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Psychologische Genderforschung (Subject) / Psychologische Genderforschung (Lesson)

Psychologische Genderforschung

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  • Gesellschaft Räumlich vereint lebende Personen Gesamtbevölkerung von Menschen, die in einem Gebiet leben und eine eigenständige soziale Einheit bilden. Jede Gesellschaft hat eine bestimmte Kultur  (Sprache, Religion, Wissenschaft etc.) mit einem gemeinsamen Konzept von Moral, Werten und Wissen. Eine Gesellschaft hat ein beständiges kulturell geprägtesOrdnungs- und Verhaltensmuster und eine bestimmtesoziale Struktur (Staatsform, Wirtschaftssystem, Rechts,Bildungs-, Erziehungssysteme, usw.)
  • Warum leben wir in einer Gesellschaft? Zur Befriedigung und Sicherstellung von sozialen Bedürfnissen
  • Verhältnis von Individuum und Gesellschaft Frage der Sozialpsychologie und Soziologie Wie beeinflusst eine bestimmte soziale Situation und die Gesellschaft als Ganzes das Verhalten?
  • Verhältnis von Individiuum und Gesellschaft Frage der Persönlichkeitspsychologie Interesse für Merkmale, die Individuen einzigartig machen und Unterschiedezwischen Menschen Welche Merkmale machen uns für soziale Situationen empfänglich?
  • Was hat die Sozialpsychologie immer wieder gezeigt? (bzgl. Verhältnis Individuum und Gesellschaft) Die Sozialpsychologie hat immer wieder gezeigt, dass sozialeSituationen und das soziale Umfeld mehr Einfluss auf das Verhalten des Individuums haben als Unterschiede in der Persönlichkeit.
  • Verhältnis von Kultur und Natur Anlage oder / und Umwelt ? Diskurs: Die Frage nach dem Verhältnis von biologischen Faktoreneinerseits und sozialen und kulturellen Einflussfaktoren. „Der Mensch hat in seinem Zusammenleben eine „zweite Natur“ geschaffen, nämlich eine kulturelle Welt“ (Hobmair 2006, S.26) Entwicklungspsychologie: Wie werden wir zu Mitgliedern einer Gesellschaft?
  • Was ist eine Kultur? Mit Kultur sind diejenigen Aspekte der gesamten Umwelt der Menschen gemeint, die, ob materiell oder immateriell, von Menschen geschaffen worden sind (Kluckhohn 1951, S.86) Kultur ist im Wesentlichen zu verstehen als ein System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen, Werteorientierungen, die sowohlim Verhalten und Handeln der Menschen als auch in ihren geistigen und materiellen Produkten sichtbar werden.
  • Kulturtheorie nach Hofstede „Die“ Kultur wird u.a. durch Äußerungen und Verhalten von Individuen, Gruppen und Gesellschaften sichtbar. „Kultur ist die Software des Geistes“ (Verbindung von Kultur und Denken)„Kollektives System von Bedeutungen“ (Was ist gut und was nicht?) Kultur ist immer gelernt (Sozialisation). Von frühester Kindheit an bilden wir Denk-,  Fühl- undHandlungsmuster aus, die durch unsereUmgebung bestimmt werden. Modell der Kulturzwiebel
  • Modell der Kulturzwiebel von Geert Hofstede Werte und Normen bilden den inneren Kern der Zwiebel und sind für Kulturfremde nur indirekt sichtbar. Werte äußern sich in Helden, Ritualen und Symbolen, welche wiederum auch für Außenstehende direkt wahrnehmbar sind. 1. Symbole (äußere Schale) 2. Helden 3. Rituale 4. Werte und Normen (innerer Kern)  
  • Symbole (Kulturzwiebel Hofstede) Deutlich sichtbare Merkmale einer Kultur Sprache, Speisen, Architektur, Häuser, Denkmäler, Kunst, Mode, Kleidung, Haartracht  
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  • Helden (Kulturzwiebel Hofstede) Helden sind für Mitglieder einer Kultur Vorbilder und Leitfiguren, die Eigenschaften besitzen, die in der Kultur hohes Ansehen genießen
  • Rituale (Kulturzwiebel Hofstede) Kollektive Tätigkeiten, die zur Zielerreichung überflüssig, aber innerhalb einer Kultur sozial notwendig sind Begrüßungs- und Höflichkeitsformen, Körpersprache, Zeiteinteilung, Feste und Zeremonien usw.
  • Werte und Normen (Kulturzwiebel Hofstede) Eigenschaften, die wir Dingen, Ideen und Beziehungen geben und die uns wichtig und wünschenswert sind. Sie bestimmen, wie wir eine bestimmte Situation erleben, bewerten und danach handeln.
