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Modul 1 - 03401 Forschungsmethoden der Psychologie (Subject) / Sedlmeier_Messen und Testen (Pflichtliteratur) (Lesson)
- Messtheorie
- Skalenniveaus
- Tests
- Gütekriterien
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- Empirisches Relativ besteht aus einer Menge von Objekten und einer oder mehrerer beobachtbarer Relationen zwischen diesen Objekten die "Menge von Objekten" enthält diejenigen Objekte (oder Personen), die gemessen werden sollen Arten von Relationen: Äquivalenzrelation (Symbol ): verschiedene Objekte besitzen hinsichtlich eines Merkmals die gleiche Ausprägung Ordnungsrelation (Symbol ): ein Merkmal ist bei einem Objekt stärker ausgeprägt als bei einem anderen, durch die OR entsteht eine Rangfolge
- Numerisches Relativ besteht aus einer Menge von Zahlen und einer bestimmten Anzahl von definierten Relationen zwischen diesen Zahlen Wichtige Relationen: 1. Gleichheitsrelation (=), 2. Größer-Kleiner-Relation (>)
- Abbildung ein empirisches Relativ wird in ein numerisches Relativ abgebildet jedem Objekt aus dem empirischen Relativ wird genau eine Zahl aus dem numerischen Relativ zugeordnet Abbildungsfunktion: Regel, nach der die Zuordnung erfolgt
- Homomorphe Abbildung Relationen zwischen den Messobjekten werden auch durch die Relationen der zugeordneten Zahlen ausgedrückt
- Skala = das numerische Relativ (also eine Menge von Zahlen, mit bestimmten, definierten Relationen zwischen diesen Zahlen), das bei einer homomorphen Abbildung entsteht - Auf Grund der Relationen im empirischen Relativ (z.B. nur Äquivalenzrelation) unterscheidet man verschiedene Skalenniveaus - Nominalskala, Ordinalskala, Intervallskala, Verhältnisskala, Absolutskala
- Repräsentationsproblem Kann für ein bestimmtes empirisches Relativ eine homomorphe Abbildung in ein numerisches Relativ gefunden werden? Merkmal ist erst dann messbar, wenn im empirischen Relativ bestimmte Axiome erfüllt werden, z.B. Transitivität () Erfüllung dieser Axiome muss empirisch überprüft werden, was oft an der Forschungsrealität scheitert (zu teuer, latente Variablen, etc.) statt empirischer Prüfungen oft Plausibilitätsüberlegungen - "per-fiat"-Messungen - Vertrauen darauf, dass ein Messinstrument das jeweilige Merkmal abbildet
- Eindeutigkeitsproblem Wie können Messwerte transformiert (verändert) werden, ohne dass Informationen verloren gehen? Verhältnisskalen sind z.B. eindeutiger als Ordinalskalen, weil sie weniger Transformationen zulassen
- Bedeutsamkeitsproblem Welche mathematischen Operationen mit Messwerten führen zu empirisch sinnvollen
- Eigenschaften der wichtigsten Skalenniveaus Struktur: Skalenname, Mögliche Aussage, Zulässige Transformationen, Beispiele, Lagemaße Nominalskala: Gleichheit/Ungleichheit, ein-eindeutige, z.B. Studienort, Modus Ordinalskala: Größer-/Kleinerrelation, monoton steigende, z.B. Windstärke, + Median Intervallskala: Gleichheit von Differenzen, lineare: y = a · x + b, z.B. IQ-Werte, + arithmetisches Mittel Verhältnisskala: Gleichheit von Verhältnissen, proportionale: y = a · x, z.B. Längenmäße, + geometrisches Mittel Absolut: zusätzlich natürliche Maßeinheit, keine, Häufigkeiten
- Psychometrische Tests Tests zur Erfassung latenter Variablen bestehen aus Aufgaben/Fragen, bezeichnet als "Items" Schluss auf das Merkmal durch Antwortverhalten des Probanden 2 Gruppen: Leistungs- und Persönlichkeitstests
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- Leistungstests Tests, bei denen objektiv festgestellt werden kann, welche Antworten richtig oder falsch sind Beispiel: Intelligenz-Struktur-Test
