11

Sozialwissenschaftliche Forschung (Subject) / 7. Datenerhebung (Lesson)

This lesson was created by Alixobert.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • 1. Datenerhebung 1. Befragung standartisiert: Arten von Fragen und Antworten: bei geschlossenen: Likert-, Ratingskala, Vorgabe verschiedener Antwortmöglichkeiten-> Ziel: vergleichabre Antworten nicht standartisiert:- Leitfaden-Interviews- narrative Interviews- episodische Interviews- Focus-Groups (natürlich, künstlich, real) 2. Beobachtung offen / verdeckt teilnehmend / nicht-teilnehmend natürliche / künstliche Situationen Selbst- od. Fremdbeobachtung standardisiert / nicht standardisiert experimentell / nicht experimentell 3. Materialanalyse Sekundäranalyse Qualitative Dokumentanalyse Analyse von visuellen Daten
  • 2. Formen der Datenerhebung - Standardisierte Befragung die meisten Befragungen basieren auf dem Einsatz von Fragebögen (schriftlich oder mündlich) Festlegung der Formulierung von Fragen und Antworten + Reihenfolge (gelgentlich offene oder Freitextfragen) Fragebogenstudien zielen darauf ab, vergleichbare Antworten von allen Befragten zu erhalten deswegen Fragen, befragungssitation und Antowrtmöglichkeiten identisch
  • a) 3. Formen der Datenerhebung - Frageformulierung (standardisiert) Fragen in Fragebögen sollen sirekt oder indirekt die Gründe für ein bestimmtes Verhalten oder eine Einstellung des Befragten erheben und seinen Informationsstand zum jeweiligen Thema verdeutlichen Erhebungssitation spielt wesentliche Rolle, weswegen Bezugsrahmen ermittelt werden muss dabei Informationsstand berücksichtigen: zu komplexe Fragen können missverstanden werden-> Komplexität reduzieren und an Alltagssprache anpassen-> Hypothese nicht direkt als Frage stellen keine mehrdimensionale Formulierung von Fragen (sonst sinkt Vergleichbarkeit der Antworten) Vermeidung von verzerrenden Fragen / Suggestivfragen (bspw. wie stark fühlen Sie sich in ihrem Beruf ausgebrannt?) Berücksichtigung der Eigenschaften der Ereignisse (z.B. Zeit): können Qualität der Antworten beeinflussen weiterhin zu beachten: Ein- und Ausstieg; Reihenfolge der Fragen und Antworten  
  • b) 4. Formen der Datenerhebung - Arten von Frage- und Antwortvergabe (standardisiert)   Fragen unterscheiden sich nach den Möglichkeiten ihrer Beantwortung:- offene Fragen geben keine Antworten vor- geschlossene enthalten Vorgaben: entweder aus Formulierung (zufrieden mit Arbeit?) oder Vorgabe begrenzter Antwortmöglichkeiten: Mehrstufige Rating-Skalen, bspw. Likert-Skala: Items sind positiv oder negativ formulierte Aussagen über einen Sachverhalt, zu dem die Befragten Zustimmung oder Ablehnung in mehreren, vorgegebenen Abstufungen außern können 5, bzw. 4 Antwortmöglichkeiten, falls Antwort - neutral - sinnvoll ist trifft vollst. zu - trifft zu - weiß nicht - trifft nicht zu - trifft überhpt. nicht zu dienen dazu einen Gegenstand hinsichtlich eines bestimmten Merkmals zu beurteilen oder Vorgabe verschiedener Antwortmöglichkeiten: Warum Pflegekräfte mit Arbeit unzufrieden? Arbeitszeiten - Bezahlung - emotionale Belastung - Stress mit Kollegen  
  • c) 5. Nicht-standardisierte Befragung: Leitfaden-Interviews   basieren auf Leitfaden von verschiedenen Fragen, die das thematisch relevante Spektrum des Interviews und seines Gegenstandes abdecken sollen Ziel ist, die individuelle Sicht des interviewpartners auf das Thema zu erhalten keine Vorgabe von Antwortmöglichkeiten Kriterien:- Nichtbeeinflussung des Interviewpartners- Erfassung der Sichtweisen und Situationsdefinitionen des IP- Erfassung eines breiten Spektrums der Bedeutungen des Gegenstandes- Tiefgründigkeit und personaler Bezugsrahmen des IP  
