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Chirurgie AF (Subject) / Beckenverletzungen (Lesson)

Beckenverletzungen

This lesson was created by Claudi3562.

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  • 1. Beckenverletzungen - Ursachen Ursachen große direkte Gewalteinwirkungen wie Sturz aus großen Höhen >4m Verkehrsunfälle Oft polytraumatisierte Patienten mit zusätzlichen Verletzungen des Abdomen und Thorax  
  • 2.Beckenverletzungen - Polytrauma - Definition Polytrauma =  eine Verletzung von mehreren oder die Summe der Verletzungen kann lebensbedrohlich sein. Exkurs DocCheckFlexikon Definition Unter dem Notfallbild des Polytraumas versteht man eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen von Organen oder Körperregionen, welche lebensbedrohlich sind. Bestandteile und Symptome Als Polytraumen können unter anderem Beckenfrakturen, Wirbelsäulenverletzungen, starke arterielleBlutungen, Schädel-Hirn-Traumata, Rippenserienfrakturen mit und ohne Hämatothorax einzeln oder in Kombination - je nach Schweregrad der einzelnen Verletzung - angesehen werden. Hypovolämie mit zugehöriger Schocksymptomatik ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des Polytraumas und muss mit Infusionstherapie, zumeist Vollelektrolytlösungen, sofort behandelt werden.  
  • 3. Beckenverletzungen - Einteilung Einteilung   stabile Beckenfraktur = TYP A Instabile Beckenfraktur = TYP B Open-Book-Verletzung Beckenverletzung durch laterale Kompression Komplexe Beckenfraktur = TYP C  
  • 4. Beckenverletzungen - Stabile Beckenfraktur Typ A Stabile Beckenfraktur Typ A: Abrißfrakturen des SIAS + SIAI Abrisse des Tuber ischiadicum Abrisse des Tuberculum pubicum Isolierte Verletzungen des vorderen Beckenrings (Schambein/ Sitzbeinfraktur) unverschobene Kreuzbeinfraktur Diese Verletzungen führen zu keiner Instabilität der Beckenarchitektur! Es kann zu keiner Verschiebung des Beckenringes mit Spätfolgen kommen!  
  • 5. Beckenverletzungen - Instabile Beckenverletzungen Typ B - Open-Book-Verletzung mit Komplikationen Instabile Beckenverletzungen Typ B Open-Book-Verletzung Entsteht durch Krafteinwirkung von vorne und hinten i.S. anteroposterioren Kompression → Sprengung der Symphyse → klappt durch Rotation auf wie ein Buch Je mehr Beckenschaufel auseinanderklaffen, desto stärker ist die Instabilität im hinteren Beckenring Sacroiliacal-Bänder ventral werden fast immer mitverletzt. Komplikationen: Begleitverletzungen der Harnröhre, Harnblase, Verletzungen des Plexus lumbosacralis mit Beeinträchtigungen der : Ausscheidung sensible und motorische Einschränkung der UEX Sexualfunktion   
  • 6. Beckenverletzungen - Instabile Beckenverletzungen Typ B - Beckenverletzungen durch laterale Kompression Instabile Beckenverletzung Beckenverletzungen durch laterale Kompression: z.B. durch einen seiltlichen Auffahrunfall verursacht Können sowohl vorderen als auch hinteren Beckenring betreffen Je nach Krafteinwirkung kommt es zu geringeren oder höheren Instabilitätsgraden Nie vertikale Instabilität!  
  • 7. Beckenverletzungen - Instabile Beckenverletzungen Typ B - Instabilität Rotationsinstabil bzw. horizontale Instabilität. Nie vertikale Instabilität (Transaltionsinstabilität)