  • Welches sind die Merkmale, die im Wechselspiel mit der Geschlechtszugehörigkeit zur Ausprägung unserer Identitäten beitragen und kulturell verankert sind? - Soziale Kategorien & (soziale) Identitäten - Geschlecht - Ethnie - Sozialer Status - Körper - Sexuelle Orientierung (s. Eisberg der Vielfalt)    
  • Was sind typische Gruppen, die im sozialen Miteinander häufig zusammengefasst gesehen, diskutiert und bewertet werden? - Geschlecht - Ethnizität - soziale Klasse - Körper   Diese sozialen Kategorien fließen sowohl in die Selbst- als auch in die Fremdzuschreibung ein. Die Einteilung in Kategorien hat Auswirkungen darauf, wie die kategorisierten Personen wahrgenommen, beurteilt und behandelt werden.
  • Geschlecht im historischen Überblick - Adam und Eva als das erste Menschenpaar                                            (Eva wurde aus Rippe von Adam gebaut - "Männin") - Kugelmenschen (Platon) - Menschen waren Kugel mit 4 Beinen, 4 Armen und 2 Gesichtern - Es gab 3 Geschlechter: Mann-Männer, Frau-Frauen und Mann-Frauen (Androgynes) - Zeus halbierte die Kugelmenschen, weil sie aufständig waren - Nach Zerteilung 2 Beine, 2 Arme und 1 Gesicht - Halbierte Kugelmenschen waren ständig auf der Suche nach ihrer zweiten fehlenden Hälfte - Fortplanzung   Typische Paare = Barbie & Ken, Bonnie & Clyde, Micky & Minnie Maus, Hera & Zeus, Cäsar & Kleopatra, Homer & Marge, Barack & Michelle Obama usw.
  • Alltag vs. Wissenschaft beim Geschlechterwissen - Teilweise große Entfernung der Konzepte zwischen Alltag und Wissenschaft - Alltagswissen, i.d.R. Erfahrungswissen, das sich in er Praxis, im Alltagshandeln zu bewähren hat - Dabei handelt es sich um präreflexive Überzeugungen oder auch Grundannahmen, die sehr flexibel und oft auch widersprüchlich sind
  • Zweigeschlechtlichkeit als ein kulturelles Phänomen - Feste Verankerung in unserem Alltagswissen = Uns scheint es völlig "normal" und zwingend, dass Personen entweder Mann oder Frau sind. Alles andere irritiert uns. - Diese Differenz wird durchgehend wahrgenommen und vorausgesetzt. Wir sind darauf ausgerichtet in jeder Situation Männer und Frauen zu unterscheiden - Geschlecht als grundlegendes Wahrnehmungs- und Denkschema, das Differenz konstruiert
  • Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit 1. Eindeutigkeit = Jeder Mensch ist entweder männlich oder weiblich, und dies muss in der Interaktion erkennbar sein 2. Naturhaftigkeit = Die Geschlechtszugehörigkeit muss körperlich oder biologisch begründbar sein 3. Unveränderbarkeit = Das Geschlecht ist angeboren und kann nicht gewechselt werden
  • Intersexualität Wenn Menschen chromosomal und/oder anatomisch und/oder hormonell nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann
  • Kulturelle Tendenz zum Wahrnehmen und Denken in Polaritäten Die Philosophengeschichte hat Oppositonspaare (Dualismen) seit ihren Anfängen hervorgebracht und kultiviert Bspw.: Kultur und Natur; Geist und Körper etc. In diesen Dualismen findet sich meist auch ein Geschlechterdualismus eingeschrieben
  • Was zeichnet wissenschaftliches Nachdenken aus? Es zeichnet sich durch reflexive Distanz und Systematik aus Verwendung wissenschaftlicher Methoden Am Ende wissenschaftlicher Reflexion stehen verallgemeinerungsfähige Aussagen (Allgemeingültigkeit) über das jeweils erforschte Phänomen, die in der Realität überprüfbar sind. Wissenschaftliche Aussagen nähern sich einer Objektivität an Verschiedene Forscher erzielen bei gleichem Sachverhalt die gleichen Ergebnisse (Intersubjektivität)
  • Genderforschung Seit über die Menschheit nachgedacht worden ist, gibt es Reflektionen über die Geschlechter. Genderforschung zeichnet sich durch seine Vielfalt und seine Interdisziplinarität aus. Genderforschung ist im Singular nicht zu haben. Zahlreiche vielstimmige und in sich kontroverse Diskurse und Konzepte.