  • 6. Nicht-standardisierte Befragung: Interview und Focus Groups -> Narrative Interviews   längere, zusammenhängende Darstellungen in Form von Stehgreiferzählungen Haupterzählung: Erzählaufforderung Narrativer Nachfrageteil: Versollständigung nicht ausgeführter Erzählansätze (durch Aufforderung) Bilanzierungsphase: Fragen, die anderen Interviews ähneln Eingangsfrage muss so breit und spezifisch formuliert werden, dass relevanter Erfahrungsbreich tatsächlich zum Thema wird Zugang zu subjektiven Erfahrungen des IP durch 3 Vorgaben, bzw. Zielsetzungen:erfahrungsnah, konkrete Sitation, auf Umstände bezogen(Eröffnungsfrage dient zur Erzählstimulation und Eingrenzung des Erzählbereichs)  
  • 7. Nicht-standardisierte Befragung: Interview und Focus Groups -> Episodische Interviews Ziel: Ermöglichung dem IP bereichsbezogen Erfahrungen in allgemeiner, vergleichender Form darzustellen und gleichzeitig die entsprechenden Sitationen und Episoden zu erzählen es wird davon ausgegangen, dass Erfahrungen der Subjekte hinsichtlich eines bestimmten Gegenstandbereiches in Form narrativ-episodischen Wissens und in Form semantischen Wissens abgespeichert sind besteht abwechselnd aus offenen Erzählaufforderungen und präzisierenden semantisch-argumentativ orientierter Befragung (kleinerer Ausschnitt aus Leben und stärkere Eingrenzung des Themas als im narrativen Interview)
  • 8. Nicht-standardisierte Befragung: Interview und Focus Groups -> Focus Groups, bzw. Gruppendiskussion mehreren Untersuchungsteilnehmern werden gleichzeitig bestimmte Fragen gestellt un diese reihum oder als Interaktionsgemeinschaft beantwortet Datenerhebung über die Initiierung einer Gruppendiskussion es lässt sich nachvollziehen, wie Einstellungen und Bewertungen zustande kommen / sich verändern und dass im zuge der Diskussion die Teilnehmer mehr und weitergehendes äußern als im Einzelinterview Gruppendifferenzierung: natürlich (im Alltag bestehend) real (auch im Alltag mit Untersuchungsthema konfrontiert) künstlich (zu Forschungszwecken nach bestimmten Kriterien zusammengestellt) Anleitung: Verzicht oder formale Leitung (z.B. via Rednerliste) -> inhaltliche Steuerung (Einführung von Themen, Teilaspekten, provozierenden Fragen) hoher organisatorischer Aufwand
  • d) 9. Beobachtungen versprechen direkten Zugang zu Handlungen und Prozessverläufen unterschiedliche Konzeptionen hinsichtlich Form der Beobachtung: offen / verdeckt (Offenbarung des Vorgangs) teilnehmend (ethnographisch) / nicht-teilnehmend (Beobachter als aktiver Teil des Feldes) natürliche / künstliche Situtation standardisiert / nicht standardisiert (Beobachtungsschema oder offen) Selbst- / Fremdbeobachtung experimentell / nicht-experimentell (interveniert der Forscher gezielt, um Folgen zu beobachten)  
  • e) Materialanalysen Statt Produktion von Daten, Nutzung vorhandener Daten und Materialien 1. Sekundäranalysen Neuanalyse von Daten aus anderen Forschungsprojekten Analyse von Daten für andere Forschungszwecke (etwa Statistische Ländesämter, SOEP, IAB) Probleme: Dateneignung, Datenaufbereitung, Zugriff auf Rohdaten? 2. Qualitative Dokumentenanalyse „Dokumente sind standardisierte Artefakte, insoweit sie typischerweise in bestimmten Formaten auftreten: als Aktennotizen, Fallberichte, Verträge, Entwürfe, Totenscheine, Vermerke, Tagebücher, Statistiken, Jahresberichte, Zeugnisse, Urteile, Briefe oder Gutachten.“ (Wolff, zit. nach Flick S.131) 3. Analyse von visuellen Daten
  • Advertisement
  • f) Leitfaden für die Konzipierung der Datensammlung Was sind die wesentlichen Aspekte, die bei der Datensammlung erhoben werden sollen? Geht es eher um Handlungen in Bezug auf oder um Wissen über einen Gegenstand? Beinhalten vorhandene Daten die benötigten Informationen Passen die vorliegenden Daten zur eigenen Fragestellung? Was soll mit den Daten später bei der Auswertung geschehen? Sind die Daten für die angestrebte Auswertung geeignet? Welchen Spielraum für individuelle Besonderheiten verlangt die Fragestellung? Welcher Grad an Genauigkeit bei der Dokumentation und Transkription ist notwendig?