisierende) Faktoren 1) Normenkritik: Welche Normen & politischen Prämissen fließen in den Unterricht mit ein? Schulbücher, Schulgesetze, Richtlinien.. --> kontrollierendes Bewusstsein der Einwirkungen 2) Faktenbeurteilung: Schule & Unterricht sind an Rahmenbedingungen geknüpft (siehe Bedingungsfelder Strukturanalyse) Diese müssen auf Stabilität & Veränderbarkeit utnersucht werden (nicht als unveränderbar hinnehmen) 3) Formenanalyse: untersucht die Effektivität und Historizität von eingesetzten Medien/Konzepten. Welche Methoden wurden gegenwärtig und in der Verangenheit eingesetzt? wie erfolgreich waren die Methoden?
- Berliner Modell - didaktisches Modell, da... 1) komplexitätsreduzierend: einfache Struktur, Knochenbau jedes Unterrichts 2) Ordnung eines Praxisfeldes: Modell bringt Ordnung in didaktisches Denken & Handeln, dient als Strukturierungshilfe 3) kann zur Planung und Analyse von Unterricht verwendet werden
- Pro- und Contra Berliner Modell pro: - leicht verständliches Modell - Modell liefert halbwegs vollständiges Raster zur Erfassung von Unterricht - fachdidaktisch indifferent (für Sport-, Religions- etc. unterricht) contra: - demonstriert nur die Art & Zusammenhänge von Entscheidungen, liefert jedoch keine Hilfestellung zur inhaltlichen Umsetzung - forderung nach empirischer Grundlegung, wird jedoch von Autoren nur halbwegs eingehalten - der lerntheoretischen Didaktik fehlt die lerntheoretische Theorie (keine Definition von Lernen!)