Boden (Subject) / Landwirtschaft (Lesson)

There are 3 cards in this lesson

Landwirtschaftliche Begriffe

This lesson was created by Ape.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

  • Mulchen in der Landwirtschaft Als Mulchen (mnd. mul, „zerfallende Erde, Staub“; siehe Mull) wird in Gartenbau und Landwirtschaft das klein- oder großflächige Bedecken des Bodens mit unverrotteten organischen Materialien (Mulch) bezeichnet.   In der Landwirtschaft oder großflächiger Gartenkultur wie auch der Landschaftspflege bezeichnet Mulchen auch das Abmähen mit gleichzeitigem Zerkleinern des Mulchgutes. Dazu werden Sichel- oder Schlegelmulchgeräte verwendet, die es in verschiedener Ausführung zum Front-, Zwischenachs- und Heck-Anbau für Traktoren oder auch Einachsschlepper gibt. Vorteil gegenüber dem Mähen ist, dass auch gröbere und verholzte Pflanzen damit abgeschlegelt und zerkleinert werden können. Das Mulchgut bleibt - möglichst fein zerteilt - auf der Fläche liegen und verrottet dort wesentlich schneller als langstieliges Mähgut. So ist das Mulchen in der Landschaftspflege ein Ersatz dort, wo Mähen oder Beweidung nicht möglich sind, z. B. weil der Bewuchs zur Futtergewinnung unbrauchbar ist, oder die Entsorgung des Mähguts zu teuer wäre. Das Mulchen ist also ein Teil der Brachlandwirtschaft. Voraussetzung für den Erhalt von landwirtschaftlichen EU-Subventionen ist seit 2005, dass aus der Nutzung gefallene Acker- und Gründlandflächen vom Subventionsempfänger (landwirtschaftlicher Betrieb) durch Mulchen (bei Grünland auch Mähen mit Abräumen alle zwei Jahre) offen gehalten werden, also vor der Verbuschung geschützt werden. Das soll dafür sorgen, dass derzeit nicht rentabel bestellbare landwirtschaftliche Nutzflächen nicht nur bewirtschaftbar bleiben, sondern auch in ihrer Bodenqualität verbessert werden.
  • Mulchsaat Unter Mulchsaat versteht man ein pflugloses Saatverfahren, bei dem die Pflanzenreste einer Zwischenfrucht oder das Stroh der Vorfrucht vor und nach der Neuaussaat die Bodenoberfläche bedecken und diese dadurch vor Bodenerosion und Verschlämmung schützt. Erfolgt die Mulchsaat ohne Bodenbearbeitung wird dieses Verfahren dem Direktsaatverfahren zugeordnet (no till farming). Ansonsten findet eine konservierende Bodenbearbeitung statt, die ein einfaches Saatbett herstellt und lediglich die Sätiefe betrifft oder die Bodenbearbeitung auf einen schmalen Fräsestreifen um die Sähschare beschränkt. Mulchsaat ohne Bodenbearbeitung bietet zwar den höchsten Beitrag zu Erosionsschutz und stabiler Bodenstruktur, ist jedoch wegen der ungünstigeren Auflaufeigenschaften der Jungpflanzen auf bestimmte Nutzpflanzenarten beschränkt. Mulchsaat mit Bodenbearbeitung ist in Frühjahrskulturen sehr verbreitet. Zur Bodenbearbeitung beziehungsweise Saatbettbereitung werden dabei Kreiseleggen und Saatbettkombinationen verwendet, die nur die oberste Bodenschicht bearbeiten (Minimale Bodenbearbeitung / Minimum Tillage). Angepasste Maschinen für die Streifenfrässaat Streifenfrässaat Wird lediglich ein schmaler Bodenstreifen um das Säschar bearbeitet spricht man von Streifensaat, Streifenfrässaat oder Strip-Till. Ein flacher Arbeitsgang ist meist ausreichend um ein geeignetes Saatbett herzustellen. Auf kalten Böden kann eine solche Saatbettbereitung die Erwärmung des Bodens und damit auch den Feldaufgang und Jugendentwicklung von beispielsweise Mais und Zuckerrüben nachhaltig fördern und die Einzelkornsaat ermöglichen.
  • Bedeutung von Löss in der Landwirtschaft Lössgebiete sind sehr fruchtbar und gehören in Mitteleuropa zum Altsiedelland. Die Fruchtbarkeit rührt aus der kleinen, aber nicht zu feinen Korngröße des Gesteins, die den enthaltenen Mineralreichtum leicht zugänglich macht. Der Porenreichtum des Lösses, seine gute Durchlüftung und seine guten Eigenschaften als Wasserspeicher erleichtern die Bodenbildung. Auf Löss entstehen tiefgründige, leicht zu bearbeitende und enorm leistungsfähige Braunerden, Parabraunerden und Schwarzerden. Diese Böden und ihre Verbreitungsgebiete sind für die Agrarwirtschaft besonders wichtig. Bei höheren jährlichen Niederschlägen können aus Löss auch Fahlerden und Pseudogleye entstehen. Man geht davon aus, dass etwa 80 Prozent der Welt Mais- sowie Getreideproduktion auf Löss stattfindet.