- Persönlichkeitstests Messung von Merkmalen wie Verträglichkeit, Offenheit, oder Neurotizismus die objektiv richtige oder falsche Lösung von Aufgaben spielt keine Rolle, statt dessen geht es um Selbstbeschreibungen
- Gütekriterium bei Testen: Objektivität Durchführungsobjektivität: Unabhängigkeit des Untersuchungsergebnisses von Verhaltensvariationen des Untersuchenden (Interaktion zw. Testleiter und Versuchperson wird auf ein Minimum beschränkt) Auswertungsobjektivität: Verschiedene Anwender gelangen auf Grund der Antworten eines Probanden zu demselben Testergebnis Interpretationsobjektivität: Verschiedene Anwender ziehen dieselben Schlüsse aus demselben Testergebnis (kann z.B. durch die Anwendung von Normen vermieden werden)
- Reliabilität bezeichnet die Zuverlässigkeit oder Messgenauigkeit eines Messinstruments Psychologische Messinstrumente weisen häufig nur eine geringe Reliabilität auf (z.B. schwanken die Ergebnisse einen IQ-Tests auf Grund von Müdigkeit oder Motivation) Objektivität ist eine Voraussetzung für Reliabilität Grundannahme der klassischen Teststheorie: Beobachteter Messwert X in einem Test: X = T + E (T=tatsächlicher Wert, E=Messfehler) Reliabilität ist definiert als r = s2T/s2X = s2T/s2T + s2E ist die Varianz der Messfehler gering, so ist die Reliabilität hoch
- Retest-Methode Zur Bestimmung der Reliabilität verwendet zwei- oder mehrmaliger Test desselben Probanden und anschließende Ermittlung des Korrelationskoeffizienten Problem: mögliche Übungseffekte, Erinnerungseffekte, Veränderung des zu untersuchenden Merkmals bei großen Zeitlücken zwischen den Tests Wird trotz eines großen Zeitabstandes zwischen den Testungen eine hohe Reliabilität ermittelt, so bedeutet das: Test ist reliabel UND das Merkmal zeitstabil Daher: Bezeichnung der Retest-Reliabilität als Stabilität
- Paralleltest-Methode Ermittlung der Testreliabilität durch wiederholtes Testen an denselben Probanden mit äquivalenten/parallelen Formen eines Tests D.h. unterschiedliche Items in den Tests, die aber dasselbe Merkmal in exakt derselben Weise messen (Ausschluss von Erinnerungseinflüssen) Hohe Paralleltest-Reliabilität bedeutet, dass Ergebnisse beider Messformen nur wenig verfälscht und die Testformen äquivalent sind
- Testhalbierungs-Methode Ermittlung der Reliabilität Probanden bearbeiten nur EINEN Test, dessen Items in zwei Hälften aufgeteilt werden, d.h. jeder Proband erhält zwei Messwerte Reliabilität kann durch den Korrelationskoeffizienten zwischen den beiden erhaltenen Messwerten bestimmt werden (ähnlich der Paralleltest-Methode) Odd-Even-Methode: Items mit gerader Reihungsnummer werden in die eine Testhälfte, und Items mit ungerader R.-Nr. in die andere Testhälfte aufgenommen
- Validität Ein Test ist valide, wenn er das misst, was er zu messen vorgibt Sind die Antworten zu den Testitems wirklich Indikatoren desjenigen latenten Merkmals, das gemessen werden soll? Inhaltsvalidität: Eine repräsentative Menge aller Items, in denen sich das interessierende Merkmal ausdrückt, wurde ausgewählt Kriteriumsvalidität: Übereinstimmung der Testergebnisse mit externen Kriterien (z.B. Intelligenztest eines Schülers + Einschätzung des Lehrers) oder internen Kriterien (z.B. ein anderer Test, der dasselbe Merkmal auf andere Weise miss) - Außerdem: Unterscheidung zwischen Übereinstimmungs- und Vorhersagevalidität Konstruktvalidität: Möglichst vielfältige Hypothesen über das Merkmal werden durch die Testwerte bestätigt - gibt an, wie gut sich ein Test bis jetzt bewährt hat.