  • 8. Beckenverletzungen - Komplexe Beckenfraktur Typ C = Malgeignesche Beckenverletzung Komplexe Beckenfraktur Typ C = Malgeigne′sche Beckenverletzung Maximalvariante der Beckenfraktur Es besteht sowohl eine Rotations- als auch vertikale Instabilität (translatorische Instabilität) Meist bei polytraumatisierten Patienten Je nach Einwirken der Gewalt sind Verletzungen ligamentär oder osteoligamentär. Nahezu immer Begleitverletzungen (innere Organ, Acetabulumfraktur)
  • 9. Beckenverletzungen - Klinik Klinik:   Belastungs- und Druckschmerz Fehlstellung oder Verkürzung des Beines Frakturhämatom (bei schweren Beckenverletzungen bis zu 5 l Blutverlust → Schockgefahr!) Begleitverletzung Darm- oder Harnorgane mit Blutaustritt aus Anus bzw. Harnröhre.  
  • 10. Beckenverletzungen - Diagnose Diagnose:   Röntgenuntersuchung → erste Hinweise Computertomograhie 3D-Konstruktion → plastische Vorstellung von Art und Schwere der Fraktur DSA = intraarterielle Digitale Subtraktions Angiographie → Darstellung der Gefäße → Blutungsquelle wird lokalisiert. Zystographie oder Urethrographie → Kontrastmitteldarstellung von Verletzungen der Harnröhre oder Harnblase Rektoskopie → Untersuchung von Verletzungen des endständigen Darms  
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  • 11. Beckenverletzungen - Therapie - Ziel Therapie: Vorrangiges Ziel:  Stabilität des Beckens wiederherstellen um eine möglichst rasche Mobilisation zu ermöglichen!  
  • 12. Beckenverletzungen - Therapie - stabile Beckenfraktur (Typ A) Therapie  stabile Beckenfraktur: Konservative Therapie: 2 Wo. Bettruhe →Thrombose- und Pneumonieprophylaxe Schmerzarme Lagerung der UEX Schmerzmedikation mit Antiphlogistika (=entzündungshemmend) Mobilisation nach 2 Wo. mit Gehhilfen oder Stützkrücken (Achselstützen) Unterwassertherapie  
  • 13. Beckenverletzungen - Therapie - Instabile Beckenfrakturen (Typ B + C) Therapie Instabile Beckenfrakturen Operative Stabilisierung osteosynthetisch mit Platten und Schrauben anzustreben! Häufig Patienten mit schlechten Allgemeinzustand → operative Versorgung kann nicht sofort oder z.Teil gar nicht durchgeführt werden → Extensionsbehandlung mit 10 -12 kg Zugbelastung: Craniale Verschiebung des Beckens durch Muskelzug muss verhindert werden, da operativ fast unmöglich das Becken in physiologische Position zurückzubringen Vertikalverschiebungen einer Beckenhälfte stören WS-Bein-Statik und führen immer zu einem klinisch schlechten Ergebnis! Heilung zw. 6 - 12 Wo. Mobilisation prinzipiell nach Wundheilung Krückenversorgung Bei vertikaler Verschiebung Mobi ab ca. 4 - 6 Wo. Bewegungstherapie im Wasserbad Radfahren, wenn schmerzfrei! Gangschulung Nachbehandlung muss bei allen instabilen Beckenfrakturen Typ C mit dem Operateur genau besprochen werden, weil nur der über die Stabilität seiner Versorgung genau Bescheid weiß!  
  • 14.Beckenverletzungen - Komplikationen Komplikationen: Hohe Mortalität (= Sterblichkeitsrate) von > 30 % Thrombose + Embolie- Risko ↑ ( Große Gefäße, OP, lange Liegedauer)→ oft Full-Dose Heparisierung (Soft-Dose =subkutane Spritzen).  Rectumverletzungen → ausgedehnte Verletzungen → untere Rectumstumpf wird blind verschlossen + Anus praeter (= künstlicher Darmausgang) gelegt Störungen  beim Wasserlassen wenn Harnröhre oder -blase verletzt. Bleibenden Schmerzen durch Fehlstellung verheilter Frakturen Nervenschädigung, insbesondere N. ischiadicus