  • Die Geschichte des Begriffs "Geschlechterforschung" Bis in die Mitte des 20. Jh. waren wissenschaftliche Überlegungen vorwiegend männlich geprägt (durch Ausschluss von Frauen an Universitäten) Die Geschlechterperspektive in der Wissenschaft im Sinne von "Genderforschung" beginnt in den 1970er Jahren mit der Frauenforschung (A) Frauenforschung (B) Kritische Männerforschung (C) Geschlechterverhältnisforschung (D) Geschlechterforschung bzw. Genderforschung
  • Geschlecht als Gender Geschlecht wurde mit der Zeit zu einer der fundamentalsten Kategorien nach der das soziale Leben organisiert ist (historische Perspektive) Geschlecht als komplexes, vielfach verwobenes Gefüge Kein fester Begriff, sondern Untersuchung, wie sich ein solcher Begriff herstellen lässt, welche Bedeutung er hat und welchen Einfluss er auf die Lebensverhältnisse und uns Menschen hat Geschlecht als grundlegende Kategorie mit vielen Facetten: historische, biologische, psychische, soziokulturelle und politisch-rechtliche Komponente  
  • Wie erfolgt die wissenschaftliche Analyse von "Geschlecht"? Mehrebenenperspektive (Mehrere Ebenen werden betrachtet) Analyseebenen nach Bronfenbrenner Mikroebene      Mesoebene Exoebene         Makroebene   Mehrebenenmodell von Doise Individuelle Eben               Interaktionale Ebene Soziokulturelle Ebene      Soziokulturelle Ebene
  • Grundlegende Konzepte von Gender - Sex und Gender - Geschlecht als sozial konstruierte Kategorie - Geschlecht als Strukturkategorie - Geschlecht als Prozesskategorie - Geschlecht als relationale, interdependente Kategorie
  • Sex Biologisches Geschlecht Anatomie, Physiologie, Morphologie, Hormone und Chromosomen (tendenziell unveränderbar)  
  • Gender Soziokulturelles Geschlecht Es bezeichnet das von sozialen und kulturellen Umständen geprägte bzw. abhängige Geschlecht (veränderbar) Soziale Rollen, Stereotype, Verhaltensweisen, kulturelle Vorgaben und Annahmen usw.
  • Die biologische Geschlechtsbestimmung ist heute... ... weder eindeutig noch widerspruchsfrei
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  • Fünf Möglichkeiten "Sex" an einer Person festzumachen (1) Chromosomengeschlecht (XX, XY oder andere Kombinationen) (2) Keimdrüsengeschlecht (Eierstöcke, Hoden oder Kombinationen) (3) Morphologisches Geschlecht (Innere Geschlechtsorgane, äußere Geschlechtsmerkmale, geschlechtstypischer Körperbau) (4) Hormongeschlecht (unterschiedliche Konzentration der Geschlechtshormone) (5) Geschlechtstypische Besonderheiten des Gehirns --> Die körperlichen Unterschiede führen zu einer biologischen Kategorisierung in (biologisch) Männer, (biologisch) Frauen und (biologisch) Intersexuelle (Hermaphroditen / Zwitter)
  • Gender (soziokulturelles Geschlecht) - Kulturelles Erzeugen von Bedeutungen, Klassifikationen und Beziehungen - John Money und Robert Stoller (Pioniere der Genderforschung) - Gender schließt alle historischen, sozial und kulturell entstanden / entwickelten Formen von Weiblichkeit und Männlichkeit (Zuschreibungen) ein - Gender reflektiert alle Determinanten von Geschlechterrollen, Geschlechtsstereotypen, Geschlechtsidentität, Geschlechtstypisierung usw.
  • Verhältnis sex und gender - sehr eng verbunden aber nicht identisch - keine scharfe Trennung möglich - Vorsicht bei kausalen Zusammenhängen (Gefahr eines Biologismus bzw. Essentialismus / z.B. Mit der Tatsache eines etwas größeren Gehirns geht nicht einher, dass Männer besser geeignet sind für einen wissenschaftlichen Beruf)
  • Leitgedanke der psychologischen Genderforschung - Wollen wir dem Erleben, Verhalten und Handeln von Menschen näher kommen - dieses verstehen, beschreiben und erklären - ist es wichtig Menschen in ihrem gesamten Lebenskontext (historische, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Aspekte) zu berücksichtigen - Die kulturell erzeugten Bilder von Frauen und Männern (Vorstellungen, Zuschreibungen, Erwartungen) und die sozialen Strukturen gehen eine komplexe Verbindung mit der Psyche (Erleben, Verhalten und Handeln) ein - Die psychologische Genderforschung fragt v.a. nach der Bedeutung von Gender für das Wahrnehmen, Erleben und Verhalten der Menschen